Gruibinger Jubiläumsbier

Nicht nur das Reinheitsgebot wurde 2017 runde 500 Jahre alt, sondern auch die Reformation hat ihr Jubiläum gefeiert. Da Luther sicherlich dem Biere nicht abgeneigt war, ist es durchaus verständlich, dass ihm (oder der Reformation?) zu Ehren ein Bier gebraut wird. Die Lammbrauerei aus Gruibingen tat dies als eine von mehreren Brauereien. Heraus kam ein Bier mit 5,1% Alkoholgehalt und Luthers Konterfei auf dem Etikett. Ob es die Bierwelt so verändert, wie Luthers Thesen die Kirche? Wir haben es probiert!

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Duft und Farbe
Der Duft macht einen direkt neugierig. Es erinnert zuerst nicht wirklich an ein Bier, sondern mutet viel mehr wie ein frischer Hefeteig an. Da fühlt man sich eher wie bei Oma in der Küche als am Tresen oder in der Braustube. Im Glas zeigt sich das Jubiläumsbier recht trüb und mit einer Farbe, die an dunklen Bernstein erinnert. Der Schaum wirkt zwar recht fein, ist aber ruckzuck wieder weg – schade!

Einstieg
Da flattern einem ein bisschen die Ohren! Dieses Bier steigt anders ein als man erwarten würde. Kräftig und sehr herb tritt das Bier von Anfang an auf den Plan. Die ersten Geschmackseindrücke gehen fast in die Richtung eines dunklen Bieres. Sehr spannend!

Körper und Geschmack
Mehr und mehr mischen sich auch Nussaromen in das Bier ein, wobei sich der Geschmack hinten raus immer sehr mit herben Anspielungen vermengt. Dennoch wirk das Bier sehr sanft und in keiner Weise bissig oder zu aggressiv. Denkt man sich in die Zeit des Mönchs Luther, dann kann man sich gut vorstellen, dass diese hiermit über die Fastenzeit kamen. Das Bier mutet durch die anfangs hefige Note und die nussigen Aromen sehr nährhaft und vollmundig an.

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Abgang
Im Abgang dominieren herbe Elemente, die das Bier aber nicht abkanten, sondern wie gewünscht abrunden. Es bleibt nichts unangenehmes – nur die Erinnerung an eine wahre Aromenvielfalt.

Kohlensäure
Mit der richtigen Dosis Kohlensäure kommt dieses Bier überall dorthin, wo es hingehört. Gut gemacht!

Süffigkeit
Diesem Bier gehört eine mittlere Süffigkeit attestiert. Zwar ist es angenehm zu trinken, jedoch ist der Geschmack zu eigen, als dass man dieses in Reihe konsumieren würde.

Fazit
Ein Bier, mit dem man sich etwas wie auf Zeitreise fühlt. Vollmundig und mit Aromen, die einem das Gefühl geben, wirklich zu essen und nicht nur zu trinken. Eine interessante Sache zum Luther-Jubiläum!

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zur Brauerei
Bei dieser Brauerei kann man mit Fug und Recht sagen, dass es sich um eine fast 300 jährige Familiengeschichte handelt. Seit 1728 ist die Lammbrauerei Hilsenbeck nämlich schon im Besitz der Familie Hilsenbeck, bzw. im Besitz der Vorfahren. Doch natürlich gingen auch an dieser Brauerei die Spuren der Zeit nicht ohne Einflüsse vorüber. Immer wieder wurde umgebaut und erneuert, doch diese Innovationen und Anpassungen haben nur dazu beigetragen, dass die Brauerei noch heute besteht und mit einem breiten Spektrum an klassischen Bieren und einer Craftbeercollection die Kunden im Umkreis erfreut.

Żywiec Jasne Pełne

Das Jasne Pełne aus dem Hause Żywiec ist, wie es die polnischsprachigen unter uns sofort wissen, ein Helles und noch dazu das Stammbier aus der Erzherzog Brauerei der gleichnamigen Stadt. Heute ist eine ganze Brauereigruppe nach dieser Stadt und dieser Brauerei benannt und dieses Helle firmiert so inzwischen als Aushängeschild eines ganzen Konzerns. Das Vollbier mit einem Stammwürzegehalt von 12,5°P bringt es auf solide 5,6% Alkoholgehalt. Ein Blick aufs Etikett verdeutlicht einen gewissen monarchischen Einschlag durch die Krone. Eine Replik auf die polnische Geschichte oder doch nur eine Rückschau auf die erzherzogliche Brauerei? Den tanzenden Menschen gefällt es offenbar. Und wie es schmeckt? Hier erfahrt ihr es!

