Ur-Krostitzer Pilsner

Der schwedische König Gustav Adolf II. schenkt diesem Bier sein Antlitz. Das Pilsner ist das Stammbier und Zugpferd aus dem Hause Ur-Krostitzer. Dieses untergärige Gebräu zieht mit 11,3°P Stammwürze und 4,9% Alkoholgehalt ins Feld. Einst soll das Bier des Königs Durst gestillt haben, bevor diese die Schlacht gegen Tilly gewann. Heute soll sich das Ur-Krostitzer Pils noch immer durch besondere Schaumbeständigkeit ausweisen. Ob das stimmt? Wir haben es getrunken!

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Duft und Farbe
Herb und leichtwürzig bahnt sich der Duft des Ur-Krostitzers den Weg aus der Flasche. Im Glas zeigt sich das Bier mit einer intensiven Farbe und ist klar filtriert. Der Schaum weist tatsächlich eine ganz solide Haltbarkeit auf. Das hebt das Ur-Krostitzer Pils auf jeden Fall von anderen ab.

Einstieg
Der Einstieg bei diesem Bier ist recht mild, aber dennoch würzig. Beeindruckend ist, dass dieses Pils mit dem ersten Schluck dermaßen die Geschmacksnerven anregt, dass man nur so nach dem zweiten Schluck lechzt.

Körper und Geschmack
Das Ur-Krostitzer Pils hat einen angenehm geformten Körper – weder zu massig noch zu schmal. Es dominieren ganz klar würzige Aromen, die ein wenig an Heu und Stroh erinnern. Wenn man genau hinschmeckt, dann kommt eine sehr zarte Nuance hervor, die eine Assoziation an Vanille weckt. Herbe Geschmacksanteile kommen nur sehr zögerlich zur Geltung.

sdr

Abgang
Hinten raus wird das Pils zunehmend herber, was sehr positiv und angenehm zu bewerten ist. So durchläuft man mit dem Bier tatsächlich eine schöne Geschmackskurve.

Kohlensäure
Mit einer gut abgestimmten Portion Kohlensäure kommt dieses Bier genau überall dorthin, wo es hin soll. Das passiert ohne zu scharf oder zu lasch zu sein. À point!

Süffigkeit
Das Ur-Krostitzer hat eine solide Süffigkeit, ist in großen Mengen aber eventuell ein bisschen zu würzig.

 

Fazit
Man kann sich schon gut vorstellen, dass dieses Bier den Durst des schwedischen Königs gut gestillt hat: rund und ausgewogen und mit einer guten Süffigkeit. Aber ob das der einzige Grund für den Sieg des Königs war, das weiß man nicht!

 

dav

zur Brauerei
Eine Brauerei mit einer wirklich langen Tradition! Sie geht auf das Jahr 1534 zurück, indem erstmals das Braurecht durch den regionalen Herzog verliehen wurde. Highlight ist sicherlich der Besuch des schwedischen Königs im Jahr 1631, der hier vor der Schlacht gegen den Reichsgrafen Tilly seinen Durst stillte. Heute ist die Brauerei aus der Nähe von Leipzig ein Teil der Radeberger Gruppe, legt aber nach wie vor viel Wert auf ihre eigene Geschichte!

Sapporo Premium

Sapporo ist nicht nur der Name einer Millionenstadt auf der nordjapanischen Insel Hokkaido, sondern auch von einem großen Getränkekonzern – nach eigenen Angaben die älteste Biermarke Japans. Unter dem charakteristischen Stern des Unternehmens wird auch ein Pilsner produziert, das mit 4,7% Alkoholgehalt ganz unauffällig unter die deutschen Artgenossen tauchen könnte. Ob es nur ein Pils von der Stange ist oder eine fernöstliche Spezialität – wir haben es getrunken!

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Duft und Farbe
Die erste Nase erinnert wenig an den stark hopfigen und intensiven Geruch klassischer Pilsener. Stattdessen ist der Geruch eher gedeckt und hält sich sehr mit hervortretenden Aromen zurück. Im Glas zeigt sich das Bier mit einer intensiven goldgelben Färbung, der pilstypischen Klarheit, aber leider einer desaströsen Schaumbildung.

Einstieg
Im ersten Moment ist man sich nicht sicher, ob man gerade wirklich ein Pils probiert hat. Normalerweise würde sich ein Bier dieser Gattung von Anfang an durch eine klare Kante ausweisen. Das ist hier ganz klar nicht der Fall.

