Vestfyen Pilsner

Hast du schonmal ein Pils getrunken? Ja, klar. Aber auch schonmal eins aus Dänemark? Nachdem das böhmische Pils schon eine interessante Sache war, haben wir jetzt das Vestfyen Pilsner von der Insel Fünen probiert. Gerade einmal gute 6.000 Einwohner zählt das Städtchen, in dem die Brauerei ihren Sitz hat. Das Pils bietet einen Alkoholgehalt von 4,6% und ist nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Neben den klassischen Zutaten enthält es Mais und chemische Zusätze wie Farbstoffe und Antioxidantien. Das muss ja erstmal nichts schlechtes heißen. Wir haben mal reingeschmeckt!vestfyenpilsner-1

Farbe
Feingolden plätschert der Däne aus der Flasche. Diese ist auf jeden Fall schonmal etwas besonderes. Zwar entspricht sie dem norddeutschen 330ml-Standard, hat aber eine recht eigentümliche Flaschenform mit einem langen, dünnen Hals. Nun denn. Das Pils sieht jedenfalls appetitlich aus und riecht auch herrlich hopfig.

Einstieg
Der erste Schluck verlässt gerade den Mund, da ist das Geschmackserlebnis auch schon vorbei. Schade! Gleich mal noch den zweiten hinterher und siehe da: dieses Bier braucht einfach ein bisschen Anlauf. Dennoch bleibt der Einstieg mau und man hat das Gefühl, dass das Pils einfach keinen Fuß fassen kann. Der Geschmack verfliegt regelrecht.

vestfyenpilsner-2Körper und Geschmack
Wie nach dem Einstieg zu erwarten, ist dieses Pils von derart schlanker Natur, dass es -wohl ohne es zu wollen- ohne viel Freude anzurichten zwischen den Geschmacksnerven durch und am Gaumen vorbei im Rachen verschwindet. Man muss dem Bier schon den Weg aktiv versperren, möchte man etwas über den eigentlichen Geschmack sagen. Dieser ist frisch und hopfig, verhält sich jedoch stets derart zurückhaltend, dass jedes herkömmliche Radler bei Freunden des Bieres größere Freudensprünge auslösen dürfte.

Abgang
„Abgang kann ich“, scheint einem das dänische Pils zuzurufen. Und ja: Abgang kann es. Dabei geht es sehr behutsam mit dem Trinkenden um, da dieser zweifelsohne keine großen Eskapaden mit einem möglicherweise aufkommenden Nachgeschmack haben wird.

Kohlensäure
Das Vestfyen Pilsner ist nur mit dem Nötigsten an Kohlensäure ausgestattet, was für das Nichts, was es zu transportieren gilt, jedoch vollkommen ausreicht.

Süffigkeit
Versteht man unter „Süffigkeit“ lediglich, wie leicht ein Bier zu trinken ist, dann ist dieses Pils in jedem Fall super süffig! Wenn man darunter jedoch ein Bier versteht, dass die besten Eigenschaften von der Leichtigkeit beim Trinken bis zur erfüllenden Vollmundigkeit kombiniert, dann gewinnt dieses Bier keinen Preis.

vestfyenpilsner-3Fazit
Kennst du die Abkürzung BMW? Neben der Automarke stehen diese drei Buchstaben auch für „Bier mit Wasser“. Eine unnötig kalorienarme Alternative zum Radler bzw. Alsterwasser, die dennoch mehr mit Bier gemein hat, als dieses Pils. In keinem Fall eine Alternative zu norddeutschen oder böhmischen Pilsbieren. Wenn, dann etwas für extrem heiße Sommertage (min. 50 °C) oder für Menschen, die kein Bier mögen.

zur Brauerei
Die Brauerei Vestfyen wurde bereits 1885 in Assens am kleinen Belt gegründet. In den ersten 100 Jahren beschränkte sich die Brauerei auf lokale Vermarktung, ist inzwischen aber weit über die Grenzen Westfünens hinaus ein Begriff. Insgesamt sind neun verschiedene Biere im Sortiment, wovon drei jedoch nur saisonal gebraut werden. Als Flaggschiff der Brauerei wird das Bier mit dem Namen „Prins Kristian“ ausgerufen, das mit einem Alkoholgehalt von stolzen 5,7% daherkommt.

Eick Bräu: India Pale Ale

Aus Indien? Nee, aus Groß Gievitz. Ein echtes mecklenburgisches Original mit 7,9% Alkoholgehalt. Dieses India Pale Ale mit einem Stammwürzegehalt von 14,8 °P ist wahrlich nichts von der Stange, sondern etwas ganz besonderes. Auf die liebevolle Handarbeit verweist schon der Name „Gievitzer Braumanufaktur“ und dass es sich um eine Bierspezialität handelt, erkennt man sogleich am pragmatisch gestalteten Etikett, das mit allerhand Informationen aufwartet. Dabei bleibt es sich jedoch treu und dient schnörkellos dem Genuss des Bierliebhabers.eickbrauipa4-01

Farbe
Der frisch-fruchtige Duft betört einen direkt nach dem Lupfen des Kronkorkens. Hach! Das Herz geht auf und mit größter Vorfreude beobachtet man, wie sich das dunkel-bernsteinfarbige IPA den Weg aus der Flasche ins Glas bahnt. Feinperlig und edel steigen die Bläschen der Kohlensäure auf und der Schaum ist von recht haltbarer Konsistenz, was man tatsächlich nicht all zu oft schreiben kann.