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Duft und Farbe
Geradezu frühlingshaft duftet es aus der Flasche empor. Man denkt fast, man würde in eine blumige Bierwiese eintauchen. Leicht herbe Noten harmonieren angenehm mit fruchtigen Einschlägen und wecken so das Interesse an dem polnischen Bier. Im Glas zeigt sich das Bier mit intensiv goldener Farbe und einer recht feinporigen und beständigen Krone. Das gibt gute Haltungsnoten.

Einstieg
Man hat beim ersten Schluck den Eindruck, als würde das Bier den Mund fast stürmen. So hastig sucht es sich seinen Weg und klebt sich an die Wand hinten oben am Gaumen. Faszinierend!

Körper und Geschmack
Ganz so frühlingshaft, wie das Bier eingangs roch, erscheint es beim genaueren Erschmecken dann nicht mehr. Der Geschmack ist zwar sehr prägnant und hat klare Kanten, die das Bier auf eine ganz andere Art und Weise spannend erscheinen lassen. Im Gegensatz zu den erwarteten blumigen Aromen dominieren herbe und sehr vegetative Elemente. Man hat den Eindruck, eine ganze Kornkammer und ein ganzes frisch beacktertes Feld vor sich zu haben. Dazu die markante Bemerkung, dass sich der Geschmack sehr weit hinten im Mund abspielt. Sieht man von der Diskrepanz zwischen Nase und Mund ab, dann erlebt man ein in sich stimmiges Bild und einen klar definierten und einprägsamen Geschmack.

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Abgang
Der Abgang wird von herben Elementen geprägt, die noch lange nachhallen. Hier macht das Bier auch so manchem Pils Konkurrenz. Spannend auch, dass sich beim Abgang der Geschmacksfokus von der Rückwand des Mundes wieder etwas mehr in die Mitte verlagert.

Kohlensäure
Hier könnte es fast eine kleine Prise mehr sein. Obwohl, nein! Das könnte dann dem guten Schaum in die Parade fahren.

Süffigkeit
Ein durchaus süffiger Begleiter an warmen Sommertagen.

Fazit
Sicherlich ein Bier mit Charakter und klarer Kante, dem man absolut nicht anmerkt, dass es zum Bierimperium von Heineken gehört – und das ist auch gut so.

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zur Brauerei
Die Brauereigruppe Żywiec entstand 1998 aus dem Zusammenschluss von mehreren polnischen Brauereien, die jeweils ihre eigenen Traditionen mit in den Konzern brachten. Die älteste Brauerei, die ihre Geschichte einbrachte, war die 1815 gegründete „Sächsische Brauerei“ aus Radom in Masowien. Heute werden unter dem Dach dieser Brauereigruppe eine Vielzahl von Produkten hergestellt – in Lizenz unter anderem auch Heineken und Desperados. Heineken hält einen Anteil von 61% an der Żywiec Brauereigruppe.

Tyskie Gronie

Dieses polnische Bier ist wohl eines der bekanntesten osteuropäischen Biere in Deutschland. Das untergärige Lagerbier erinnert auch mit dem Design seiner Flasche an große Taten: die Krone dominiert ganz deutlich den Anblick der Flasche. Auf dem Papier ist das Bier hingegen gar nicht so besonders. 11,5°P Stammwürzegehalt bringen diesen polnischen Vertreter auf solide 5,6% Alkoholgehalt. Nicht ganz wenig für ein Bier für Zwischendurch… Wie es geschmeckt hat, wollt ihr wissen? Hier gibt’s Butter bei die Fische!

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Farbe und Duft
Der Duft ist anfangs kräftig, büßt allerdings schnell an Intensität ein – ja er verblasst tatsächlich nach einer sehr kurzen Weile vollends. Eine leicht säuerliche Note schlängelt sich zu Beginn klammheimlich durch die Hopfen- und Malznoten. Ist das vielleicht die auf dem Etikett versprochene „Apfelnote“? Oder doch das Bananenflavour? Wir können es leider nicht beantworten, für eine ordentliche Geruchsprüfung ist das Zeitfenster zu knapp. Das Bier ist sehr klar, glasklar sogar, und besticht durch eine intensive Farbe. Das Auge fühlt sich geschmeichelt. Auch der Schaum überzeugt anfangs durch anständige und lockere Bildung, glänzt aber bereits nach kurzer Zeit durch Abwesenheit.

