Ayinger Urweisse

Die Ayinger Urweisse ist ein richtiges Gewinner-Bier! Vier mal schon hat dieses Weizen die goldene Auszeichnung beim European Beer Star abgeräumt. Das untergärige Bier hat einen recht starken Alkoholgehalt von 5,8% bei einem Stammwürzegehalt von 13,3°P. Die Standardflasche ist vom gleichen Typ, wie das Helle aus dem Hause Augustiner, also keine klassische Weizenflasche. Das Logo ist eine schlicht-stilisierte Ansicht der Gemeinde Aying. Ein Design, dass sich positiv von den doch eher verschnörkelten anderen Brauereien abhebt.AyingerUrweisse3.JPG

Farbe
Recht dunkel ist die Farbe für ein Weißbier. Der Schaum darauf von fein-cremiger Konsistenz und trotzdem beständig. Farbe und Trübheit lassen schon vermuten, dass dieses Bier mit einem vollmundigen Körper auftritt.

Einstieg
Schon auf dem Weg zum Glas merkt die Nase, dass gleich ein großer Moment bevorsteht. Der erste kräftige Schluck erfüllt den ganzen Mundraum und der Geschmack ist einfach brilliant. Trotz des recht hohen Alkoholgehalts und der starken Stammwürze, schmiegt sich dieses Weizen auf Anhieb angenehm an die Geschmacksnerven. Es stellt sich ab dem ersten Schluck ein angenehmer Geschmack ein, der sich die ganze Flasche über behaupten, ja noch potenzieren soll!

AyingerUrweisse1Körper und Geschmack
Samtig weich legt sich der gewaltige Körper in den Mund. Ein bombastischer Geschmack, der wirklich unverwechselbar daherkommt. Herrlich leicht fließt das Weizen in die Kehle und tritt doch mit dem breiten Körper imposant in Erscheinung, wie man es von dieser Bierart kennt und mag. Die angenehme Note des recht dunklen Weizenmalzes, der dem Bier auch die intensive Farbe gibt, schlägt voll und ganz durch. Man möchte nicht mehr absetzen….

Abgang
Der letzte Tropfen mutet fast traurig an, wenn sich das Bier zart und geschmeidig verabschiedet, aber der Nachgeschmack macht alle Sorgen wett. Wie eingangs gemutmaßt trumpft dieses Bier zum Ende nochmal richtig auf und will einem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Vor lauter Schmecken vergisst man die Welt um sich…

Kohlensäure
Dezent sprudelig wirbelt das Weizen in den Mund hinein. Die Kohlensäure ist dabei gut ausgewogen, sodass sie nicht zu penetrant und beißend daherkommt. Ihr Anteil unterstreicht die Geschmacksnuancen und sorgt dafür, dass das Bier auch in jeden Winkel kommt.

Süffigkeit
Nichts zum Kippen, aber umso mehr zum Genießen. Ideal für einen milden Sommerabend mit einem schweifenden Blick über Kornfelder in die Abendsonne. Dann dürfen es auch sehr gerne ein paar Flaschen mehr sein.

Fazit
Ein Paradeweißbier, das Maßstäbe setzt. Es ist vollkommen nachvollziehbar, dass dieses Bier so gut beim European Beer Star abgeschnitten hat. Man muss sich wirklich Zeit nehmen und alle einzelnen Komponenten des Geschmacks auf sich wirken lassen. So wird dieses Bier zu einem grandiosen Geschmackserlebnis!

 

AyingerUrweisse2zur Brauerei
Im Winter 1877/1878 braute Johann Liebhard das erste Bier der Brauerei Aying. Diese ging aus einer von ihm aus dem Familienbesitz übernommenen Wirtschaft mit angeschlossener Metzgerei hervor. Seitdem befindet sich auch die Brauerei im Familienbesitz. Interessant ist, dass mehrmals in der Brauerei kein männlicher Erbe zur Stelle war, sodass die Tochter -unüblicherweise- mit ihrem Mann die Brauerei weiterführte. Heute ist die Brauerei ein Zugpferd der bayerischen Braukultur, was die vielfältigen Auszeichnungen der Ayinger Biere eindrucksvoll belegen. Derzeit gibt es insgesamt 14 Biere im Sortiment. Besonders heraus sticht das „Kirtabier“, das speziell zur bayerischen Kirchweih im Oktober gebraut wird. Eine weitere Besonderheit ist der Freundeskreis der Brauerei, deren Mitgliedschaft sich Liebhaber erwerben können und dann vielfältige Vorteile genießen.

