Postweizen Hefe Weiße

Die alten Postbeamten sind sicherlich besonders viel herumgekommen in ihren stattlichen Postkutschen. Aber haben sie auch von allen Weißbieren die besten Informationen, Tipps und Tricks ins Allgäu gebracht? Das Postweizen könnte solch ein Kulminationspunkt der Braukunst sein. Die 12,6°P Stammwürze, die für 5,2% Alkoholgehalt sorgen, machen schonmal einen soliden Eindruck. Ob das Bier nicht nur Postangestellte verzaubert? Wir werden sehen!

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Duft und Farbe
Ganz feine, kaum wahrnehmbare Aromen bahnen sich luftig den Weg aus der Flasche. Ein klein wenig Säure, ein paar fruchtige Nuancen, alles in allem aber dennoch eher unscheinbar. Im Glas macht das Postweizen gleich eine gute Figur. Herrlich ist es mitanzusehen, wie die Hefe feine Schleier ins trübe Bier zieht. Der Schaum ist feinporig, wenn auch nicht von langlebiger Art.

Einstieg
Der erste Eindruck ist geprägt von saureren Aromen,wie auch schon der erste Duft aus der Flasche erwarten ließ. Doch bereits kurz darauf entfalten sich etwas fruchtigere Elemente, die dem Bier etwas mehr Glanz verleihen.

Körper und Geschmack
Zwar wird man vom Volumen dieses Weizens nicht erschlagen, aber es macht dennoch klar, dass es einen stattlichen Körper hat. Schnell dringt es in jede Ecke und lässt immer mehr fruchtige Noten zum Vorschein kommen. Dabei ist es stets sehr mild und angenehm im Trunk. Insgesamt macht es einen sehr runden Eindruck.

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Abgang
Auch im Abgang macht das Postweizen einen sehr soliden Eindruck. Keine störenden Beigeschmäcker oder kratzige Aromen, sondern grundständiger Genuss.

Kohlensäure
Ein bisschen weniger hätte es schon sein dürfen. Dann wäre das Bier vielleicht nicht ganz so bissig im Antrunk und bei der ersten Nase. Insgesamt aber noch vollkommen im Rahmen.

Süffigkeit
Dieses Bier ist für ein Weizen relativ süffig, ist sein Körper nicht übermäßig voluminös. Dennoch gäbe es hier noch Luft nach oben, die bei einem Weizenbier aber keinesfalls ausgeschöpft werden muss.

dav

Fazit
Sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange, was die Postbeamten da zusammengetragen haben, aber auf jeden Fall ein solides Weizenbier, das seiner Braugattung keinesfalls Schande bereitet, sondern durch sein solides Auftreten und den sich leicht entwickelnden Geschmack ein gutes Fundament bietet.

 

zur Brauerei
Bereits seit 1650 gibt es die Brautradition in Weiler, auch wenn Namen und Standorte der Brauerei zunächst öfter wechselten. Seit 1849 ist schließlich die dortige Post mit der Brauerei fusioniert worden und trägt seitdem den noch heute bekannten Namen. Schließlich übernahm Anton Zinth 1906 die Brauerei und machte sie zu dem, was sie noch heute ist. Insgesamt besteht die Produktpalette aus 12 verschiedenen Brauspezialitäten.

Ayinger Bräuweisse

Die Bräuweisse aus der Brauerei Aying hat wie so einige andere Biere aus diesem Hause schon manch Auszeichnung gewinnen können. Das unterstreicht grundsätzlich natürlich die hohe Qualität, die allen Bieren der Privatbrauerei innewohnt, bietet aber dennoch keine Garantie dafür, dass auch die Rezensionen der einfachen Biergenießer das Urteil der hohen Jurys teilen. Umso klarer, dass auch dieses Weißbier mit seinen 5,1% Alkoholgehalt aus 11,8°P Stammwürze erst den harten Test des Hopfenblogs durchlaufen muss, bevor grünes Licht gegeben werden kann. Wie es uns geschmeckt hat? Hier gibt’s die Rezension!

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Duft und Farbe
Herrlich kräftig steigt der Duft der Hefe aus der Flasche. Da braucht es niemanden, der einem sagt, dass man ein Weißbier trinkt. Im Glas zeigt sich die Bräuweisse dann trüb und recht hell mit einer angenehm intensiven Farbe. Der Schaum ist feinporig und von angemessener Haltbarkeit.