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„Kommt nicht viel“, war der erste Satz, als wir dieses Bier gemeinsam testeten. Aber was heißt das? Das Bier verendet, bevor sich der Geschmack in allen Ecken des Mundes ausbreiten kann. Lasch und Dumpf kommt das Tyskie daher. Das haptische Erlebnis Bier ist da, Aromen und Fülle fehlen allerdings zum Biererlebnis. Nur ein Anschein im Antrunk oder zieht sich dies auch im Weiteren durch? Zu hoffen wäre jedenfalls, dass sich die auf dem Etikett angepriesenen Geschmackserlebnisse auch im Flascheninhalt wiederfinden würden. Wir hoffen auf die versprochenen Malz- und Getreidenoten, vielleicht sogar auf Nuancen von Apfel und Banane.

Körper und Geschmack
Flach und mickrig fließt dieses Bier in den unteren Mundraum und verharrt dort reglos – ist es tot? Kann man ihm helfen? Eine Reanimation mithilfe gründlicher manueller Verteilung im Mund schlägt fehl. Aromen bleiben trotzdem Mangelware. Nicht sauer, nicht besonders herb, nicht speziell hopfig, kaum mit einer anständigen Malznote. Die Kronen auf der geprägten Flasche haben zur Antizipation eines anderen Geschmackskörpers verleitet, doch der Boden der Realität ist hier so nah wie der Grund des Bierglases. Durch seine Leichtigkeit ist dieses Pils sicherlich ein guter Begleiter für heiße Tage im Sommer, in denen man eine schnelle und leichte Abkühlung braucht. Eine Geschmacksexplosion für Genießer wird freilich nicht geboten.

Abgang
Das Tyskie verschwindet so sang- und klanglos, wie es gekommen ist. Liebhaber eines intensiven Nachgeschmacks, die noch Stunden vom letzten Bier zehren, mag dies negativ aufstoßen. Alle anderen freuen sich derweil vielleicht, weil der Mund für die nächste interaktive Geschmacksstudie geräumt ist.

Kohlensäure
Hier fehlt es an allen Ecken und Enden. War die Kohlensäure-Patrone leer? Hat sich gar ein Produktionsfehler eingeschlichen? Ansonsten können wir nur raten, möglichst schnell die Rezeptur anzupassen. Dass Bier in jeden Mundwinkel gebracht werden muss, ist schließlich keine Binsenweisheit, sondern Recht und Anspruch jedes Bierfanatikers!

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Süffigkeit
Na ja: Ist Bier süffig, das sich im Sprint wieder verabschiedet? Wir glauben nicht. In der Tradition des Oktoberfestes, wo auch besonders kohlensäurearme und dadurch süffigere Biere ausgeschenkt werden, reiht sich das Tyskie zwar ein. Aber zu welchem Preis?

Fazit
Ein Bier, dem es an Power fehlt. Und in zweiter Instanz auch am Geschmack. Im Großen und Ganzen findet man im Tyskie Gronie ein leichtes Pils ohne Echte Ecken und Kanten, das sich der Umgebung anpasst und nicht umgekehrt. Eine formbare Masse in angenehm flüssiger Form mit exzellenter Farbe. Es macht damit eine dritte Kategorie neben den norddeutschen und den böhmischen Pilsenern auf. Ob das eine Lobestat oder unnötig ist, muss die Konsumentenschar beurteilen.

 

zur Brauerei
Die Brauerei blickt auf eine lange Geschichte zurück, die mindestens bis ins Jahr 1629 zurückreicht. Ihren Stammsitz hatte sie schon immer in der polnischen Stadt Tychy und entwickelte sich hier durch mehrere Betriebserneuerungen zu einem markanten Wirtschaftszweig. Seit 1999 gehört Tyskie zur polnischen Brauereigruppe Kompania Piwowarska, die wiederum zum Biergiganten SABMiller gehörte, bevor sie 2017 an die japanische Brauereigruppe Asahi verkauft wurde.

