Andechser Weissbier Hell

Dieses Bier ist gar nicht so alt, wie man es bei der Brauerei denken könnte. Zum Josephitag 1993 wurde es erstmals eingebraut, hat sich seitdem aber schon zu einem wahren Klassiker gemausert. Wie sollte es bei irgendeinem Andechser Bier auch anders sein? Allein die Kulisse mit dem malerischen Klosterort auf dem Hügel im Oberbayerischen spricht für sich. Da hat es dieses Weizenbier mit seinem Stammwürzegehalt von 12,5°P und 5,5% Alkoholgehalt schon recht leicht. Aber hat es diesen glorreichen Status auch wirklich verdient? Wir haben es ausführlich getestet!

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Duft und Farbe
Milde Hefearomen und fruchtige Noten sprudeln förmlich aus der Flasche hervor, sobald man den Kronkorken entfernt hat. Im Glas zeigt sich dann auch sofort die herausragenden Qualität des Schaums, der feinporig und cremig das trübe Glück bedeckt. Das Andechser schaut wie ein etwas hellerer sehr trüber Apfelsaft aus – aber hier steckt sicherlich mehr dahinter.

Einstieg
Sanft und zart aber dennoch bestimmt. So schmiegt sich das Weizen von Anfang an in den Mund des Genießers und zauber ihm ein Lächeln ins Gesicht. Es wirkt dabei recht sprudelig, zumindest wenn es die Lippen direkt berührt.

Körper und Geschmack
Das helle Andechser Weizen ist dermaßen rund im Geschmack, dass es schon beinahe erschreckend ist. Wie ein sanfter Riese breitet sich das Bier mit seinen Aromen aus und betöhrt die Geschmackssinne. Hier ein bisschen Frucht, dort einen Hauch von Bitterkeit. Der Körper nimmt den ganzen Mund in Beschlag, jedoch ohne die oftmals damit verbundene Schwere. Stattdessen spannt das Bier seinen Spannungsbogen von Fantastisch zu Großartig.

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Abgang
Zum Abgang hin manifestieren sich etwas mehr bittere und herbere Noten, die sich vor allem im hinteren Backenbereich bilden. Sie komplettieren das Gesamtbild.

Kohlensäure
Es ist in jedem Fall genug Kohlensäure vorhanden, um erstens das wunderbar vollmundige Gefühl zu erzeugen, zweitens die Cremigkeit während des gesamten Genusses aufrecht zu erhalten und drittens dennoch nicht sauer zu wirken.

Süffigkeit
Das Bier schlägt ein wie eine eins und kann sich durchaus mit einer guten Süffigkeit brüsten. Es geht trotz des breiten Körpers gut den Rachen runter.

Fazit
Ein extrem starkes Weißbier, dem man auch eine deutlich längere Tradition zutrauen würde. Das Andechser hat einen sehr runden Auftritt, der durch einen prächtigen Schaum und wunderbare Aromen komplementiert wird.

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zur Brauerei
Die Geschichte der Klosterbrauerei Andechs reicht bis zur Gründung des Klosters im Jahr 1455 zurück. Seitdem wurden die Rezepturen stets fortgeschrieben und angepasst. Heute werden insgesamt acht verschiedene Biere in der Klosterbrauerei hergestellt. Berühmt berüchtigt ist hierbei der dunkle Doppelbock, den man am authentischsten im klostereigenen Bräustüberl genießt. Neben der tiefen Verwurzelung in Bayern sind die Andechser Bierspezialitäten inzwischen in ganz Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern im Markt vertreten.

Härle Leichte Weisse

Wenn man einmal keinen Alkohol trinken möchte, dann bieten sich natürlich alkoholfreie Biere an. Die gibt’s inzwischen ja auch von fast jeder Brauerei und für jede Brauart. Neuer und ehrlich gesagt auch etwas spannender sind jedoch die Biere, die einen reduzierten Alkoholgehalt haben, aber dennoch als vollwertige Mitstreiter auftreten wollen. Die Leichte Weisse ist so ein Bier. Mit 3,1% Alkoholgehalt deutlich zurückhaltender als der große Bruder sollte dieses Bier auch der Leber etwas verträglicher gegenüberstehen. Wie die Leichte Weisse schmeckt? Wir haben sie getrunken!

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Duft und Farbe
Leicht brotig bahnt sich der Duft dieses Bieres den Weg aus Flasche. Dabei ist der Geruch sehr zurückhaltend, man wird also nicht von Schwaden übermannt. Im Glas entwickelt das trübe Bier eine intensive Bernsteinfarbe und eine samtige Schaumkrone. Da kriegt man direkt Lust auf den ersten Schluck!

