Falcon Export

Das wachsame Auge des Falken späht einen schon aus dem Regal heraus an. Mit der goldenen Schrift auf dunkelblauem Grund wirkt das Bier edel und erhaben. Das Bild des Falken selbst dominiert das äußere der Dose, aber kann das Export mit seinen 5,2% Alkoholgehalt auch die Sinne des geneigten Biertrinkers beflügeln? Wir haben dieses schwedische Bier getrunken.

dav

Duft und Farbe
Ein Schwall würziger Duft strömt einem direkt aus der Dose entgegen, sobald man diese geöffnet hat. Herrlich frisch und intensiv fliegt der Falkenduft schonmal in die Nase. Das macht einen guten ersten Eindruck. Im Glas zeigt sich das Bier sehr klar und mit schöner goldgelber Farbe. Der Schaum ist cremig und feinporig, sodass man gerne reinbeißen möchte. Yummi!

Einstieg
Allein schon das Gefühl des Schaums auf den Lippen macht schon ein tolles Gefühl. Das Export knüpft dann beim ersten Schluck genau da an, wo vorher die Nase aufgehört hat: bei einem intensiven und würzigen Geschmack.

davKörper und Geschmack
Vom ersten Schluck an bildet das Bier einen intensiven und recht breiten Körper aus, der vor allem von würzigen Aromen dominiert wird. Im Verlauf des Genusses breiten sich mehr und mehr auch bittere Nuancen heraus und die Fülle des Körpers zieht sich zurück. Hinten raus wird der Falke dann fast ein bisschen zu bissig und das Bier wirkt nicht mehr besonders rund.

Abgang
Das Bier selbst verzieht sich recht unauffällig, hinterlässt aber nach einiger Zeit einen interessanten Nachgeschmack, der an sehr hefereiches Brot erinnert. Das ist wirklich mal eine Besonderheit!

Kohlensäure
Hier gibt es einen akuten Mangel! Mehr Sprudeligkeit würde diesem Bier definitiv gut tun. So muss man selber schon ordentlich nachhelfen, um den Geschmack des Bieres vollkommen entwickeln zu können.

Süffigkeit
Die Süffigkeit hält sich bei diesem Bier eher in Grenzen. Zu unrund ist der Gesamteindruck und zu bissig entwickelt sich der Geschmack.

edf

Fazit
Für Schweden wohl ein Klassiker, mehr aber auch nicht. Der Abgang mit seinem Nachgeschmack ist eine Erfahrung wert. Ansonsten macht die Dose von außen mehr her als der Inhalt.

 

zur Brauerei
Seit 1896 besteht die Tradition der Brauerei aus dem schwedischen Falkenberg, einer Stadt an der Westküste des Königreichs irgendwo zwischen Göteborg und Malmö. Der Falke gewinnt schnell die Herzen der Schweden und kann sich innerhalb eines Jahrhunderts kräftig ausbreiten. 1996 wird die Brauerei vom dänischen Bierriesen Carlsberg aufgekauft und ist heute seine stärkste schwedische Marke. Insgesamt werden 10 verschiedene Biertypen gebraut.

Henninger D-Pils

Dieses Pilsner liebt die Stadt, aus der es kommt! Das sieht man sowohl am Schriftzug im Logo wie auch am Eschenheimer Turm, der zwischen den Initialen der Brauerei das Etikett ziert. Das D-Pils ist schon irgendwie von Anfang an ein komischer Kauz. Das zeigt sich auch bei der Angabe des Brennwerts, die in ganzem Satz statt in üblicher Tabelle erfolgt. Was sonst noch neben 4,9% Alkohol in dem Pils aus Frankfurt steckt? Wir haben es getestet!

dav

Duft und Farbe
Fein und frisch duftet es aus der Flasche. Und sogleich ergießt sich das hellgelbe Bier ins Glas. Die Farbe ist ein bisschen sehr blass, sodass das Bier etwas wässrig wirkt. Der Schaum ist recht grob und verabschiedet sich auch schon nach kurzer Halbwertzeit.

davEinstieg
Der Einstieg überrascht einen ein wenig. Erwartet man doch einen feinherben Anklang, wie es bei Pilsnern üblich wäre, findet man hier doch eher einen breiteren Körper, der vor allem malzigere Töne anschlägt. Von Anfang an bildet das Bier ein breites Spektrum an Aromen aus.