Körper und Geschmack
Dieses Bier lässt sich wirklich schwerlich beschreiben. Auf der einen Seite ist der Geschmackskörper nur sehr begrenzt ausgebildet. Nur eine minimal nussige Note lässt sich beim Sapporo Premium herauslesen. Auf der anderen Seite überzeugt das Bier durch seine angenehmen Trinkeigenschaften, die vornehmlich durch den sanften und recht dichten Körper zustande kommen.

sdrAbgang
Auch im Abgang verhält sich das Bier höchst friedlich. Es gibt keinerlei Störgeschmäcke, sondern es verabschiedet sich weich und angenehm.

Kohlensäure
Keine großen Überraschungen gibt es beim Sapporo bei der Kohlensäure. Sie tut, was sie tun muss und ist für ihre Aufgabe auch genügend ausgestattet.

Süffigkeit
Dieses Bier wartet mit einer sehr großen Süffigkeit auf. Der angenehme Körper, der runde Charakter und das Fehlen sämtlicher Störgeschmäcke begünstigen dies.

Fazit
Nein, das Sapporo ist kein Pils von der Stange, definiert aber auch bei weitem keine neuen Maßstäbe. Stattdessen ist es ein sehr sanftes Bier, das sich gut als Begleiter für entspannte Abendessen jeder Art handeln dürfte, da der Geschmack nirgendwo aneckt.

edf

zur Brauerei
Die Brauerei wurde 1876 zunächst von staatlicher Stelle gegründet, um die Erschließung der Insel Hokkaido zu unterstützen. Der erste Braumeister hatte zudem sein Handwerk in Deutschland gelernt. Nach zehn Jahren wurde die Brauerei privatisiert und ist heute einer der größten Getränkeproduzenten Japans, wobei bereits viele ausländische Brauereien, u.a. in Kanada und den USA, übernommen wurden.

Henninger D-Pils

Dieses Pilsner liebt die Stadt, aus der es kommt! Das sieht man sowohl am Schriftzug im Logo wie auch am Eschenheimer Turm, der zwischen den Initialen der Brauerei das Etikett ziert. Das D-Pils ist schon irgendwie von Anfang an ein komischer Kauz. Das zeigt sich auch bei der Angabe des Brennwerts, die in ganzem Satz statt in üblicher Tabelle erfolgt. Was sonst noch neben 4,9% Alkohol in dem Pils aus Frankfurt steckt? Wir haben es getestet!

dav

Duft und Farbe
Fein und frisch duftet es aus der Flasche. Und sogleich ergießt sich das hellgelbe Bier ins Glas. Die Farbe ist ein bisschen sehr blass, sodass das Bier etwas wässrig wirkt. Der Schaum ist recht grob und verabschiedet sich auch schon nach kurzer Halbwertzeit.

davEinstieg
Der Einstieg überrascht einen ein wenig. Erwartet man doch einen feinherben Anklang, wie es bei Pilsnern üblich wäre, findet man hier doch eher einen breiteren Körper, der vor allem malzigere Töne anschlägt. Von Anfang an bildet das Bier ein breites Spektrum an Aromen aus.

Körper und Geschmack
Der recht massige Körper spricht in seiner Geschmackskurve verschiedene Bereiche an. Stehen zuerst -recht unerwartet- malzigere Noten im Vordergrund, können sich mehr und mehr auch hopfenlastigere Nuancen ihren Weg bahnen. Insgesamt wirkt das Bier im Geschmack dichter, als es das eher wässrige Aussehen im Glas hätte vermuten lassen. Fruchtige Noten kommen bei diesem Pils keine nennenswerten vor. Ist ja auch kein IPA!

Abgang
Sanft zieht das D-Pils von dannen. Gerade im Abgang zeigen sich schließlich noch die originären Pilsaromen in Form eines herben Nachgeschmacks.

Kohlensäure
Dieses Bier ist wirklich ein sprudeliger Zeitgenosse. Dennoch wirkt dieser hohe Gehalt an Kohlensäure keineswegs störend, sondern hilft dem Bier vielmehr schnell seine Aromen auszubreiten.

Süffigkeit
Dieses Pils hat eine grundsolide Süffigkeit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

dav

Fazit
Ein klassisches Pils ohne große Schnörkeleien. Solide verarbeitet und ebenso im Geschmack. Kein Weltenbummler, sondern ein Bier von nebenan.