Einstieg
Wenn das Bier zum ersten Mal die Lippen berührt und man den ersten Schluck nimmt, dann ist das Gefühl des fülligen Körpers ähnlich dem eines klassischen Weizenbieres. Im zweiten Moment ist man jedoch etwas enttäuscht, denn es wirkt so, als könnte der Geschmack bei der Fülle des Körpers nicht mithalten.

Körper und Geschmack
Dieser erste Eindruck setzt sich leider auch im weiteren Verlauf fort. Zwar macht das Bier von seiner massigen Konsistenz her und dem Gefühl, dass es im Mund gibt, einiges her, aber es fehlt der korrespondierende weizentypische vollmundige Geschmack dahinter. Stattdessen wirkt das Bier recht wässrig und die auf dem Etikett abgedruckten Attribute wie „fruchtig“ kann man nur mit genügend ausgeprägter Fantasie oder hypersensiblen Geschmacksnerven entdecken.

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Abgang
Im Abgang macht sich die etwas zu reichlich dosierte Kohlensäure bemerkbar, die hier ein klein bisschen zu aggressiv in Erscheinung tritt. Ansonsten verabschiedet sich das Bier unproblematisch und ohne Nebeneffekte.

Kohlensäure
Wie bereits erwähnt wurde hier etwas zu viel Blubber eingesetzt. Das hört man bereits beim Eingießen und merkt es dann auch im Abgang. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen.

Süffigkeit
Zumindest am Alkoholgehalt sollte es hier nicht scheitern. Ansonsten weist aber auch nicht viel auf eine erhöhte Süffigkeit hin.

Fazit
Bei diesem speziellen Vertreter würde ich entweder direkt zum alkoholfreien Bier oder zum vollwertigen Weizen greifen. Hier stimmt zwar das massige Gefühl im Mund, es fehlt jedoch vollkommen das geschmackliche Erlebnis.

sdr

zur Brauerei
Die Geschichte der Brauerei geht in das Jahr 1897 zurück. Da gründete Clemens Härle, nachdem er selbst bei verschiedenen Brauereien gearbeitet hatte, seine eigene Wirk- und Braustätte. Bis heute wird im gleichen Gebäude gebraut, das 1896 erbaut wurde und auch heute noch wird die Brauerei von Nachkommen des guten Clemens geführt. Heute freilich mit deutlich mehr Sorten und einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit, wofür die Brauerei mehrfach ausgezeichnet wurde.

 

Augustiner Weissbier

Zwar ist Bayern sehr bekannt für sein Weissbier, die gängigen Modemarken wie Augustiner, Tegernseer oder Bayreuther finden aber dennoch eher mit ihren hellen Lagerbieren Anklang bei der breiten Kundenschaft. In diesem Fall haben wir uns den etwas unbekannteren Bruder aus dem  Hause Augustiner zur Brust genommen: das Augustiner Weissbier, das mit soliden 5,4% Alkoholgehalt bei 12,4°P Stammwürze daherkommt. Kann es mit seinem bekannteren Bruder, dem Hellen, mithalten? In ein paar Schlücken wissen wir mehr!

sdr

 

Duft und Farbe
Angenehm mild, jedoch mit einer leicht sauren Note, so strömt die erste Duftnote unter dem gelupften Kronkorken hervor. Ins Glas ergießt sich sogleich ein intensiv farbiges Gesöff, das das Herz des geneigten Biertrinkers direkt höher schlagen lässt. Der feinporige Schaum, der vor allem zum Schluss noch der Flasche entweicht, tut hier sein übriges.

davEinstieg
Beim ersten Schluck bestätigen sich die vorher gemachten Annahmen, die sich aus dem Duft ergaben. Das Weizen wirkt leicht und frisch, wobei eine leicht saurer Einschlag bestehen bleibt – was keineswegs als negativ verstanden werden darf. Weitere Aromen bilden sich zunächst nur spärlich aus.

Körper und Geschmack
Dieses Weissbier ist für seine Gattung sehr leicht, was man bei diesem Alkoholgehalt gar nicht unbedingt so erwarten würde. Die für Weizen klassischen fruchtigen Aromen kommen nur zögerlich zum Vorschein, aber sie kommen. Insgesamt bleibt jedoch ein bisschen das Gefühl, dass der Körper etwas voluminöser hätte sein können. Dem ist andererseits entgegenzuhalten, dass gerade solch ein schlankes Weizen auch seine Vorzüge hat oder haben kann.