Yanjing Beer

Irgendwann ist bekanntlich immer das erste Mal. Und so ist das jetzt auch das erste Mal, dass ich ein Bier aus einem chinesischen Staatsbetrieb verkoste und rezensiere. Okay, zugegebenermaßen habe ich das bei den anderen Bieren vorher auch nie richtig nachgeprüft, aber diesmal weiß ich es auf jeden Fall. Das Yanjing Beer ist ein helles Lagerbier, das von der noch jungen Brauerei in Beijing gebraut wird. Es ist eines der wenigen Biere, bei dem auch sehr prominent der Stammwürzegehalt auf der Flasche abgebildet ist. 11°P Stammwürze sind da zu sehen, die das Yanjing auf gut 4% Alkohol bringen. Ob dieses Bier auch zum europäischen Biergeschmack passt? Wir haben es probiert!

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Duft und Farbe
Frisch und feinherb schlägt einem der Duft des Bieres entgegen. Das hätte man bei dieser kleinen 300ml-Flasche gar nicht erwartet. Im Glas zeigt sich das Bier mit einer hellgelben Farbe, die im ersten Moment etwas zu blass wirkt, auf den zweiten Blick dann aber überzeugt. Der Schaum ist feinporig und ausreichend gut haltbar.

Einstieg
Im ersten Moment läuft das Bier noch locker an, um dann aber recht schnell eine gefühlsmäßige Vollbremsung zu machen. Was ist denn da los? Ist das Reinheitsgebot?

Körper und Geschmack
Zwar wirkt das Yanjing im allerersten Moment noch leicht und locker, doch relativiert sich dieser Eindruck schneller als die Polizei erlaubt. Direkt beim ersten Schluck vollzieht das Bier eine Kehrtwende und wird eher malzig-dominiert und schwer. Das hätte man von diesem kleinen Hopfenwasser mit so wenig Stammwürze und Alkohol echt nicht gedacht. Ein Geschmacksbogen im eigentlichen Sinne besteht nicht. Die schwere Süße lässt recht schnell nach. Von herben Elementen fehlt jede Spur. Wo kam denn bitte dieser Geruch am Anfang her?

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Abgang
Nachdem sich die Süßlichkeit gelegt hat, verzieht sich der Rest schnell und leise. Es bleibt das Gefühl, gerade etwas getrunken zu haben, dass man irgendwie nicht so wirklich einschätzen konnte.

Kohlensäure
Hier mangelt es. Vielleicht würde etwas mehr Spritzigkeit dem Bier auf die Sprünge helfen. Dann noch etwas mehr Hopfen und die Welt sähe anders aus.

Süffigkeit
Naja, geht so. Für seine nominalen Werte ein recht schweres Bier, das man nicht unterschätzen sollte.

Fazit
Das Yanjing ist ein Bier, das der Kategorie Lager-Bier eine neue Dimension hinzufügt, die absolut nicht nötig gewesen wäre. Einen Versuch ist es wert, denn auch aus Fehlern lernt man bekanntlich.

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zur Brauerei
Die Yanjing Brauerei wurde erst 1997 gegründet und hat seitdem einen rasanten Aufstieg auf dem chinesischen Biermarkt hingelegt. Heute soll das Unternehmen eines der 10 größten Bierkonsortien der Welt sein. Dabei kommt das Bier international gut aufgestellt daher: die Produktionstechnik ist aus Deutschland und die Leitung achtet darauf, dass qualitativ hochwertige Waren aus aller Welt importiert werden. Das Angebot besteht aus verschiedenen Lagerbieren. Größere Bekanntheit erlangte die Brauerei während der Fußball-WM 2008 in China, als die Yanjing Brauerei einer der Hauptsponsoren war.

Ayinger Lager Hell

Das helle Lagerbier aus dem Hause Ayinger ist ein Klassiker und aus dem Biergarten der Brauerei gar nicht wegzudenken. Mit 11,8°P Stammwürze und 4,9% Alkoholgehalt ist es zudem nicht besonders stark und so gerade auch im Sommer eher bekömmlich als die stärkeren Artgenossen. Aber was nützen Zahlen, wenn der Geschmack nicht passt? Um diesen Zweifel auszuräumen, haben wir das Bier probegetrunken!

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Duft und Farbe
Eine feine Note von würzigem Aroma strömt aus der Flasche. Das stimmt schon gut ein auf das, was alsbald folgen wird. Zumindest erhöht es die Erwartung! Im Glas zeigt sich dieses Lagerbier grundsätzlich klar, jedoch mit einer minimalen Eintrübung. Insgesamt ist die Farbe etwas heller als goldgelb. Der Schaum ist teilweise etwas gröber, aber durchaus von ansehnlicher Qualität und Beständigkeit.

