Wolfscraft Frisch-Pils

Ein frisches Pils. Ein Frisch-Pils sozusagen. Knackig und frisch. Ja, so in etwa steht das alles auf dem Etikett. Dazu noch der Hinweis, dass man es mit einem unangepassten Vertreter zu tun hat, der 5,2% Alkoholgehalt auf der Pfanne hat. Steckt da ein waschechtes Bier dahinter oder einfach nur ein großer Haufen Frische mit pilsiger Knackigkeit? Wir kosteten!

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Duft und Farbe
Der klassische fruchtige Duft steigt auch bei dieser Schöpfung aus dem Hause Wolfscraft direkt in den Zinken des Endverbrauchers. Das ist wirklich ungewöhnlich für ein Pilsener, das sonst ja eher durch herbere Noten anstatt fruchtiger Anmutungen glänzt. Im Glas zeigt sich dieses Pils nicht klar, sondern leicht eingetrübt, aber doch mit einer sehr hellen Farbe. Schaum bildet sich kaum und das bisschen ist auch schnell wieder weg – leider.

Einstieg
Potzblitz, das haut einen fast vom Hocker! Diese Mélange aus klassisch herbem Pilsantrunk und haufenweise Fruchtaromen macht einen fast duselig. Sehr angenehm auch der ganz am Anfang kurz auftretende Anflug von Säuerlichkeit, der eine durchaus erfrischende Wirkung hat.

Körper und Geschmack
Ein faszinierendes Bier, das zwar wieder mit einem für Wolfscraft typischen schmalen Körper daherkommt, aber durch eine unglaubliche Geschmacksentwicklung auf sich aufmerksam macht. Fruchtige Noten von Aprikosen und Pfirsichen vereinen sich hier mit einem klassisch herben Pilsgeschmack und das ist einfach phänomenal.

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Abgang
Unauffällig und sanft verabschiedet sich das Bier und hinterlässt einen angenehm herben Nachgeschmack – ganz typisch für diese Gattung.

Kohlensäure
Schön spritzig und mit gutem Schwung macht sich dieses Bier auf zu den Geschmacksnerven. Die Portion Kohlensäure passt gut für dieses Gebräu.

Süffigkeit
Die frische Knackigkeit und die knackige Frische machen hier definitiv Lust auf mehr. Sehr angenehme Süffigkeit!

Fazit
Ein Pils, das neue Maßstäbe setzt. Vielleicht nichts für jeden Tag, aber mit diesem Bier hat Wolfscraft sicherlich ein kleines bisschen zur Weiterentwicklung des Pilsgeschmacks beigetragen!

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zur Brauerei
Eigentlich sollte gerade in Bayern alles immer seinen gewohnten Gang gehen. Doch diese Brauerei hat sich auf die Fahne geschrieben, anders zu sein.  Seit 2016 schleicht Wolfscraft auf den Fährten der traditionellen Braukunst umher und braut mit Bio-Zutaten handwerkliche Biere. Neben dem beachtlichen Bierangebot unterstützt die Brauerei aus Freising Projekte zum Wolfsschutz.

Tuzlanski Pilsener

Das Tuzlanski Pilsener stammt aus dem Nordosten des Balkanstaates Bosnien und Herzegowina, genauer gesagt aus der Industriestadt Tuzla, die viele sicherlich eher mit Geschehnissen während des Bosnienkrieges in den 1990er Jahren verbindet als mit einem schmackhaften Pilsener. Das Pilsener stammt aus einer Brauerei, die schon unter österreich-ungarischer Herrschaft gegründet wurde und alle Turbulenzen der Zeit überstanden hat. Ins Auge sticht das filigrane Wappen der Brauerei, das auch Elemente aus dem Tuzlaer Stadtwappen beinhaltet. Auf dem Papier bringt es das Bier auf 4,7% Alkoholgehalt bei einem Stammwürzegehalt von schmalen 11,2 °P. Ob der Geschmack auch so am unteren Rahmen der Norm kratzt? In der Rezension erfahrt ihr es.

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Duft und Farbe
Herb und getreidig duftet das Pilsener aus seinem flaschigen Verlies. Dazu mischen sich auch ganz leichte süße Anklänge, die allerdings hinter den dominanten Pilsnoten zurücktreten. Im Glas präsentiert sich das Bier intensiv golden, allerdings bleibt die Schaumbildung massiv auf der Strecke. Ganz am Anfang erahnt man einen weißen Schein, dann ist alles schon passé.