Einstieg
Das Bier strömt in den Mund und hat ab dem ersten Moment eine sehr starke Präsenz. Allerdings zeigt sich hierbei auch die Kohlensäure deutlich und macht das Bier etwas scharf im Gefühl.

Körper und Geschmack
Wie es bei einem Weißbier sein soll, wirkt die Bräuweisse vom Gefühl her sehr vollmundig und angenehm schwer. Dies wird zusätzlich durch die sanfte Art des Bieres unterstrichen, die sich permanent wie cremiger Schaum anfühlt. Fruchtige Noten sind genauso vertreten wie das herrlich hefige Aroma, das dieses Bier ganz besonders auszeichnet. Insgesamt wirkt der Körper sehr ausgewogen, wenn auch die Kohlensäure eine ganz leichte Acht ins Rad schlägt.

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Abgang
Insbesondere im Abgang tritt die Kohlensäure für unser Dafürhalten etwas zu stark hervor. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen und das Bier könnte noch runder und smoother auftreten. Der Nachgeschmack ist dennoch grandios!

Kohlensäure
Wie bereits angemerkt, wurde hier definitiv nicht gespart. Das Bier tritt so etwas zu scharf auf und könnte hier noch minimal perfektioniert werden.

Süffigkeit
Die Bräuweisse strotzt vor Süffigkeit. Da ändert auch die Kohlensäure nichts.

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Fazit
Die Bräuweisse ist ein starkes Weißbier mit einem runden Geschmack, das beim Trinken einfach Freude bereitet. Wenn jetzt noch etwas weniger Kohlensäure im Spiel wäre, dann hätte man gar nichts, was man kritisieren könnte.

 

zur Brauerei
Im Winter 1877/1878 braute Johann Liebhard das erste Bier der Brauerei Aying. Diese ging aus einer von ihm aus dem Familienbesitz übernommenen Wirtschaft mit angeschlossener Metzgerei hervor. Seitdem befindet sich auch die Brauerei im Familienbesitz. Interessant ist, dass mehrmals in der Brauerei kein männlicher Erbe zur Stelle war, sodass die Tochter -unüblicherweise- mit ihrem Mann die Brauerei weiterführte. Heute ist die Brauerei ein Zugpferd der bayerischen Braukultur, was die vielfältigen Auszeichnungen der Ayinger Biere eindrucksvoll belegen. Derzeit gibt es insgesamt 14 Biere im Sortiment. Besonders heraus sticht das „Kirtabier“, das speziell zur bayerischen Kirchweih im Oktober gebraut wird. Eine weitere Besonderheit ist der Freundeskreis der Brauerei, deren Mitgliedschaft sich Liebhaber erwerben können und dann vielfältige Vorteile genießen.

Warsteiner Herb

Ein doppelt gehopftes Pils. Da fragt man nicht lange nach dem Wie und Weshalb, sondern erfreut sich als Hopfenliebhaber einfach dieser Tatsache. Das Design der Flasche ist klassisch und recht schlicht in dunklen Tönen gehalten und kontrastiert so auch im Regal mit dem klassischen Pils der Warsteiner Brauerei. Die nüchterne Betrachtung von Stammwürze- und Alkoholgehalt lassen erstmal auf nichts besonderes schließen: Die Stammwürze schlägt mit 11,6°P zu buche und der Alkoholgehalt liegt bei vollkommen normalen 4,8%. Ob sich dieses doppelt gehopfte Bier doch irgendwie von der breiten Masse abheben kann? Wir haben die Antwort!

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Duft und Farbe
Der Geruch dieses Bieres wirft einen um. Es duftet dermaßen intensiv nach Hopfen, wie man es sonst quasi nie bei einem Bier antrifft. Hier zeigt sich auch die nahe Verwandtschaft des Hopfens mit Marihuana: Beide Pflanzen gehören zur Familie der Hanfgewächse, die sich in die Gattungen Hopfen und Hanf untergliedern lässt. Der Geruch geht bei diesem Intensitätsgrad fast ineinander über. Im Glas zeigt sich das Bier durchweg klar und von intensiv goldener Farbe. Der Schaum ist reichlich vorhanden und von feiner und recht beständiger Qualität.

