Lübzer Pils

Lübzer Pils verbindet man mit einem Leuchtturm. Fast so wie Jever! Und das, obwohl Lübz gar nicht an der Küste liegt, sondern im Herzen von Mecklenburg. Vielleicht ist Lübzer ja sowas wie das Jever des Ostens – Mecklenburgisch herb! Wir werden sehen. Pils ist die Stammmarke der Brauerei und entsprechend bekannt. So gibt es auch in Berlin noch Kneipen, in denen Lübzer Pils vom Hahn gezapft wird. Der auf dem Etikett abgedruckte Zusatz „Traditionell gebraut“ könnte man als Hommage an den Trend des handwerklichen Brauens verstehen. Mit einem Alkoholgehalt von 4,9% schwimmt das Pils auf jeden Fall gut im Mittelfeld seiner Klasse. Ob wir es hier wirklich mit einem Bier zu tun haben, dass es mit der Jever Stilikone aufnehmen kann? Unsere Verkostung bringt vielleicht Licht ins Dunkel!

Duft und Farbe
Frisch und durchaus pilsig steigt einem der Duft des Bieres entgegen. Allerdings wirkt das Bier auf Anhieb etwas schwerer, als man es bei der Beschreibung auf der Homepage der Brauerei hätte vermuten können. Im Glas zeigt sich das Lübzer mit einer hervorragenden Farbe, die einem den Atem raubt. Intensives Gold mit einer recht feinporigen Schaumkrone, die sich leider recht schnell vom Acker macht.

Einstieg
Schon beim Ansetzen merkt man, dass man gleich herrlich erfrischt wird. Das Bier strömt leichtgängig in den Mund und verbreitet sich vorbildlich.

Körper und Geschmack
Das Lübzer spielt von Anfang an seine markanten Noten aus. Der intensiv hopfige Geschmack breitet sich sogleich im ganzen Mund aus und lässt das Bier recht streng erscheinen. Gleichzeitig macht diese Eigenschaft das Bier zu einer angenehmen Erfrischung – ohne die lähmende Süße und Schwere. Von Malz ist im Geschmack kaum eine Spur. Hopfen und seine Bitteraromen findet man stattdessen allerorten. Hier ist das Bier sehr stark, wenn man es mag.

Abgang
Ganz locker geht das Lübzer auch wieder seiner Wege. Der Nachgeschmack ist wie zu erwarten von bitteren Aromen geprägt. Diese wirken aber nicht ewig nach, sondern verziehen sich recht fix.

Kohlensäure
Grundsätzlich ist vom Sprudelmittel genug vorhanden, allerdings könnte in puncto Schaumbildung noch ein bisschen am Feintuning gearbeitet werden.

Süffigkeit
Dieses Bier ist durch den markanten Geschmack etwas in seiner Süffigkeit eingeschränkt – aber wirklich auch nur ein ganz kleines bisschen.

Fazit
Dieses Bier könnte tatsächlich so etwas wie das ostdeutsche Jever sein. Ein markantes Pils mit einer grandiosen Optik – vor allem, wenn jetzt auch noch etwas Feintuning beim Schaum betrieben werden würde.

zur Brauerei
Die Brauerei in Lübz braut seit Kaisers Zeiten Bier – und vor allem Pils. Seit 1877 erfreuten sich die Erzeugnisse großer Beliebtheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Brauerei demontiert und erst 1969 durch einen Neubau wieder auf die Beine gestellt. In der damaligen DDR gehört die VEB Brauerei Lübz zum Getränkekombinat Schwerin und produzierte für Supermärkte im Westen. Sie besaß die einzige Dosenabfüllanlage der DDR. Nach der Wende übernahm die Hamburger Holsten Brauerei die Mehrheit der Brauerei. Später kam sie mit der Übernahme von Holsten durch Carlsberg selbst auch zum dänischen Getränkeriesen. Neben Pils werden noch einige andere Biere und Mischgetränke produziert.

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