Einstieg
Das Tuzlanski steigt direkt mit einem umfassenden Geschmackserlebnis ein. Gleich zeigt es im ganzen Mund Präsenz und macht auf Anhieb einen guten Eindruck – das kann man schonmal so festhalten.

Körper und Geschmack
Dieses bosnische Pils hat einen ausgewogenen, recht präsenten und runden Körper. Gleich wirkt der Geschmack in den ganzen Mund und strömt eine gewisse Grundherbe aus. Fairerweise muss man auch gleich anfügen, dass dieses Pils nicht so herb ist, als dass es sich zwangsläufig um ein Pils handeln müsste. Es könnte genauso auch ein sehr prägnantes Helles sein. Im weiteren Geschmacksverlauf bilden sich gleichzeitig sowohl mild-süße wie auch herbere Noten mit raus. Klingt ein bisschen wie „Ente süß-sauer“, ist aber so.

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Abgang
Der Abgang ist recht unspezifisch und sanft. Ganz zum Abschluss dominieren wieder etwas mehr die Pilsener-typischen Anklänge. Alles aber in einem moderaten Rahmen.

Kohlensäure
Für den Trinkgenuss reicht die Portion Kohlensäure durchaus aus, aber dass es für eine vernünftige Krone offensichtlich nicht reicht, ist leider mehr als offensichtlich.

Süffigkeit
Durchaus eine recht süffige Angelegenheit, sicherlich auch aus der Kombination von geringem Stammwürze- und Alkoholgehalt resultierend.

Fazit
Mit dem Tuzlanski Pilsener macht man nichts falsch – es sei denn, man ist auf der Suche nach einem grundherben Pilsener mit solider Schaumkrone. Möchte man hingegen einfach ein solides Bier, bei dem es egal ist, ob Pils oder Helles, dann ist das Tuzlanski eine solide Wahl.

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zur Brauerei
Die Pivara Tuzla wurde schon zur Zeit der österreich-ungarischen Herrschaft gegründet, genauer im Jahr 1884, und trug damals den Namen „Erste Dampf Brauerei“. Diese Tradition spiegelt sich bei der Namensgebung einiger heutiger Bierkreationen wider. Neben dem Flagschiff, dem Tuzlanski Pilsener, braut die Brauerei auch noch drei andere Sorten Bier in verschiedenen Gebindegrößen.

Stralsunder Pils

Stralsund ist das Tor zur Insel Rügen. Von dort geht es über die Brücke direkt auf Deutschlands größte Insel und gar nicht mal so weit entfernt von der Brücke findet sich die Brauerei Störtebeker. Zwar ist diese Brauerei eher für höherpreisige und sehr interessante Biere bekannt, besitzt mit der Marke Stralsunder aber auch eine Sparte für die breite Bevölkerung. So spricht auch der Slogan auf dem Etikett gleich die Kunden direkt an: „Trinkt Stralsunder Bier“, kann man da lesen. Einen direkten Aufruf zum lokalen Konsum findet man nur selten. Das Pils dieser Marke weist vollkommen solide 4,9% Alkoholgehalt auf, die sich aus einer Stammwürze von 11,4°P ergeben. Ob sich dieses Bier zum Brückenbauen eignet, haben wir im Selbstversuch getestet!

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Duft und Farbe
Was einem da in die Nase steigt, ist ein ganz klassischer und feiner Pilsduft, wie er im Buche steht. Man kann sowohl einen leichten Einschlag Malz als auch eine feine Note Hopfen erkennen. Im Glas präsentiert sich das Vollbier glasklar und mit einer intensiv-goldenen Farbe, die einen minimalen Stich ins Rötliche geht. Der Schaum ist feinporig und herrlich anzusehen. Hier kann sich die Ostsee noch was abgucken!

Einstieg
Der erste Schluck erfrischt sofort und scheint im ersten Moment auch gut den Mund anzusprechen. Im zweiten Augenblick wundert man sich allerdings, wohin der ganze Geschmack verschwunden ist. Das Bier scheint etwas platt zu sein.

Körper und Geschmack
Man muss das Bier etwas aktiver mit der Zunge bespielen, um an den Geschmack des Bieres zu gelangen. Dennoch bleibt es bei einem recht dünnen Geschmackserlebnis. Zwar fühlt sich das Bier sehr angenehm im Mund an und erfrischt ungemein, jedoch überzeugt es nicht unbedingt durch eine Geschmacksfülle. Am ehesten lassen sich noch leicht malzige Anteile herausschmecken, die dem Bier einen tendenziell süßlichen Charakter verleihen.