Abgang
So leicht und zart, wie es aufschlägt, verabschiedet sich das Bier auch wieder. Ohne anzuecken, ohne störende Beigeschmäcker, aber auch ohne das große finale Highlight.

Kohlensäure
Würde das Bier voluminöser wirken, wenn etwas etwas mehr „Wumms“ hätte? Man könnte es auf jeden Fall mal ausprobieren. Schaden würde es wohl nicht.

Süffigkeit
Leicht und mit überschaubarer Kohlensäure: das Bier trinkt sich wirklich fantastisch und geht runter wie das Brauwasser, aus dem es gemacht ist.

Fazit
Ein Weissbier, das aus der klassischen Reihe ausschert. Weder schwer noch übermäßig aromatisch sondern ein leichter Durstlöscher. Für warme Sommertage durchaus eine Alternative wert, wenn man keinen Wert auf das klassische Weizen legt.

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zur Brauerei
Seit spätestens 1328 gibt es die Brauerei, die ursprünglich zur Deckung des Bedarfs der Augustiner Mönche gegründet wurde. Heute ist Augustiner Bräu die älteste noch bestehende Brauerei München und zeichnet sich vor allem durch ihre Selbstständigkeit aus. Zwar sind insbesondere das Helle und der Edelstoff inzwischen wahre Kassenschlager und im ganzen Land erreichbar, dennoch hat sich die Brauerei mit ihren Bieren die bayerische Urtümlichkeit erhalten.

Berliner Kindl Weisse

Man hat schon seine Schwierigkeiten, die Berliner Weisse als Weißbier ernst zu nehmen. Zu klein wirkt die Flasche, zu verzagt schaut der Junge auf dem Etikett aus seinem Krug hervor. Und dennoch: Die Berliner Weisse ist ein echtes Bier und darf auch mal ohne Beimischung probiert werden. Da sie unter anderem mit Milchsäurebakterien vergoren wird, hat sie einen eher säuerlichen Geschmack, der an Gosenbier erinnert, das im Leipziger und Goslaer Raum bekannt ist. Auch die statistischen Werte hauen einen nicht vom Hocker. Der Stammwürzegehalt ist so gering, dass die Weisse zu den Schankbieren gezählt wird und beim Alokoholgehalt kommt das Bier auf glatte 3%. Ob es trotzdem einen Versuch wert ist? Wir haben es probiert!

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Duft und Farbe
Das erste Duftwölkchen, das aus der Flasche emporsteigt, erinnert eher an Sekt als an Bier. Und auch die zweite Nase ist erstaunt, riecht sie doch eher etwas in Richtung von Sirup. Im Glas zeigt sich das Bier minimal eingetrübt und von recht heller, nicht sehr intensiver Farbe. Der Schaum wirkt cremig und feinporig.

Einstieg
Der Duft hält, was er verspricht. Die Berliner Weisse ist ganz anders als andere Biere und überrascht den Probierenden mit einer interessanten sauren Note. Zunächst wird vor allem die obere Mundhälfte angesprochen, was den Körper noch als dezent erscheinen lässt.

Körper und Geschmackdav
Der Geschmacksbogen dieses Bieres ist faszinierend. Dominieren anfangs die sauren Noten, die tatsächlich an Sekt oder auch französischen Cidre erinnern, so kommen später die vom Weizenbier bekannten runderen Aromen heraus, die fast etwas hefiges und auch fruchtiges an sich haben. Beim genauen verkosten kann man sogar eine Spur Vanille erahnen. Man braucht ein paar Schlücke, um die Berliner Weisse als Bier ernst zu nehmen, entdeckt aber beim genauen Hinschmecken durchaus die Feinheiten des Geschmacks und den säuberlich gespannten Bogen, den er zieht.

Abgang
Für die sauren Geschmacksanteile, die sich vor allem anfangs Bahn brechen, ist das Bier erstaunlich mild im Abgang. Hier dominieren tatsächlich die runden, vom klassischen Weizen bekannten Elemente. So flutscht die Weisse ganz entspannt von dannen und hinterlässt nichts als Erfrischung.

Kohlensäure
Die Berliner Weisse kommt durchaus spritzig daher, was anfangs die Assoziation mit Sekt unterstützt. Diese Spritzigkeit wirkt sich allerdings nicht negativ auf den Gesamteindruck aus.