Einstieg
Der erste Schluck schließt nahtlos an das erhabene Gefühl beim Einschenken an. Fruchtig und lecker breitet sich das Bier im Mund aus, wobei sich eine dezente Note von Schokolade ausbreitet. Insgesamt fühlt sich das Bier sehr weich und etwas träge im Mund an, fast etwas wie bei einem Weizenbier. Im Geschmacksverlauf kommen später jedoch auch Bitterstoffe zur Geltung, die das Gesamtbild komplettieren.

eickbrauipa9-01Körper und Geschmack
Eine volle Ladung Hopfen bringt dieses Bier mit. Der Körper ist recht voluminös und trägt mit seiner Fülle dem recht hohen Alkoholgehalt Rechnung. Diese Eigenschaft stört jedoch keinesfalls, sondern unterstreicht vielmehr die einzelnen Aromen und Geschmacksnuancen, die dieses mecklenburgische Bier zu bieten hat. Die stark fruchtige Note bleibt die gesamte Zeit über bestehen, wobei man immer wieder den Eindruck hat, dass sich Nuancen von Schokolade einschleichen. Die Wende hin zu den bittereren Aromen geschieht nicht abrupt, sondern geordnet und wie perfekt komponiert.

Abgang
Hat der letzte Tropfen die Mundhöhle verlassen, so ist von Bitterkeit nicht lange etwas zu spüren. Der Nachgeschmack kommt wieder ausgewogen fruchtig daher, was auch für die Süffigkeit deutliche Pluspunkte einbringt. Der Spannungsbogen wird bei jedem Schluck perfekt von Anfang bis Ende gehalten, bevor man erneut zum Glase greift.

Kohlensäure
Zwar ist dieses Bier nicht überschwänglich mit Kohlensäure bestückt, allerdings würde dies den Aromen auch nicht zu weiterer Entfaltung verhelfen. Für die fruchtige Note reicht die feinperlige Kohlensäure allemal aus und passt geradezu perfekt zu diesem IPA.

eickbrauipa5-01Süffigkeit
So fruchtig-frisch kommt dieses Bier daher, dass man gar nicht mit dem Trinken aufhören möchte. Angesichts des erhöhten Alkoholgehalts sollte man jedoch aufpassen, dass einem dieses Bier nicht irgendwann in den Kopf steigt. Besser sparsam genießen und sich an den deftigen Hopfenaromen erfreuen!

Fazit
Gebt dem Braumeister einen Orden! Dieses Bier ist wirklich extraklasse und überzeugt mit seinen grandios komponierten Aromen und der weitgespannten Geschmacksentwicklung. Die extra Ladung Hopfen rundet das Bild ab und zaubert wirklich jedem Bierliebhaber ein Lächeln ins Gesicht.

 

zur Brauerei
Die Gievitzer Braumanufaktur, die ihre Biere unter dem Namen Eick Bräu herstellt, ist ein Ein-Mann-Betrieb aus Meclenburg-Vorpommern. Umso beeindruckender die Produktvielfalt und der Pragmatismus. Vom Doppelbock übers IPA bis hin zum Pils gibt es eine große Auswahl und stets ist für die interessierten Biertrinker viele Informationen direkt auf dem Etikett der Flasche festgehalten. Hinzu kommt die Homepage, die zwar nichts bis ins letzte Detail durchdesigned ist, jedoch mit vielfältigen Einblicken in den Brauprozess und die Bierherstellung besticht. Toll, dass es solche Brauerein noch gibt!

Arrogant Bastard Ale

Dieses teuflische Gebräu weckt Interesse! Ein gehörnter Beelzebub lädt uns bereits auf der Dose dazu ein, von seinem hopfigen Inhalt zu kosten. Nicht gerade positiv konnotiert die Wörter „Arrogant“ und „Bastard“. Die Kombination der beiden macht es nicht besser. Der zweite Satz auf der Brauereihomepage über dieses Bier fügt noch hinzu: „You probably won’t like it.“ Dann wollen wir mal hoffen, dass die 7,2% Alkohol dieses US-amerikanischen Ales schnell ihre Wirkung tun.arrogantbastardale3

Farbe
Nach dem Öffnen der Dose entweicht ein herrlich hopfiger Duft. Gleich fängt man an zu träumen….hach! Dann der Schock! Was kommt da aus der Dose? Kräftig in der Farbe, im allerersten Moment an Blut erinnernd, sprudelt das Bier ins Glas hinein. Dabei bildet sich eine gute Menge Schaum, die überraschend stabil daherkommt. Die Spannung steigt!

