Birra Moretti Ricetta Originale

„Eine italienische Geschichte“, so wird einem das Birra Moretti gleich angepriesen. Und freundlich prostet einem der Herr mit Hut vom Etikett der Flasche aus zu. Dazu wird direkt noch der Hinweis erteilt, dass man dieses Bier am besten in guter Gesellschaft genießen sollte („Consumare preferibilmente in buona compagna“). Joa, und warum eigentlich nicht? Dieses Flaggschiff aus dem Hause Moretti mit seinem originalen Rezept ist von Haus aus ein Lagerbier, das mit durchschnittlichen 4,6% Alkoholgehalt daherkommt. Preise gewonnen hat es auch schon einige und man soll es gut mit Pizza, weißem Fleisch und Pasta kombinieren können – der italienischen Küche also! Was hinter all diesen Worten steckt? Wir haben das Bier getestet!

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Duft und Farbe
Sehr frisch und leicht herb strömt der Duft des Bieres aus der Flasche. Das hätte man bei dem doch eher zurückhaltenden Alkoholgehalt vielleicht gar nicht so erwartet. Die frische Erscheinung macht sogleich Lust darauf, dieses Bier an einem warmen Sommerabend mit dem Blick auf einen See oder das Meer zu genießen. Im Glas zeigt sich das Bier sehr klar und mit einer intensiv goldenen Farbe. Der Schaum wirkt sehr fein und von respektabler Haltbarkeit.

Einstieg
Die Leichtigkeit, die man eventuell mit dem frischen Duft verbunden hätte, stellt sich nicht direkt ein. Jedoch nimmt dieses Bier alsbald seinen Platz ein – und das mit einigem Nachdruck.

Körper und Geschmack
Das erste, was einem bei diesem italienischen Bier auffällt, ist die besondere Textur. Vom frischen Duft und dem niedrigen Alkoholgehalt würde man wohl eher auf ein leichtes Bier tippen, jedoch wirkt dieses Bier recht schwer und fast schon etwas dickflüssig. Es dominieren ganz eindeutig malzige Anteile, die dem ganzen Bier etwas vegetatives geben und es sehr bodenständig erscheinen lassen. Dazu mischen sich leicht süßliche Aromen, die etwas fehl am Platz wirken. Fast wundert man sich, dass dieses Bier nicht als Kellerbier oder Zwickl, also unfiltriert ausgearbeitet worden ist. Das hätte gut zu seinem Charakter gepasst.

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Abgang
So gutmütig wie es kam, so verabschiedet es sich auch. Dabei bleiben malzige Elemente im Vordergrund. Der Nachgeschmack lässt zwar eindeutig identifizieren, dass man ein Bier getrunken hat, jedoch war es das dann auch.

Kohlensäure
Dass von der Kohlensäure gut etwas vorhanden ist, das zeigt schon der leckere Schaum. Ansonsten findet das Moretti hier einen guten Weg zwischen sprudelig und charakterlos.

Süffigkeit
Aufgrund der besonderen Textur ist dieses Traditionsbier nicht mit größter Süffigkeit gesegnet. Muss es auch nicht sein, wenn man vorher weiß, worauf man sich eingelassen hat.

Fazit
Ein Klassiker der italienischen Biere – aber warum überhaupt? Auf jeden Fall eine interessante Kombination aus schwerer Textur und malzig-dominiertem Geschmack bei kalkulierbarem Alkoholgehalt. Als Kulturgut zu schätzen, als Bier so lala.

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zur Brauerei
Schon seit 1859 wird unter dem Namen Moretti Bier gebraut. Zuerst befand sich die Produktion in Udine, wurde aber bald in das etwas abgelegenere San Giorno di Nogaro verlegt. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass es sich bei Moretti um eine italienische Traditionsmarke handelt, jedoch ist auch an ihr der Zahn der kapitalistischen Zeit nicht vorübergegangen. 1996 wurde Birra Moretti von Heineken übernommen, wobei der ursprüngliche Charakter des Bieres im Sinne der Marke erhalten blieb. Heute werden neben dem Flaggschiff „Ricetta Originale“ auch regionale Typen und viele weitere Bierstile produziert.

Fagerhult Export

Denkt man an Schweden, dann kommen einem oft Elche in den Sinn. Dafür sorgen auch die vielen Elch-Aufkleber, die begeisterte Schweden-Urlauber auf ihren Autos kleben haben. Ob sie auch ein paar Dosen Fagerhult dabei haben, wissen wir nicht. In Bezug auf den Elch wäre es auf jeden Fall ein gutes Mitbringsel, denn er ist auch das dominierende Wappentier für dieses 5,3%alc schwere Bier aus den Wäldern nordwestlich von Stockholm. Bevor das Bier gebraut wird, werden erstmal Hallertauer Hopfen und Pilsener Malz nach Schweden verbracht. Denn: Dieses Export ist nach Art eines Pilsener. Spannend! Ob es auch so spannend schmeckt? Wir haben es probiert!