Körper und Geschmack
Der recht massige Körper spricht in seiner Geschmackskurve verschiedene Bereiche an. Stehen zuerst -recht unerwartet- malzigere Noten im Vordergrund, können sich mehr und mehr auch hopfenlastigere Nuancen ihren Weg bahnen. Insgesamt wirkt das Bier im Geschmack dichter, als es das eher wässrige Aussehen im Glas hätte vermuten lassen. Fruchtige Noten kommen bei diesem Pils keine nennenswerten vor. Ist ja auch kein IPA!

Abgang
Sanft zieht das D-Pils von dannen. Gerade im Abgang zeigen sich schließlich noch die originären Pilsaromen in Form eines herben Nachgeschmacks.

Kohlensäure
Dieses Bier ist wirklich ein sprudeliger Zeitgenosse. Dennoch wirkt dieser hohe Gehalt an Kohlensäure keineswegs störend, sondern hilft dem Bier vielmehr schnell seine Aromen auszubreiten.

Süffigkeit
Dieses Pils hat eine grundsolide Süffigkeit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

dav

Fazit
Ein klassisches Pils ohne große Schnörkeleien. Solide verarbeitet und ebenso im Geschmack. Kein Weltenbummler, sondern ein Bier von nebenan.

 

zur Brauerei
Die Ursprünge der Brauerei reichen bis ins Jahr 1655 zurück. Seit 1869 heißt sie schließlich auch Henninger. Bekannt wurde sie vor allem durch den Henninger Turm, einen sehr hohen Getreidesilo der Brauerei, der lange Zeit eines der Wahrzeichen Frankfurts war und unter anderem einem Radrennen seinen Namen lieh. Heute gehört Henninger-Bräu zur Radeberger-Gruppe, die jedoch die Markentradition am Leben erhält.

Fliegenpils

„Ein Pilsbier steht im Walde ganz still und stumm.“ Darauf könnte man als erstes kommen, wenn man dieses Bier mit seinem roten Kronkorken und den weißen Punkten sieht. Dazu gleich mehrfach der rustikale Schriftzug „Fliegenpils“. Ja, dieses Bier aus dem Hause Kronburg ist auf jeden Fall ein Pilsener mit Charakter und kommt mit standardmäßigen 4,9% Alkoholgehalt daher. Was das Pils sonst noch so kann, haben wir getestet.

dav

Duft und Farbe
Ein feinherber Duft mit einer leicht fruchtigen Note macht sich alsbald auf den Weg aus der Flasche in die Nase. Im Glas zeigt sich das Bier schließlich glasklar und rein. Die anfängliche Krone verflüchtigt sich leider nur allzu schnell. Naja, das Bier ist ja zum Glück noch da!

Einstieg
Auf Anhieb kann das Fliegenpils eine angenehm herbe Atmosphäre im Mund schaffen. Allerdings werden abgesehen hiervon zunächst nur sehr wenige verschiedene Geschmackszonen angesprochen. Auch ein explizites Antrinken im vorderen Mundraum kann hier keine Abhilfe schaffen.

davKörper und Geschmack
Braucht der zunächst schwache Körper vielleicht etwas mehr Zeit, um sich zu entwickeln? Diese Zeit soll er ruhig haben, wenn dafür das Ergebnis stimmt. Bis dahin zeigt sich das Fliegenpils als vornehmlich feinherber Begleiter, der ausschließlich im hinteren Mundraum sein Werk verrichtet. Die fruchtige Note aus dem Duft lässt sich nur in sehr begrenztem Maße im Geschmack wiederfinden.

Abgang
Die fehlende Maße taucht auch bis zum Abgang nicht mehr auf. Schade drum! Hier verschwindet das Bier dann auch so wenig beachtet, wie es auf den Plan getreten ist.

Kohlensäure
Dafür, dass man am Anfang quasi gar keine Kohlensäure erblicken konnte, ist das Bier recht munter. Das Pils kommt überall dorthin, wo es hinkommen soll. Das passt auf jeden Fall!