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Abgang
Das Stralsunder Pils ist dermaßen unkompliziert, dass man sich schon fast ein bisschen Sorgen macht. Es verschwindet, wie es kam: ohne großes Aufsehen und ohne Anzuecken.

Kohlensäure
Hier kann man nichts Schlechtes über das Bier sagen. Der Schaum baut sich solide auf und das Bier ist spritzig genug.

Süffigkeit
Süffig ist dieses Bier allemal – und zwar deutlich! Man könnte es durchaus als Wasserersatz an heißen Tagen in Betracht ziehen, wenn da nicht die 4,9% Alkoholgehalt wären, wegen denen man sich das dann doch lieber zweimal überlegen sollte.

Fazit
Ein süffiger Vertreter von der Küste, der leider nicht durch geschmackliche Höhenflüge überzeugen kann. Trotzdem ein solides und extrem süffiges Pils, dessen Trinkbarkeit schon fast an Wasser erinnert.

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zur Brauerei
Die Störtebeker Braumanufaktur geht auf die Stralsunder Vereinsbrauerei und ihre lange Geschichte zurück, die alles in allem bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Der direkte Vorgängerbetrieb wurde 1827 gegründet, vergrößerte sich stetig, wurde aber schließlich in der ehemaligen DDR zu einem volkseigenen Betrieb umgebaut. Nach der Wende stand die Produktion zunächst noch still, lief aber schließlich 1997 wieder an. Seit 2012 ist der aktuelle Name gebräuchlich. Heute gibt es eine große Vielfalt an Bieren, die unter verschiedenen Markennamen vertrieben werden.

Bintang Pilsener

Das Bintang Pilsener trägt sein Aussehen schon im Namen. Das indonesische Wort Bintang bedeutet nämlich nichts anderes als „Stern“. Und der Stern ist auf dieser Dose wirklich sehr präsent. Auffällig ist hier auch direkt die Ähnlichkeit zum Stern der Marke Heineken, die sicher nicht ganz zufällig besteht, denn schließlich ist Heineken der Mutterkonzern dieser indonesischen Brauerei. Naja, da kann dieses Pils mit seinen 4,7% Alkoholgehalt ja nichts für. Wofür es aber was kann ist, dass offensichtlich zusätzlich Zucker hinzugefügt wurde. Aber auch hier: andere Länder, andere Sitten. Ob man es trotzdem trinken kann? Nach dem Test wissen wir mehr!

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Duft und Farbe
Frisch und leicht fruchtig duftet es aus der Dose. Das ist schonmal vielversprechend! Und auch im Glas besteht das Bintang den ersten optischen Test. Die Farbe ist intensiv golden und der Schaum wirkt feinporig und hält sich sogar relativ lange.

Einstieg
Der Einstieg mit dem ersten Schluck ist dann doch überraschend. Mit solch einem Geschmack und solch einem Körper hätte man nicht gerechnet. Das Bier ist sofort präsent und breite sich aus. Ein rasanter Einstieg, der sich gewaschen hat.

Körper und Geschmack
Das Bier wartet mit einem deutlich massigeren Körper auf, als man es erwartet hätte. Es wirkt dabei recht angenehm im Mund, aber für ein Pilsner etwas zu unbeweglich. Auch der Geschmack entspricht nicht dem, was man sich von einem Pilsbier erwartet hätte. Vielmehr gibt es viele süßliche Einschläge (vielleicht vom zugesetzten Zucker?), die das Bier schwerfälliger machen und die schlanke Leichtigkeit eines Pilses konterkarieren.

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Abgang
Im Abgang sind leichte Unstimmigkeiten festzustellen, wenn sich die süßlichen und eher herben Aromen reiben. Das scheint etwas unausgewogen zu sein. Auch hier neigt man dazu, die Schuld dem zugesetzten Zucker in die Schuhe zu schieben.

Kohlensäure
Kohlensäure ist in dem Maße vorhanden, wie sie von Nöten ist. Keine sprudelnde Angelegenheit, keine leblose Pfütze.