 

zur Brauerei
Die Ursprünge der Brauerei reichen bis ins Jahr 1655 zurück. Seit 1869 heißt sie schließlich auch Henninger. Bekannt wurde sie vor allem durch den Henninger Turm, einen sehr hohen Getreidesilo der Brauerei, der lange Zeit eines der Wahrzeichen Frankfurts war und unter anderem einem Radrennen seinen Namen lieh. Heute gehört Henninger-Bräu zur Radeberger-Gruppe, die jedoch die Markentradition am Leben erhält.

Fliegenpils

„Ein Pilsbier steht im Walde ganz still und stumm.“ Darauf könnte man als erstes kommen, wenn man dieses Bier mit seinem roten Kronkorken und den weißen Punkten sieht. Dazu gleich mehrfach der rustikale Schriftzug „Fliegenpils“. Ja, dieses Bier aus dem Hause Kronburg ist auf jeden Fall ein Pilsener mit Charakter und kommt mit standardmäßigen 4,9% Alkoholgehalt daher. Was das Pils sonst noch so kann, haben wir getestet.

dav

Duft und Farbe
Ein feinherber Duft mit einer leicht fruchtigen Note macht sich alsbald auf den Weg aus der Flasche in die Nase. Im Glas zeigt sich das Bier schließlich glasklar und rein. Die anfängliche Krone verflüchtigt sich leider nur allzu schnell. Naja, das Bier ist ja zum Glück noch da!

Einstieg
Auf Anhieb kann das Fliegenpils eine angenehm herbe Atmosphäre im Mund schaffen. Allerdings werden abgesehen hiervon zunächst nur sehr wenige verschiedene Geschmackszonen angesprochen. Auch ein explizites Antrinken im vorderen Mundraum kann hier keine Abhilfe schaffen.

davKörper und Geschmack
Braucht der zunächst schwache Körper vielleicht etwas mehr Zeit, um sich zu entwickeln? Diese Zeit soll er ruhig haben, wenn dafür das Ergebnis stimmt. Bis dahin zeigt sich das Fliegenpils als vornehmlich feinherber Begleiter, der ausschließlich im hinteren Mundraum sein Werk verrichtet. Die fruchtige Note aus dem Duft lässt sich nur in sehr begrenztem Maße im Geschmack wiederfinden.

Abgang
Die fehlende Maße taucht auch bis zum Abgang nicht mehr auf. Schade drum! Hier verschwindet das Bier dann auch so wenig beachtet, wie es auf den Plan getreten ist.

Kohlensäure
Dafür, dass man am Anfang quasi gar keine Kohlensäure erblicken konnte, ist das Bier recht munter. Das Pils kommt überall dorthin, wo es hinkommen soll. Das passt auf jeden Fall!

Süffigkeit
Wenn man keine Lust auf ein intensives Geschmackserlebnis hat, dann kann man von diesem Bier auf jeden Fall mehrere hintereinander wegtrinken.

edfFazit
Ein Bier für Tage mit geringen Ansprüchen. Die herbe Note ist ganz nett, aber dann hört es auch schon sehr bald auf. Leider kein umfassendes Geschmackserlebnis. Da bleibt man vielleicht doch besser beim FliegenpilZ…

 

zur Brauerei
Seit der ersten Erwähnung der Brauerei im Jahr 1576 hat die Brauerei so einige Besitzer kommen und gehen gesehen. Seit 1891 allerdings ist die Brauerei Kronburg zu einem Familienbetrieb geworden, der inzwischen in der 5. Generation fortgeführt wird. Gebraut werden in dieser oberschwäbischen Gemeinde verschiedene Biere vom Weizen übers Helle bis zum Pils und zum Bock. Der Leitspruch ist dabei stets: „Besondere Biere mit Seele“

Hasseröder Premium Pils

Bekannt ist Hasseröder vor allem durch sein Markenzeichen, den Auerhahn! Dieser ziert auch gleich mehrfach Flasche und Kronkorken. Im Gegensatz zum Vogel, der zu den bedrohtesten Tierarten Deutschlands zählt, erfreut sich Hasseröder insbesondere in den neuen Bundesländern großer Beliebtheit. Was geschmacklich hinter dem Pils aus Wernigerode steckt, haben wir getestet!

sdr

Duft und Farbe
Hält man seinen Zinken über die frisch geöffnete Flasche, dann bekommt man genau das, was man erwartet hat: man riecht eine stark hopfige Note mir feinherben Nuancen. Alles genau so, wie man es sich von einem guten Pils wünscht. Im Glas zeigt sich das Hasseröder goldgelb und lupenrein. Der Schaum ist eher feinporig und von relativ guter Haltbarkeit, aber nicht cremig.