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Duft und Farbe
Das sanfte Düftlein, das einem entgegenkommt, geht schonmal in die vorher beschriebene Richtung: irgendwo zwischen Export und Pils. Und auch im Glas zeigt sich das Bier auf der richtigen Spur. Fast genauso golden wie die Dose selbst präsentiert es sich glasklar. Der Schaum ist recht fein und von annehmbarer Haltbarkeit.

Einstieg
Sogleich macht sich das Fagerhult an die Arbeit und bietet gleich beim ersten Schluck eine Vielzahl von verschiedenen Geschmackseindrücken. Recht sprudelig verteilt es sich gleich im ganzen Mund.

Körper und Geschmack
Das Fagerhult stellt sich gleich mit seiner ganzen Breite an Aromen vor. Wirkt es im allerersten Moment etwas farblos, so kommen im nächsten Augenblick direkt sehr dominierende fruchtig-herbe Aromen auf, die insbesondere in der oberen Mundhöhle ansetzen. Das geht schon fast ein kleines bisschen in Richtung Cider, was ja die Spezialdisziplin der Brauerei ist. Diese Zusammenstellung wirkt anfangs interessant, dann aber zunehmend unausgewogen. Es stellt sich kein kohärenter Geschmacksbogen dar.

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Abgang
Im Abgang dominieren vor allem herbe Elemente, die ein recht trockenes Mundgefühl geben – leider. Das passt nicht so ganz 100%ig zusammen.

Kohlensäure
Das Fagerhult ist mit einer guten Portion Kohlensäure ausgestattet, die von Anfang an vernünftige Arbeit leistet und das Bier recht sprudelig erscheinen lässt.

Süffigkeit
Mit diesen herben Elementen und dem unvollkommenen Geschmacksbogen kann man diesem Bier leider keine besonders hohe Süffigkeit attestieren.

Fazit
Um ein Sandwich-Feedback zu geben: Das Beste an diesem Bier ist definitiv die Dose, die mit ihrem goldenen Glanz und den Elch-Motiven gleich ein Hingucker ist. Leider kann der Geschmack hier nicht ganz mithalten. Das Experiment Export à la Pils ist also zumindest hier gescheitert. Schön dafür aber die Korrespondenz vom Bier und Dose, die nebeneinander ein elegantes Duett darbieten.

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zur Brauerei
Die Brauerei von Kopparberg ist eigentlich für seine verschiedenen Arten Cider bekannt. Allerdings ist auch Bier im Angebot und das sogar in ganz verschiedenen Stilen. Typisch für Schweden ist der Name des Bieres nicht mit der Brauerei verknüpft und es gibt keine dominierende Biermarke, die von der Brauerei vertrieben wird. Neben den selbst kreierten Bieren braut Kopparbergs Bryggeri auch in Lizenz für Erdinger, Kilkenny, Corona oder Guinness.

Pilgrim – Triple Blanche

Aus der Reihe der Klosterbiere ist der Schweizer Brauerei auch das Triple Blanche entsprungen. Von außen ähnelt das Erscheinungsbild eher einem Champagner, hat die Flasche doch einen Korkverschluss. Und auch die schieren Werte weisen nicht direkt auf ein Bier hin: 22°P Stammwürze lassen bei diesem Bier starke 11,0% Alkoholgehalt entstehen. Das ist schon ein Knaller! Was es geschmackstechnisch mit dem Triple Blanche auf sich hat, haben wir getestet!

Duft und Farbe
Dschumm, da saust der Korken aus der Flasche! Bei diesem Bier empfiehlt es sich, wie bei einem guten Wein, den Korken nicht gleich wegzuschmeißen, sondern noch zum Nachriechen parat zu halten. Aus der Flasche kommt sogleich ein zarter Geruch, der an Lakritz erinnert. Im Glas bildet sich hierzu alsbald noch eine Note von Orange aus. Hier zeigt sich das Bier gleichmäßig trüb, einem Apfelsaft nicht unähnlich. Der Schaum wirkt recht grob und verzieht sich schnell wieder.

Einstieg
Oha! Der erste Schluck schlägt so richtig ein. Eine Geschmacksexplosion, die ihresgleichen sucht. Sofort ist der ganze Mund angesprochen und der Körper entfaltet seine volle Wirkung, grandios! Von einem schaumigen Start, der wirklich sehr an Schaumwein erinnert, kommen sogleich fruchtige und schwere Noten zum Ausdruck. Phänomenal!

Körper und Geschmack
Der massige Körper entwickelt sich nach einem spritzig-schaumigen Start zu einer wahren Geschmackswolke aus. Hier kommt auch wieder die Geschmacksnote der Orange zum Vorschein, die sich schon im Duft gezeigt hat. Gepaart wird diese mit einem Hauch von Schokolade, was den Körper besonders füllig und üppig erscheinen lässt. Bevor die quasi zur Orangenschokolade fusionierten Geschmacksanteile gänzlich die Oberhand gewinnen, kann man noch eine winzige Ecke Rumrosinen erahnen. Eine tolle Geschmacksentwicklung.