Süffigkeit
Wenn man keine Lust auf ein intensives Geschmackserlebnis hat, dann kann man von diesem Bier auf jeden Fall mehrere hintereinander wegtrinken.

edfFazit
Ein Bier für Tage mit geringen Ansprüchen. Die herbe Note ist ganz nett, aber dann hört es auch schon sehr bald auf. Leider kein umfassendes Geschmackserlebnis. Da bleibt man vielleicht doch besser beim FliegenpilZ…

 

zur Brauerei
Seit der ersten Erwähnung der Brauerei im Jahr 1576 hat die Brauerei so einige Besitzer kommen und gehen gesehen. Seit 1891 allerdings ist die Brauerei Kronburg zu einem Familienbetrieb geworden, der inzwischen in der 5. Generation fortgeführt wird. Gebraut werden in dieser oberschwäbischen Gemeinde verschiedene Biere vom Weizen übers Helle bis zum Pils und zum Bock. Der Leitspruch ist dabei stets: „Besondere Biere mit Seele“

Hasseröder Premium Pils

Bekannt ist Hasseröder vor allem durch sein Markenzeichen, den Auerhahn! Dieser ziert auch gleich mehrfach Flasche und Kronkorken. Im Gegensatz zum Vogel, der zu den bedrohtesten Tierarten Deutschlands zählt, erfreut sich Hasseröder insbesondere in den neuen Bundesländern großer Beliebtheit. Was geschmacklich hinter dem Pils aus Wernigerode steckt, haben wir getestet!

sdr

Duft und Farbe
Hält man seinen Zinken über die frisch geöffnete Flasche, dann bekommt man genau das, was man erwartet hat: man riecht eine stark hopfige Note mir feinherben Nuancen. Alles genau so, wie man es sich von einem guten Pils wünscht. Im Glas zeigt sich das Hasseröder goldgelb und lupenrein. Der Schaum ist eher feinporig und von relativ guter Haltbarkeit, aber nicht cremig.

Einstieg
Auch beim ersten Schluck erlebt man keine großen Überraschungen. Es beherrschen herbe und hopfige Aromen, die gut miteinander harmonieren, jedoch keine hormonellen Höhenflüge auslösen. Im zweiten Moment hat man das Gefühl, dass das Bier eine winzige Note metallisch schmecken könnte. Bleibt das so?

sdrKörper und Geschmack
Der Körper dieses Pilseners ist nicht besonders stark ausgeprägt. Er entwickelt sich vor allem hintenraus, also zum Abgang hin. Die kräftigen Aromen des Hopfen dominieren das Spektakel, wie man bei einem Pils erwartet. Ein gewisser metallischer Geschmack bleibt aber zum Ende hin (leider) minimal erhalten.

Abgang
Besonders erwähnenswert ist der angenehm herbe Nachgeschmack, der jedem Pilstrinker ein mildes Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte. Das ist wirklich das, was bei diesem Bier in Erinnerung bleibt.

Kohlensäure
Der Anteil der Kohlensäure ist bei diesem Bier mit seinen 4,9% Alkoholgehalt genau richtig eingestellt. Das Bier kommt dahin, wo es hin soll. Ohne großes Tamtam und dergleichen.

Süffigkeit
Das erste Bier ebnet hier den Weg für das zweite. Und es bleibt die Hoffnung, dass sich dieser metallische Unterton wegtrinken lässt.

edf

Fazit
Ein solides Pils, das mit einem besonders angenehmen feinherben Aroma aufwartet. Gewisse Abstriche im Geschmack lassen sich verkraften, verwehren aber den Zutritt in die Meisterklasse.

 

zur Brauerei
Die Brauerei wurde 1872 im Wernigerorder Stadtteil Hasserode gegründet, wovon sich auch der Name ableitet. Sie produzierte auch zu Zeiten der deutschen Teilung, wobei sie vor allem im Raum Magdeburg präsent war. Nach der Wiedervereinigung kam Hasseröder zuerst zur Gilde Brauerei und ist heute ein Teil der riesigen ABInBev – leider. Es werden auch noch einige andere Biersorten gebraut, jedoch liegt der Fokus ganz klar auf dem Pilsener.