Einstieg
Auch beim ersten Schluck erlebt man keine großen Überraschungen. Es beherrschen herbe und hopfige Aromen, die gut miteinander harmonieren, jedoch keine hormonellen Höhenflüge auslösen. Im zweiten Moment hat man das Gefühl, dass das Bier eine winzige Note metallisch schmecken könnte. Bleibt das so?

sdrKörper und Geschmack
Der Körper dieses Pilseners ist nicht besonders stark ausgeprägt. Er entwickelt sich vor allem hintenraus, also zum Abgang hin. Die kräftigen Aromen des Hopfen dominieren das Spektakel, wie man bei einem Pils erwartet. Ein gewisser metallischer Geschmack bleibt aber zum Ende hin (leider) minimal erhalten.

Abgang
Besonders erwähnenswert ist der angenehm herbe Nachgeschmack, der jedem Pilstrinker ein mildes Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte. Das ist wirklich das, was bei diesem Bier in Erinnerung bleibt.

Kohlensäure
Der Anteil der Kohlensäure ist bei diesem Bier mit seinen 4,9% Alkoholgehalt genau richtig eingestellt. Das Bier kommt dahin, wo es hin soll. Ohne großes Tamtam und dergleichen.

Süffigkeit
Das erste Bier ebnet hier den Weg für das zweite. Und es bleibt die Hoffnung, dass sich dieser metallische Unterton wegtrinken lässt.

edf

Fazit
Ein solides Pils, das mit einem besonders angenehmen feinherben Aroma aufwartet. Gewisse Abstriche im Geschmack lassen sich verkraften, verwehren aber den Zutritt in die Meisterklasse.

 

zur Brauerei
Die Brauerei wurde 1872 im Wernigerorder Stadtteil Hasserode gegründet, wovon sich auch der Name ableitet. Sie produzierte auch zu Zeiten der deutschen Teilung, wobei sie vor allem im Raum Magdeburg präsent war. Nach der Wiedervereinigung kam Hasseröder zuerst zur Gilde Brauerei und ist heute ein Teil der riesigen ABInBev – leider. Es werden auch noch einige andere Biersorten gebraut, jedoch liegt der Fokus ganz klar auf dem Pilsener.

Vestfyen Pilsner

Hast du schonmal ein Pils getrunken? Ja, klar. Aber auch schonmal eins aus Dänemark? Nachdem das böhmische Pils schon eine interessante Sache war, haben wir jetzt das Vestfyen Pilsner von der Insel Fünen probiert. Gerade einmal gute 6.000 Einwohner zählt das Städtchen, in dem die Brauerei ihren Sitz hat. Das Pils bietet einen Alkoholgehalt von 4,6% und ist nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Neben den klassischen Zutaten enthält es Mais und chemische Zusätze wie Farbstoffe und Antioxidantien. Das muss ja erstmal nichts schlechtes heißen. Wir haben mal reingeschmeckt!vestfyenpilsner-1

Farbe
Feingolden plätschert der Däne aus der Flasche. Diese ist auf jeden Fall schonmal etwas besonderes. Zwar entspricht sie dem norddeutschen 330ml-Standard, hat aber eine recht eigentümliche Flaschenform mit einem langen, dünnen Hals. Nun denn. Das Pils sieht jedenfalls appetitlich aus und riecht auch herrlich hopfig.

Einstieg
Der erste Schluck verlässt gerade den Mund, da ist das Geschmackserlebnis auch schon vorbei. Schade! Gleich mal noch den zweiten hinterher und siehe da: dieses Bier braucht einfach ein bisschen Anlauf. Dennoch bleibt der Einstieg mau und man hat das Gefühl, dass das Pils einfach keinen Fuß fassen kann. Der Geschmack verfliegt regelrecht.

vestfyenpilsner-2Körper und Geschmack
Wie nach dem Einstieg zu erwarten, ist dieses Pils von derart schlanker Natur, dass es -wohl ohne es zu wollen- ohne viel Freude anzurichten zwischen den Geschmacksnerven durch und am Gaumen vorbei im Rachen verschwindet. Man muss dem Bier schon den Weg aktiv versperren, möchte man etwas über den eigentlichen Geschmack sagen. Dieser ist frisch und hopfig, verhält sich jedoch stets derart zurückhaltend, dass jedes herkömmliche Radler bei Freunden des Bieres größere Freudensprünge auslösen dürfte.