Abgang
Ist der schaumige Genuss erstmal verschwunden, bleibt viel fruchtiges im Mund zurück. Die Orange lässt einen einfach nicht los. Hinzu noch das angenehme Prickeln im Bauch.

Kohlensäure
Der Anteil der Kohlensäure entspricht eher demjenigen eines Schaumweins als eines Bieres. Aber auch nur so kann die eingangs geschilderte Geschmacksexplosion wirklich so stattfinden. Hier hat der Braumeister alles richtig gemacht.

Süffigkeit
Nein, mit Süffigkeit hat dieses Bier nicht besonders viel am Hut. Braucht es auch nicht, denn schließlich ist es eine Spezialität und kein Produkt des Massenkonsums!

Fazit
Ein Bier, das definitiv den Horizont erweitert. Und vielleicht auch gerade für die Menschen interessant, die bisher eher dem Schaumwein zugetan waren und es jetzt mal mit einem exklusiven Schaumbier der Premiumklasse versuchen wollen.

zur Brauerei
Das Kloster sehr alt, die Brauerei noch recht jung. So trifft es kurz zusammengefasst beim Kloster Fischingen zu. Das Benediktinerkloster wurde bereits 1138 gegründet, die Brauerei folgte erst im Jahr 2014. Der Markenname „Pilgrim“ soll an die vielen Pilger erinnern, die in den vergangenen Jahrhunderten zum Kloster Fischingen pilgerten. Die Brauerei hat sich auf hochklassige Biere spezialisiert und bedient mit diesen auch ein eher höheres Preissegment. Nichts für jeden Tag, aber ein Muss für Biergenießer!

Ayinger Kellerbier

Schlicht und fast schon ein bisschen retro. So fällt einem das Ayinger Kellerbier auf – oder eben nicht. Die Flasche schmückt sich mit dem Etikett im klassischen Ayinger-Design, das bei diesem Bier in eher dunklen Farben gehalten ist. Wir erfahren noch, dass das Kellerbier einen Alkoholgehalt von 4,9% hat, der aus einem Stammwürzegehalt von 11,8°P resultiert. Natürlich könnt man einen Blick auf die Homepage der Brauerei werfen und herausfinden, dass das Kellerbier schon eine Auszeichnung vom European Beer Star gewonnen hat. Das Etikett schweigt dazu und so bleibt in der Regel nichts anderes übrig, als das Bier zu verkosten. Wir haben das auch gemacht!

Duft und Farbe
Sehr mild und mit einigen brotigen Einschlägen bahnt sich der Geruch des Bieres den Weg aus der Flasche. Im Glas sehen wir das Kellerbier dann als recht helles Getränk mit einer leichten Eintrübung, die sanfter ausfällt, als wir uns das gedacht hätten. Der Schaum ist feinporig und von cremiger Konsistenz.

Einstieg
Schon beim ersten Ansatz realisiert man, dass man es hier mit einem kleinen Schwergewicht zu tun hat. Das Bier macht sich sofort in der Mitte des Mundes breit und verleiht auch den Eindruck, sich dort massig Platz nehmen zu wollen. Dieses Kellerbier fällt mit der Tür ins Haus.

Körper und Geschmack
Dieser erste Eindruck setzt sich auch beim weiteren Trinkgenuss fort. Das Kellerbier hat einen recht voluminösen und präsenten Körper, der sich ohne Wenn und Aber den Platz nimmt, den er für sich selbst für richtig erachtet. Hierbei hat das Ayinger stets eine fast cremige Konsistenz, was das Bier beim Trinken sehr sanft und angenehm erscheinen lässt. Im Geschmack ist das Bier sehr ausgewogen zwischen leicht herben Aromen und angenehmen Getreidenoten.

Abgang
Das vollkommen runde Erscheinungsbild setzt sich auch im Abgang fort. Ohne Ecken oder gar Schwächen zu offenbaren schmiegt sich das Kellerbier an den Rachen und verabschiedet sich schließlich aus dem wahrnehmbaren Bereich. Es bleibt eine feinherbe Note, die Freude macht.

Kohlensäure
Auch hier präsentiert sich das Bier als sehr ausgewogen. Man hat nicht das Gefühl, gleich wie ein Luftballon aufzusteigen, aber die Kohlensäure reicht aus, um das angenehm cremige Gefühl des Bieres herauszukitzeln.

Süffigkeit
Trotz des recht voluminösen Körpers kann man das Kellerbier als recht süffig bezeichnen. Das liegt vor allem an der sanften Art, mit der es dem Rachen schmeichelt.