Einstieg
Schon während man sich dem Glas nähert, merkt die Nase, was hier Sache ist. Der erste Schluck bestätigt diese Wahrnehmung und ist ganz entzückt vom herrlich würzigen Antrunk. Besonders angesprochen wird die obere Mundpartie zum Gaumen hin. Feinere Noten breiten sich jedoch schnell im ganzen Mund aus.

Körper und Geschmack
Das Bier tritt zwar kräftig auf, findet aber dennoch den schmalen Weg zwischen körperlicher Präsenz und raffinierter Fragilität. Insbesondere die würzigen Aromen, die sich zwischen Getreideanspielungen und Weihnachtsgebäck bewegen, ohne hierbei jedoch ins Süße abzurutschen, bieten ein immer wieder neues Feuerwerk an Geschmackseindrücken.

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Abgang
Sanft und zart geht das Bier von dannen. Was bleibt ist der Wunsch nach dem nächsten Schluck. Als fehlend treten lediglich sämtliche Arten von Störaromen ins Bewusstsein. Gut so, freut man sich. Und auch, wenn es nicht gleich das nächste geben sollte, bleibt doch der Nachgeschmack an die prägenden Gewürze.

Kohlensäure
Genau mit der richtigen Portion Kohlensäure ausgestattet, findet dieses Bier den Weg zu den Geschmackssinnen, die bei der optimalen Entfaltung des Genusses notwendig sind. A point, wie der Franzose sagt!

Süffigkeit
Ja. Mehr muss man nicht sagen.

Fazit
Ein Lagerbier der Spitzenklasse! Zwar hätte man bei dieser oberbayerischen Brauerei auch nichts anderes erwartet, jedoch ist man dann jedes Mal doch wieder etwas überrascht, wenn man in den Genuss kommt. Ein zartes Bier mit starkem Geschmack, sodass das Trinken einfach Freude macht!

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zur Brauerei
Im Winter 1877/1878 braute Johann Liebhard das erste Bier der Brauerei Aying. Diese ging aus einer von ihm aus dem Familienbesitz übernommenen Wirtschaft mit angeschlossener Metzgerei hervor. Seitdem befindet sich auch die Brauerei im Familienbesitz. Interessant ist, dass mehrmals in der Brauerei kein männlicher Erbe zur Stelle war, sodass die Tochter -unüblicherweise- mit ihrem Mann die Brauerei weiterführte. Heute ist die Brauerei ein Zugpferd der bayerischen Braukultur, was die vielfältigen Auszeichnungen der Ayinger Biere eindrucksvoll belegen. Derzeit gibt es insgesamt 14 Biere im Sortiment. Besonders heraus sticht das „Kirtabier“, das speziell zur bayerischen Kirchweih im Oktober gebraut wird. Eine weitere Besonderheit ist der Freundeskreis der Brauerei, deren Mitgliedschaft sich Liebhaber erwerben können und dann vielfältige Vorteile genießen.

Lion Lager

Sri Lanka oder auch Ceylon ist nun wirklich kein Platz auf Erden, an dem man besonders ausgeprägt nach Bier suchen würde. Oder vielleicht gerade doch, weil einem der ganze Tee irgendwann zum Hals raushängt. Gut, dass es auch tatsächlich entsprechende Angebote auf dieser Insel gibt. Allein schon optisch herausstechend springt einen das Lion Lager förmlich an. Der namensgebende Löwe dominiert dabei auch optisch. Das helle Lagerbier bringt es auch klassische 4,8% Alkoholgehalt. Nichts Besonderes, nichts zu meckern. Und der Geschmack? Lest hier!

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Farbe
Dieser Löwe strömt mit einer kräftig-goldenen Farbe aus der Dose. Auch der Schaum schaut fein aus, verabschiedet sich allerdings, bevor man richtig Freude an ihm haben kann. Die erste Nase ist leicht fruchtig, aber weitgehend unspektakulär.

Einstieg
Erfrischend leicht strömt dieses Lagerbier in den Mund hinein. Die Aromen kommen zunächst nicht sehr stark hervor. Lediglich die erfrischend-fruchtige Note treten von Anfang an in den Vordergrund.