Schwarzbräu Exquisit

Bayerische Braukultur in reiner Form. So präsentiert sich das Exportbier „Exquisit“ aus dem Hause Schwarzbräu aus dem schwäbischen Zusmarshausen. Neben den Standardwerten von 5,4% Alkoholgehalt und 12,5°P Stammwürzegehalt, sticht beim Besuch der Homepage besonders der sogenannte Bier-Kompass ins Auge. Demnach ist dieses Vollbier ein wahrlich ausgeglichenes Getränk. Ob das stimmt? Wir haben es probiert!

SchwarzExquisit1

Duft und Farbe
Fruchtig, aber durchaus bereits mit herben Nuancen strömt der Duft des Exports aus der Flasche. Ins Glas ergießt sich sogleich ein fast ganz klares Bier, auf dem sich schließlich eine recht grobporige Krone bildet, die mit durchschnittlicher Haltbarkeit aufwartet.

Einstieg
Der erste Schluck ist sehr prägnant und durchaus würzig. Hier steckt richtig was dahinter und man leckt sich sofort die Lippen nach dem zweiten Schluck. Auch bei diesem wird der vollmundige Charakter des Bieres deutlich. Man hat wirklich das Gefühl, auch etwas im Mund zu haben. Das Bier ist sehr präsent!

Körper und Geschmack
Der Körper des Bieres nimmt sich enorm viel Platz und untermauert dies mit einem sehr würzigen und durchaus herben Geschmack, den man vor allem in den Backen wahrnehmen kann. Beim genaueren Hinschmecken, entdeckt man auch wieder die leicht fruchtigen Einschläge, die man schon mit der ersten Nase erschnüffelt hat. Im Verlauf wird das Bier zunehmend intensiver und bietet so auch noch beim achten und neunten Schluck ein spannend-prägnantes Geschmackserlebnis.

SchwarzExquisit3Abgang
Von Anfang bis Ende bietet das Schwarzbräu Exquisit eine runde Veranstaltung. Vor allem die hopfigen Endrücke gewinnen im Abgang nochmal an Präsenz. Das lässt dieses schwäbische Bier in guter Erinnerung erscheinen.

Kohlensäure
Hier wurde eher gespart, was dem Geschmackserlebnis jedoch in keiner Weise einen Abbruch tut. Mehr Sprudelei hätte bei diesem Bier, das nur so vor verschiedener Geschmacksaspekten strotzt, wohl eher geschadet als genützt.

Süffigkeit
Ein durchaus süffiger Vertreter seiner Zunft – auch begünstigt durch den geringen Kohlensäureanteil! Sicherlich wird sich der Geschmack auch noch mit der zweiten Flasche weiterentwickeln. Also: Her mit dem Kasten!

SchwarzExquisit2

Fazit
Starkes Bier mit würzigem Charakter, von dem man so schnell nicht genug kriegt. Auf den Punkt gebraut, sodass man die Qualität des Handwerks auch erschmecken kann. Das gefällt dem Bierkenner außerordentlich!

 

zur Brauerei
Kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Brauerei das erste Mal erwähnt als ausgezehrte schwedische Truppen der Legende nach die Gaststube verwüsteten und alle Fässer leer tranken. Der Fahnenträger, der Bierflaschen und Krüge der Brauerei ziert, geht hierauf zurück. Heute ist Schwarzbräu aktives Mitglied der Initiative „Die Freien Brauer“, einem Zusammenschluss unabhängiger Privatbrauereien.

Kirin Ichiban

Ein feuriger Drache ziert das Etikett dieses japanischen Bieres. Eines japanischen Bieres? Wirklich? Nun ja, die Rückseite der Flasche verrät sogleich, dass ihr Inhalt im bayerischen Freising im Haus Weihenstephan gebraut wurde. Aber das muss ja absolut nichts schlechtes sein! 5,0% bringt das Lagerbier auf der Alkoholwaage. Ob der bayerische Japaner auch schmeckt? Wir haben’s probiert!