Fazit
Hier handelt es sich um ein klasse Kellerbier aus dem Hause Ayinger, das durch sein rundes und starkes Auftreten überzeugt und nur in der Optik leichte Kritik ertragen muss. Vom cremigen Gefühl des Bieres werden einige sicher träumen…

zur Brauerei
Im Winter 1877/1878 braute Johann Liebhard das erste Bier der Brauerei Aying. Diese ging aus einer von ihm aus dem Familienbesitz übernommenen Wirtschaft mit angeschlossener Metzgerei hervor. Seitdem befindet sich auch die Brauerei im Familienbesitz. Interessant ist, dass mehrmals in der Brauerei kein männlicher Erbe zur Stelle war, sodass die Tochter -unüblicherweise- mit ihrem Mann die Brauerei weiterführte. Heute ist die Brauerei ein Zugpferd der bayerischen Braukultur, was die vielfältigen Auszeichnungen der Ayinger Biere eindrucksvoll belegen. Derzeit gibt es insgesamt 14 Biere im Sortiment. Besonders heraus sticht das „Kirtabier“, das speziell zur bayerischen Kirchweih im Oktober gebraut wird. Eine weitere Besonderheit ist der Freundeskreis der Brauerei, deren Mitgliedschaft sich Liebhaber erwerben können und dann vielfältige Vorteile genießen.

Simmerberger Rödler

Die Rödler hatten früher die Aufgabe, das wertvolle Salz über die Salzstraßen zu transportieren. Dieses Bier zollt ihnen Tribut. Von der Brauerei wird es als Feierabendbier proklamiert. Es sei das Bier, „das nach getaner Arbeit am besten schmeckt“, liest man da. Die Ansicht der robusten Bügelflasche ist auf jeden Fall ein Ausdruck bester Bodenständigkeit. Dass dieses Bier bio ist, ist zudem Ausdruck des aktuellen Zeitgeistes. Eingebraut wird das Bier mit 12,6°P Stammwürze und bringt es so auf einen Alkoholgehalt von 5,2%. Wir haben probiert, ob dieses Bier auch schmeckt, wenn man seine Brötchen nicht mit dem Salztransport verbringt!

Duft und Farbe
Stürmisch löst sich der Plopp-Verschluss. Flensbuger wäre neidisch! Aus der Flasche steigt ein intensiver und bodenständiger Geruch, der an Vegetation erinnert, aber im Positiven! Das dunkle Kellerbier zeigt sich im Glas leicht eingetrübt mit einer Krone, deren Schaum leider eher grobporig daherkommt.

Einstieg
Das Bier tritt von Anfang an durch einen intensiven und starken Geschmack hervor. Insgesamt werden direkt viele Geschmackskomponenten angesprochen, sodass ab dem ersten Schluck eine große Präsenz gegeben ist.

Körper und Geschmack
Das Rödler-Bier hat einen durchaus markanten und starken Körper. Die dunkle und intensive Farbe deutet schon darauf hin, dass das Bier recht schwer sein dürfte. Diese Vorahnung bestätigt sich auch sogleich. Vor allem die Aromen des gerösteten Malzes, die schon in die Richtung eines echten Dunkelbieres deuten, zeichnen den Geschmack dieses Bieres aus. Im Mund fühlt sich das Bier samtig und fast schon etwas dickflüssig an. Das ist wohl auch der leichten malzigen Süße geschuldet.

Abgang
Im Abgang wirkt das Bier leichter als im eigentlichen Geschmack. Auch hier dominieren malzige Anteile. Eine leicht süßliche Note bleibt noch einige Zeit erhalten.

Kohlensäure
Die Simmerberger Brauerei hat dieses Bier mit einer ordentlichen Ladung Kohlensäure ausgestattet. So kommt das Bier schnell in jede Ecke des Mundes, allerdings provoziert diese Menge an Gas auch die Grobporigkeit des Schaums.

Süffigkeit
Sicherlich war dieses Bier aus den Augen der Rödler damals kaum an Süffigkeit zu überbieten. Aus jetziger Perspektive wirkt das Bier jedoch etwas zu schwer, um eine Bestnote in der Süffigkeit zu erreichen.

Fazit
Das Rödler-Bier ist ein bodenständiger Vertreter aus dem Allgäu mit langer Geschichte. Sicherlich eine gute Wahl, wenn man etwas schwerere Biere mag, die vor allem mit süßen Geschmacksanteilen glänzen.

zur Brauerei
Die Geschichte der Allgäuer Traditionsbrauerei reicht bis in das Jahr 1706 zurück. Damals wurde, wie so oft, in einer Taverne gebraut. Unter Bonaventura König wurden schließlich 1897 das Stammhaus und die Aktienbrauerei vereint und die Aktienbrauerei Simmerberg entstand. Heute werden hier mit Herz und Leidenschaft filtrierte und naturtrübe Kellerbiere gebraut. „Ein Bier wie Land und Leute“, schreibt die Brauerei. „Urig. Ehrlich. Echt.“