Wernesgrüner Pils Legende

Eine Legende? Soso, dann wollen wir mal schauen. Wenn Brauereien ihr eigenes Bier mit solchen Prädikaten benennen, dann ist man erstmal skeptisch. Dieses Pils hat einen Alkoholgehalt von 4,9% und einen Stammwürzegehalt von 11,3°P, womit es gerade noch so zu den Vollbieren zählt. Dieses sächsische Bier aus dem Vogtland überzeugt optisch durch sein klares Design mit dem prägnanten „Wernesgrüner“-Schriftzug. Auf Anhieb würde man mit diesem Bier wohl Jäger und Förster verbinden. Und was die auf Trapp hält, kann für jedermann nicht schlecht sein.Wernesgrüner_2

Farbe
Etwas blass erscheint mir die Pils Legende im Glas. Überzeugen tut mich aber auf Anhieb der beständige Schaum, der dem Bier direkt eine schöne Krone verleiht. Außerdem breitet sich sofort ein angenehm hopfiger Duft aus. Das gefällt!

Einstieg
Wow! Wirklich ein legendärer Einstieg, der sofort und mit voller Stärke einschlägt. Kräftig und angenehm herb sprudelt das Pils in jede Ecke und setzt sich sofort fest. Ein Bier, dass wie ein Sportwagen von 0 auf 100 schnellt!

Körper und Geschmack
Ein Körper, der mit Leichtigkeit alle Geschmacksnerven anspricht. Recht herb, schön hopfig – ein Pils, wie es im Buche steht. Eher süße Malzaromen fehlen weitgehend. Dennoch ist das Wernesgrüner kein so herbes Bier, wie die norddeutschen Pilsener von der Küste.

Abgang
Was bleibt ist ein recht bitterer Geschmack, der sich vor allem im hinteren Mundraum festsetzt. Stellt das Wernesgrüner einen ersten Ausflug in die Welt des Pilseners dar, dann kann dies störend wirken. Pils-Freunde, die bittere Hopfenaromen mögen, werden daran ihre Freude haben, lädt dieser herbe Geschmack schließlich zum nächsten Schluck ein.

Wernesgrüner_1Kohlensäure
Mit einer ordentlichen Ladung Kohlensäure ausgestattet, kommt dieses Pils schnell im ganzen Mund herum. Dennoch ist es so ausgewogen, dass das Geblubber nicht unangenehm wird.

 

Süffigkeit
Hiervon kann man gut mehr trinken. Die erste Flasche mit ihrem bitteren Nachgeschmack macht erst so richtig Lust auf die zweite Flasche.

Fazit
Ist das Wernesgrüner wirklich eine Pils Legende? Ja, und das schmeckt man auch. Ein Pils, das angenehm hopfig daherkommt. Das sollten sich Freunde des Pilseners nicht entgehen lassen.

 

Wernesgrüner_3zur Brauerei
Die Wernesgrüner Brauerei blickt auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurück. Die Gründung geht auf die Gründung einer Glashütte im Jahr 1436 zurück, was damals das Recht Bier zu brauen beinhaltete. Schließlich muss der Inhalt auch zum Glas passen. Um die Glashütte entwickelte sich der Ort Wernesgrün, in dem es Ende des 19. Jahrhundert fünf Brauereien gab. Zur Zeit der DDR wurden die Brauereibesitzer enteignet und die Betriebe zum „VEB Exportbrauerei Wernesgrün“ zusammengeführt. Nach der Wiedervereinigung wurde die Brauerei privatisiert und nach umweltfreundlichen Standards modernisiert. Heute gehört die Brauerei zur Bitburger Gruppe und ist in ihrem Sortiment ihrer Tradition als Pilsbrauerei treu geblieben. Neben der Pils Legende gibt es ein Traditionspils „1436“, ein Radler und ein alkoholfreies Bier.