Abgang
„Abgang kann ich“, scheint einem das dänische Pils zuzurufen. Und ja: Abgang kann es. Dabei geht es sehr behutsam mit dem Trinkenden um, da dieser zweifelsohne keine großen Eskapaden mit einem möglicherweise aufkommenden Nachgeschmack haben wird.

Kohlensäure
Das Vestfyen Pilsner ist nur mit dem Nötigsten an Kohlensäure ausgestattet, was für das Nichts, was es zu transportieren gilt, jedoch vollkommen ausreicht.

Süffigkeit
Versteht man unter „Süffigkeit“ lediglich, wie leicht ein Bier zu trinken ist, dann ist dieses Pils in jedem Fall super süffig! Wenn man darunter jedoch ein Bier versteht, dass die besten Eigenschaften von der Leichtigkeit beim Trinken bis zur erfüllenden Vollmundigkeit kombiniert, dann gewinnt dieses Bier keinen Preis.

vestfyenpilsner-3Fazit
Kennst du die Abkürzung BMW? Neben der Automarke stehen diese drei Buchstaben auch für „Bier mit Wasser“. Eine unnötig kalorienarme Alternative zum Radler bzw. Alsterwasser, die dennoch mehr mit Bier gemein hat, als dieses Pils. In keinem Fall eine Alternative zu norddeutschen oder böhmischen Pilsbieren. Wenn, dann etwas für extrem heiße Sommertage (min. 50 °C) oder für Menschen, die kein Bier mögen.

zur Brauerei
Die Brauerei Vestfyen wurde bereits 1885 in Assens am kleinen Belt gegründet. In den ersten 100 Jahren beschränkte sich die Brauerei auf lokale Vermarktung, ist inzwischen aber weit über die Grenzen Westfünens hinaus ein Begriff. Insgesamt sind neun verschiedene Biere im Sortiment, wovon drei jedoch nur saisonal gebraut werden. Als Flaggschiff der Brauerei wird das Bier mit dem Namen „Prins Kristian“ ausgerufen, das mit einem Alkoholgehalt von stolzen 5,7% daherkommt.

Wichtel Pils

Was wurde diesmal im schwäbischen ausgewichtelt? Nun sind die Schwaben ja nicht gerade für sagenhafte Pilsbraukunst bekannt, aber gerade deshalb sollten sie ausgiebig probiert werden. Das Wichtel Pils kommt mit einem Alkoholgehalt von 5,2% und einem Stammwürzegehalt von 12,2°P daher. Ganz schön viel Stammwürze für ein Pils! Und somit gleich eine Besonderheit, die es zu probieren lohnt.wichtelpils1

Farbe
Klar, golden und wunderschön. So funkelt einem das Wichtel Pils entgegen. Herrlich Perlen die Kohlensäurebläschen nach oben und bilden einen leider nicht so ganz konsistenten Schaum. Sei’s drum, wichtiger ist ja eh, was sich unter dem Schaum verbirgt. Der Geruch ist intensiv und erinnert etwas an einen muffigen Gärkeller. Nicht unbedingt schlecht für Bierfreunde, die mit einer Nase das ganze Feeling des Brauprozesses einatmen wollen.

Einstieg
Über Kölsch sagen manche Menschen, es sei Wasser mit etwas Geschmack. Aber ist das hier Kölsch? Da stand doch Pils auf der Lasche? Oh, jetzt kommt auch etwas Geschmack. Etwas. Ganz verhalten breiten sich die Geschmacksnuancen aus. Schön herb wirds mit der Zeit. Geht doch.

Körper und Geschmack
Nicht unbedingt imposant dieser Pilskörper. Da überhöht die große bauchige Flasche das Bier um einiges. Nach dem bescheidenen Einstieg entwickelt sich jedoch ein annehmbares Pils, das schön rau wirkt und gerade in den hinteren Mundecken angenehm bittere Aromen ausbildet. Generell bildet sich der Geschmack sehr weit hinten im Mund. Vorne bleibt kaum was hängen, sodass von Vollmundigkeit bei Leibe nicht gesprochen werden kann.

wichtelpils2Abgang
„Hinten sind die Enten fett“. Das sagte schon Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, übrigens auch ein großer Freund von Gerstensaft und Hopfentee. Das Wichtel Pils gewinnt mit der Zeit und präsentiert vor allem im Abgang seine Stärken. Herbe Frische, die im wahrsten Sinne des Wortes erfrischend wirkt, prägt den Nachgeschmak bei diesem Bier.

