Birra Moretti Ricetta Originale

„Eine italienische Geschichte“, so wird einem das Birra Moretti gleich angepriesen. Und freundlich prostet einem der Herr mit Hut vom Etikett der Flasche aus zu. Dazu wird direkt noch der Hinweis erteilt, dass man dieses Bier am besten in guter Gesellschaft genießen sollte („Consumare preferibilmente in buona compagna“). Joa, und warum eigentlich nicht? Dieses Flaggschiff aus dem Hause Moretti mit seinem originalen Rezept ist von Haus aus ein Lagerbier, das mit durchschnittlichen 4,6% Alkoholgehalt daherkommt. Preise gewonnen hat es auch schon einige und man soll es gut mit Pizza, weißem Fleisch und Pasta kombinieren können – der italienischen Küche also! Was hinter all diesen Worten steckt? Wir haben das Bier getestet!

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Duft und Farbe
Sehr frisch und leicht herb strömt der Duft des Bieres aus der Flasche. Das hätte man bei dem doch eher zurückhaltenden Alkoholgehalt vielleicht gar nicht so erwartet. Die frische Erscheinung macht sogleich Lust darauf, dieses Bier an einem warmen Sommerabend mit dem Blick auf einen See oder das Meer zu genießen. Im Glas zeigt sich das Bier sehr klar und mit einer intensiv goldenen Farbe. Der Schaum wirkt sehr fein und von respektabler Haltbarkeit.

Einstieg
Die Leichtigkeit, die man eventuell mit dem frischen Duft verbunden hätte, stellt sich nicht direkt ein. Jedoch nimmt dieses Bier alsbald seinen Platz ein – und das mit einigem Nachdruck.

Körper und Geschmack
Das erste, was einem bei diesem italienischen Bier auffällt, ist die besondere Textur. Vom frischen Duft und dem niedrigen Alkoholgehalt würde man wohl eher auf ein leichtes Bier tippen, jedoch wirkt dieses Bier recht schwer und fast schon etwas dickflüssig. Es dominieren ganz eindeutig malzige Anteile, die dem ganzen Bier etwas vegetatives geben und es sehr bodenständig erscheinen lassen. Dazu mischen sich leicht süßliche Aromen, die etwas fehl am Platz wirken. Fast wundert man sich, dass dieses Bier nicht als Kellerbier oder Zwickl, also unfiltriert ausgearbeitet worden ist. Das hätte gut zu seinem Charakter gepasst.

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Abgang
So gutmütig wie es kam, so verabschiedet es sich auch. Dabei bleiben malzige Elemente im Vordergrund. Der Nachgeschmack lässt zwar eindeutig identifizieren, dass man ein Bier getrunken hat, jedoch war es das dann auch.

Kohlensäure
Dass von der Kohlensäure gut etwas vorhanden ist, das zeigt schon der leckere Schaum. Ansonsten findet das Moretti hier einen guten Weg zwischen sprudelig und charakterlos.

Süffigkeit
Aufgrund der besonderen Textur ist dieses Traditionsbier nicht mit größter Süffigkeit gesegnet. Muss es auch nicht sein, wenn man vorher weiß, worauf man sich eingelassen hat.

Fazit
Ein Klassiker der italienischen Biere – aber warum überhaupt? Auf jeden Fall eine interessante Kombination aus schwerer Textur und malzig-dominiertem Geschmack bei kalkulierbarem Alkoholgehalt. Als Kulturgut zu schätzen, als Bier so lala.

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zur Brauerei
Schon seit 1859 wird unter dem Namen Moretti Bier gebraut. Zuerst befand sich die Produktion in Udine, wurde aber bald in das etwas abgelegenere San Giorno di Nogaro verlegt. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass es sich bei Moretti um eine italienische Traditionsmarke handelt, jedoch ist auch an ihr der Zahn der kapitalistischen Zeit nicht vorübergegangen. 1996 wurde Birra Moretti von Heineken übernommen, wobei der ursprüngliche Charakter des Bieres im Sinne der Marke erhalten blieb. Heute werden neben dem Flaggschiff „Ricetta Originale“ auch regionale Typen und viele weitere Bierstile produziert.

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