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Duft und Farbe
Da kommt sogleich ein recht hopfiger Duft aus der Flasche, wenn man den Kronkorken lupft. Zwar nicht besonders fruchtig, aber dennoch mit einer breiten Facette an Geruchsnuancen gewinnt man nochmal einen letzten Schub an Probierlust. Im Glas zeigt sich das Vollbier glasklar und blass gelb. Kohlensäure ist zunächst nur wenig zu sehen. Der Schaum ist recht feinporig und von durchschnittlicher Beständigkeit.

Einstieg
Der erste Schluck ist direkt sehr intensiv und schlägt sich geschmacklich vor allem im Rachenbereich nieder. Hier kommt der Hopfen mit ganzer Macht zum Ausdruck. Intensiv und würzig wird man hier direkt angefüttert.

KirinIchiban2Körper und Geschmack
Insgesamt ist das Kirin Ichiban ein recht ausgewogenes Bier. Im Antrunk ist das Bier, wie oben beschrieben, recht stark. Mit weiteren Schlücken nimmt diese prägnante Art etwas ab, bleibt aber geschmacklich durchaus interessant. Dominant bleiben stets die Hopfenaromen. Es lohnt sich, das Bier im Mund etwas umherzuspülen, damit sich noch weitere Geschmacksteile entwickeln können.

Abgang
Im Abgang ist dieser japanische Vertreter weniger charakteristisch als im Antrunk. Durchschnitt reicht hier aber vollkommen aus. Immerhin besser, als wenn der Abgang den Wunsch auf ein zweites Bier komplett abwegig macht.

Kohlensäure
Hiervon bringt das Bier recht wenig mit. Aber auch wenig kann in diesem Fall genug sein. Schließlich kommt alles dahin, wo es hingehört.

Süffigkeit
Hier kommen viele positive Aspekte für das Bier zusammen. Der recht geringe Anteil an Kohlensäure, der durchschnittliche Abgang und der sich entwickelnde Charakter. Hier kann man gut noch eine zweite Flasche aufmachen!

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Fazit
Ein durchschnittliches Bier mit dem Glanz der großen, weiten Welt – zumindest solange, bis man weiß, dass diese Flasche in Bayern abgefüllt wurde. Das Bier schmeckt trotzdem ganz annehmbar.

 

zur Brauerei
Die Brauerei Kirin wurde 1885 von britischen und japanischen Unternehmern gegründet. Der Name Kirin, der sich von einem japanischen Fabelwesen ableitet, das auch die Flaschen ziert, erhielt die Brauerei im Jahr 1888. Heute ist die Brauerei eines der führenden Unternehmen Japans und an der Börse notiert. Neben dem japanischen Biermarkt, ist das Unternehmen durch zahlreiche Joint-Ventures heute auch in anderen Getränkesparten in Japan aktiv.

Clemens Spezial

Dieses Bier ist ein wahrer Dinosaurier. Seit 1897 wird es nach dem Originalrezept des Brauerei-Gründers Clemens Härle eingebraut. So rustikal und bodenständig wird es auch auf der Homepage der Brauerei beschrieben. Dort steht auch, dass dieser Gerstensaft mit seinen 5,4% Alkoholgehalt vor allem auch Frauen besonders gut schmecken würde. Was das heißt wissen wir nicht, aber ob es gut schmeckt, haben wir getestet!

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Duft und Farbe
Schnuppert man direkt nach dem Öffnen der Flasche am Bier, so kann man den aromatischen und rustikalen Charme des Bieres direkt in sich aufsaugen. Ähnlich lässt sich auch die Farbe im Glas beschreiben. Hier tritt das Bier, das als dunkelblond beschrieben wird, mit einem fast schon rötlichen Stich auf. Aber man fragt sich schon, warum das Bier so glasklar filtriert ist? Hätte ein naturtrübes Bier hier nicht besser gepasst?