Achtern Diek Landbier

„Achtern Diek“, hinterm Deich. Dort hat dieses feine Bier aus Schleswig-Holstein seine Heimat – die flache Landschaft Dithmarschens. Mit 4,8% Alkoholgehalt und einem Stammwürzegehalt von 11,6°P, kommt dieses norddeutsche Vollbier daher. Ein klassisches, untergäriges Pils, das neben den gängigen starken Pilssorten des Nordens durchaus eine Verkostung wert ist.

FarbeAchterndiek Landpils 1
Klar, aber etwas blass scheint das Pils im Glas. Auffällig zurückhaltend wirkt auf den ersten Blick die Kohlensäure. Der Schaum ist nicht von besonderer Beständigkeit.

Einstieg
Volle Breitseite, wie eine Springflut über den Deich. Prägnant schlägt die hopfige Note auf, die sich geradezu schlagartig im gesamten Mund ausbreitet. Stark dringt der Geschmack in jede Pore.

Achterndiek Landpils 3Körper und Geschmack
Der Körper ist schön füllig und gibt auf Anhieb ein rundes Bild ab. Feinherb bis in den Rachen breitet sich das Pils angenehm aus. Mit jedem Schluck scheint es etwas herber zu werden, was jedoch gut zum Pils von der Küste passt.

Abgang
Recht bitter verabschiedet sich dieses Pils. Dies kann für Freunde des eher milderen Lagerbieres zu stark sein. Leider steht dieses Bier recht schnell ab, weswegen sich ein zügiger Biergenuss empfiehlt.

Kohlensäure
Entgegen der Erwartung ist die Kohlensäure recht stimmig. Zwar kommt dieses Pils nicht besonders sprudelig daher, jedoch gewinnt es so auch bis zu einem gewissen Grad an Süffigkeit.

Süffigkeit
Ein Bier, das sich sehr angenehm trinken lässt, wenn man sich vom recht bitteren Nachgeschmack nicht abschrecken lässt. Für laue Sommerabende an der Küste passt es wie die Faust aufs Auge.

FazitAchterndiek Landpils 2
Sucht man ein Bier, das man bei einer lauen Brise auf dem Deich mit Blick aufs Meer genießen möchte, dann ist man mit diesem herben Vertreter gut beraten. Ein Pils, das mit seiner stark hopfigen Note eine klare Kante setzt.

 

zur Brauerei
Schon seit 1775 wird in der kleinen Stadt Marne in Holstein Bier gebraut. Im Jahr 1884 übernahm Christian Hintz das Ruder der Brauerei und noch heute ist sie im Besitz seiner Familie. Besonders bekannt ist die Brauerei von der Nordseeküste für die Bügelflaschen und die Marke „Dithmarscher Pilsener“.

Einbecker Mai-Ur-Bock

Einbeck in Niedersachsen, das ist die Heimat des Bockbieres und der Einbecker Ur-Mai-Bock ist der klassische Vertreter. Mit einem Stammwürzegehalt von starken 16,2°P und einem Alkoholgehalt von 6,5% gehört dieses untergärige Starkbier zu den prominentesten Vertretern seiner Klasse. Besonders auffällig ist die für Einbecker Biere typische Flasche, die in jedem Bierregal schnell Aufmerksamkeit auf sich zieht.Einbecker3

Farbe
Kräftig bernsteinfarben und mit grober Schaumkrone, so präsentiert sich der Mai-Ur-Bock aus Einbeck. Der Duft verrät schon, dass es sich um ein recht intensives Geschmackserlebnis handeln wird.

Einstieg
Sofort fällt die betont hopfige Note auf. Kein leichtes Bier -was man bei einem Bockbier auch nie erwarten sollte-, sondern eines, das sich von Anfang an gebührend Platz im Mund verschafft.