Einstieg
Die Intensität des Geschmacks beim Einstieg ist zwar kräftig, kann aber nicht ganz mit der Geruchsintensität mithalten. Das Bier spricht direkt viele Geschmacksnerven an, wobei sogleich bittere Aromen den Ton angeben.

sdr

Körper und Geschmack
Für ein Pilsbier ist der Körper durchaus kräftig, sodass ein recht vollmundiger Eindruck entsteht. Es dominieren ganz klar die Hopfenaromen, die dem Bier auch einen vergleichsweise bitteren Geschmack verleihen. Sie überlagern sogar die klassisch herben Anteile, die einige norddeutsche Pilsener wie Flensburger oder Jever auszeichnen und setzt so eigene Maßstäbe. Das Geschmackserlebnis ist dennoch durchaus rund und die Konsistenz macht einen sanften und angenehmen Eindruck.

Abgang
Wenn dieses Bier geht, dann fangen die Bitterstoffe erst so richtig ihre Arbeit an und lassen den Bietrinker dieses Pils noch einige Zeit in Erinnerung behalten. Ansonsten sind keine störenden Geschmacksausfälle oder -ausbrüche zu verzeichnen.

Kohlensäure
Wohl dosiert und passend eingestellt unterstützt die Kohlensäure das Bier optimal bei der Geschmacksentfaltung.

Süffigkeit
Hat man sich erstmal nach einer sehr kurzen Eingewöhnungsphase an dieses doch recht unkonventionelle Bier gewöhnt, möchte man es nicht mehr missen und die Süffigkeit steigt exponential.

dav

Fazit
Doppelt gehopfte Pilsener könnten das Pilsbierwesen reformieren. Warsteiner hat mit diesem Bier seinen Anteil dafür geleistet und die Bierwelt ein kleines bisschen weiter vorangebracht. Dafür gebührt ihnen Ruhm und Ehre!

 

zur Brauerei
Die erste Erwähnung der Warsteiner Biertradition geht auf eine geleistete Biersteuer im Jahre 1753 zurück. Schon damals war es ein Mitglied der Familie Cramer, die bis heute die Geschicke der Brauerei aus Warstein lenkt. Nach einem Brand wurde an gleicher Stelle im Jahr 1803 das neue Stammhaus gebaut. Durch den Anschluss an die Eisenbahn wurden schließlich die Absatzmöglichkeiten verbessert und ein regelrechter Boom setzte ein. 1924 fand ein Cramer schließlich die sogenannte Kaiserquelle, deren besonders weiches Wasser bis heute für die Warsteiner Biere prägend ist. Das Familienunternehmen, an dessen Spitze noch immer der Name Cramer steht, umfasst heute mehr als nur die Marke Warsteiner: Herforder und Paderborner gehören auch zum Angebot der Warsteiner Gruppe.

Wolfscraft Viel Weizen

Vor manchen Tieren hat man von Kindesbeinen an Respekt. Dazu gehört der Wolf! Das mag an den vielen Märchen liegen, in denen Wölfe nur selten positiv besetzte Rollen einnimmt. Bei Wolfscraft ist gerade diese Ungezähmtheit Ziel der Marke! Das Weizen kommt deshalb ganz unangepasst im 0,33-Format daher. Die 5,4% Alkoholgehalt sind hingegen wieder voll im Standard-Rahmen. Wie unbändig das Bier schmeckt? Wir haben es getestet!

dav

Duft und Farbe
Ist das ein Weizen oder ein IPA? Unglaublich fruchtige Aromen bahnen sich den Weg direkt in die Nase. Da läuft einem direkt das Wasser im Mund zusammen! Im Glas zeigt sich das Bier mit einer sehr intensiven Farbe, die in Richtung eines trüben Bernsteins geht. Und oh man, dieser DUFT!!!

Einstieg
Als würde man in ein Blumenbouquet beißen! Es breiten sich direkt spannende Aromen aus und das Bier ist im ganzen Mund präsent. Dennoch wirkt es im Antrunk etwas wässrig und kann nicht so richtig seine ganze Körperfülle entfalten.

davKörper und Geschmack
Das Bier entwickelt sich im Geschmack höchst interessant. Blumige und leicht herbe Geschmacksnoten wechseln sich ab und ergänzen sich. Jede Millisekunde des Geschmacks ist unerwartet und überraschend. Es bleibt aber das kleine Problem, dass sich der Körper nicht mit seinem ganzen Gewicht entfalten soll. Oder ist das etwa der Plan?

Abgang
Das Viel Weizen flutscht nur so die Kehle herunter – begünstigt durch den eher dünnen Körper des Bieres. Es bleibt ein angenehm fein-herber Nachgeschmack.