Einstieg
Kräftig aromatisch schlägt das Bier direkt mit dem ersten Schluck auf. Intensiv bilden sich die Malzaromen auf Anhieb aus und sprechen den gesamten Mund an. Das alles jedoch auf eine sehr sympathischen Art und Weise, ohne den geneigten Trinker zu überrumpeln.CleSpezial3

Körper und Geschmack
Das Clemens Spezial hat einen kräftigen Körper, der mit kräftigen Malzaromen und würzigen Geschmacksaspekten aufwartet, die sich schon beim Einstieg klar in Stellung bringen. Es ist fast so, als würde man in ein würziges Brot beißen, das mit einer Spur süß verfeinert wurde. Die Geschmacksnuancen verdrehen einem nur so den Kopf und bilden sich immer weiter aus. Generell macht das Bier trotz seines aromatisch-rustikalen Auftritts einen milden und gemächlichen Eindruck.

Abgang
Ganz geschmeidig verabschiedet sich das Clemens Spezial und hinterlässt einen fast schon samtigen und würzigen Geschmack sowie den Wunsch nach mehr.

Kohlensäure
Nicht besonders spritzig, aber das ist bei diesem Bier auch nicht gefragt. Der Anteil der Kohlensäure passt definitiv zum Bier.

Süffigkeit
Dieses Bier ist wirklich grandios süffig! Herrlich, wie hier der relativ geringe Anteil an Kohlensäure und der würzige Geschmack ineinandergreifen.CleSpezial2

Fazit
Ein starkes Bier mit mächtiger Tradition. Die würzigen Aromen hauen einen um und die samtige Art machen das Clemens Spezial zu einem wahren Trinkgenuss. Ob das Bier besonders auch Frauen schmeckt, wissen wir noch immer nicht. Das zeigt wohl nur die Empirie im Gasthaus.

 

zur Brauerei
Die Geschichte der Brauerei geht in das Jahr 1897 zurück. Da gründete Clemens Härle, nachdem er selbst bei verschiedenen Brauereien gearbeitet hatte, seine eigene Wirk- und Braustätte. Bis heute wird im gleichen Gebäude gebraut, das 1896 erbaut wurde und auch heute noch wird die Brauerei von Nachkommen des guten Clemens geführt. Heute freilich mit deutlich mehr Sorten und einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit, wofür die Brauerei mehrfach ausgezeichnet wurde.

 

Bishops Finger

Nach eigenen Angaben aus der ältesten Brauerei Britanniens stammend, wartet das Bishops Finger mit 5,4% Alkohol auf. Interessant ist in jedem Fall das Etikett dieses Ales, das neben einem stilisierten Bischofsstab und einem Wegweiser auf der Vorderseite auch eine genaue Geschmacksbeschreibung auf der Rückseite enthält. Ob die dort genannten Eigenschaften wirklich auch so zutreffen, haben wir getestet.

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Duft und Farbe
Wow! Dieser Duft lässt das Herz von Bierliebhabern höher schlagen. Herrlich malzig und intensiv duftet es unter dem gelupften Kronkorken hervor. Das Bier ist recht dunkel, aber weitestgehend klar. Die Farbe erinnert am ehesten an sehr dunklen Bernstein. Der Schaum ist feinporig, jedoch von magerem Ausmaß und von spärlicher Ausdauer.

Einstieg
Der erste Schluck birgt einen ganzen Batzen an Geschmack, der den Mund im Sturm erobert. Kräftige Aromen lassen sofort ein prägnantes Bild des Bieres entstehen. Weiter hinten bilden sich auch von Anfang an bitterere Noten, die von einem gewissen Hopfenanteil zeugen.

BishFinger1Körper und Geschmack
Zwar ist der Körper dieses Bieres recht kräftig, jedoch keinesfalls mit der Fülle eines herkömmlichen Dunkelbieres vergleichbar. Das starke Auftreten dieses Ales, das auf der Flasche als „Strong Ale“ angepriesen wird, manifestiert sich im markanten Geschmack und weniger im Alkoholgehalt. Die starken Malznoten dominieren dieses Bier. Starke Röstaromen erinnern phasenweise auch ein klein wenig an Kaffee. Dies sind wohl auch die bitteren Nuancen, die man weiter hinten am Gaumen erkennt.

Abgang
Die malzigen und röstigen Aromen dominieren den Abgang und den Nachgeschmack. Ungewöhnlich ist in dieser Kombination der geradezu flotte Abgang dieses Ales die Kehle hinunter. Es bleibt eine bittere Note – bis zum nächsten Schluck.