LionLager-2Körper und Geschmack
Auch im weiteren Verlauf präsentiert sich das Bier sehr schlank und leicht, bildet jedoch auch zunehmend leichte Bitternoten heraus, die sich vor allem im Nachgeschmack entwickeln.

Abgang
So sanft wie das Bier kam, so geht es auch wieder. Leicht, fein,  fruchtig. Was bleibt ist die Frische, die das Bier hinterlässt – fast wie bei einem europäischen Radler oder Alsterwasser.

Kohlensäure
Eine angenehme Menge an Kohlensäure bringt die Frische in jeden Mundwinkel. Hier hat der Braumeister alles richtig gemacht.

Süffigkeit
Trinkt sich lockerleicht wie Wasser. Mit allen Vor- und Nachteilen. Wer hier nach einem Bier aufhört, der hatte wohl einfach keinen Durst.

Fazit
Ein Bier für heiße Sommertage. Leicht, frisch und fruchtig auch gut als Erfrischung nach dem Sport oder als Begleitung zum Essen. Für Freunde von Bieren mit prägnantem Geschmack ist dieser asiatische Vertreter jedoch sicher nichts.

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zur Brauerei
Die Lion Brewery ging aus der Ceylon Brewery hervor, der ältesten Brauerei Sri Lankas, die 1849 gegründet wurde. Ihre Eigenständigkeit konnte sie jedoch nicht lange erhalten und wurde bald schon von indischen Konzernen aufgekauft, die Lion aber eine gewisse Autonomie ließen. Heute gehört die Brauerei im Großen und Ganzen zur Carlsberg Gruppe. Eine Besonderheit: Anlässlich des Besuchs von Queen Elizabeth II. im Jahr 1982 braute die Brauerei ein Royal Pilsener.

Wolfscraft Das Helle!

Es kommt selten vor, dass in Biernamen Satzzeichen zur Verwendung kommen. Aber zur Wolfcraft-Philosophie gehört ja gerade eben dazu, nicht der Standard zu sein und sich vom Durchschnitt abzuheben. So zieht auch das Helle vor das Gericht des geneigten Biertrinkers, wirft noch kurz den Untertitel „frisch & exotisch“ in den Ring und stellt sich schließlich mit 4,9% Alkoholgehalt der Jury des Gaumens. Ob es überzeugen konnte, lest ihr hier!

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Duft und Farbe
Fast schon typisch für Wolfscraft kommen von Anfang an sehr fruchtige und süße Düfte zum Ausdruck. Wie bereits beim Weizen ist man doch etwas verdutzt: Handelt es sich nicht doch um ein IPA? Hat man sich am Regal vergriffen? Im Glas zeigt sich das Bier mit einer intensiven Farbe. Hierbei ist es trüb, wurde also nicht filtriert, was zum klassischen Bierhandwerk von Wolfscraft passt.

Einstieg
Der erste Schluck fällt dann doch nicht so fruchtig aus, wie man anfangs erwartet hätte. Vielmehr mischt sich ein angenehm herber Ton mit ein, der dem Bier eine wohlige Frische verleiht. Der Geschmack bildet sich vor allem in der oberen Mundhöhle, von wo er sich im ganzen Mund verbreitet.

Körper und Geschmack
Das Bier trinkt sich so, als wenn man sich in einen großen Haufen Heu fallen ließe. Man gibt sich dem Bier hin und es erfrischt einen, man ruht sich aus. Diese Beschreibung korrespondiert auch gut mit dem Geschmackserlebnis, in dem sich tatsächlich leichte Nuancen von Heuaromen ausmachen lassen. Ansonsten ist der Körper recht schmal, was jedoch den erfrischenden Charakter unterstützt.

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Abgang
Nach und nach setzen sich etwas herbere Geschmacksanteile durch, die den Abgang zu einem echt-rustikalen Biererlebnis machen. Das macht Spaß!

Kohlensäure
Zwar reicht die Portion Kohlensäure für alles aus, jedoch auch nicht für viel mehr. Eine kleine extra Ladung würde dem Bier noch etwas mehr Schub verleihen und den schmalen Körper noch etwas ausbauen.

Süffigkeit
Frisch und doch mit herbem Abgang –  das ist ein Bier, dass durchaus mit einer soliden Süffigkeit aufwarten kann!