Süffigkeit
Um richtig süffig zu sein, dafür ist dieses Bier zu süß und zu schwerfällig. Das mag aber auch am Klima liegen. Vielleicht geht es in Indonesien ja runter wie Wasser?

Fazit
Ein Pils, das man kaum als solches erkennen würde. In jedem Blindtest würde es als kategoriefremd verschrien werden. Und doch ist es eine interessante Erfahrung. Aber bitte, liebe Bintang-Brauerei: lasst den zugesetzten Zucker weg!

dav

zur Brauerei
Die Bintang Brauerei wurde 1929, also noch zur Zeit der niederländischen Kolonialherrschaft, in Surabaya auf der indonesischen Hauptinsel Java gegründet. Bereits sieben Jahre nach der Gründung war der Bierriese Heineken Hauptaktionär der Brauerei. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens im Jahr 1949 nahm die Brauerei „Heineken“ auch in ihren Namen auf. Acht Jahre später übernahm der Staat für zehn Jahre die Kontrolle über die Brauerei, worauf jedoch direkt wieder die Heineken-Herrschaft folgte. Neben dem Pilsener werden auch alkoholfreies Bier und Radler hergestellt.

Warsteiner Herb

Ein doppelt gehopftes Pils. Da fragt man nicht lange nach dem Wie und Weshalb, sondern erfreut sich als Hopfenliebhaber einfach dieser Tatsache. Das Design der Flasche ist klassisch und recht schlicht in dunklen Tönen gehalten und kontrastiert so auch im Regal mit dem klassischen Pils der Warsteiner Brauerei. Die nüchterne Betrachtung von Stammwürze- und Alkoholgehalt lassen erstmal auf nichts besonderes schließen: Die Stammwürze schlägt mit 11,6°P zu buche und der Alkoholgehalt liegt bei vollkommen normalen 4,8%. Ob sich dieses doppelt gehopfte Bier doch irgendwie von der breiten Masse abheben kann? Wir haben die Antwort!

dav

Duft und Farbe
Der Geruch dieses Bieres wirft einen um. Es duftet dermaßen intensiv nach Hopfen, wie man es sonst quasi nie bei einem Bier antrifft. Hier zeigt sich auch die nahe Verwandtschaft des Hopfens mit Marihuana: Beide Pflanzen gehören zur Familie der Hanfgewächse, die sich in die Gattungen Hopfen und Hanf untergliedern lässt. Der Geruch geht bei diesem Intensitätsgrad fast ineinander über. Im Glas zeigt sich das Bier durchweg klar und von intensiv goldener Farbe. Der Schaum ist reichlich vorhanden und von feiner und recht beständiger Qualität.

Einstieg
Die Intensität des Geschmacks beim Einstieg ist zwar kräftig, kann aber nicht ganz mit der Geruchsintensität mithalten. Das Bier spricht direkt viele Geschmacksnerven an, wobei sogleich bittere Aromen den Ton angeben.

sdr

Körper und Geschmack
Für ein Pilsbier ist der Körper durchaus kräftig, sodass ein recht vollmundiger Eindruck entsteht. Es dominieren ganz klar die Hopfenaromen, die dem Bier auch einen vergleichsweise bitteren Geschmack verleihen. Sie überlagern sogar die klassisch herben Anteile, die einige norddeutsche Pilsener wie Flensburger oder Jever auszeichnen und setzt so eigene Maßstäbe. Das Geschmackserlebnis ist dennoch durchaus rund und die Konsistenz macht einen sanften und angenehmen Eindruck.

Abgang
Wenn dieses Bier geht, dann fangen die Bitterstoffe erst so richtig ihre Arbeit an und lassen den Bietrinker dieses Pils noch einige Zeit in Erinnerung behalten. Ansonsten sind keine störenden Geschmacksausfälle oder -ausbrüche zu verzeichnen.

Kohlensäure
Wohl dosiert und passend eingestellt unterstützt die Kohlensäure das Bier optimal bei der Geschmacksentfaltung.

Süffigkeit
Hat man sich erstmal nach einer sehr kurzen Eingewöhnungsphase an dieses doch recht unkonventionelle Bier gewöhnt, möchte man es nicht mehr missen und die Süffigkeit steigt exponential.

dav

Fazit
Doppelt gehopfte Pilsener könnten das Pilsbierwesen reformieren. Warsteiner hat mit diesem Bier seinen Anteil dafür geleistet und die Bierwelt ein kleines bisschen weiter vorangebracht. Dafür gebührt ihnen Ruhm und Ehre!