Einstieg
Wegen des vielen Schaums wird davon erstmal ein wenig abgenippt. Das Gesicht versteinert für einen kurzen Augenblick. Das bittere Aroma sprengt die Vorstellungskraft. Klar, der Schaum ist immer etwas herber als das Bier an sich, aber das lässt schon einiges auf das eigentlich Ale schließen. Der erste Schluck bestätigt dann vieles. Vollmundig und stark im Geschmack. Herrlich hopfig und stark, mit viel bitterem Aroma hinten raus.

arrogantbastardale1Körper und Geschmack
Der erste Eindruck bleibt bestehen. Dieses obergärige Bier hat genug Volumen um mehrere Münder gleichzeitig auszufüllen. Man knabbert sich beinahe durch die einzelnen Geschmacksnuancen und so bitter es auch schmeckt: man ist immer wieder gespannt auf den nächsten Schluck. Nach und nach arbeiten sich auch fruchtigere Noten durch un die bitteren Aromen treten in den Hintergrund und verschieben sich eher auf den Nachgeschmack.

Abgang
Trotz der starken Aromen verhält sich das Bier im Abgang sehr geschmeidig und angenehm. Man möchte sich gar nicht vom Bier verabschieden und schiebt es lieber noch ein letztes Mal von links nach rechts und zurück. Am Ende bleibt es bitter, doch beim Eruktieren zeigen sich die angenehmen Hopfenaromen und man fängt wieder an zu träumen….hach!

Kohlensäure
Denkt man am Anfang bei der ganzen Schaumbildung, dass das Ale vor Kohlensäure sicher nur so strotzen würde, wird man eines besseren gelehrt. Fast frei von den kleinen Bläschen genießt man dieses charakterstarke Bier. Vermisst man die Kohlensäure? Nein!

arrogantbastardale2Süffigkeit
Nicht gerade eine Bestnote in Süffigkeit, denn dafür ist das Arrogant Bastard Ale einfach zu speziell und im Endeffekt dann auch zu bitter. Für Biergenießer aber gerade in der Winterzeit kann man durchaus einige Flaschen zu schwereren Gerichten genießen.

Fazit
Ein Bier, dass voller Überraschungen steckt. Vollmundig und grandios an geschmacklichen Nuancen. Dieses Ale ist in jedem Fall zu empfehlen und langsam zu genießen. Vielleicht sollte man aber anfangs nur eine Flasche zu kaufen. Denn am Ende sagt schon der Name, dass dieses Bier sehr, sehr speziell ist.

zur Brauerei
Die Geschichte von Arrogant Brewing reicht in das Jahr 1995 zurück. Beim Herumexperementieren mit einem Bierrezept wurde per Zufall eine neue Kreation erschaffen, welche die beiden Brauer dermaßen faszinierte, dass sie ihre Entdeckung der Welt nicht weiter vorenthalten wollten. Zwei Jahre später ging Arrogant Brewing schließlich auf den Markt heraus und bietet heute eine große Anzahl verschiedener Biervariationen an – darunter auch viele saisonale Spezialitäten.

Klute’s Hell

Eine stattliche Bügelflasche mit einem ganzen Liter Inhalt. Da strahlen die Augen schon, bevor man auch nur den Duft des Bieres kennt. Das Etikett, das mit einem Bildausschnitt das historische Sudwerk der Brauerei abbildet, verrät, dass dieser als Landbier bezeichnete Vertreter der hellen Lagerbiere mit 4,8% Alkoholgehalt daherkommt. Viel mehr Infos gibt es auf den ersten Blick nicht und leider auch nicht auf der Internetseite der Brauerei. Da hilft nur eins: wir testen!khell3

Farbe
Unfiltriert trüb sprudelt dieses Landbier ins Glas hinein. Einen Moment fragt man sich, ob es wirklich ein helles Bier ist, aber der zweite Blick schafft Gewissheit: wir haben uns nicht in der Flasche vergriffen und die Brauerei hat sich auch nicht in der Abfüllung geirrt. Während uns diese Gedanken durch den Kopf schwirrten, hat sich der Schaum leider schon verabschiedet. Schade eigentlich, aber hauptsächlich geht’s ja auch ums Bier.

Einstieg
Der erste Duft lässt außer einer angenehmen Frische nicht viel erahnen. Der erste Schluck zaubert einem dann aber sogleich ein breites Grinsen ins Gesicht! Unheimlich fruchtig und mit vielfältigen Geschmacksnuancen veranstaltet dieses Bier direkt zu Beginn ein kleines Geschmacksfeuerwerk. Auf die fruchtigen Aromen folgt alsbald ein angenehm hellröstiger Getreidegeschmack mit angenehmer Hopfennote. Auf den Punkt komponiert!

khell1Körper und Geschmack
Nicht ganz leicht kommt das Helle von Klute daher, was wohl an der unfiltrierten Brauart liegen mag. Hierzu konträr und somit ausgleichend bewegt sich der fruchtig-leichte Geschmack, der das Bier als einen optimalen Begleiter für laue Sommerabende ausweist. Besonderes Highlight ist der bereits angesprochene angenehme Getreidegeschmack, der sich vor allem im vorderen Mundbereich ausbreitet.