Schönbuch Amber Ale

Schwaben gelten gemeinhin ja nicht gerade als Spaßkanonen und große Ausprobierer im kulinarischen Bereich. Auch bei siebenmal Spätzle mit Linsen und Saitenwürtschle pro Woche wird es einem nicht zu eintönig. Gleiches gilt auch für das Export-Bier, das der Durchschnittsschwabe mit stoischer Gelassenheit meistens trinkt. Anders sieht es beim Handwerk aus. Hier wird ausprobiert und getüftelt, was das Zeug hält. Vielleicht kommt es auch so, dass bei der Entstehung dieses schwäbischen Bieres vor allem die ingenieurspezifischen Charakteristika interessant waren und weniger die Lust, ein neues Bier zu kreieren. Wie dem auch sei: Herausgekommen ist das obergärige Amber Ale, das unfiltriert und kalt(!)gehopft das Herz der Biergenießer mit Toffee und Erdbeer-Anspielungen überzeugen soll. Die 6% Alkoholgehalt dürften auf jeden Fall einschlagend sein. Wir haben diese Innovation aus dem Ländle mal unter die Zunge genommen!

Duft und Farbe
Wenn man vorher das Etikett gelesen hat, dann hat man nach dem Lupfen des Kronkorkens tatsächlich das Gefühl, dass einem der Duft von Erdbeerbowle entgegenkommt. Im Glas ist die Verwechslungsgefahr dann schon geringer. Eine intensive Farbe mit einem leichten roten Einschlag erstrahlt eingetrübt dem Biergenießer entgegen. Der Schaum ist leider sehr grobporig und von nur sehr geringer Haltbarkeit.

Einstieg
Das Bier legt gleich ordentlich los, spricht aber nur die obere Hälfte des Mundes an. Hier scheint es zumindest im ersten Moment an der Vollmundigkeit zu fehlen.

Körper und Geschmack
Wer hätte das Gedacht? Tatsächlich überwiegen die fruchtigen Aromen bei diesem Bier. Zwar sind nicht direkt Toffee und Erdbeere erschmeckbar, jedoch hat man deutlich das Gefühl, mit dem Mund einmal durch einen Obstkorb zu pflügen. Der erhöhte Alkoholgehalt macht sich jedoch auch bemerkbar. Ihn erkennt man an den bitteren Anteilen, die sich oben in Richtung Gaumen vernehmen lassen.

Abgang
Im Abgang zeigt sich das Amber Ale ausgewogen zwischen den fruchtigen Anklängen und dem Übergang zum eher herben Nachgeschmack. Hier merkt man, dass das Bier sehr fein komponiert ist.

Kohlensäure
Etwas prickelig an Zunge merkt man bald, dass die Kohlensäure nicht ganz richtig abgestimmt ist. Hier prickelt sie zu sehr, da schafft sie es aber nicht, den Geschmack im Mund zu verteilen und einen ordentlichen Schaum zu gewährleisten.

Süffigkeit
Insgesamt schon ein recht süffiges Bier, was wohl daher kommen mag, dass trotz der süßlichen Anklänge der Körper recht schmal geraten ist.

Fazit
Ein interessantes Bier, das aber wohl eher ein Exot bleiben wird. Auf jeden Fall eine spannende Abwechslung zu den Standardproduktionen aus dem schwäbischen Raum.

zur Brauerei
Diese Brauerei aus Böblingen bei Stuttgart ist inzwischen der älteste Betrieb der Stadt und noch dazu seit der Gründung im Jahr 1823 in Familienbesitz. Die Geschichte ist eng verbunden mit der, der Brauerei Dinkelacker aus Stuttgart, entstammt also regelrecht einer Brauerfamilie. Inzwischen bietet Schönbuch, wie auch der angrenzende Naturpark heißt, eine ganze Reihe von Bieren im Dauersortiment an und braut zusätzlich zu besonderen Veranstaltungen noch Spezialbiere.

Sufferhead Original Stout

Bei diesem Bier zählt mehr als nur der Geschmack, denn es wurde als Beitrag für die documenta 14 in Kassel gebraut. Schöpfer ist der nigerianische Künstler Emeka Ogboh, der eigentlich eher für seine Klanginstallationen bekannt ist. Seit 2017 hat er sich allerdings auch in den Bereich des Eat-Art verlagert und komponierte bereits für die Münsteranre skultur.projekte ein Bier. Das Sufferhead ist auf 50.000 Flaschen limitiert. Die Flasche an sich ist schon interessant, da sie von außen matt-lackiert zu sein scheint, sodass man gar keinen Blick auf das Bier erhaschen kann. Ogboh befragte Afrikaner nach ihren Geschmackserlebnissen und gründete auf den Ergebnissen dieser Befragung seine Rezeptur. Die 7,8% Alkoholgehalt sprechen schonmal eine deutliche Sprache. Der verarbeitete Chili und der zugegebene Honig dürften das Bier ebenfalls spannend gestalten. Ob es unsere Geschmackssinne auch als Kunst betrachten? Wir haben es getestet!