Kohlensäure
Das schönste an der Kohlensäure ist der herrliche Anblick im Glas. Schon bald ist von ihr nicht mehr so viel zu spüren. Etwas mehr hätte es hier schon sein dürfen, dann wäre das Bier vermutlich auch etwas vollmundiger dahergekommen.

Süffigkeit
Durch die geringe Kohlensäure gewinnt dieses Pils ungemein an Süffigkeit und erfrischt zudem den ausgelaugten Biertester. Gutes Bier für einen warmen Sommerabend.

Fazit
Schwach begonnen und hinten raus dann doch noch gepunktet. Kein Pils, das Berge versetzen kann, aber ein angenehm leichter Genuss für den Sommer. Man darf sich nur nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn nicht sofort die volle Geschmacksladung einschlägt. Kommt Zeit, kommt Geschmack. Spätestens beim dritten Schluck. Versprochen.

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zur Brauerei
Seit 1989 wird in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Kinos in Ditzingen Bier gebraut. Unterstrichen wird dieses Angebot durch Wichtel-Kuchen und andere Leckereien. Inzwischen gibt es außerdem auch in Stuttgart-Feuerbach und Böblingen Niederlassungen, womit die Hausbrauerei jedoch ihren lokalen Charakter bewahrt. Gebraut wird hauptsächlich saisonal, beispielsweise mit dem Maibock, dem Märzen oder dem Sommerbier. Im dauerhaften Angebot sind lediglich das Pils und das Hefeweizen, wobei es sich beim letzteren um einen Vertreter dunklen Typs handelt.

Březňák Original Böhmisch Pils

Was das bayerische Bier für Deutschland ist, das ist das böhmische Bier für Tschechien. Dies ist bekannt und so findet man so manchen böhmischen Vertreter auch auf dem deutschen Markt. Das böhmische Pils von Březňák kommt mit einem Alkoholgehalt von 5,1% und einem Stammwürzegehalt von 11,9°P daher. Ganz stattliche Werte für ein Pils!

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Einen Tacken dunkler als erwartet ergießt sich das tschechische Bier ins Glas. Dabei jedoch keinesfalls trüb, sondern von geradezu spektakulärer Klarheit. Da beginnen die Augen gleich zu leuchten und das Wasser läuft einem im Mund zusammen.

Einstieg
Von der ersten Sekunde an ist das Bier sehr präsent und eine stark malzige Note gibt den Ton an. Besonders stark wirkt der Geschmack am Gaumen, der von den Aromen umworben wird. Auch der erste Moment, nachdem sich der Entréeschluck in den Hals verabschiedet hat, bildet sich der Geschmack immer und immer weiter aus und weitere Nuancen werden erfassbar.BreznakPils2

Körper und Geschmack
Der Körper ist für ein Pils erstaunlich voluminös und füllt von Anfang an den ganzen Mund aus. Wie beim Einstieg beschrieben entwickelt sich das Bier zunehmend interessant, wobei tendenziell bittere Aromen dominieren. Diese treten jedoch nie übertrieben oder störend hervor, sondern machen gerade den kantig-klaren Pilsgeschmack dieses böhmischen Klassikers aus.

Abgang
Das Bier ist weg, der Geschmack bleibt. Und er entwickelt sich noch weiter. Beeindruckend was dieses Bier aromatechnisch auf die Beine stellt. Der geschmackliche Spannungsboden ist wirklich von Anfang bis Ende komplett gespannt und man hat das Gefühl ständig noch etwas neues zu entdecken beziehungsweise zu erschmecken.

Kohlensäure
Eine ordentliche Portion Kohlensäure verleiht diesem Pils guten Schub, um mit Macht in jede Ecke des Mundes zu gelangen. Trotzdem ist das Bier keineswegs bissig oder aggressiv, wie man erwarten könnte, sondern wirkt angenehm sprudelig.

Süffigkeit
Man muss sich schon fast zügeln, um dem Březňák die nötige Zeit zum entfalten der unterschiedlichen Aromen zu geben. So gut schmeckt und trinkt sich dieses Pils, dass man nach der ersten Flasche wahrlich nicht aufhören möchte.