Körper und Geschmack
Der Körper breitet sich schnell aus und hinterlässt eine bittere Note, welche die Grundlage für die nächsten Schlücke bietet. Ingesamt ein sehr würziger und prägnanter Körper mit vielen feinen Geschmacksnuancen. Mit jedem weiteren Schluck entdeckt man auch vermehrt dezent süßliche Geschmacksanteile, die das Gesamtbild abrunden.

Einbecker2Abgang
Der bittere Nachgeschmack flacht immer mehr ab, sodass nach einem ganzen Bier ein runder Eindruck hinterlassen wird. Gerade für Einsteiger in die Bockbiere dürfte dieser Abgang angenehm sein, ist er schließlich nicht zu herb.

Kohlensäure
Recht wenig Kohlensäure lässt dieses Bier nicht unbedingt sprudelig daherkommen. Schaden tut’s nur dem Schaum, der statt fein-cremig eher grobkörnig daherkommt. Dem Trinkgenuss tut es jedenfalls keinen Abbruch.

Süffigkeit
Nach der ersten Flasche muss sicher nicht Schluss sein. Dafür lädt dieses milde Bockbier zu sehr zur nächsten Flasche ein. Ein angenehm süffiger Vertreter seiner Klasse.

Fazit
Die Mutter aller Bockbiere kann guten Gewissens empfohlen werden. Kein Überflieger oder Ausreißer, sondern ein solides Bier aus bekanntem Hause mit langer Tradition.

 

zur BrauereiEinbecker1
Die Geschichte des Einbecker Bieres lässt sich bis ins Jahr 1378 zurückverfolgen. Während des Wormser Reichstages im Jahr 1521 soll auch Martin Luther einen Krug Einbecker Bier getrunken und sehr gelobt haben. Im 18. Jahrhundert wurden die verschiedenen Braustätten in Einbeck zusammengeführt und so entstand nach und nach durch weitere Verschmelzungen das Einbecker Brauhaus, das heute seinerneits Anteile an anderen Brauereien hält und neben dem Einbecker Bier auch andere Marken herstellt und vertreibt. Durch einen Einbecker Braumeister, der im 17. Jahrhundert nach München abgeworben wurde, entwickelte sich nach und nach aus dem Wort „Einbecker Bier“ in der bayerischen Mundart die Bezeichnung „Bockbier“, die sich inzwischen durchgesetzt hat.

Pilgrim – India Pale Ale

Die Brauerei Kloster Fischingen ist die einzige Klosterbrauerei der Schweiz und repräsentiert so automatisch eine gesamte Sparte des Schweizer Bieres. Die Biere werden in vier Klassen eingeteilt (Original Klosterbier, Craft Beer Collection, Bière d’Abbaye und Bière Grand Cru). Das hier rezensierte Bier ist ein India Pale Ale (IPA) aus der Craft Beer Collection mit einem Stammwürzegehalt von 16°P und einem Alkoholgehalt von 7%. Mit diesen Werten gehört es nach deutschem Recht bereits zu den Starkbieren. Auf der Homepage wird empfohlen dieses Bier aus einem Weinglas zu verkosten. Gesagt, getan!Pilgrim IPA 1

Hingewiesen sei auch noch auf den frechen Fisch des Etiketts. Dieses Bier hat im Übrigen einen Hopfengehalt, der drei mal so hoch ist wie bei Lagerbier. Daumen hoch dafür!

Farbe
Naturtrüb und mit intensiver Farbe, dazu ein fruchtiger Duft. Für Auge und Nase ist so direkt schon was geboten.

Einstieg
Wie ein Biss ins Obstregal! Herrlich fruchtig kommt dieses IPA daher und zaubert einem direkt ein Lächeln ins Gesicht. Gefolgt wird dieser erste Eindruck von einer angenehmen Herbe. Der Schaum ist dabei schön beständig und fein-cremig.Pilgrim IPA 2

Körper und Geschmack
Nach dem fruchtigen Start breiten sich die bitteren Noten perfekt abgestimmt im Mund aus, ohne dass man dabei zusammenzucken würde. Es ist wie eine Geschmacksexplosion nach der anderen, die einen durch die verschiedenen Nuancen dieses Bieres leiten. Trotz der Vielfältigkeit (oder vielleicht auch gerade deshalb!) bleibt es schön schlank und luftig.