Duft und Farbe
Ein schwerer Duft steigt langsam aus dem Flaschenhals empor. Es dominieren die Malzaromen. Kein Wunder, denn bei diesem Bier wurde Weizen- und Gerstenmalz verwendet – also Malzarom satt. Im Glas präsentiert sich das Bier maximal dunkel und undurchsichtig. Man könnte es glatt für einen frischen Kaffee halten. Auch der Schaum ist mindestens so cremig wie der eines Cappuccinos. Nicht schlecht!

Einstieg
Kann ich bitte nochmal kurz diesen Moment erleben, wenn der Schaum die Lippen berührt hat? Das ist schon wahnsinnig. Und der Geschmack legt auch gleich los. Vollmundig erlebt man eine wahre Pracht an Fülle und Aroma.

Körper und Geschmack
Das Sufferhead hat eine unglaubliche Geschmackskurve. Man startet mit leicht süßlichen Anklängen, sie sich auf das Malz und den Honig zurückführen lassen und die sich auch nach dem Schluck noch an den Lippen wiederfinden. Anschließend machen sich auch die Chiliflocken dezent bemerkbar, ohne jedoch aufdringlich zu wirken. Schließlich hat man das Gefühl, sich irgendwo zwischen Kaffee und Schokolade wiederzufinden. In jeder Phase fühlt sich das Bier sehr sanft im Mund an und schmiegt sich geradezu in jede Ecke.

Abgang
Auch hinten raus ist das Bier ganz auf Kuschelkurs. Es schmiegt sich langsam den Rachen hinab, ohne dass es irgendwo anecken würde.

Kohlensäure
Stout-typisch kommt das Bier mit recht wenig Kohlensäure aus. Das stört aber zu keinem Zeitpunkt und der Schaum zeigt ja auch, dass es so ohne Probleme reicht.

Süffigkeit
Unerwarteterweise präsentiert sich das Sufferhead als recht süffiges Bier, was vielleicht aus der Ausgewogenheit zwischen süß und salzig resultiert.

Fazit
Emeka Ogboh ist hier wirklich ein Kunstwerk gelungen. Dieses Stout ist schon ein ganz spezielles Bier und erzählt seine ganz eigene Geschichte. Bleibt zu hoffen, dass das Rezept vielleicht nochmal eine Brauerei zum Nachbrauen inspiriert.

zur Brauerei
Produziert wurde dieses Kunstwerk in der Mini-Brauerei CraftBEE in Kassel. Sie wurde 2015 gegründet und hat sich auf Honigbier spezialisiert. Es traf sich also gut, dass Emeka Ogboh diese Zutat auch für seine Komposition vorgesehen hatte. Derzeit befinden sich zwei verschiedene Biere im Sortiment.

CARDINALRED Amber Ale

Immer wieder staunt man über die interessante Außengestaltung der Dosen der BrewBoard Brauerei aus Cambridge. Auch diesmal gelingt dies durch eine frei interpretierbare Vogeldarstellung, die mit Pfeil und Bogen ausgestattet vielleicht direkt unser Herz erobern möchte? Dafür legt sich das Bier ordentlich ins Zeug. Wie bei BrewBoard schon typisch, werden mehrere Sorten Malz und Hopfen kombiniert. Eine der drei Malzsorten nennt sich Red-X und dürfte nicht ganz unschuldig an Namens- und Farbgebung des Bieres sein. Vier Hopfensorten tun ihr Übriges. Bei 4,6% Alkoholgehalt bringt es das CARDINALRED auf starke 57 IBU Bittereinheiten. Ob es so gut schmeckt, wie es sich liest? Hier der Bericht!

Duft und Farbe
Schon der Duft, der mit ordentlich Nachdruck die Dose verlässt, löst aufgeregtes Herzrasen aus. Fruchtig und doch herb, intensiv und doch angenehm – so wirkt das Amber Ale auf den ersten Eindruck. Im Glas zeigt sich das Bier dann entsprechend seines Namens intensiv rot und leicht trüb. Der Schaum ist nicht ganz fein aber dafür von solider Haltbarkeit.

Einstieg
Eine Keule von einem Bier! Gleich am Start merkt man, wohin die Reise geht. Hier hat man es mit einem rauen Begleiter mit Charakter zu tun.

Körper und Geschmack
Das CARDINALRED ist ein Bier, das so prägnant auftritt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Hier treffen die Welt der Fruchtigkeit und die kompromisslose Bittere ungedrosselt aufeinander und verdrehen einem den Kopf. Während man beim Ansetzen noch den fruchtigen Duft in der Nase spürt, breitet sich schon während des Schluckes die bittere Wahrheit (hier wirklich nicht negativ zu verstehen!) im Mund aus. Dabei wirkt das Bier zu keinem Zeitpunkt abschreckend oder unrund, sondern wartet viel mehr mit einer unerwarteten und höchst komplexen Geschmackskurve auf. Faszinierend!