 

zur Brauerei
Die erste Erwähnung der Warsteiner Biertradition geht auf eine geleistete Biersteuer im Jahre 1753 zurück. Schon damals war es ein Mitglied der Familie Cramer, die bis heute die Geschicke der Brauerei aus Warstein lenkt. Nach einem Brand wurde an gleicher Stelle im Jahr 1803 das neue Stammhaus gebaut. Durch den Anschluss an die Eisenbahn wurden schließlich die Absatzmöglichkeiten verbessert und ein regelrechter Boom setzte ein. 1924 fand ein Cramer schließlich die sogenannte Kaiserquelle, deren besonders weiches Wasser bis heute für die Warsteiner Biere prägend ist. Das Familienunternehmen, an dessen Spitze noch immer der Name Cramer steht, umfasst heute mehr als nur die Marke Warsteiner: Herforder und Paderborner gehören auch zum Angebot der Warsteiner Gruppe.

Gruibinger Stiefel-Pils

Das Trinken aus Stiefeln ist spätestens seit dem legendären Film „Beerfest“ bekannt, bei dem diese Trinkart die vermeintliche Königsdisziplin bei einer Art Bierolympiade ist. Wenn man sich die filigrane Flasche des Gruibinger Stiefel-Pilses anschaut, dann wird schnell klar, dass dieses Bier wohl eher weniger damit zu tun hat. Stattdessen verspricht das Etikett ein „feinherbes“ Erlebnis und die 11,5° Stammwürze, die für 4,8% Alkoholgehalt sorgen, deuten auch auf nichts anderes hin. Trügt der Schein? Wir haben uns eine Flasche gegönnt!

sdr

Duft und Farbe
Die Kategorie „Duft und Farbe“ greift hier eigentlich zu kurz. Wie so oft bei Bügelflaschen, muss auch das Plopp-Erlebnis eigentlich in die Bewertung einfließen. Hier kassiert das Pils den ersten Pluspunkt. Nummer zwei gibt’s gleich hinterher für den interessanten Geruch, der durchaus fruchtige und schwere Aromen aufweist und so in markanten Kontrast zu anderen Pilsbieren tritt. Im Glas zeigt sich das Bier minimal eingetrübt mit leichter Schlierenbildung. Der Schaum ist überwiegend grobporig und von eher kurzlebiger Qualität.

Einstieg
Oha, denkt man direkt beim ersten Schluck. Schon wieder ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Dieses knüpft an dem ungewöhnlichen Geruch an und überrascht durch eine interessante Mischung aus herbem Trinkerlebnis und fruchtigen Anmutungen. Hinzu kommt eine durch die Kohlensäure bedingte leichte Bissigkeit.

sdrKörper und Geschmack
Das Bier hat einen sehr spritzigen, aber dennoch durchaus voluminösen Körper. Interessant ist die Vermengung verschiedener Geschmacksaspekte, die sich während des Trinkgenusses noch weiter ausmultiplizieren. Mehr und mehr setzen sich herbe Elemente durch, die schlussendlich den Ausschlag hin zu klassischen Pilskategorie geben.

Abgang
Auch hier kommt eine leichte Bissigkeit zum Tragen, die zuerst durchaus ungewohnt sein kann. Im Großen und Ganzen überwiegen aber auch hier typisch herbe Geschmacksanteile, die das Bier zu einer Erinnerung werden lassen.

Kohlensäure
Hier wurde ordentlich zugelangt. Für viele dürfte es auch schon eine Schippe zu viel sein, denn das Bier wirkt über große Strecken durchaus bissig. Damit schießt es gerade für Freunde von milden Bieren schon über das Ziel hinaus.

Süffigkeit
Aufgrund der starken Kohlensäure kommt das Stiefel-Pils nicht so richtig süffig daher. Eher hat man das Gefühl, dass man etwas aufgebläht wird….