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Fazit
Auch wenn es nicht Lenin ist, der das Etikett ziert, so hätte er dieses prachtvolle Pils sicherlich gerne einmal getrunken. Aromatisch perfekt gebraut mit immer neuen Nuancen, die sich in den Vordergrund spielen besticht dieses Bier auf ganzer Linie. Eine nette Abwechslung zu den norddeutschen Pilsbieren und erst recht interessant als Kontrast zu den bayerischen Bieren. Chapeau!

 

zur Brauerei
Bier der Marke Březňák wurde ursprünglich im Ort Velké Březno gebraut. Dort bestand schon seit dem frühen 17. Jahrhundert eine Brauerei, die im Jahr 1753 neugebaut wurde. Bereits im Jahr 1900 wurden 18 Biersorten gebraut. Allein dies zeugt von der Fähigkeit und Kreativität der böhmischen Braumeister. In der Zeit der kommunistischen Herrschaft wurde die Brauerei des staatseigenen Verbundes Nordböhmischer Brauereien. Nach der Wende des Ostblocks folgte die Reprivatisierung. Heute werden einige Sorten Březňák ausgelagert in Krušovice gebraut, einem Ort, der ebenso auf dem böhmischen Biertableau nicht fehlen darf.

Dachs Pils

MELES MELES CEREVISIA EST, so ruft es einem das Etikett entgegen. Kurz gesagt: Da ist es, das Dachs Bier aus der Sommerbecker Brauerei. Ein freches Pils, das mit 4,7% Alkoholgehalt und einer recht geringen Stammwürze von 11,5°P daherkommt. Damit ist es zwar noch ein Vollbier, bewegt sich allerdings an der unteren Grenze zum Schankbier. Freude macht ein erster Blick aufs Etikett: ein von Sonnenflammen umrahmtes Schwert auf einem Schild. Darüber ein gekrönter Dachs! Doch ist das Bier genauso gelungen wie das Design auf der Flasche?

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Etwas trüb und milchig wirkt das Dachs Pils auf den ersten Blick. Die Farbe ist nicht besonders kräftig oder herausstechend, sondern hält sich dezent zurück.

Einstieg
Aus der Flasche entweichen direkt herrliche Pilsaromen, nachdem der Kronkorken gelüftet wurde. Der Duft des Flaschen-Dachs breitet sich herrlich aus und macht Freude auf den ersten Schluck. Und der ist durchaus gelungen! Zwar hat sich der Schaum innerhalb kürzester Zeit verzogen, aber der erste geschmackliche Eindruck sitzt. Fruchtig und mit einer prägnanten Hopfennote gefällt dieses Pils von Beginn an.

Körper und Geschmack
Der Körper ist recht behäbig für ein Pils und erinnert fast schon an ein leichtes Weizen. So samtig schmiegt sich dieses Bier um die Geschmacksnerven. Gerade der obere Bereich der Mundhöhle wird besonders stimuliert und mit jedem weiteren Schluck bildet das Bier mehr und mehr eine angenehm bittere Note aus. Insgesamt liegt das Dachs Pils sehr angenehm im Mund und hat eine interessante Geschmackskurve mit überraschend fruchtigen Einschlägen für ein Pils.

DachsPils2Abgang
Die bereits angesprochene bittere Note bestimmt den Abgang des Bieres und lässt einen dieses Pils noch lange in guter Erinnerung behalten. Auch die fruchtige Komponente hat noch ihr Einspiel, jedoch ist diese nicht so langlebig.

Kohlensäure
Entgegen des ersten Eindrucks, bei dem sich beim Einschenken viele Bläschen am Glasrand bildeten, hat das Bier nur einen recht geringen Anteil an Kohlensäure. Dies lässt das Pils wenig aggressiv erscheinen und macht es leicht und angenehm trinkbar.

Süffigkeit
Durch die brilliante Komposition der verschiedenen Geschmacksanteile hat dieses Bier eine recht hohe Süffigkeit und lädt geradezu dazu ein, nicht nach der ersten Flasche aufzuhören.

DachsPils1Fazit
Dass der Dachs auf dem Etikett eine Krone trägt, ist kein Zufall. Diese Krone hat sich das Pils aus Klein Sommerbeck auch redlich verdient. Es beeindruckt durch eine ausgezeichnete Geschmackskurve mit fruchtigen Elementen, die im Abgang von einer angenehmen Bitterkeit eingeholt werden. Daumen hoch!