Abgang
Keine störenden Nachgeschmäcke, keine unangenehme Bitterkeit. Das einzige, was von diesem Landbier bleibt, ist eine leckere Hopfennote und die schwärmenden Gedanken von der fruchtigen Frische, die man eben noch vollmundig geschmeckt hat.

Kohlensäure
An Kohlensäure wurde bei diesem Brauerzeugnis ziemlich gespart. Das tut dem Biergenuss zwar keinen Abbruch, aber ein bisschen mehr hätte es dann schon sein dürfen.

khell2Süffigkeit
Dass dieses Landbier in 1-Liter-Flaschen verkauft wird, zeigt schon, dass die Brauerei von einer guten Süffigkeit ausgeht. Wir nicken dazu einfach nur. Dank des verhältnismäßig geringen Alkoholgehalt von 4,8% liegt man auch nicht sofort überm Zaun.

Fazit
Traumhaft! Ein Bier, das mit etwas mehr Kohlensäure in jedem Bier-Lehrbuch stehen sollte. Wie gemacht für den Sommer und alle anderen Jahreszeiten. Auch für Weizen-Fans einen Versuch wert, da das unfiltrierte Bier mit seinem fruchtigen Geschmack durchaus auch an diese Kategorie andocken kann. Chapeu, sagen wir, chapeau!

 

zur Brauerei
Das Brauhaus Klute beruft sich auf eine lange Tradition, basierend auf dem Sudwerk eines Kameliterklosters aus dem Jahr 1352. Mit diesem Kulturgut der Brauereigeschichte zählt sich das Brauhaus auch als fünftälteste Brauerei Deutschlands. Örtlich hat sich allerdings einiges geändert. Das historische Brauhaus der Kameliter befindet sich in Bad Neustadt an der Saale, während der aktuelle Hauptsitz der Firma heute in Havixbeck bei Münster liegt. Hergestellt wird Landbier in heller und dunkler Ausführung.

Andechser Bergbock Hell

Wo dieses Bockbier herkommt, zeigt schon das schöne Etikett. Es stammt vom Kloster Andechs, das, wie auf dem malerischen Bild zu erkennen, auf seinem Klosterberg in Oberbayern unweit des Ammersees thront. Mit seinen 6,9% Alkoholgehalt, die aus einem Stammwürzegehalt von 16,5°P stammen, kommt das Bier zünftig daher. Haben sich die Benediktinermönche da etwas ganz besonderes zusammengebraut?abergbock1

Farbe
Der erste Duft, der einem nach dem Öffnen der Flasche entgegensteigt, erinnert an eine Bäckerei – oder besser gesagt an frisch gebackenes Brot. Hier merkt man deutlich, wie dicht Bäcker- und Brauhandwerk miteinander verbunden sind. Die Farbe ist kräftig golden und sauber filtriert. Der Schaum schön perlig, aber leider nicht von besonders guter Konsistenz.

Einstieg
Sehr prägnant bahnt sich dieses Bockbier seinen Weg. Süß-malzig dockt dieses Helle besonders im oberen Mundbereich an. Schon nach dem ersten Schluck machen sich auch gleich bittere Aromen breit, die bei einem Bockbier natürlich nicht fehlen dürfen.

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Mächtig wie ein Berg und somit seinem Namen alle Ehre machend trumpft der Bergbock auf. Je größer der Schluck, desto besser kann man auch die feinen Hopfennoten herausschmecken, bevor wieder über einen süßen Schlenker die bitteren Noten die Dominanz erlangen. Der Körper entwickelt sich also bei jedem Schluck neu, wobei die Schluckgröße zu beachten ist.

Abgang
Der Abgang und der Nachgeschmack wird leider nur durch die bitteren Noten dominiert. Es fehlt der Pfiff, der nochmal Schwung in die Sache bringt. Auch die Kohlensäure verpufft leider vorschnell… Schade!

Kohlensäure
Am Anfang scheint es noch so, als würde es nur so schäumen vor lauter feiner Kohlensäure, die das Bier dahin bringt, wo sie hingehört: In jede Ecke des Mundes. Was dies angeht, wird man leider enttäuscht. Der Schaum ist wie eingangs beschrieben von nicht sehr ausdauernder Konsistenz und auch beim weiteren Trinkgenuss dürfte es gern mal ein bisschen spritziger sein.

Süffigkeit
Bei der Süffigkeit kann das Bockbier aus Andechs gerade wegen des geringen Kohlensäuregehalts punkten. Locker fließt es der Leber entgegen. Nur der recht bittere Nachgeschmack macht der Süffigkeit einen kleinen Strich durch die Rechnung. Bei dem Alkoholgehalt aber vielleicht auch gar nicht so schlecht.

Fazit
Ein solides Bockbier mit Tradition, das jedoch in manchen Bereichen Abstriche macht. Am besten schmeckt dieses Bier sicherlich mit dem Ausblick vom Andechser Klosterbier. Da kann man auch gleich die weiteren Bierspezialitäten probieren, die in diesem oberbayerischen Biermekka produziert werden.