Abgang
Der Abgang ist rau und bitter – und wunderschön! Nach dem Abebben der Bittere breitet sich wieder ein Hauch von Fruchtigkeit aus. Das ähnelt fast ein bisschen dem ganz zarten Tau auf einer morgendlichen Wiese…hach, man merkt, wie das Bier einen einfängt.

Kohlensäure
Hier hätte man noch eine Schippe drauflegen können. Bisweilen hat man etwas das Gefühl, dass dem Bier die Luft ausgehen würde. Da gibt’s leider ein paar kleinere Abzüge für…

Süffigkeit
Von ausgeprägter Süffigkeit kann man hier nicht sprechen. Dafür ist das Bier zu speziell. Viel mehr ist dies ein echtes Spezialbier, das man sich in Ruhe und mit ganzem Bewusstsein zuführen sollte.

Fazit
Dieses Amber Ale ist ein ganz besonderes Bier, das mit seiner außergewöhnlichen Geschmackskurve zuerst erschreckt und dann überrascht. Leichte Abzüge für den Mangel an Kohlensäure und sonst Daumen hoch!

zur Brauerei
BrewBoard ist noch eine recht junge Brauerei, die sehr viel Wert auf ihre Unabhängigkeit legt. Sie präsentieren sich unter dem Slogan: „BrewBoard is a very new, very independent brewer. […] Discerning drinkers assemble, there’s a new player in town …“ Die anspruchsvollen Trinker können sich derzeit an sechs verschiedenen Bieren probieren. Außerdem bietet die Brauerei aus Cambridge viele Events in ihrer Zentrale an, bei denen man zwischen den Braukesseln Kulturelles erleben und gleichzeitig Hopfiges genießen kann.

Baltic Ale

Ein seltenes Bier hat man da vor sich, wie das Etikett direkt verrät. Scharf schaut einen der Greifvogel an, der die Papierverpackung des Bieres dominiert. Eine recht effektive Methode, um erstens die Aufmerksamkeit der Kundschaft zu erhaschen und zweitens das Bier vor dem bösen Licht zu schützen. Nicht schlecht! Und dann ist auf der Rückseite direkt auch noch eine halbe Rezension abgedruckt. Da erfährt man gleich, dass es sich um ein Feierabendbier handelt, ein Pale Strong Ale, das perfekt zu würzigen und scharfen Speisen passt. 7,5% Alkoholgehalt werden dafür mitgebracht und als Trinktemperatur wird 12°C empfohlen. Dazu ist das Bier auch noch in der Flasche gereift. Oha! Aber Moment: Habe ich das richig gesehen, dass Traubenzucker zugesetzt wird? Und auch der zweite Blick bestätigt diese Kuriosität. Sehr bemüht erklärt das Etikett gleich, dass dies ein traditionelles Verfahren sei. Nun denn. Wir haben das Bier getestet – ganz ohne scharfe Speise!

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Duft und Farbe
Öffnet man die Flasche, dann denkt man bei der ersten Nase eher an einen Sekt als an ein Bier. Leichte Noten von Hefe mischen sich mit Süße und doch auch herben Anstrichen. Beim Einschenken verändert sich wenig am Eindruck. Das Bier ähnelt auch beim Schäumen dem Sekt. Allerdings ist hier der Schaum deutlich feinporiger und haltbarer. Von der Farbe her ist das Bier fast hellgelb und leicht eingetrübt.

Einstieg
Der erste Schluck überrascht und schockiert zugleich. Ist das wirklich Bier? Sekt ist es aber auch nicht. Und hui, was passiert da eigentlich in meinem Mund? Ohaaa…..

Körper und Geschmack
Dieses Bier bildet wirklich das gesamte Geschmacksspektrum ab. Sehr beeindruckend! Wirkt es in der ersten Millisekunde noch prickelnd wie Sekt, bahnen sich sehr schnell süße und fruchtigen Noten die Bahn, die eher eine Hefenote tragen und etwas an neuen Wein erinnern. Im weiteren Verlauf kommen dann mehr und mehr biertypische Nuancen zum Tragen, die das Bier schließlich doch noch korrekt einordnen lassen. Der Körper des Bieres ist fischförmig. Es geht spitz und ohne viel Volumen los, bläht sich dann mit der Süße auf und verengt sich schließlich wieder mit herberen Aromen. Insgesamt ein sehr spannendes Trinkerlebnis, das den Geschmacksbogen maximal spannt.

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Abgang
Ganz entspannt macht das Bier die Biege. Da brennt nichts unangenehm oder stößt bitter auf. Vielmehr breiten sich die herben Geschmacksanteile angenehm aus und runden das Bier ab.

Kohlensäure
Zuerst denkt man, dass dieses Bier sicher zu viel davon hat. Das stellt sich aber als Trugschluss heraus. Für den Zweck des Bieres ist der Anteil der Kohlensäure wohl dosiert und passt zum Gesamteindruck.