Süffigkeit
Dieses Bier ist wohl mehr erfrischend als süffig. Geübte Berliner Weisse-Trinker könnten dem allerdings widersprechen und diesem Bier eine höhere Süffigkeit attestieren. Übung machts hier wohl…

Fazit
Wer nach Berlin kommt und mal etwas anderes erleben möchte, der sollte die Berliner Weisse probieren – aber ohne Schuss! Denn so kann man die Weisse erleben, wie sie gedacht war: sauer, anders, erfrischend! Ein Bier, nicht für jeden Tag, aber durchaus mal zum Kosten.

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zur Brauerei
„Schultheiss oder Kindl?“ – „Scheißegal!“ Diesen kurzen Dialog aus Sven Regeners 2001 veröffentlichtem Buch „Herr Lehmann“, das 2003 verfilmt wurde, dürfte vielen bekannt sein. Und vielleicht war es schon ein kleine Vorausahnung darauf, dass 2006 die beiden traditionellen Berliner Brauereien Kindl und Schultheiss fusionierten. Die Geschichte der beiden Marken reichen allerdings viel länger zurück. So wurde die Schultheiss Brauerei 1842 und die Berliner Kindl Brauerei 1872 gegründet. Heute dominieren sie mit ihren Marken den Berliner Markt. Die neu geschaffene Großbrauerei gehört wiederum zur Radeberger Gruppe im Oetker-Konzern.

Postweizen Hefe Weiße

Die alten Postbeamten sind sicherlich besonders viel herumgekommen in ihren stattlichen Postkutschen. Aber haben sie auch von allen Weißbieren die besten Informationen, Tipps und Tricks ins Allgäu gebracht? Das Postweizen könnte solch ein Kulminationspunkt der Braukunst sein. Die 12,6°P Stammwürze, die für 5,2% Alkoholgehalt sorgen, machen schonmal einen soliden Eindruck. Ob das Bier nicht nur Postangestellte verzaubert? Wir werden sehen!

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Duft und Farbe
Ganz feine, kaum wahrnehmbare Aromen bahnen sich luftig den Weg aus der Flasche. Ein klein wenig Säure, ein paar fruchtige Nuancen, alles in allem aber dennoch eher unscheinbar. Im Glas macht das Postweizen gleich eine gute Figur. Herrlich ist es mitanzusehen, wie die Hefe feine Schleier ins trübe Bier zieht. Der Schaum ist feinporig, wenn auch nicht von langlebiger Art.

Einstieg
Der erste Eindruck ist geprägt von saureren Aromen,wie auch schon der erste Duft aus der Flasche erwarten ließ. Doch bereits kurz darauf entfalten sich etwas fruchtigere Elemente, die dem Bier etwas mehr Glanz verleihen.

Körper und Geschmack
Zwar wird man vom Volumen dieses Weizens nicht erschlagen, aber es macht dennoch klar, dass es einen stattlichen Körper hat. Schnell dringt es in jede Ecke und lässt immer mehr fruchtige Noten zum Vorschein kommen. Dabei ist es stets sehr mild und angenehm im Trunk. Insgesamt macht es einen sehr runden Eindruck.

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Abgang
Auch im Abgang macht das Postweizen einen sehr soliden Eindruck. Keine störenden Beigeschmäcker oder kratzige Aromen, sondern grundständiger Genuss.

Kohlensäure
Ein bisschen weniger hätte es schon sein dürfen. Dann wäre das Bier vielleicht nicht ganz so bissig im Antrunk und bei der ersten Nase. Insgesamt aber noch vollkommen im Rahmen.

Süffigkeit
Dieses Bier ist für ein Weizen relativ süffig, ist sein Körper nicht übermäßig voluminös. Dennoch gäbe es hier noch Luft nach oben, die bei einem Weizenbier aber keinesfalls ausgeschöpft werden muss.

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Fazit
Sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange, was die Postbeamten da zusammengetragen haben, aber auf jeden Fall ein solides Weizenbier, das seiner Braugattung keinesfalls Schande bereitet, sondern durch sein solides Auftreten und den sich leicht entwickelnden Geschmack ein gutes Fundament bietet.

 

zur Brauerei
Bereits seit 1650 gibt es die Brautradition in Weiler, auch wenn Namen und Standorte der Brauerei zunächst öfter wechselten. Seit 1849 ist schließlich die dortige Post mit der Brauerei fusioniert worden und trägt seitdem den noch heute bekannten Namen. Schließlich übernahm Anton Zinth 1906 die Brauerei und machte sie zu dem, was sie noch heute ist. Insgesamt besteht die Produktpalette aus 12 verschiedenen Brauspezialitäten.