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zur Brauerei
Die Geschichte der Klosterbrauerei Andechs reicht bis zur Gründung des Klosters im Jahr 1455 zurück. Seitdem wurden die Rezepturen stets fortgeschrieben und angepasst. Heute werden insgesamt acht verschiedene Biere in der Klosterbrauerei hergestellt. Berühmt berüchtigt ist hierbei der dunkle Doppelbock, den man am authentischsten im klostereigenen Bräustüberl genießt. Neben der tiefen Verwurzelung in Bayern sind die Andechser Bierspezialitäten inzwischen in ganz Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern im Markt vertreten.

Wichtel Pils

Was wurde diesmal im schwäbischen ausgewichtelt? Nun sind die Schwaben ja nicht gerade für sagenhafte Pilsbraukunst bekannt, aber gerade deshalb sollten sie ausgiebig probiert werden. Das Wichtel Pils kommt mit einem Alkoholgehalt von 5,2% und einem Stammwürzegehalt von 12,2°P daher. Ganz schön viel Stammwürze für ein Pils! Und somit gleich eine Besonderheit, die es zu probieren lohnt.wichtelpils1

Farbe
Klar, golden und wunderschön. So funkelt einem das Wichtel Pils entgegen. Herrlich Perlen die Kohlensäurebläschen nach oben und bilden einen leider nicht so ganz konsistenten Schaum. Sei’s drum, wichtiger ist ja eh, was sich unter dem Schaum verbirgt. Der Geruch ist intensiv und erinnert etwas an einen muffigen Gärkeller. Nicht unbedingt schlecht für Bierfreunde, die mit einer Nase das ganze Feeling des Brauprozesses einatmen wollen.

Einstieg
Über Kölsch sagen manche Menschen, es sei Wasser mit etwas Geschmack. Aber ist das hier Kölsch? Da stand doch Pils auf der Lasche? Oh, jetzt kommt auch etwas Geschmack. Etwas. Ganz verhalten breiten sich die Geschmacksnuancen aus. Schön herb wirds mit der Zeit. Geht doch.

Körper und Geschmack
Nicht unbedingt imposant dieser Pilskörper. Da überhöht die große bauchige Flasche das Bier um einiges. Nach dem bescheidenen Einstieg entwickelt sich jedoch ein annehmbares Pils, das schön rau wirkt und gerade in den hinteren Mundecken angenehm bittere Aromen ausbildet. Generell bildet sich der Geschmack sehr weit hinten im Mund. Vorne bleibt kaum was hängen, sodass von Vollmundigkeit bei Leibe nicht gesprochen werden kann.

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„Hinten sind die Enten fett“. Das sagte schon Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, übrigens auch ein großer Freund von Gerstensaft und Hopfentee. Das Wichtel Pils gewinnt mit der Zeit und präsentiert vor allem im Abgang seine Stärken. Herbe Frische, die im wahrsten Sinne des Wortes erfrischend wirkt, prägt den Nachgeschmak bei diesem Bier.

Kohlensäure
Das schönste an der Kohlensäure ist der herrliche Anblick im Glas. Schon bald ist von ihr nicht mehr so viel zu spüren. Etwas mehr hätte es hier schon sein dürfen, dann wäre das Bier vermutlich auch etwas vollmundiger dahergekommen.

Süffigkeit
Durch die geringe Kohlensäure gewinnt dieses Pils ungemein an Süffigkeit und erfrischt zudem den ausgelaugten Biertester. Gutes Bier für einen warmen Sommerabend.

Fazit
Schwach begonnen und hinten raus dann doch noch gepunktet. Kein Pils, das Berge versetzen kann, aber ein angenehm leichter Genuss für den Sommer. Man darf sich nur nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn nicht sofort die volle Geschmacksladung einschlägt. Kommt Zeit, kommt Geschmack. Spätestens beim dritten Schluck. Versprochen.

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zur Brauerei
Seit 1989 wird in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Kinos in Ditzingen Bier gebraut. Unterstrichen wird dieses Angebot durch Wichtel-Kuchen und andere Leckereien. Inzwischen gibt es außerdem auch in Stuttgart-Feuerbach und Böblingen Niederlassungen, womit die Hausbrauerei jedoch ihren lokalen Charakter bewahrt. Gebraut wird hauptsächlich saisonal, beispielsweise mit dem Maibock, dem Märzen oder dem Sommerbier. Im dauerhaften Angebot sind lediglich das Pils und das Hefeweizen, wobei es sich beim letzteren um einen Vertreter dunklen Typs handelt.

Březňák Original Böhmisch Pils

Was das bayerische Bier für Deutschland ist, das ist das böhmische Bier für Tschechien. Dies ist bekannt und so findet man so manchen böhmischen Vertreter auch auf dem deutschen Markt. Das böhmische Pils von Březňák kommt mit einem Alkoholgehalt von 5,1% und einem Stammwürzegehalt von 11,9°P daher. Ganz stattliche Werte für ein Pils!

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Einen Tacken dunkler als erwartet ergießt sich das tschechische Bier ins Glas. Dabei jedoch keinesfalls trüb, sondern von geradezu spektakulärer Klarheit. Da beginnen die Augen gleich zu leuchten und das Wasser läuft einem im Mund zusammen.