Kohlensäure
Die Kohlensäure tritt nicht prominent in Erscheinung. Das gilt zumindest für Glas und Flasche. Im Mund kommt das Ale dann doch etwas spritziger daher. Dieses Gefühl entwickelt sich direkt von der Lippe weg. Ein fast schon aufregendes Gefühl!

Süffigkeit
Für ein Ale dieser Körperfülle kommt das Bishops Finger ziemlich locker daher. Die dezente Kohlensäure leistet ihr übriges und so wirkt dieses Bier deutlich süffiger als anfangs erwartet.

BishFinger3Fazit
Dieses Ale ist wirklich eine Bereicherung für die Biervielfalt. Die Kombination aus einem markanten Geschmack, einer guten Süffigkeit und einem überraschend schlanken Körper machen das Bishops Finger zu einer wirklich interessanten Biervariation.

 

zur Brauerei
Seit 1698 wird bei Shepherd Neame Bier gebraut – und somit betitelt sich diese Brauerei aus dem Südosten Englands als älteste Brauerei Britanniens. Spezialisiert hat man sich auf die Produktion verschiedener Ales, für die der gesamte britische Raum schließlich bekannt ist. Heute bieten die Braumeister aus der Grafschaft Kent eine Vielzahl von Ale- und Lagerbieren an. Großer Wert wird hierbei auch auf die aufwendige und hochwertige Gestaltung der Etikette gelegt.

 

Stone Cali-Belgique IPA

Seinen Bruder haben wir schon verkostet. Doch was unterscheidet das IPA Cali-Belgique aus dem Teufelshaus vom normalen IPA? Ist es der belgische Twist, der auf der Dose angepriesen wird? Die harten Fakten sind erstmal gleich. 6,9% Alkoholgehalt schlagen zu Buche. Der Rest muss sich im Mund bewähren. Wir haben es getestet!

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Duft und Farbe
Intensiv und fruchtig ergießt sich das leicht trübe IPA ins passende Bierglas. Die Duftnote erinnert an reife Mangos. Man möchte zugleich losschlürfen! Der Schaum macht noch mehr Appetit. Nicht nur, dass er sich in ausreichender Menge bildet, nein, auch die Konsistenz überzeugt sofort. So beginnt der Genuss schon vor dem ersten Schluck.

Einstieg
Vollmundig breitet sich das Bier direkt mit dem ersten Schluck im Munde aus. Hierbei überwiegen allerdings nicht die mit der ersten Nase wahrgenommenen Mangoaromen, sondern vermehrt herbe Stoffe. Ein feiner Kontrast, den das Bier von Anfang an herausstellt. Im ersten Moment werden besonders die Geschmacksräume im unteren Mundbereich angesprochen. Ein guter Start.

Körper und Geschmack
Nachdem sich der Körper in seiner ganzen Massigkeit schon beim ersten Schluck eingenistet hat, schlagen nun mehr und mehr auch die restlichen Aromen durch. Es lohnt sich, das Bier im gesamten Mund zirkulieren zu lassen, damit alle Geschmacksbereiche stimuliert werden. So kommen auch die fruchtigeren Momente zum Vorschein, wobei jedoch stets die herben Aromen dominieren. Etwas negativ fällt eine Dezente Alkoholnote auf, die am ehesten in dieser Form beim russischen Baltika bemerkt wurde.Stone_Cali3

Abgang
Gerade auch im Abgang zeigt sich die große Diskrepanz zwischen dem fruchtigen Duft und dem herben Geschmack. Ist das Bier erst einmal aus dem Mund verschwunden, dann weiß man sehr genau, dass man gerade keinen Saft, sondern ein starkes Brauereierzeugnis genossen hat.

Kohlensäure
Hier ist noch etwas Luft nach oben. Etwas mehr Schuss könnte dieses IPA schon vertragen. Die Minimalanforderungen sind aber allemal erfüllt. Und sollte das Ziel des Kohlensäureportionierers darin bestanden haben, einen perfekten Schaum zu produzieren, dann ziehen wir unseren Hut. Chapeau!