Kohlensäure
Diesem Bier wird von Haus aus eine gut abgepasste Menge Kohlensäure mitgegeben. So hat das Weizen von Beginn an genug Power, um in jeden Mundwinkel zu gelangen. Gut gemacht, vor allem mit der wahrlichen Geschmacksexplosion am Anfang!

Süffigkeit
Der schmale Körper erhöht die Süffigkeit des Bieres und die vielen Geschmacksnuancen machen tierisch Bock auf mehr. Da kann man sich eine zweite Flasche kaum verkneifen.

dav

Fazit
Wirklich mal ein unangepasstes Weizen, das Wolfscraft hier produziert hat. Der Körper ist für ein Weizen unwahrscheinlich schmal, der Geschmack unausgesprochen fruchtig und blumig – fast schon wie ein IPA!

 

zur Brauerei
Eigentlich sollte gerade in Bayern alles immer seinen gewohnten Gang gehen. Doch diese Brauerei hat sich auf die Fahne geschrieben, anders zu sein.  Seit 2016 schleicht Wolfscraft auf den Fährten der traditionellen Braukunst umher und braut mit Bio-Zutaten handwerkliche Biere. Neben dem beachtlichen Bierangebot unterstützt die Brauerei aus Freising Projekte zum Wolfsschutz.

 

Gruibinger Stiefel-Pils

Das Trinken aus Stiefeln ist spätestens seit dem legendären Film „Beerfest“ bekannt, bei dem diese Trinkart die vermeintliche Königsdisziplin bei einer Art Bierolympiade ist. Wenn man sich die filigrane Flasche des Gruibinger Stiefel-Pilses anschaut, dann wird schnell klar, dass dieses Bier wohl eher weniger damit zu tun hat. Stattdessen verspricht das Etikett ein „feinherbes“ Erlebnis und die 11,5° Stammwürze, die für 4,8% Alkoholgehalt sorgen, deuten auch auf nichts anderes hin. Trügt der Schein? Wir haben uns eine Flasche gegönnt!

sdr

Duft und Farbe
Die Kategorie „Duft und Farbe“ greift hier eigentlich zu kurz. Wie so oft bei Bügelflaschen, muss auch das Plopp-Erlebnis eigentlich in die Bewertung einfließen. Hier kassiert das Pils den ersten Pluspunkt. Nummer zwei gibt’s gleich hinterher für den interessanten Geruch, der durchaus fruchtige und schwere Aromen aufweist und so in markanten Kontrast zu anderen Pilsbieren tritt. Im Glas zeigt sich das Bier minimal eingetrübt mit leichter Schlierenbildung. Der Schaum ist überwiegend grobporig und von eher kurzlebiger Qualität.

Einstieg
Oha, denkt man direkt beim ersten Schluck. Schon wieder ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Dieses knüpft an dem ungewöhnlichen Geruch an und überrascht durch eine interessante Mischung aus herbem Trinkerlebnis und fruchtigen Anmutungen. Hinzu kommt eine durch die Kohlensäure bedingte leichte Bissigkeit.

sdrKörper und Geschmack
Das Bier hat einen sehr spritzigen, aber dennoch durchaus voluminösen Körper. Interessant ist die Vermengung verschiedener Geschmacksaspekte, die sich während des Trinkgenusses noch weiter ausmultiplizieren. Mehr und mehr setzen sich herbe Elemente durch, die schlussendlich den Ausschlag hin zu klassischen Pilskategorie geben.

Abgang
Auch hier kommt eine leichte Bissigkeit zum Tragen, die zuerst durchaus ungewohnt sein kann. Im Großen und Ganzen überwiegen aber auch hier typisch herbe Geschmacksanteile, die das Bier zu einer Erinnerung werden lassen.

Kohlensäure
Hier wurde ordentlich zugelangt. Für viele dürfte es auch schon eine Schippe zu viel sein, denn das Bier wirkt über große Strecken durchaus bissig. Damit schießt es gerade für Freunde von milden Bieren schon über das Ziel hinaus.

Süffigkeit
Aufgrund der starken Kohlensäure kommt das Stiefel-Pils nicht so richtig süffig daher. Eher hat man das Gefühl, dass man etwas aufgebläht wird….