Süffigkeit
Schon eher etwas zum Genießen. Dies ist definitiv kein Bier, wovon man sich eins nach dem anderen reinstellt.

Fazit
Ein spritziges und abwechslungsreiches Bier, das streckenweise etwas an Sekt erinnert, dann aber doch seinen ganz eigenen Weg geht. Und auch der zugesetzte Traubenzucker trübt das Bild kein bisschen!

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zur Brauerei
Eine Start-Up Brauerei mit viel Craft Beer, aber ganz und gar nicht da, wo man sie vermuten würde. Während sich hopfenlastige Bierexperimente sonst eher in Berlin-Friedrichshain abspielen, hat diese Brauerei ihren Sitz auf der Insel Rügen. Eine echte Insel-Brauerei also! Und das Spektrum der angebotenen Biere ist groß. Als Titelbilder dienen gerne Tiere: Adler, Wale, Eulen, Wölfe, Gänse. Oder Landschaft: Kreidefelsen, Leuchttürme, Sonnenuntergang am Meer. Die Biere sind durchaus kreativ und hochprämiert. So wurde der Brauerei 2016 bestätigt, das beste IPA der Welt zu brauen. Chapeau!

Tatra

Schaut man sich die geografische Lage an, aus der dieses helle, polnische Lagerbier stammt, dann verwundert der Name eher wenig: die Nähe zum Gebirge der Tatra ist also namensgebend. Aber wer ist der Kerl auf dem Etikett? Er macht den Eindruck eines Rangers, der zuversichtlich dem Genuss eines Bieres entgegenblickt, aber irgendwo auch ein bisschen in der Retro-Blase steckengeblieben ist. Aber zurück zum Bier selbst. Der Alkoholgehalt von 6% speist sich nicht nur aus Hopfen und Malz, sondern auch aus dem zugesetzten Glukose-Sirup und dem Mais, der ebenfalls zur Produktion hergenommen wird. Spannende Sache, aber schmeckt das auch? Wir haben es getestet!

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Duft und Farbe
Hopfigfrisch strömt der Duft der Tatra aus der Flasche direkt in den sich freuenden Zinken. Doch riecht so wirklich die Tatra? Es wäre wünschenswert. Im Glas zeigt sich das Bier glasklar und von recht intensiver Farbe. Der Schaum ist leider von magerer Qualität. Recht grobporig verabschiedet er sich recht zügig von uns.

Einstieg
Da wird man gleich von einem recht ruppigen Einstieg überrascht. Das Bier legt gleich richtig los und wartet mit explosiven Geschmackserlebnissen auf. Puh, da muss man erstmal durchatmen.

Körper und Geschmack
Das Tatra präsentiert sich mit einem recht üppigen Körper, der sich seiner Kanten und Ecken offensichtlich nicht schämt. Kräftige malzige Noten prägen das Bild, eventuell verstärkt durch Sirup und Mais. Grundsätzlich dominieren sehr vegetative Elemente, die das Bier wie einen echten Naturburschen daherkommen lassen. Ein wirklich ruppiger Vertreter mitten aus den Feldern Südschlesiens. Das Bier ist ein sehr willensstarker Vertreter seiner Gattung, deutlich markanter als so manch anderes Lagerbier – das merkt man bei jedem Schluck. Der Geschmacksbogen ist recht flach, sodass sich das Bier nur wenig entwickelt, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss.

Tatra-2

Abgang
Auch im Abgang dominieren die eher malzigen Elemente, die für das Bier insgesamt charakteristisch sind. Man hat auch das Gefühl, ein halbes Maiskorn zu erschmecken.

Kohlensäure
Mit besonders viel Kohlensäure ist dieses Bier nicht gesegnet worden. Etwas mehr würde hier vielleicht noch etwas mehr pepp in die Sache bringen und auch dem Schaum auf die Sprünge helfen.

Süffigkeit
Durch den recht hakigen Körper hält sich die Süffigkeit etwas in Grenzen. Das Tatra wirkt etwas zu schwer und holprig, um einen leicht-süffigen Charakter zu haben.

Fazit
Definitiv ein Bier mit starkem Charakter und einer Geschichte, die erzählt werden will. Wer ein Fan von Outdooraktivitäten hat und sich gerne in die raue Natur denkt, der hat hier ein interessantes Bier gefunden.

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zur Brauerei
Die Brauereigruppe Żywiec entstand 1998 aus dem Zusammenschluss von mehreren polnischen Brauereien, die jeweils ihre eigenen Traditionen mit in den Konzern brachten. Die älteste Brauerei, die ihre Geschichte einbrachte, war die 1815 gegründete „Sächsische Brauerei“ aus Radom in Masowien. Heute werden unter dem Dach dieser Brauereigruppe eine Vielzahl von Produkten hergestellt – in Lizenz unter anderem auch Heineken und Desperados. Heineken hält einen Anteil von 61% an der Żywiec Brauereigruppe.