 

zur Brauerei
Das Sommerbecker Dachs Bier wird seit 2009 im niedersächsischen Sommerbeck, einem kleinen Teil der Gemeinde Dahlenburg in der östlichen Lüneburger Heide gebraut. Durch die sechswöchige Lagerung versprechen die Braumeister weitgehend katerfreien Biergenuss, was natürlich nicht nur für das Dachs Pils, sondern auch für die Sorten Märzen und Schwattes, sowie die saisonalen Spezialitäten wie den „gestopften Dachs“ gelten dürfte. Außerdem ist die Verwendung nachhaltig produzierter Zutaten positiv herauszuheben. Da bleibt nur auf Latein zu schließen: MELES MELES CEREVISIA IN AETERNUM!

Wernesgrüner Pils Legende

Eine Legende? Soso, dann wollen wir mal schauen. Wenn Brauereien ihr eigenes Bier mit solchen Prädikaten benennen, dann ist man erstmal skeptisch. Dieses Pils hat einen Alkoholgehalt von 4,9% und einen Stammwürzegehalt von 11,3°P, womit es gerade noch so zu den Vollbieren zählt. Dieses sächsische Bier aus dem Vogtland überzeugt optisch durch sein klares Design mit dem prägnanten „Wernesgrüner“-Schriftzug. Auf Anhieb würde man mit diesem Bier wohl Jäger und Förster verbinden. Und was die auf Trapp hält, kann für jedermann nicht schlecht sein.Wernesgrüner_2

Farbe
Etwas blass erscheint mir die Pils Legende im Glas. Überzeugen tut mich aber auf Anhieb der beständige Schaum, der dem Bier direkt eine schöne Krone verleiht. Außerdem breitet sich sofort ein angenehm hopfiger Duft aus. Das gefällt!

Einstieg
Wow! Wirklich ein legendärer Einstieg, der sofort und mit voller Stärke einschlägt. Kräftig und angenehm herb sprudelt das Pils in jede Ecke und setzt sich sofort fest. Ein Bier, dass wie ein Sportwagen von 0 auf 100 schnellt!

Körper und Geschmack
Ein Körper, der mit Leichtigkeit alle Geschmacksnerven anspricht. Recht herb, schön hopfig – ein Pils, wie es im Buche steht. Eher süße Malzaromen fehlen weitgehend. Dennoch ist das Wernesgrüner kein so herbes Bier, wie die norddeutschen Pilsener von der Küste.

Abgang
Was bleibt ist ein recht bitterer Geschmack, der sich vor allem im hinteren Mundraum festsetzt. Stellt das Wernesgrüner einen ersten Ausflug in die Welt des Pilseners dar, dann kann dies störend wirken. Pils-Freunde, die bittere Hopfenaromen mögen, werden daran ihre Freude haben, lädt dieser herbe Geschmack schließlich zum nächsten Schluck ein.

Wernesgrüner_1Kohlensäure
Mit einer ordentlichen Ladung Kohlensäure ausgestattet, kommt dieses Pils schnell im ganzen Mund herum. Dennoch ist es so ausgewogen, dass das Geblubber nicht unangenehm wird.

 

Süffigkeit
Hiervon kann man gut mehr trinken. Die erste Flasche mit ihrem bitteren Nachgeschmack macht erst so richtig Lust auf die zweite Flasche.

Fazit
Ist das Wernesgrüner wirklich eine Pils Legende? Ja, und das schmeckt man auch. Ein Pils, das angenehm hopfig daherkommt. Das sollten sich Freunde des Pilseners nicht entgehen lassen.

 

Wernesgrüner_3zur Brauerei
Die Wernesgrüner Brauerei blickt auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurück. Die Gründung geht auf die Gründung einer Glashütte im Jahr 1436 zurück, was damals das Recht Bier zu brauen beinhaltete. Schließlich muss der Inhalt auch zum Glas passen. Um die Glashütte entwickelte sich der Ort Wernesgrün, in dem es Ende des 19. Jahrhundert fünf Brauereien gab. Zur Zeit der DDR wurden die Brauereibesitzer enteignet und die Betriebe zum „VEB Exportbrauerei Wernesgrün“ zusammengeführt. Nach der Wiedervereinigung wurde die Brauerei privatisiert und nach umweltfreundlichen Standards modernisiert. Heute gehört die Brauerei zur Bitburger Gruppe und ist in ihrem Sortiment ihrer Tradition als Pilsbrauerei treu geblieben. Neben der Pils Legende gibt es ein Traditionspils „1436“, ein Radler und ein alkoholfreies Bier.