Einstieg
Von der ersten Sekunde an ist das Bier sehr präsent und eine stark malzige Note gibt den Ton an. Besonders stark wirkt der Geschmack am Gaumen, der von den Aromen umworben wird. Auch der erste Moment, nachdem sich der Entréeschluck in den Hals verabschiedet hat, bildet sich der Geschmack immer und immer weiter aus und weitere Nuancen werden erfassbar.BreznakPils2

Körper und Geschmack
Der Körper ist für ein Pils erstaunlich voluminös und füllt von Anfang an den ganzen Mund aus. Wie beim Einstieg beschrieben entwickelt sich das Bier zunehmend interessant, wobei tendenziell bittere Aromen dominieren. Diese treten jedoch nie übertrieben oder störend hervor, sondern machen gerade den kantig-klaren Pilsgeschmack dieses böhmischen Klassikers aus.

Abgang
Das Bier ist weg, der Geschmack bleibt. Und er entwickelt sich noch weiter. Beeindruckend was dieses Bier aromatechnisch auf die Beine stellt. Der geschmackliche Spannungsboden ist wirklich von Anfang bis Ende komplett gespannt und man hat das Gefühl ständig noch etwas neues zu entdecken beziehungsweise zu erschmecken.

Kohlensäure
Eine ordentliche Portion Kohlensäure verleiht diesem Pils guten Schub, um mit Macht in jede Ecke des Mundes zu gelangen. Trotzdem ist das Bier keineswegs bissig oder aggressiv, wie man erwarten könnte, sondern wirkt angenehm sprudelig.

Süffigkeit
Man muss sich schon fast zügeln, um dem Březňák die nötige Zeit zum entfalten der unterschiedlichen Aromen zu geben. So gut schmeckt und trinkt sich dieses Pils, dass man nach der ersten Flasche wahrlich nicht aufhören möchte.

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Fazit
Auch wenn es nicht Lenin ist, der das Etikett ziert, so hätte er dieses prachtvolle Pils sicherlich gerne einmal getrunken. Aromatisch perfekt gebraut mit immer neuen Nuancen, die sich in den Vordergrund spielen besticht dieses Bier auf ganzer Linie. Eine nette Abwechslung zu den norddeutschen Pilsbieren und erst recht interessant als Kontrast zu den bayerischen Bieren. Chapeau!

 

zur Brauerei
Bier der Marke Březňák wurde ursprünglich im Ort Velké Březno gebraut. Dort bestand schon seit dem frühen 17. Jahrhundert eine Brauerei, die im Jahr 1753 neugebaut wurde. Bereits im Jahr 1900 wurden 18 Biersorten gebraut. Allein dies zeugt von der Fähigkeit und Kreativität der böhmischen Braumeister. In der Zeit der kommunistischen Herrschaft wurde die Brauerei des staatseigenen Verbundes Nordböhmischer Brauereien. Nach der Wende des Ostblocks folgte die Reprivatisierung. Heute werden einige Sorten Březňák ausgelagert in Krušovice gebraut, einem Ort, der ebenso auf dem böhmischen Biertableau nicht fehlen darf.

Dachs Pils

MELES MELES CEREVISIA EST, so ruft es einem das Etikett entgegen. Kurz gesagt: Da ist es, das Dachs Bier aus der Sommerbecker Brauerei. Ein freches Pils, das mit 4,7% Alkoholgehalt und einer recht geringen Stammwürze von 11,5°P daherkommt. Damit ist es zwar noch ein Vollbier, bewegt sich allerdings an der unteren Grenze zum Schankbier. Freude macht ein erster Blick aufs Etikett: ein von Sonnenflammen umrahmtes Schwert auf einem Schild. Darüber ein gekrönter Dachs! Doch ist das Bier genauso gelungen wie das Design auf der Flasche?

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Etwas trüb und milchig wirkt das Dachs Pils auf den ersten Blick. Die Farbe ist nicht besonders kräftig oder herausstechend, sondern hält sich dezent zurück.

Einstieg
Aus der Flasche entweichen direkt herrliche Pilsaromen, nachdem der Kronkorken gelüftet wurde. Der Duft des Flaschen-Dachs breitet sich herrlich aus und macht Freude auf den ersten Schluck. Und der ist durchaus gelungen! Zwar hat sich der Schaum innerhalb kürzester Zeit verzogen, aber der erste geschmackliche Eindruck sitzt. Fruchtig und mit einer prägnanten Hopfennote gefällt dieses Pils von Beginn an.

Körper und Geschmack
Der Körper ist recht behäbig für ein Pils und erinnert fast schon an ein leichtes Weizen. So samtig schmiegt sich dieses Bier um die Geschmacksnerven. Gerade der obere Bereich der Mundhöhle wird besonders stimuliert und mit jedem weiteren Schluck bildet das Bier mehr und mehr eine angenehm bittere Note aus. Insgesamt liegt das Dachs Pils sehr angenehm im Mund und hat eine interessante Geschmackskurve mit überraschend fruchtigen Einschlägen für ein Pils.