Fazit
Mal wieder eine ganz eigene Pilsinterpretation, die sich gerade bei Geruch und Antrunk stark von anderen Bieren abhebt. Die Kohlensäure ist allerdings derart üppig bemessen, dass das Bier eine Bissigkeit entwickelt, die für viele Bierliebhaber unangenehm auffallen könnte.

sdr

zur Brauerei
Bei dieser Brauerei kann man mit Fug und Recht sagen, dass es sich um eine fast 300 jährige Familiengeschichte handelt. Seit 1728 ist die Lammbrauerei Hilsenbeck nämlich schon im Besitz der Familie Hilsenbeck, bzw. im Besitz der Vorfahren. Doch natürlich gingen auch an dieser Brauerei die Spuren der Zeit nicht ohne Einflüsse vorüber. Immer wieder wurde umgebaut und erneuert, doch diese Innovationen und Anpassungen haben nur dazu beigetragen, dass die Brauerei noch heute besteht und mit einem breiten Spektrum an klassischen Bieren und einer Craftbeercollection die Kunden im Umkreis erfreut.

Schimpf Hefe-Weizen dunkel

Das Etikett wirkt erstaunlich hell und aufgeschlossen für ein dunkles Weizenbier. Das irritiert zunächst ein wenig, kann aber auch schonmal die geneigte Aufmerksamkeit von Biergenießern auf sich ziehen, die in der Regel einen Bogen um dunkles Bier machen. Die nominalen Werte zeigen sich unauffällig solide: der Stammwürzegehalt schlägt mit 12,3°P und der Alkoholgehalt mit 5,0% entgegen. Ob das Bier in der Flasche eine Überraschung bereithält oder nur ein Bier von der Stange ist? Wir haben es getestet!

dav

Duft und Farbe
Kräftig dringt der Duft des Bieres aus der gerade geöffneten Flasche. Es riecht wie ein intensiver Brotteig und lässt somit einen hohen Nährstoffgehalt vermuten. Im Glas zeigt sich das Bier von der Farbe her wie ein Cola-Mischgetränk. Die Farbe ist nicht besonders intensiv und die Hefe zieht viele Schlieren. Der Schaum verschwindet leider im Handumdrehen…

Einstieg
Schon beim ersten Schluck hat man das Gefühl, wirklich etwas Physisches im Mund zu haben. Das ist wirklich kein unangenehmes Gefühl, muss man sagen. Das Bier schmiegt sich direkt gut an und macht Lust auf mehr.

Körper und Geschmack
Für ein dunkles Weizenbier kommt das dunkle Hefe von Schimpf recht mild daher. Da gibt es schon strengere helle Weizen. Der Geschmack ist vollmundig und etwas brotig. Zusammen gibt es ein rundes und stimmiges Bild, das Freude macht! Die Schwere, die sonst oft bei Weizenbieren mitschwingt, fehlt hier jedoch zum großen Teil und tritt nur bedingt ganz am Anfang auf.

davAbgang
Hinten raus wirkt dieses Bier teilweise etwas sauer, wenn auch nur für einen sehr kurzen Augenblick. Ansonsten bleibt ein zartwürziger Nachgeschmack.

Kohlensäure
Fast schon ein wenig zu spritzig sprudelt das dunkle Weizen in den Mund hinein und in ihm herum. Hier hätte eine Priese weniger auch schon gut gereicht.

Süffigkeit
Die fehlende Schwere des Bieres unterstützt die Süffigkeit, wird aber durch die Säure widerum etwas ausgebremst. Unterm Strich ein Nullsummenspiel.

Fazit
Für ein dunkles Weizen recht mild, aber kein Überflieger seiner klasse. Wohl eine Idee für diejenigen, die vom hellen Weizen her kommen und mal ein dunkleres Bier probieren möchten.

dav

zur Brauerei
Die Kronenbrauerei Schimpf wurde im Jahr 1870 von der Familie Ohngemach gegründet. Acht Jahre nach der Gründung, trat die bis heute brauende Familie Schimpf in Erscheinung und kaufte die Brauerei. Inzwischen befindet sich die der Traditionsbetrieb in der fünften Generation und ist somit zu einem Kulturträger von Remmingsheim geworden. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Brauerei von einem Kleinbetrieb zu einem richtigen Gewerbebetrieb umgebaut. Heute umfasst das Angebot neun reguläre Biere, die um saisonale Extras ergänzt werden. Am besten genießt man diese Spezialitäten direkt in der Brauereigaststätte!