Abgang
Die bitteren Noten bleiben zunächst bestehen, ein Hauch der Fruchtigkeit ebenfalls. Das lädt direkt zum nächsten Schluck ein. Keine Spur von unangenehmen Nebengeschmäcken – dieses Bier ist wirklich auf den Punkt komponiert!

Kohlensäure
Schön sprudelig kommt das IPA daher. Nicht zu sehr, aber genau so, dass alle Noten sich entspannt entfalten können.

Süffigkeit
Zwar leicht im Trinken, aber doch eher eine Spezialität, die man sich einteilen sollte. Daher ist es eher als mittelsüffig einzustufen.

Pilgrim IPA 3Fazit
Dieses IPA kann es zu Weltruhm bringen! Hier haben sich die Braumeister wirklich Mühe gegeben und das Bier bis ins letzte Detail perfekt komponiert. Einziges Manko bleibt letztlich der Preis und die mangelnde Verfügbarkeit auf dem deutschen Markt. Für Genießer aber trotzdem eine große Empfehlung!

 

zur Brauerei
Das Kloster sehr alt, die Brauerei noch recht jung. So trifft es kurz zusammengefasst beim Kloster Fischingen zu. Das Benediktinerkloster wurde bereits 1138 gegründet, die Brauerei folgte erst im Jahr 2014. Der Markenname „Pilgrim“ soll an die vielen Pilger erinnern, die in den vergangenen Jahrhunderten zum Kloster Fischingen pilgerten. Die Brauerei hat sich auf hochklassige Biere spezialisiert und bedient mit diesen auch ein eher höheres Preissegment. Nichts für jeden Tag, aber ein Muss für Biergenießer!

Tegernseer Spezial

Das Brauhaus in Tegernsee ist schon länger bekannt für gutes Bier. Lange bestand der Eindruck, dass der Ausstoß so gering sei, dass selbst im süddeutschen Raum ständige Knappheit bestand. Inzwischen findet man Gebrautes vom Tegernsee bei fast jedem Dönerstand in Berlin – gefühlt zumindest. Meist findet man das klassische „Helle“. Hier geht es jedoch um das etwas kräftigere helle Lager, das Spezial mit einem Stammwürzegehalt von 13°P und einem Alkoholgehalt von 5,6%.

Tegernseer Spezial 1Farbe
Etwas blass, aber sonst recht ansehnlich, so präsentiert sich das Tegernseer Spezial im Glas. Der Schaum ist leider nicht von guter Konsistenz und verabschiedet sich schon vor dem ersten Schluck, wenn man nicht schnell genug ist. Auffällig ist beim ersten Eindruck der würzige Duft, der der Flasche entweicht.

Einstieg
Beim ersten Schluck bestätigt sich der würzige Eindruck und die 13% Stammwürze entfalten sich.

Körper und Geschmack
Herrlich kräftig dringt der würzige Geschmack nach und nach in den ganzen Mund. Ein wunderbar voller und vielfältiger Geschmack, wie eine Reise durch ein Gewürzregal. Es lohnt sich die einzelnen Schlücke unterschiedlich lange im Mund zu behalten und so die verschiedenen Nuancen zu erfahren. An diesem Bier ist wirklich ständig was neues zu entdecken.

Tegernseer Spezial 3Abgang
Das Bier geht, die Würze bleibt und das macht Spaß. Der Hopfen kommt hier optimal zur Geltung. Das Tegernseer Spezial ist wirklich eine herrlich Runde Sache – das merkt man auch beim Abgang.

Kohlensäure
Recht wenig Kohlensäure bringt dieses helle Lager mit sich. Das stört aber in keinem Fall, sondern macht das Bier extra süffig.