Ayinger Bräuweisse

Die Bräuweisse aus der Brauerei Aying hat wie so einige andere Biere aus diesem Hause schon manch Auszeichnung gewinnen können. Das unterstreicht grundsätzlich natürlich die hohe Qualität, die allen Bieren der Privatbrauerei innewohnt, bietet aber dennoch keine Garantie dafür, dass auch die Rezensionen der einfachen Biergenießer das Urteil der hohen Jurys teilen. Umso klarer, dass auch dieses Weißbier mit seinen 5,1% Alkoholgehalt aus 11,8°P Stammwürze erst den harten Test des Hopfenblogs durchlaufen muss, bevor grünes Licht gegeben werden kann. Wie es uns geschmeckt hat? Hier gibt’s die Rezension!

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Duft und Farbe
Herrlich kräftig steigt der Duft der Hefe aus der Flasche. Da braucht es niemanden, der einem sagt, dass man ein Weißbier trinkt. Im Glas zeigt sich die Bräuweisse dann trüb und recht hell mit einer angenehm intensiven Farbe. Der Schaum ist feinporig und von angemessener Haltbarkeit.

Einstieg
Das Bier strömt in den Mund und hat ab dem ersten Moment eine sehr starke Präsenz. Allerdings zeigt sich hierbei auch die Kohlensäure deutlich und macht das Bier etwas scharf im Gefühl.

Körper und Geschmack
Wie es bei einem Weißbier sein soll, wirkt die Bräuweisse vom Gefühl her sehr vollmundig und angenehm schwer. Dies wird zusätzlich durch die sanfte Art des Bieres unterstrichen, die sich permanent wie cremiger Schaum anfühlt. Fruchtige Noten sind genauso vertreten wie das herrlich hefige Aroma, das dieses Bier ganz besonders auszeichnet. Insgesamt wirkt der Körper sehr ausgewogen, wenn auch die Kohlensäure eine ganz leichte Acht ins Rad schlägt.

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Abgang
Insbesondere im Abgang tritt die Kohlensäure für unser Dafürhalten etwas zu stark hervor. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen und das Bier könnte noch runder und smoother auftreten. Der Nachgeschmack ist dennoch grandios!

Kohlensäure
Wie bereits angemerkt, wurde hier definitiv nicht gespart. Das Bier tritt so etwas zu scharf auf und könnte hier noch minimal perfektioniert werden.

Süffigkeit
Die Bräuweisse strotzt vor Süffigkeit. Da ändert auch die Kohlensäure nichts.

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Fazit
Die Bräuweisse ist ein starkes Weißbier mit einem runden Geschmack, das beim Trinken einfach Freude bereitet. Wenn jetzt noch etwas weniger Kohlensäure im Spiel wäre, dann hätte man gar nichts, was man kritisieren könnte.

 

zur Brauerei
Im Winter 1877/1878 braute Johann Liebhard das erste Bier der Brauerei Aying. Diese ging aus einer von ihm aus dem Familienbesitz übernommenen Wirtschaft mit angeschlossener Metzgerei hervor. Seitdem befindet sich auch die Brauerei im Familienbesitz. Interessant ist, dass mehrmals in der Brauerei kein männlicher Erbe zur Stelle war, sodass die Tochter -unüblicherweise- mit ihrem Mann die Brauerei weiterführte. Heute ist die Brauerei ein Zugpferd der bayerischen Braukultur, was die vielfältigen Auszeichnungen der Ayinger Biere eindrucksvoll belegen. Derzeit gibt es insgesamt 14 Biere im Sortiment. Besonders heraus sticht das „Kirtabier“, das speziell zur bayerischen Kirchweih im Oktober gebraut wird. Eine weitere Besonderheit ist der Freundeskreis der Brauerei, deren Mitgliedschaft sich Liebhaber erwerben können und dann vielfältige Vorteile genießen.

Wolfscraft Viel Weizen

Vor manchen Tieren hat man von Kindesbeinen an Respekt. Dazu gehört der Wolf! Das mag an den vielen Märchen liegen, in denen Wölfe nur selten positiv besetzte Rollen einnimmt. Bei Wolfscraft ist gerade diese Ungezähmtheit Ziel der Marke! Das Weizen kommt deshalb ganz unangepasst im 0,33-Format daher. Die 5,4% Alkoholgehalt sind hingegen wieder voll im Standard-Rahmen. Wie unbändig das Bier schmeckt? Wir haben es getestet!