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Die bereits angesprochene bittere Note bestimmt den Abgang des Bieres und lässt einen dieses Pils noch lange in guter Erinnerung behalten. Auch die fruchtige Komponente hat noch ihr Einspiel, jedoch ist diese nicht so langlebig.

Kohlensäure
Entgegen des ersten Eindrucks, bei dem sich beim Einschenken viele Bläschen am Glasrand bildeten, hat das Bier nur einen recht geringen Anteil an Kohlensäure. Dies lässt das Pils wenig aggressiv erscheinen und macht es leicht und angenehm trinkbar.

Süffigkeit
Durch die brilliante Komposition der verschiedenen Geschmacksanteile hat dieses Bier eine recht hohe Süffigkeit und lädt geradezu dazu ein, nicht nach der ersten Flasche aufzuhören.

DachsPils1Fazit
Dass der Dachs auf dem Etikett eine Krone trägt, ist kein Zufall. Diese Krone hat sich das Pils aus Klein Sommerbeck auch redlich verdient. Es beeindruckt durch eine ausgezeichnete Geschmackskurve mit fruchtigen Elementen, die im Abgang von einer angenehmen Bitterkeit eingeholt werden. Daumen hoch!

 

zur Brauerei
Das Sommerbecker Dachs Bier wird seit 2009 im niedersächsischen Sommerbeck, einem kleinen Teil der Gemeinde Dahlenburg in der östlichen Lüneburger Heide gebraut. Durch die sechswöchige Lagerung versprechen die Braumeister weitgehend katerfreien Biergenuss, was natürlich nicht nur für das Dachs Pils, sondern auch für die Sorten Märzen und Schwattes, sowie die saisonalen Spezialitäten wie den „gestopften Dachs“ gelten dürfte. Außerdem ist die Verwendung nachhaltig produzierter Zutaten positiv herauszuheben. Da bleibt nur auf Latein zu schließen: MELES MELES CEREVISIA IN AETERNUM!

Bergisches Landbier

Das Bergische Landbier stammt aus dem Zunft Kölsch-Stall und ist mit einem Alkoholgehalt von 4,8 % und einer Stammwürze von 11,8°P ein eher zarter Vertreter der Landbiere. Das geschichtsträchtig gestaltete Motiv auf dem Etikett Flasche wirkt einladend. Wie eine Szene aus einem Roman Theodor Fontanes mutet das in schwarz weiß gehaltene Motiv zweier vermutlich lüsterner Männer auf dem Etikett an – macht mir schon beim Ansehen Freude!

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Die kräftige, dunkle Bernsteinfarbene Oberfläche des Bieres wandelt sich in ein samtig sandfarbenes Gold, je näher es dem Boden des Glaskruges kommt, in dem dieses Bier traditionell serviert wird. Der Schaum setzt dem Bier keine Krone auf – eher eine wenig ansehnliche Altherrenkappe. Keine zwei Minuten hält der Schaum auf dem Bier durch, was der Optik leider Abzüge in der B-Note einbringt.

Einstieg
Die malzigen Aromen Bahnen sich sofort nach dem Öffnen ihren Weg. Angenehm malzig-rauchig verbreitet sich der Duft des Landbiers. Hier wird direkt klar, der gemeine Malzliebhaber wird mit diesem Bier sehr glücklich! Das Bier entfaltet sofort einen vollmundigen malzigen Geschmack. Die süßliche Note dieses Landbiers rührt vom dunklen Spezialmalz, das nach altem bergischem Rezept verarbeitet wird.

Körper und Geschmack
Sanft süßlich schmiegt sich der erste Schluck an die Wangen und hinterlässt eine malzige Note auf der Zunge. Herbe Aromen sind zwar vorhanden, werden jedoch von der kräftig-würzigen Malznote dominiert. So schnell sich der Geschmack im Mund ausbreitet, so schnell ist er aber auch schon wieder verflogen. Was bleibt ist die Lust auf den nächsten Schluck, die in keiner Weise durch den schnell verflogenen Geschmack gemindert wird.

BergischesLandbier2Abgang
Der Abgang prickelt! Der süßlich malzige Geschmack wird von der lange anhaltenden Kohlensäure angenehm hervorgehoben. Wer herbe Aromen favorisiert, ist hier nicht an der richtigen Adresse. Die angenehme, süße und feinwürzige Note dominiert nicht nur den Einstieg, sondern zeigt sich auch im Abgang klar und deutlich.

Kohlensäure
Im Gegensatz zum schnell fliehenden Schaum entweicht die Kohlensäure langsam und unterstützt den wunderbar runden Geschmack stetig. Wie einst Bonny und Clyde kommt das Duo Kohlensäure und Malz mit einem Knall und verabschiedet sich mit demselben.

Süffigkeit
Das Bergische Landbier ist ein Genuss für Liebhaber des süffigen Bieres. Die lieblich aromatische Note eröffnet dem Genießer ein fast schon südliches Flair – und das bei einem dunklen Bier! Die feinen würzigen Aromen sind zwar jederzeit spürbar, mindern die angenehme Süffigkeit des Bieres jedoch in keiner Weise.BergischesLandbier1

Fazit
„Traditionell dunkel – original obergärig“. So beschreibt die Brauerei ihr Bier auf dem Etikett. Einige Attribute sind hier noch hinzuzufügen: rund, vollmundig, sanft süßlich und kräftig bernsteinfarben. Ein Genuss für diejenigen, die dunkles, malziges aber nicht zu herbes Bier favorisieren. Ein starker Vertreter der Landbierzunft.