SüffigkeitTegernseer Spezial 2
Ja, extra süffig, das ist das Spezial vom Tegernsee. Nach einer Flasche aufzuhören, dürfte schwer sein. Da ist ein langer Abend im Bräustüberl direkt am See der bessere Rahmen.

Fazit
Ein Bier, bei dem man WOW sagt und es auch meint. Ein richtig starker Kandidat aus der Kategorie Lager/Export. Besonder kommt zur Geltung, dass das Spezial einen höheren Stammwürzegehalt hat als das klassische Helle vom Tegernsee. Das zeichnet sich aus. Klasse!

 

zur Brauerei
Zurückgehend auf ein Benediktinerkloster aus dem 8. Jahrhundert, entstand laut Mythos im Jahr 1050 die Brauerei. Die heutige Braustube kann ihre Geschichte bis ins Jahr 1675 zurückverfolgen – auch das ein stolzes Alter und somit eine Brauerei mit großer Tradition.
Besonders herauszuheben ist das herrliche Bräustüberl direkt am See. Hier warten im urigen Gewölbekeller die köstlichen Bierspezialitäten auf ihre Verkoster. Es lohnt sich!

Posthorn Gold

Das Posthorn Gold ist ein untergäriges Vollbier nach Rezept der Postbrauerei Karl Meyer. Der Stammwürzegehalt liegt bei 12,5°P und der Alkoholgehalt bei 5,1%, womit diese Werte für ein Lager- bzw. Exportbier ziemlich im Mittel liegen.Posthorn Gold 1 Als besonders schön ist mir das Etikett auf der Vorderseite aufgefallen. Ein Postbote in Tracht hält einen Krug der Postbrauerei, auf dem wieder er selbst abgebildet ist. Wie oft sich das wohl wiederholen würde, wenn das Etikett größer wäre?

Farbe
Dafür, dass das Bier sich Goldhorn nennt, könnte die goldene Farbe etwas kräftiger sein. Sauber filtriert, feinporiger und beständiger Schaum, von dem man gerne noch etwas mehr hätte. So präsentiert sich das Export auf den ersten Blick.

Posthorn Gold 3Einstieg
Kräftig tritt das Bier direkt beim ersten Schluck in Erscheinung! Recht herb für ein Export treibt es seinen Geschmack sofort in jede Pore. Das gefällt sofort! Dazu noch der herrlich hopfige Duft, der einem direkt beim Öffnen des Kronkorkens in die Nase steigt. Top!

Körper und Geschmack
Der Geschmack ist wunderbar prägnant und jeder Schluck sitzt. Der Körper nimmt sich seinen Platz, sodass alle Geschmacksbereiche gut angesprochen werden können. Dieses Bier ist wirklich gut komponiert. Für ein Export recht herb und hopfenlastig, dürfte dies auch für Pilstrinker eine leckere Alternative sein.

Abgang
Zwar wird das Bier hintenraus etwas wässrig, was dem insgesamt guten Abgang jedoch nicht im Wege steht. Es bleibt ein angenehm herber Nachgeschmack, der Lust auf das nächste Bier macht.

Kohlensäure
Ausgewogene Kohlensäure lässt das Bier angenehm sprudelig wirken. Es ist dadurch aber noch lange kein Bauchbläher, sondern unterstreicht mit der Kohlensäure lediglich sehr angemessen den Geschmack.Posthorn Gold 2

Süffigkeit
Nach dem zweiten Schluck weiß man schon, dass man von diesem Bier noch mehr Flaschen trinken möchte. Leicht in der Kehle ist es gut geeignet für lange Abende.

Fazit
Ein gelungenes Export, das auch Pilstrinkern Freude bereiten dürfte. Durch die Hopfennote ist der Geschmack präziser als bei vielen anderen Bieren dieser Sorte.