Fazit
Mal wieder eine ganz eigene Pilsinterpretation, die sich gerade bei Geruch und Antrunk stark von anderen Bieren abhebt. Die Kohlensäure ist allerdings derart üppig bemessen, dass das Bier eine Bissigkeit entwickelt, die für viele Bierliebhaber unangenehm auffallen könnte.

sdr

zur Brauerei
Bei dieser Brauerei kann man mit Fug und Recht sagen, dass es sich um eine fast 300 jährige Familiengeschichte handelt. Seit 1728 ist die Lammbrauerei Hilsenbeck nämlich schon im Besitz der Familie Hilsenbeck, bzw. im Besitz der Vorfahren. Doch natürlich gingen auch an dieser Brauerei die Spuren der Zeit nicht ohne Einflüsse vorüber. Immer wieder wurde umgebaut und erneuert, doch diese Innovationen und Anpassungen haben nur dazu beigetragen, dass die Brauerei noch heute besteht und mit einem breiten Spektrum an klassischen Bieren und einer Craftbeercollection die Kunden im Umkreis erfreut.

Ur-Krostitzer Pilsner

Der schwedische König Gustav Adolf II. schenkt diesem Bier sein Antlitz. Das Pilsner ist das Stammbier und Zugpferd aus dem Hause Ur-Krostitzer. Dieses untergärige Gebräu zieht mit 11,3°P Stammwürze und 4,9% Alkoholgehalt ins Feld. Einst soll das Bier des Königs Durst gestillt haben, bevor diese die Schlacht gegen Tilly gewann. Heute soll sich das Ur-Krostitzer Pils noch immer durch besondere Schaumbeständigkeit ausweisen. Ob das stimmt? Wir haben es getrunken!

dav

Duft und Farbe
Herb und leichtwürzig bahnt sich der Duft des Ur-Krostitzers den Weg aus der Flasche. Im Glas zeigt sich das Bier mit einer intensiven Farbe und ist klar filtriert. Der Schaum weist tatsächlich eine ganz solide Haltbarkeit auf. Das hebt das Ur-Krostitzer Pils auf jeden Fall von anderen ab.

Einstieg
Der Einstieg bei diesem Bier ist recht mild, aber dennoch würzig. Beeindruckend ist, dass dieses Pils mit dem ersten Schluck dermaßen die Geschmacksnerven anregt, dass man nur so nach dem zweiten Schluck lechzt.

Körper und Geschmack
Das Ur-Krostitzer Pils hat einen angenehm geformten Körper – weder zu massig noch zu schmal. Es dominieren ganz klar würzige Aromen, die ein wenig an Heu und Stroh erinnern. Wenn man genau hinschmeckt, dann kommt eine sehr zarte Nuance hervor, die eine Assoziation an Vanille weckt. Herbe Geschmacksanteile kommen nur sehr zögerlich zur Geltung.

sdr

Abgang
Hinten raus wird das Pils zunehmend herber, was sehr positiv und angenehm zu bewerten ist. So durchläuft man mit dem Bier tatsächlich eine schöne Geschmackskurve.

Kohlensäure
Mit einer gut abgestimmten Portion Kohlensäure kommt dieses Bier genau überall dorthin, wo es hin soll. Das passiert ohne zu scharf oder zu lasch zu sein. À point!

Süffigkeit
Das Ur-Krostitzer hat eine solide Süffigkeit, ist in großen Mengen aber eventuell ein bisschen zu würzig.

 

Fazit
Man kann sich schon gut vorstellen, dass dieses Bier den Durst des schwedischen Königs gut gestillt hat: rund und ausgewogen und mit einer guten Süffigkeit. Aber ob das der einzige Grund für den Sieg des Königs war, das weiß man nicht!

 

dav

zur Brauerei
Eine Brauerei mit einer wirklich langen Tradition! Sie geht auf das Jahr 1534 zurück, indem erstmals das Braurecht durch den regionalen Herzog verliehen wurde. Highlight ist sicherlich der Besuch des schwedischen Königs im Jahr 1631, der hier vor der Schlacht gegen den Reichsgrafen Tilly seinen Durst stillte. Heute ist die Brauerei aus der Nähe von Leipzig ein Teil der Radeberger Gruppe, legt aber nach wie vor viel Wert auf ihre eigene Geschichte!

Sapporo Premium

Sapporo ist nicht nur der Name einer Millionenstadt auf der nordjapanischen Insel Hokkaido, sondern auch von einem großen Getränkekonzern – nach eigenen Angaben die älteste Biermarke Japans. Unter dem charakteristischen Stern des Unternehmens wird auch ein Pilsner produziert, das mit 4,7% Alkoholgehalt ganz unauffällig unter die deutschen Artgenossen tauchen könnte. Ob es nur ein Pils von der Stange ist oder eine fernöstliche Spezialität – wir haben es getrunken!

dav

Duft und Farbe
Die erste Nase erinnert wenig an den stark hopfigen und intensiven Geruch klassischer Pilsener. Stattdessen ist der Geruch eher gedeckt und hält sich sehr mit hervortretenden Aromen zurück. Im Glas zeigt sich das Bier mit einer intensiven goldgelben Färbung, der pilstypischen Klarheit, aber leider einer desaströsen Schaumbildung.