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Duft und Farbe
Ist das ein Weizen oder ein IPA? Unglaublich fruchtige Aromen bahnen sich den Weg direkt in die Nase. Da läuft einem direkt das Wasser im Mund zusammen! Im Glas zeigt sich das Bier mit einer sehr intensiven Farbe, die in Richtung eines trüben Bernsteins geht. Und oh man, dieser DUFT!!!

Einstieg
Als würde man in ein Blumenbouquet beißen! Es breiten sich direkt spannende Aromen aus und das Bier ist im ganzen Mund präsent. Dennoch wirkt es im Antrunk etwas wässrig und kann nicht so richtig seine ganze Körperfülle entfalten.

davKörper und Geschmack
Das Bier entwickelt sich im Geschmack höchst interessant. Blumige und leicht herbe Geschmacksnoten wechseln sich ab und ergänzen sich. Jede Millisekunde des Geschmacks ist unerwartet und überraschend. Es bleibt aber das kleine Problem, dass sich der Körper nicht mit seinem ganzen Gewicht entfalten soll. Oder ist das etwa der Plan?

Abgang
Das Viel Weizen flutscht nur so die Kehle herunter – begünstigt durch den eher dünnen Körper des Bieres. Es bleibt ein angenehm fein-herber Nachgeschmack.

Kohlensäure
Diesem Bier wird von Haus aus eine gut abgepasste Menge Kohlensäure mitgegeben. So hat das Weizen von Beginn an genug Power, um in jeden Mundwinkel zu gelangen. Gut gemacht, vor allem mit der wahrlichen Geschmacksexplosion am Anfang!

Süffigkeit
Der schmale Körper erhöht die Süffigkeit des Bieres und die vielen Geschmacksnuancen machen tierisch Bock auf mehr. Da kann man sich eine zweite Flasche kaum verkneifen.

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Fazit
Wirklich mal ein unangepasstes Weizen, das Wolfscraft hier produziert hat. Der Körper ist für ein Weizen unwahrscheinlich schmal, der Geschmack unausgesprochen fruchtig und blumig – fast schon wie ein IPA!

 

zur Brauerei
Eigentlich sollte gerade in Bayern alles immer seinen gewohnten Gang gehen. Doch diese Brauerei hat sich auf die Fahne geschrieben, anders zu sein.  Seit 2016 schleicht Wolfscraft auf den Fährten der traditionellen Braukunst umher und braut mit Bio-Zutaten handwerkliche Biere. Neben dem beachtlichen Bierangebot unterstützt die Brauerei aus Freising Projekte zum Wolfsschutz.

 

Zum Löwenbräu Karpfen Weisse

Hochprämiert tritt dieses Weizenbier aus Franken auf den Plan. Mit 12,9 °P Stammwürze und daraus resultierenden 5,3% Alkoholgehalt handelt es sich um einen klassischen Vertreter seines Faches. Die Homepage der Privatbrauerei verspricht so einiges und die dreifache Goldprämierung beim European Beer Star deuten auch etwas an. Ob sich dies bewahrheitet oder sich alles in Luft auflöst…wir haben es getestet!

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Duft und Farbe
Ein fast schon erschreckend frischer Duft entweicht der Flasche. Ein Hauch von einem kalten Wintermorgen mit einer leicht fruchtigen Note. Die Farbe ist intensiv und etwas dunkler, als man von einem hellen Weizenbier erwarten würde. Etwas irritierend ist jedoch zunächst, dass kaum Kohlensäurebläschen aufsteigen. Ob das so seine Richtigkeit hat, wird sich noch zeigen müssen.

edfEinstieg
Dieses Bier macht ab dem ersten Moment Spaß, wenn es die Lippen berührt. Direkt im ersten Antrunk entfalten sich die fruchtigen und sehr vollmundigen Aromen. Es ist fast ein bisschen so, als würde man in ein unfassbar leckeres Brot hineinbeißen – nur besser. Denn so ein bieriges und fruchtig-frisches Brot muss echt noch erfunden werden.

Körper und Geschmack
Die Vollmundigkeit dieses Bieres hat einen geradezu um. Und sie wirkt vom allerersten Moment an. Hinzu kommt der grandiose Geschmack, der vor allem von fruchtigen Aspekten dominiert wird. Man glaubt inbesondere eine Note von Banane herauszuschmecken – wie so oft bei Weizenbieren. Besonders erwähnenswert ist, dass dieses Bier kaum saure Noten entwickelt und so sehr angenehm und sanft zu trinken ist.

edfAbgang
So sanft, wie dieses Weizen mit dem riesigen Körper kam, verabschiedet es sich auch wieder. Angenehm und geradezu zärtlich rinnt es die Kehle hinab. Jedoch, und das muss hier auch nochmal betont werden, ohne an seiner Vollmundigkeit zu verlieren. Gerade im Abgang bilden sich zudem leicht herbe Nuancen heraus.