Fazit
Ein sehr unkonventionelles Helles mit fruchtigem Duft und herbem Abgang. Wer eher auf leichte aber unfiltrierte Biere steht, kann hier einen interessanten Outlaw der Bierszene probieren.

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zur Brauerei
Eigentlich sollte gerade in Bayern alles immer seinen gewohnten Gang gehen. Doch diese Brauerei hat sich auf die Fahne geschrieben, anders zu sein.  Seit 2016 schleicht Wolfscraft auf den Fährten der traditionellen Braukunst umher und braut mit Bio-Zutaten handwerkliche Biere. Neben dem beachtlichen Bierangebot unterstützt die Brauerei aus Freising Projekte zum Wolfsschutz.

Schimpf Weihnachtsbier

Zu Weihnachten gibt’s was ganz besonderes aus der Kronenbrauerei Schimpf. Nicht nur das Etikett ist hierfür mit dem Weihnachtsmann verziert, sondern auch der Inhalt der Flasche hat seine Besonderheiten. So werden bei diesem Bier sowohl helle als auch dunkelgeröstete Malze verwendet. Insgesamt bringt es das Weihnachtsbier auf einen Alkoholgehalt von 5,2%. Ob es wünschenswert ist, dass der Weihnachtsmann Flaschen vorbeibringt, wie auf dem Etikett abgebildet, haben wir für euch herausgefunden!

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Duft und Farbe
Geruchstechnisch ist der Eindruck zunächst sehr mild. Leichte Anspielungen von Malz und Hopfen lassen den geneigten Trinker noch ziemlich im Unklaren darüber, was ihn schlussendlich erwarten wird. Im Glas zeigt sich das Bier – dafür, dass auch dunkleres Malz beim Brauen verwendet wurde – erstaunlich hell. Das klarfiltrierte Bier hat hierbei ein leicht rötliche Farbe. Der Schaum ist von akzeptabler Qualität.

Einstieg
Vollmundig steigt man in den Genuss dieses Bieres ein. Viele Geschmacksnerven werden direkt beim Einstieg angesprochen und machen Lust auf mehr. Man hat den Eindruck, dass das Bier eine leicht süße Note hat, was natürlich exzellent zu Weihnachten passen würde.

Körper und Geschmack
Das runde Geschmackserlebnis setzt sich unumwunden fort. Die Aromen harmonieren wunderbar und decken dabei ein ganzen Spektrum von verschiedenen Anklängen ab. Von süßlich bis herb spannt sich der Genussbogen weit und eröffnet einen umfassenden Genuss. Besonders bemerkenswert ist der hopfenbetonte Geschmack, der sich mehr und mehr einstimmt.

Abgang
Wie schon angeklungen machen sich nach und nach hopfigere Noten breit und das gefällt außerordentlich, denn so wird das Bier zu einem richtigen Bier. Nicht nur das, sondern es wird auch noch wunderbar abgerundet. Insgesamt ein Bier mit einem sehr leichten und angenehmen Abgang.

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Kohlensäure
Hier wurde nicht gerade massenweise Kohlensäure verwendet, aber das ist auch ganz wunderbar so. Das Bier wirkt so recht weich und angenehm und ist weit davon entfernt, einen sauren Charakter zu entwickeln.

Süffigkeit
Ein durchaus süffiges Bier, mit dem man so manchen Adventsabend verschönern können dürfte. Sicherlich auch geeignet als Adventskalender oder -kranz.

Fazit
Hier hat die Brauerei Schimpf wirklich ein tolles Weihnachtsgeschenk gemacht. Mit diesem Bier muss man sich nicht schämen, an Heilig Abend anzustoßen. Eine runde Sache mit vielen verschiedenen Geschmackseindrücken.

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zur Brauerei
Die Kronenbrauerei Schimpf wurde im Jahr 1870 von der Familie Ohngemach gegründet. Acht Jahre nach der Gründung, trat die bis heute brauende Familie Schimpf in Erscheinung und kaufte die Brauerei. Inzwischen befindet sich die der Traditionsbetrieb in der fünften Generation und ist somit zu einem Kulturträger von Remmingsheim geworden. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Brauerei von einem Kleinbetrieb zu einem richtigen Gewerbebetrieb umgebaut. Heute umfasst das Angebot neun reguläre Biere, die um saisonale Extras ergänzt werden. Am besten genießt man diese Spezialitäten direkt in der Brauereigaststätte!