RIPCHORD Session Pale Ale

Schon beim Anblick der Dose stellt sich die Erwartung ein, dass hier ordentlich Musik drin ist: eine wilde und futuristische Abbildung mit Base und Gitarre geben dem Bier aus Camebridge ein rockiges Image. Für den Geschmack sorgen vier verschiedene Malz- und fünf verschiedene Hopfensorten. Insgesam bringt es das Bier auf 4,3% Alkoholgehalt und verspricht laut Homepage 41 (IBU-)Bittereinheiten. Der Name des Bieres könnte – gerade auch aufgrund des musikalischen Auftritts – als Hommage an die ehemalige britische Rockband gleichen Namens aus Wolverhampton verstanden werden. Ob das Bier auch rockt? Wir haben es getestet!

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Duft und Farbe
Der umwerfende Duft lässt einen schon fast aus den Latschen kippen. Das Bier verzaubert durch sehr fruchtige Noten und eine starke Note von Pfefferminze bis Mandarine. Traumhaft! Im Glas überzeugt das Ripchord mit seiner intensiv gelb-orangenen Farbe und der gleichmäßigen Eintrübung. Der Schaum wirkt recht fein, ist aber eher in homöopathischen Dosen vorhanden und nicht mit der längsten Lebensdauert gesegnet.

Einstieg
Ab dem ersten Moment ist das Session Pale Ale sehr präsent und spendiert einen Haufen Geschmack. Hierbei wirkt es deutlich markanter, als es der süße Duft hätte vermuten lassen. Es wird gleich der gesamte Mund angesprochen.

Körper und Geschmack
Insgesamt wartet das Bier mit einer Fülle von Geschmacksanteilen auf. Es finden sich sowohl die fruchtigen Aromen wieder, die sofort mit dem Duft bemerkt wurden, als herb anmutende Anteile. Insgesamt ist das Bier in seinem Geschmack sehr ausgewogen und mit jedem neuen Schluck wird der Bogen, der von den verschiedenen Aromen gespannt wird, neu vermessen und abgeschritten. Das Bier hat zudem eine sehr weiche und fast schon cremige Struktur, die einfach Spaß macht.

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Abgang
Gerade zum Ende hin setzen sich eher herbe Noten durch, die einen markanten Abschluss für das Session Pale Ale darstellen. Hier kommen die fünf verschiedenen Hopfen, die offenbar mit größter Sorgfalt ausgesucht wurden, voll zur Geltung.

Kohlensäure
Was den Schaum angeht, so könnte man an dieser Stelle nach einer Erhöhung der CO²-Dosis schreien. Allerdings zeigt die cremige Struktur, dass offenbar schon genug Kohlensäure vorhanden ist. Sie wirkt nur an einer anderen Stelle 😉

Süffigkeit
Durchaus ein süffiger Tropfen, bei dem nach einiger Zeit jedoch die süßlichen Anklänge zu dominant erscheinen könnten.

Fazit
Das Ripchord Session Pale Ale ist ein richtiger Knaller! Fruchtig und dennoch markant herb. Schaumarm und trotzdem cremig. Die Gegensätze machen das Bier zu dem, was es ist: ein sehr gelungener Vertreter seiner Art und eine große Bereicherung für die Bierwelt!

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zur Brauerei
BrewBoard ist noch eine recht junge Brauerei, die sehr viel Wert auf ihre Unabhängigkeit legt. Sie präsentieren sich unter dem Slogan: „BrewBoard is a very new, very independent brewer. […] Discerning drinkers assemble, there’s a new player in town …“ Die anspruchsvollen Trinker können sich derzeit an sechs verschiedenen Bieren probieren. Außerdem bietet die Brauerei aus Camebridge viele Events in ihrer Zentrale an, bei denen man zwischen den Braukesseln Kulturelles erleben und gleichzeitig Hopfiges genießen kann.

Ur-Krostitzer Pilsner

Der schwedische König Gustav Adolf II. schenkt diesem Bier sein Antlitz. Das Pilsner ist das Stammbier und Zugpferd aus dem Hause Ur-Krostitzer. Dieses untergärige Gebräu zieht mit 11,3°P Stammwürze und 4,9% Alkoholgehalt ins Feld. Einst soll das Bier des Königs Durst gestillt haben, bevor diese die Schlacht gegen Tilly gewann. Heute soll sich das Ur-Krostitzer Pils noch immer durch besondere Schaumbeständigkeit ausweisen. Ob das stimmt? Wir haben es getrunken!

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Duft und Farbe
Herb und leichtwürzig bahnt sich der Duft des Ur-Krostitzers den Weg aus der Flasche. Im Glas zeigt sich das Bier mit einer intensiven Farbe und ist klar filtriert. Der Schaum weist tatsächlich eine ganz solide Haltbarkeit auf. Das hebt das Ur-Krostitzer Pils auf jeden Fall von anderen ab.