Kohlensäure
Entgegen der erste Beobachtung, darf man sich nicht über fehlende Kohlensäure beschweren. Dieses Weizenbier ist auch in dieser Kategorie herrlich ausgewogen.

Süffigkeit
Aufgrund seiner vollmundigen Schwere wartet dieses Bier mit keiner übergroßen Süffigkeit auf. Hier schlägt Klasse die Masse!

Fazit
Ein tolles Weizenbier aus dem Frankenland, dass mit seiner Vollmundigkeit und den durchgängig fruchtigen Aromen überzeugt. Da gibt es wirklich nichts auszusetzen!

 

zur Brauerei
Im Jahr 1747 wurde die Privatbrauerei im fränkischen Neuhaus gegründet. Seitdem ist sie sich selbst treu geblieben und zeigt dies auch durch ein ein kleines aber dadurch umso exklusiveres Bierensemble im Angebot. Seit gut zwei Jahrzehnten gehört die Brauerei zudem zur Kooperation der privaten Braugasthöfe und seit nicht allzu langer Zeit gibt es zur Brauerei auch noch eine Schnapsbrennerei.

 

Zötler Hefeweizen hell

Ein Adler, ein Bub und drei Mädels. Das alles findet man, wenn man das Etikett des hellen Zötler Hefeweizens aus dem Allgäu betrachtet. Schaut man etwas genauer hin, dann erkennt man schnell, dass auch die drei Akteure auf dem Etikett gerade nicht der Abstinenz fröhnen. Dieses Hefeweizen kommt mit 5,2% Alkoholgehalt und einer Stammwürze von 12,5°P daher. Ob es der ältesten Privatbrauerei der Welt zur Ehre gereicht? Wir haben es mal getestet.

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Farbe
Fruchtig mit einer leicht säuerlichen Note steigt der Duft des Bieres beim Öffnen der Flasche unter dem Kronkorken hervor. Diese angenehme Fruchtigkeit im Geruch bleibt auch im Glas noch erhalten. Die Farbe ist auch für ein helles Weizen recht hell, der Schaum hingegen leider nur von mäßiger Konsistenz – er verflüchtigt sich sehr flott.

Einstieg
Der erste Schluck sitzt. Auf Anhieb breitet sich das Zötler Hefeweizen im ganzen Mund aus. Beim ersten Eindruck überwiegen die fruchtigen Aromen und die säuerlichen Tendenzen des ersten Geruchs scheinen verflogen. Die samtig kühlende Wirkung lässt auf ein tolles Bier für den Sommer schließen.

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Körper und Geschmack
Vollmundig und kräftig sind wohl die Adjektive, die dieses Bier am besten beschreiben. Der sehr runde und ausgewogene Körper überzeugt auch auf Dauer durch seine Fruchtigkeit und seine Konsistenz. Dieses Weizen ist wirklich mehr als ein bloßes Getränk, sondern ein Genussmittel. Ein Schelm, wer dieses Bier mit Limonade oder gar Fruchtsäften mischen möchte. Vielmehr zeigt dieses Gebräu, dass ein raffinierter Einsatz von Hopfen und Malz schon von sich aus eine breite Geschmackspalette ermöglicht.

Abgang
Auch nach hinten raus zeigt dieses Bier Haltung. Frei von störenden Säuren oder übermäßiger Bitterkeit ist das Zötler Weizen ein Beispiel an Genuss. Sanft gleitet es den Rachen herunter und hinterlässt nichts als Fruchtigkeit und Frische. Gerade auch die sich im Nachgang entwickelnden Geschmacksnuancen sind ein Erlebnis für sich.

Kohlensäure
Das hat schon ganz gut Zisch, kann man sagen. Dennoch wohl dosiert und in keiner Form übermäßig. Da war jemand am Werk, der genau wusste, was er tat.

Süffigkeit
Ein Bier, das wirklich Spaß macht. An heißen Sommertagen reicht eines sicher nicht aus. An allen anderen Tagen wahrscheinlich auch nicht.