 

zur Brauerei
Eigentlich leitet es etwas fehl, dass ich oben schrieb, das Bier stamme aus der Postbrauerei Karl Meyer. 2009 verkaufte diese ihre Markenrechte an die Privat-Brauerei Zötler in Rettenberg (Allgäu), die seitdem die Tradition der Postbrauerei fortführt. Die 17 Zötler Biere werden daher nun von 5 Bieren der Postbrauerei komplementiert. Beide Brauerein blicken auf eine lange Geschichte zurück. Die Postbrauerei, ursprünglich in Nesselwang ansässig, wurde 1650 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Privat-Brauerei Zötler ist nochmal 200 Jahre älter, mit einer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1447. Damit ist sie übrigens die älteste familiengeführte Brauerei der Welt. Super, dass nun auch die Tradition der Postbrauerei in diesem traditionsbewussten Haus als eigene Marke weitergeführt wird!

Erdinger Weißbier

Das Erdinger Weißbier ist ein obergäriges Weizenbier und das Flaggschiff der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu. Mit einem Stammwürzegehalt von 12,6°P und einem Alkohlgehalt von 5,3% zählt es zu den Vollbieren. Gebraut wird es mit einer Mischung aus Weizen- und Gerstenmalz.

DSC_0018Farbe
Kräftig bernsteinfarben kommt das Erdinger Weißbier daher. Einen feinen Anblick dazu bietet die feinperlige, recht beständige Krone.

Einstieg
Langsam breitet sich der milde Hefegeschmack aus und gibt langsam eine feine Hopfennote frei. Jedem Schluck sollte man Zeit geben; das steigert bei diesem Weizen deutlich den Genuss.

DSC_0016Körper und Geschmack
Lässt man dem Bier etwas Zeit, entfaltet sich der milde Körper angenehm im gesamten Mund. Samtweich schmiegt er sich an. Dafür, dass es sich beim Erdinger Weißbier um eines der am meisten getrunkene Weizen Deutschlands handelt, ist der Geschmack allerdings erschreckend wenig prägnant. Vielleicht ist das der Grund für die große Beliebtheit?

Abgang
So mild, wie es aufgetreten ist, verabschiedet sich das Erdinger Weißbier auch wieder. Es hinterlässt einen angenehmen Nachgeschmack, der zum nächsten Schluck einlädt.

Kohlensäure
Eine gute Portion Kohlensäure lassen dieses Weizen sprudelig daherkommen. So gelangt der milde Geschmack schnell in jeden Winkel.

Süffigkeit
Kein Bier zum schnellen Trinken, aber doch angenehm süffig. Es muss nicht bei einer Flasche bleiben.

DSC_0017Fazit
Sehr mildes Weizen, für das man sich Zeit nehmen sollte. Angenehm ist vor allem der Nachgeschmack. Ein Weizen mit Weltruf, aber nicht der Spitzenreiter im Geschmack.

 

zur Brauerei
Die Privatbrauerei Erdinger Weißbräu wurde 1886 gegründet und hat bis heute seinen einzigen Standort in Erding. Die Brauerei braut ausschließlich Weizenbiere in verschiedensten Ausprägungen. Mit Fischer’s Stiftungsbräu hat die Erdinger Weißbierschmiede eine Tochterbrauerei, die helles Lagerbier produziert. Mit einem Ausstoß von 1,8 Millionen Hektolitern im Jahr 2014 (das entspricht 300 Millionen Halbliter-Flaschen) war die Privatbrauerei Erdinger Weißbräu die größte deutsche Weizenbrauerei in Familienbesitz.

Chiemseer Braustoff

Der „Braustoff“ ist ein helles Lagerbier aus dem Chiemgau im Südosten Bayern. Mit einem Stammwürzegehalt von 12°P und einem Alkohlgehalt von 5,6% zählt es zu den Vollbieren. Damit hat es einen höheren Stammwürze- und Alkoholgehalt als das Standard-„Helle“ aus dem Chiemgauer Brauhaus.

Farbe
Das Bier ist kräftig golden und der Schaum ist angenehm haltbar. Es ist sehr sauber filtriert, wodurch die Kohlensäure im Glas schön zur Geltung kommt.