Einstieg
Der Einstieg bei diesem Bier ist recht mild, aber dennoch würzig. Beeindruckend ist, dass dieses Pils mit dem ersten Schluck dermaßen die Geschmacksnerven anregt, dass man nur so nach dem zweiten Schluck lechzt.

Körper und Geschmack
Das Ur-Krostitzer Pils hat einen angenehm geformten Körper – weder zu massig noch zu schmal. Es dominieren ganz klar würzige Aromen, die ein wenig an Heu und Stroh erinnern. Wenn man genau hinschmeckt, dann kommt eine sehr zarte Nuance hervor, die eine Assoziation an Vanille weckt. Herbe Geschmacksanteile kommen nur sehr zögerlich zur Geltung.

sdr

Abgang
Hinten raus wird das Pils zunehmend herber, was sehr positiv und angenehm zu bewerten ist. So durchläuft man mit dem Bier tatsächlich eine schöne Geschmackskurve.

Kohlensäure
Mit einer gut abgestimmten Portion Kohlensäure kommt dieses Bier genau überall dorthin, wo es hin soll. Das passiert ohne zu scharf oder zu lasch zu sein. À point!

Süffigkeit
Das Ur-Krostitzer hat eine solide Süffigkeit, ist in großen Mengen aber eventuell ein bisschen zu würzig.

 

Fazit
Man kann sich schon gut vorstellen, dass dieses Bier den Durst des schwedischen Königs gut gestillt hat: rund und ausgewogen und mit einer guten Süffigkeit. Aber ob das der einzige Grund für den Sieg des Königs war, das weiß man nicht!

 

dav

zur Brauerei
Eine Brauerei mit einer wirklich langen Tradition! Sie geht auf das Jahr 1534 zurück, indem erstmals das Braurecht durch den regionalen Herzog verliehen wurde. Highlight ist sicherlich der Besuch des schwedischen Königs im Jahr 1631, der hier vor der Schlacht gegen den Reichsgrafen Tilly seinen Durst stillte. Heute ist die Brauerei aus der Nähe von Leipzig ein Teil der Radeberger Gruppe, legt aber nach wie vor viel Wert auf ihre eigene Geschichte!

Hirsch Helles

Da röhrt doch der Hirsch! So sehr freut sich der behörnte Etikettschmuck der Flasche, dass man gleich gespannt ist, was wirklich hinter den auch zu sehenden Attributen „mild & süffig“ steckt. Das fast schon retro gestaltete Etikett für dieses untergärige Bier, das mit einer Stammwürze von schmalen 11,4°P und einem Alkoholgehalt von 4,8% daherkommt, steigert zudem den Wunsch, den Geist dieses Hellen näher zu erkunden. Wir haben es gemacht!

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Duft und Farbe
Frisch und mild – das sind die ersten beiden Assoziationen, die einem in den Sinn kommen, nachdem man den Kronkorken gelupft hat und den Duft des kühlen Gerstensaftes einatmet. Im Glas zeigt sich die Gestalt des Hellen als glasklar filtriertes Bier mit intensiv gold-gelber Farbe und einer respektablen Schaumkrone, die so cremig aussieht, dass man direkt hineinbeißen möchte.

davEinstieg
Das Bier sucht sich nur so den Weg in den Mund. Ein wirklich explosiver Start, der direkt von starken Aromen begleitet wird, jedoch ohne aufdringlich oder übertrieben daher zukommen. Viel mehr ist der erste Einstieg eine gelungene Mischung aus fruchtigen Noten und feinherbem Biergenuss.

Körper und Geschmack
Dieser Bier ist kein Reh. Das merkt man auch am Körper des Bieres, der sich selbstbewusst seinen Platz sucht und die Geschmackssinne verzaubert. Dieses Bier liefert nicht nur blumig-fruchtige Noten, sondern kombiniert diese auf angenehmste Art und Weise mit einer feinen Nuance von Heu-Aroma, das einen von saftigen Sommerwiesen träumen lässt. Dennoch wirkt das Bier angenehm mild und keineswegs überbordend kräftig.

Abgang
Mild und zärtlich verabschiedet sich der helle Hirsch und hinterlässt feine Aromanoten, die einen noch einige Zeit von diesem Biergenuss träumen lassen – hach!