Einstieg
Im ersten Moment ist man sich nicht sicher, ob man gerade wirklich ein Pils probiert hat. Normalerweise würde sich ein Bier dieser Gattung von Anfang an durch eine klare Kante ausweisen. Das ist hier ganz klar nicht der Fall.

Körper und Geschmack
Dieses Bier lässt sich wirklich schwerlich beschreiben. Auf der einen Seite ist der Geschmackskörper nur sehr begrenzt ausgebildet. Nur eine minimal nussige Note lässt sich beim Sapporo Premium herauslesen. Auf der anderen Seite überzeugt das Bier durch seine angenehmen Trinkeigenschaften, die vornehmlich durch den sanften und recht dichten Körper zustande kommen.

sdrAbgang
Auch im Abgang verhält sich das Bier höchst friedlich. Es gibt keinerlei Störgeschmäcke, sondern es verabschiedet sich weich und angenehm.

Kohlensäure
Keine großen Überraschungen gibt es beim Sapporo bei der Kohlensäure. Sie tut, was sie tun muss und ist für ihre Aufgabe auch genügend ausgestattet.

Süffigkeit
Dieses Bier wartet mit einer sehr großen Süffigkeit auf. Der angenehme Körper, der runde Charakter und das Fehlen sämtlicher Störgeschmäcke begünstigen dies.

Fazit
Nein, das Sapporo ist kein Pils von der Stange, definiert aber auch bei weitem keine neuen Maßstäbe. Stattdessen ist es ein sehr sanftes Bier, das sich gut als Begleiter für entspannte Abendessen jeder Art handeln dürfte, da der Geschmack nirgendwo aneckt.

edf

zur Brauerei
Die Brauerei wurde 1876 zunächst von staatlicher Stelle gegründet, um die Erschließung der Insel Hokkaido zu unterstützen. Der erste Braumeister hatte zudem sein Handwerk in Deutschland gelernt. Nach zehn Jahren wurde die Brauerei privatisiert und ist heute einer der größten Getränkeproduzenten Japans, wobei bereits viele ausländische Brauereien, u.a. in Kanada und den USA, übernommen wurden.

Henninger D-Pils

Dieses Pilsner liebt die Stadt, aus der es kommt! Das sieht man sowohl am Schriftzug im Logo wie auch am Eschenheimer Turm, der zwischen den Initialen der Brauerei das Etikett ziert. Das D-Pils ist schon irgendwie von Anfang an ein komischer Kauz. Das zeigt sich auch bei der Angabe des Brennwerts, die in ganzem Satz statt in üblicher Tabelle erfolgt. Was sonst noch neben 4,9% Alkohol in dem Pils aus Frankfurt steckt? Wir haben es getestet!

dav

Duft und Farbe
Fein und frisch duftet es aus der Flasche. Und sogleich ergießt sich das hellgelbe Bier ins Glas. Die Farbe ist ein bisschen sehr blass, sodass das Bier etwas wässrig wirkt. Der Schaum ist recht grob und verabschiedet sich auch schon nach kurzer Halbwertzeit.

davEinstieg
Der Einstieg überrascht einen ein wenig. Erwartet man doch einen feinherben Anklang, wie es bei Pilsnern üblich wäre, findet man hier doch eher einen breiteren Körper, der vor allem malzigere Töne anschlägt. Von Anfang an bildet das Bier ein breites Spektrum an Aromen aus.

Körper und Geschmack
Der recht massige Körper spricht in seiner Geschmackskurve verschiedene Bereiche an. Stehen zuerst -recht unerwartet- malzigere Noten im Vordergrund, können sich mehr und mehr auch hopfenlastigere Nuancen ihren Weg bahnen. Insgesamt wirkt das Bier im Geschmack dichter, als es das eher wässrige Aussehen im Glas hätte vermuten lassen. Fruchtige Noten kommen bei diesem Pils keine nennenswerten vor. Ist ja auch kein IPA!

Abgang
Sanft zieht das D-Pils von dannen. Gerade im Abgang zeigen sich schließlich noch die originären Pilsaromen in Form eines herben Nachgeschmacks.