Einstieg
Hmm, da hätte man schon etwas mehr erwartet. Für den großen Bruder des Standard-„Hellen“ kommt dieses Bier sehr lasch daher. Der Geschmack breitet sich nicht richtig aus und verpufft erschreckend schnell.

Chiemseer BraustoffKörper und Geschmack
„Welcher Körper?“, fragt man sich nach den ersten Schlücken. Hier fehlt es wirklich an Substanz. Das, was da ist, schmeckt angenehm, aber sehr zurückhaltend. Ein mildes Hopfenaroma schleicht sich durch, wenn man ganz genau hinschmeckt. Grundsätzlich spielt sich bei diesem Bier viel weit vorne im Mund ab, was mit dem schnell abklingenden Geschmackserlebnis verbunden ist.

Abgang
Das Bier verschwindet so schnell, dass man wirklich von einem französischen Abgang sprechen muss. Positiver Nebeneffekt: kein störender Nachgeschmack. Allerdings auch nichts, woran man sich noch länger freuen könnte.

Kohlensäure
Der Anteil der Kohlensäure ist angenehm. Weder zu penetrant, noch zu lasch.

Süffigkeit
Ein Bier, das man wie Wasser trinken kann. Sehr leicht und angenehm zu trinken.

Fazit
Schwach auf der Brust, das ist der Braustoff aus dem Chiemgau. Als solcher aber ein guter Begleiter zu Speisen, bei denen das Essen im Mittelpunkt stehen sollte.

 

zur Brauerei
Das Chiemgauer Brauhaus aus Rosenheim gehört zur Auerbräu GmbH, die ihrerseits zur Paulaner Brauerei-Gruppe gehört. Gebraut werden ausschließliche helle Lagerbiere mit einem Alkoholgehalt zwischen 4,8% und 5,6%. Aktuell läuft ein Rechtsstreit, indem es darum geht, dass die Biere nicht mehr „Chiemseer“ genannt werden dürfen, da der Brauort Rosenheim gar nicht am Chiemsee liegt. Man darf gespannt sein, wie das endet!

Schneider Weisse Tap 6 Unser Aventinus

Das „Tap 6 Unser Aventinus“ ist ein Weizendoppelbock aus der Brauerei Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn oder einfach kurz „Schneider Weisse“. Es tritt mit einem Stammwürzegehalt von 18,5°P und einem Alkoholgehalt von 8,2% auf. Die Brauerei wirbt damit mit dem Tap 6 den ältesten Weizendoppelbock Bayern herzustellen (seit 1907).4789056467_84677a0397_b

Farbe
Die herrliche dunkle Farbe und der angenehme Schaum prägen das Bild im Glas.

Einstieg
Der Einstieg ist grandios und das Bier sprudelt auf Anhieb in jede Ecke des Mundes.

Körper und Geschmack
Das Bier nimmt sich den Platz, den es braucht, und entfaltet sich gleichmäßig im ganzen Mund. Der Geschmack gestaltet sich kräftig malzig mit einer entsprechend süßlichen Note. Trotz des hohen Alkoholgehalts ist das Bier recht mild.

Abgang
Prägnant im Abgang bleibt dennoch ein herrlicher Nachgeschmack, der direkt einlädt den nächsten Schluck zu nehmen.

Kohlensäure
Der Weizendoppelbock kommt mit einer angenehmen Portion Kohlensäure daher, was dem Körper keine Flügel verleiht, in aber gut in jede Ecke des Mundes bringt.

Süffigkeit
Das Bier kommt gut süffig daher, was bei dem recht hohen Alkoholgehalt nicht ganz ungefährlich ist.

Fazit
Ein wunderbarer Doppelbock, der aufgrund seiner Milde auch für Einsteiger in die Bockbiere geeignet ist.

 

zur Brauerei
Schneider Weisse wurde 1872 gegründet und hat sich auf Weizenbiere spezialisiert. Die Brauerei gehört der Initiative „Die Freien Brauer“ an, einem Zusammenschluss von mittelständischen Privatbrauereien, und betreibt drei eigenen Wirtshäuser in München und Kelheim.