Kohlensäure
Ziemlich spritzig startet das Bier und bleibt auch dabei. Vielleicht wäre eine Priese weniger Kohlensäure auch schon genug. Dieses Bier ist jedenfalls nichts für Befürworter von stillem Wasser.

Süffigkeit
Prächtig süffig – anders kann man dieses Bier nicht beschreiben. Das milde Arome mit seinen fruchtigen Aspekten macht dieses Bier zu einem herausragenden Partner für mehr als nur eine Runde.

dav

Fazit
Perfekt rundes Bier, dass einerseits durch sein angenehmes Aroma überzeugt, andererseits aber vom Geschmack auch nicht zu dominant ist, um süffig zu bleiben. Insgesamt ein sehr gelungenes Trinkerlebnis im Retro-Design.

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zur Brauerei
Seit 1782 gibt es die Hirsch-Brauerei, die ursprünglich lediglich zur Deckung des Bedarfs der örtlichen Gaststätte „Zum Hirschen“ dienen sollte. Nach einem Eigentümerwechsel im Jahr 1861 ist die Familie Honer, die sich heute auch im Namen der Brauerei wiederfindet, die bestimmende Kraft über die Geschicke am Braukessel. Noch heute setzt die Privatbrauerei auf Tradition und hat ihre Philosophie in drei Punkte zusammengefasst: Bier braucht Heimat. Bier braucht Zeit. Bier braucht Charakter.

Sapporo Premium

Sapporo ist nicht nur der Name einer Millionenstadt auf der nordjapanischen Insel Hokkaido, sondern auch von einem großen Getränkekonzern – nach eigenen Angaben die älteste Biermarke Japans. Unter dem charakteristischen Stern des Unternehmens wird auch ein Pilsner produziert, das mit 4,7% Alkoholgehalt ganz unauffällig unter die deutschen Artgenossen tauchen könnte. Ob es nur ein Pils von der Stange ist oder eine fernöstliche Spezialität – wir haben es getrunken!

dav

Duft und Farbe
Die erste Nase erinnert wenig an den stark hopfigen und intensiven Geruch klassischer Pilsener. Stattdessen ist der Geruch eher gedeckt und hält sich sehr mit hervortretenden Aromen zurück. Im Glas zeigt sich das Bier mit einer intensiven goldgelben Färbung, der pilstypischen Klarheit, aber leider einer desaströsen Schaumbildung.

Einstieg
Im ersten Moment ist man sich nicht sicher, ob man gerade wirklich ein Pils probiert hat. Normalerweise würde sich ein Bier dieser Gattung von Anfang an durch eine klare Kante ausweisen. Das ist hier ganz klar nicht der Fall.

Körper und Geschmack
Dieses Bier lässt sich wirklich schwerlich beschreiben. Auf der einen Seite ist der Geschmackskörper nur sehr begrenzt ausgebildet. Nur eine minimal nussige Note lässt sich beim Sapporo Premium herauslesen. Auf der anderen Seite überzeugt das Bier durch seine angenehmen Trinkeigenschaften, die vornehmlich durch den sanften und recht dichten Körper zustande kommen.

sdrAbgang
Auch im Abgang verhält sich das Bier höchst friedlich. Es gibt keinerlei Störgeschmäcke, sondern es verabschiedet sich weich und angenehm.

Kohlensäure
Keine großen Überraschungen gibt es beim Sapporo bei der Kohlensäure. Sie tut, was sie tun muss und ist für ihre Aufgabe auch genügend ausgestattet.

Süffigkeit
Dieses Bier wartet mit einer sehr großen Süffigkeit auf. Der angenehme Körper, der runde Charakter und das Fehlen sämtlicher Störgeschmäcke begünstigen dies.

Fazit
Nein, das Sapporo ist kein Pils von der Stange, definiert aber auch bei weitem keine neuen Maßstäbe. Stattdessen ist es ein sehr sanftes Bier, das sich gut als Begleiter für entspannte Abendessen jeder Art handeln dürfte, da der Geschmack nirgendwo aneckt.

edf

zur Brauerei
Die Brauerei wurde 1876 zunächst von staatlicher Stelle gegründet, um die Erschließung der Insel Hokkaido zu unterstützen. Der erste Braumeister hatte zudem sein Handwerk in Deutschland gelernt. Nach zehn Jahren wurde die Brauerei privatisiert und ist heute einer der größten Getränkeproduzenten Japans, wobei bereits viele ausländische Brauereien, u.a. in Kanada und den USA, übernommen wurden.