Süffigkeit
Ein Genießer Bier, das auch so getrunken werden will. Nichts zum Stürzen, nichts für einen ganzen Kasten.

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Fazit
Was jetzt den großen Sprung im Vergleich zum Standard IPA aus der gleichen Brauerei macht, wissen wir noch immer nicht. Trotzdem ein gelungenes Bier, das Sommerwütige mit Früchten und Eiswürfeln auch gut zu einem Bier-Cocktail verhunzen könnten.

 

zur Brauerei
Die Geschichte von Arrogant Brewing reicht in das Jahr 1995 zurück. Beim Herumexperementieren mit einem Bierrezept wurde per Zufall eine neue Kreation erschaffen, welche die beiden Brauer dermaßen faszinierte, dass sie ihre Entdeckung der Welt nicht weiter vorenthalten wollten. Zwei Jahre später ging Arrogant Brewing schließlich auf den Markt heraus und bietet heute eine große Anzahl verschiedener Biervariationen an – darunter auch viele saisonale Spezialitäten.

 

Wolfscraft Super Lager

Aus dem Hause Wolfscraft kommt auch ein Lagerbier. Ein Super Lager sogar. Ist das also das große Geheimnis von Super-man und den anderen Super-helden? Die 5,3% Alkoholgehalt lassen erstmal auf nichts super ungewöhnliches schließen. Aber es zählen ja die inneren Werte und nicht das äußere Etikett. Was das als „ausgewogen und fruchtig“ angepriesene Bier wirklich kann, haben wir getestet!

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Duft und Farbe
Herrlich fruchtig und aromatisch strömt der Duft aus der Flasche. Hier hält das Super-Lager schonmal, was das Etikett verspricht. Besonders auffallen sind die Litschi-Noten, die herausstechen. Die Farbe im Glas zeigt sich leicht eingetrübt, aber gleichmäßig. Das Bier ist hierbei sehr hell. Schaum bildet sich nur spärlich und verschwindet im Handumdrehen.

Einstieg
Sofort ist das Bier mit voller Geschmackspower da. Fruchtige Noten schlagen gleich an, ebenso ein breite aber feine Malznote. Allerdings merkt man dem Bier auch eine leichte Nuance an, die einen alkoholischen Geschmack durchscheinen lässt, was ungewöhnlich ist.

btyKörper und Geschmack
Nach dem Paukenschlag zu Beginn wirkt der Körper auf den zweiten Schluck recht mager und fast schon wässrig. Einzelne alkoholische Noten schmecken immer wieder durch und fruchtige Noten verschaffen sich gar keinen rechten Platz. Geht man ganz tief in sich, dann kann man eine recht kräuterlastige Note entdecken, die entfernt an die alpenländische Kräuterlimonade erinnert.

Abgang
Ohne großes Tamtam und Rumtatatum verzieht sich das schmale Lager an andere Orte. Es bleibt der Hauch von einem Bier, das sonst nur recht wenige Eindrücke hinterlässt.

Kohlensäure
Einen kleinen Tacken mehr Kohlensäure hätte den Körper eventuell noch etwas aufgebläht. Im Großen und Ganzen kommt aber alles dahin, wo es hingehört.

Süffigkeit
Diesem Bier kann man keine besondere Süffigkeit andichten. Dafür ist es zu kantig und zu unangepasst.

dav

Fazit
Nicht gerade das, was man von einem Lager erwarten würde. So steht dieses Bier sicher in einem starken Kontrast zu anderen bayerischen Lagerbieren, aber das ist ja auch der Anspruch von Wolfscraft. Die alkoholischen Noten machen allerdings einiges kaputt…leider.

 

zur Brauerei
Eigentlich sollte gerade in Bayern alles immer seinen gewohnten Gang gehen. Doch diese Brauerei hat sich auf die Fahne geschrieben, anders zu sein.  Seit 2016 schleicht Wolfscraft auf den Fährten der traditionellen Braukunst umher und braut mit Bio-Zutaten handwerkliche Biere. Neben dem beachtlichen Bierangebot unterstützt die Brauerei aus Freising Projekte zum Wolfsschutz.