Kohlensäure
Dieses Bier ist wirklich ein sprudeliger Zeitgenosse. Dennoch wirkt dieser hohe Gehalt an Kohlensäure keineswegs störend, sondern hilft dem Bier vielmehr schnell seine Aromen auszubreiten.

Süffigkeit
Dieses Pils hat eine grundsolide Süffigkeit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

dav

Fazit
Ein klassisches Pils ohne große Schnörkeleien. Solide verarbeitet und ebenso im Geschmack. Kein Weltenbummler, sondern ein Bier von nebenan.

 

zur Brauerei
Die Ursprünge der Brauerei reichen bis ins Jahr 1655 zurück. Seit 1869 heißt sie schließlich auch Henninger. Bekannt wurde sie vor allem durch den Henninger Turm, einen sehr hohen Getreidesilo der Brauerei, der lange Zeit eines der Wahrzeichen Frankfurts war und unter anderem einem Radrennen seinen Namen lieh. Heute gehört Henninger-Bräu zur Radeberger-Gruppe, die jedoch die Markentradition am Leben erhält.

Fliegenpils

„Ein Pilsbier steht im Walde ganz still und stumm.“ Darauf könnte man als erstes kommen, wenn man dieses Bier mit seinem roten Kronkorken und den weißen Punkten sieht. Dazu gleich mehrfach der rustikale Schriftzug „Fliegenpils“. Ja, dieses Bier aus dem Hause Kronburg ist auf jeden Fall ein Pilsener mit Charakter und kommt mit standardmäßigen 4,9% Alkoholgehalt daher. Was das Pils sonst noch so kann, haben wir getestet.

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Duft und Farbe
Ein feinherber Duft mit einer leicht fruchtigen Note macht sich alsbald auf den Weg aus der Flasche in die Nase. Im Glas zeigt sich das Bier schließlich glasklar und rein. Die anfängliche Krone verflüchtigt sich leider nur allzu schnell. Naja, das Bier ist ja zum Glück noch da!

Einstieg
Auf Anhieb kann das Fliegenpils eine angenehm herbe Atmosphäre im Mund schaffen. Allerdings werden abgesehen hiervon zunächst nur sehr wenige verschiedene Geschmackszonen angesprochen. Auch ein explizites Antrinken im vorderen Mundraum kann hier keine Abhilfe schaffen.

davKörper und Geschmack
Braucht der zunächst schwache Körper vielleicht etwas mehr Zeit, um sich zu entwickeln? Diese Zeit soll er ruhig haben, wenn dafür das Ergebnis stimmt. Bis dahin zeigt sich das Fliegenpils als vornehmlich feinherber Begleiter, der ausschließlich im hinteren Mundraum sein Werk verrichtet. Die fruchtige Note aus dem Duft lässt sich nur in sehr begrenztem Maße im Geschmack wiederfinden.

Abgang
Die fehlende Maße taucht auch bis zum Abgang nicht mehr auf. Schade drum! Hier verschwindet das Bier dann auch so wenig beachtet, wie es auf den Plan getreten ist.

Kohlensäure
Dafür, dass man am Anfang quasi gar keine Kohlensäure erblicken konnte, ist das Bier recht munter. Das Pils kommt überall dorthin, wo es hinkommen soll. Das passt auf jeden Fall!

Süffigkeit
Wenn man keine Lust auf ein intensives Geschmackserlebnis hat, dann kann man von diesem Bier auf jeden Fall mehrere hintereinander wegtrinken.

edfFazit
Ein Bier für Tage mit geringen Ansprüchen. Die herbe Note ist ganz nett, aber dann hört es auch schon sehr bald auf. Leider kein umfassendes Geschmackserlebnis. Da bleibt man vielleicht doch besser beim FliegenpilZ…

 

zur Brauerei
Seit der ersten Erwähnung der Brauerei im Jahr 1576 hat die Brauerei so einige Besitzer kommen und gehen gesehen. Seit 1891 allerdings ist die Brauerei Kronburg zu einem Familienbetrieb geworden, der inzwischen in der 5. Generation fortgeführt wird. Gebraut werden in dieser oberschwäbischen Gemeinde verschiedene Biere vom Weizen übers Helle bis zum Pils und zum Bock. Der Leitspruch ist dabei stets: „Besondere Biere mit Seele“