 

zur Brauerei
Das Bergische Landbier wird in der Erzquell Brauerei gebraut. Beheimatet ist die Brauerei in Bielstein im Oberbergischen Kreis und in Niederschelderhütte bei Siegen. Die heutige Erzquell Brauerei Bielstein wurde im Jahre 1900 von Ernst Kind – Ur-Großvater des heutigen Geschäftsführenden Gesellschafters Axel Haas – als Adler Brauerei GmbH gegründet. Er erlernte im bayrischen Weihenstephan das Bierbrauen. Die heutige Erzquell Brauerei Siegtal wurde im Jahr 1885 von Hermann Burgmann und Heinrich Wildenberg als Siegtal Brauerei Burgmann & Wildenberg oGH gegründet. Braustandort ist Mudersbach-Niederschelderhütte. Der Konzentrationsprozess in der deutschen Brauindustrie Ende der 1960er Jahre führte zu einer Kooperation beider Brauereien, wobei diese ihre Selbständigkeit wahrten.

Wichtel Hefeweizen

Das Hefeweizen aus der Hausbrauerei Wichtel verwirrt zuerst. Auf der Homepage wird ausgewiesen, dass dieses Bier einen Alkoholgehalt von 4,5% aufweist und mit einem Stammwürzegehalt von 12,8°P eingebraut wurde. Die Banderole an der Flasche nennt jedoch 5,2% Alkoholgehalt. Der Stammwürzegehalt dieses Vollbieres lässt jedoch den höheren Alkoholgehalt als realistischer erscheinen. Zusätzlich verwirrt, dass auf der Banderole nur geschrieben steht, dass es sich um ein Hefeweizen handelt. Ob es ein dunkles oder ein helles Bier ist, bleibt zunächst unklar. Spannend ist der Umstand, dass das Bier in einer Bügelflasche daherkommt. Sehr ungewöhnlich, aber zunächst kein negatives Merkmal für ein Weizenbier.WichtelHefe3

Farbe
Die Farbe dieses dunklen Weizens ist recht trüb, wie man es von solch einem Vertreter erwartet. Allerdings ist es im Vergleich zu anderen dunklen Weizen oder auch Schwarzbieren noch recht hell. Das passt dazu, dass auf dem Etikett nicht angegeben wird, ob es sich um ein helles oder ein dunkles Weizen handelt. Der Schaum zerfällt recht schnell.

Einstieg
Samtig und fruchtig steigt der erste Duft in die Nase. Man freut sich auf den ersten Schluck, wird aber schnell enttäuscht. Recht säuerlich und platt schlägt dieses Weizen auf und erinnert so fast an die traditionelle Leipziger Gose.

WichtelHefe2Körper und Geschmack
Auch bei den nächsten Schlücken bleibt die Lage unverändert. Die besondere Vollmundigkeit, die Weizenbiere normalerweise auszeichnet, fehlt bei diesem Bier vollkommen. Der Körper bleibt mickrig und platt. Der säuerliche Geschmack setzt sich fort und stört das Gesamtbild noch zusätzlich. Ein wirklicher Genuss möchte sich auch im Trinkverlauf nicht einstellen.

Abgang
Das beste an diesem Bier ist tatsächlich der Nachgeschmack. Wenn sich die Säure verzogen hat, bleibt eine starke Bananennote. Man kann sich also nur darauf freuen, wenn das Bier seinen Weg durch die Kehle gefunden hat und sich nach dem sauren schließlich der angenehme Part einstellt.

Kohlensäure
Die Menge der Kohlensäure passt bei diesem Bier. Das Weizen wird unaufdringlich in jede Ecke des Mundraums verteilt. Wäre da jetzt noch etwas mehr dahinter, würde das gut zusammenpassen.

Süffigkeit
Nee, einfach nein. Einmal probieren und dann ist es gut damit. Liebhaber der Gose könnten das aber auch anders sehen.

Fazit
Schade, da hat man mehr erwartet. Kein Bier für Personen, die nach einem Weizenbier klassischer Art suchen. Eventuell jedoch eine interessante Ergänzung für das Repertoire der Gosenfreunde.

WichtelHefe4

zur Brauerei
Seit 1989 wird in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Kinos in Ditzingen Bier gebraut. Unterstrichen wird dieses Angebot durch Wichtel-Kuchen und andere Leckereien. Inzwischen gibt es außerdem auch in Stuttgart-Feuerbach und Böblingen Niederlassungen, womit die Hausbrauerei jedoch ihren lokalen Charakter bewahrt. Gebraut wird hauptsächlich saisonal, beispielsweise mit dem Maibock, dem Märzen oder dem Sommerbier. Im dauerhaften Angebot sind lediglich das Pils und das Hefeweizen, wobei es sich beim letzteren um einen Vertreter dunklen Typs handelt.