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Fazit
Ja, dieses Hefeweizen macht der Brauerei auf jeden Fall alle Ehre. Fein komponiert und herrlich fruchtig, überzeugt es auf ganzer Linie. Ein wahrer Schatz für den Sommer und für laue Abend nach ausgedehnten Wanderungen im Allgäu.

zur Brauerei
Die Privat-Brauerei Zötler aus Rettenberg (Allgäu) braut insgesamt 17 verschiedene Biere. Mit einer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1447 ist sie die älteste familiengeführte Brauerei der Welt. Damit ist sie übrigens die älteste familiengeführte Brauerei der Welt. Wie bei vielen anderen Brauereien auch, entwickelte sie sich aus einem Wirtshaus mit angeschlossener Braustelle über Jahrhunderte hinweg. Die Privat-Brauerei Zötler gehört dem Zusammenschluss „Die Freien Brauer“ an, die sich den Erhalt von Biervielfalt und der Bierkultur verschrieben haben.

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Mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen hebt der Braumeister auf dem Etikett seinen linken Zeigefinger. Freut er sich, weil er glaubt, dass er gerade ein Meisterwerk in seinem Kessel braut? Das 1543 Hefe-Weisse wartet mit einem Alkoholgehalt von 5,5% und einer Stammwürze von 12,5 °P auf. Ob der Braumeister sich zurecht freut? Wir haben dieses Bier aus dem Hause Flötzinger Bräu getestet.

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Farbe
Schon der erste Duft, der der Flasche entsteigt, macht Appetit. Fruchtig wirft er einen großen Schatten voraus. Hat sich das Weizenbier dann erstmal in das Glas entleert, präsentiert es sich mit einer intensiven Farbe, wie ein recht dunkler Bernstein. Der Schaum ist leider nicht von längster Haltbarkeit. Das muss dann wohl der Geschmack ausbügeln.

Einstieg
Mit aller Macht breitet sich dieses oberbayerische Weißbier stürmisch im gesamten Mund aus. Hierbei kommt es recht schaumig daher und hinterlässt eine samtweiche Note. Ab dem ersten Schluck wird die große Brandbreite der Nuancen und die Vollmundigkeit dieses Bieres deutlich. Hier hat der Braumeister ganze Arbeit geleistet!

1543floetz-2Körper und Geschmack
Dieses Bier erfüllt den geneigten Biergourmet ganz und gar. Mit vielen fruchtigen Akzenten und einem massigen Körper ist dieses Weizen ein wahrer Genuss.Besonders bestechend ist eine leichte Note von Banane, die man zu erschmecken scheint. Wohl vermerkt nicht in dem übertrieben und unsinnigen Gehabe eines sogenannten Bananenweizens, sondern in der formvollendeten Braukunst eines Weißbieres. Die Vollmundigkeit bleibt während des gesamten Biergenusses erhalten. Es passt vom ersten bis zum letzten Schluck!

Abgang
Erwartet man bei einigen Bieren beim Abgang einen Schwung hin zu den bittereren Geschmacksaromen, so bleibt dies hier fast völlig aus. Das Weizen verabschiedet sich ähnlich sanft und samtig, wie es gekommen ist und hinterlässt allenfalls einen sehr angenehmen und geradezu einladenden Nachgeschmack.

Kohlensäure
Nicht übertrieben viel, aber allemal genug, um dem behäbigen Körper schaumiger Antrieb auf Entdeckungsreise im Mund zu sein. Und mal ehrlich: gerade beim Weizen wäre zu viel Kohlensäure auch unangebracht. Zu diesem samtigen Geschmackserlebnis passt kein Blubberbad.

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Die geringe Kohlensäure trägt zu einer höheren Süffigkeit bei – nach der ersten Flasche muss also sicher nicht Schluss sein. Ihr steht aber der schwere und behäbige Körper entgegen, den man erstmal verkraften muss. Ein Bier, dass sich gut zu deftigeren Speisen eignet.

Fazit
Das 1543er Hefeweizen ist ein Juwel unter den Weißbieren. Mit einem prägnanten Geschmack und einer grandios-samtigen Vollmundigkeit, darf sich dieses Bier wirklich kein Weißbierliebhaber entgehen lassen. Die Namensgebung, angelehnt an das Gründungsjahr der Brauerei, unterstreicht die besondere Vollkommenheit dieses Bieres.

zur Brauerei
Die Geschichte von Flötzinger Bräu reicht bis in das Jahr 1543 zurück, als Wilhelm IV., seines Zeichens Herzog von Bayern, eine Brauereigenehmigung ausstellte. Zwar gab es in den vergangenen Jahrhunderten einige Eigentümerwechsel, die Benennung der Biere spricht jedoch die Sprache der Tradition. Heute produziert die Privatbrauerei eine große Vielfalt an Biersorten von Pils, über verschiedene Lager und Weißbiere bis hin zu zahlreichen saisonalen Spezialitäten.