Gruibinger Winterbier

Auch unter dem Winter darf der Bierkonsum nicht leiden. Damit man stets das richtige Gerstenkaltgetränk zur Hand hat, gibt’s von Gruibinger ein Winterbier. Doch was macht ein Bier zum Winterbier? Man kennt es ja ein bisschen vom Kraftstoff: da gibt es auch Winter-Diesel, der nicht so schnell einfriert. Aber kann das hier gemeint sein? Ist das Bier besonders stark, damit man es auch bei starkem Frost draußen stehenlassen kann? Die 5,3% Alkoholgehalt sind jetzt nicht so erschreckend hoch, sodass man dies erstmal ausschließen kann. Das Etikett auf der Rückseite verrät aber, dass das Bier einen kräftigen Charakter für kalte Winterabende haben soll. Na dann, mal schauen, wie es uns schmeckt!

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Duft und Farbe
Ein recht schwerer und süßlicher Malzduft strömt einem aus der Flasche entgegen. Da möchte man sich tatsächlich gleich in eine dicke Decke kuscheln. Überführt man das Bier dann ins Glas, so zeigt sich die dunkle und intensive Farbe, die einem recht dunklen Bernstein ähnelt. Dabei ist das Bier sehr klar und der Schaum von ganz guter Qualität.

Einstieg
Der erste Eindruck setzt sich beim Einstieg fort. Vom Malz getrieben, breitet sich der recht massige Körper sogleich im Mund aus. Es wirkt fast so, als wolle das Bier seinen Anspruch geltend machen, jetzt hier eine wichtige Rolle zu spielen.

Körper und Geschmack
Das Winterbier ist ab dem ersten Moment sehr präsent und verströmt einen recht vollen und vollmundigen Eindruck. Es überwiegen zunächst schwerere Malzaromen, die ein wohliges und fast schon wärmendes Gefühl vermitteln. Mit der Zeit entwickeln sich auch herbere Geschmacksanteile, die jedoch die ganze Zeit über eher im Hintergrund bleiben und dem Malz die Bühne überlassen.

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Abgang
Hinten raus gleitet das Bier sanft und fluffig die Kehle hinunter und verabschiedet sich mit einem Doppelklang aus malzig-süß und hopfig-herb. Aber auch hier hat das Malz noch die Oberhand.

Kohlensäure
Manchmal wirkt das Bier ein kleines bisschen scharf, da schon recht viel Kohlensäure dabei ist. Auf der anderen Seite kommt so aber auch ein cremiges Trinkgefühl zustande, das den Wert des Bieres durchaus erhöht.

Süffigkeit
Das Winterbier ist nicht wegen seiner Süffigkeit bekannt. Dafür ist es zu schwer und zu malzig. Vielmehr ein ruhiger Begleiter, der langsam genossen werden will.

Fazit
Bei diesem Bier träumt man sich an einen winterlichen Kamin, wenn dieser nicht gerade da sein sollte. Auch wenn man noch immer nicht so genau weiß, was man von einem Winterbier erwartet, so findet man hier doch einen Vertreter, der durch seinen schweren Geschmack gut zu dunklen Wintertagen und Kaminabenden passt.

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zur Brauerei
Bei dieser Brauerei kann man mit Fug und Recht sagen, dass es sich um eine fast 300 jährige Familiengeschichte handelt. Seit 1728 ist die Lammbrauerei Hilsenbeck nämlich schon im Besitz der Familie Hilsenbeck, bzw. im Besitz der Vorfahren. Doch natürlich gingen auch an dieser Brauerei die Spuren der Zeit nicht ohne Einflüsse vorüber. Immer wieder wurde umgebaut und erneuert, doch diese Innovationen und Anpassungen haben nur dazu beigetragen, dass die Brauerei noch heute besteht und mit einem breiten Spektrum an klassischen Bieren und einer Craftbeercollection die Kunden im Umkreis erfreut.

Horst Hell

Ist das eigentlich wirklich Horst, der da auf dem Etikett abgebildet ist? Und ist das dann eigentlich auch Horst, der jeden Kronkorken und das Wappen von Schönbuch Bräu ziert? So ganz genau wissen wir das nicht und wollen uns ja auch dem Bier selbst widmen. Das Lagerbier aus Böblingen bringt 4,8% auf der Alkoholwaage, wobei Angaben zum Stammwürzegehalt leider fehlen. Ob Horst, der alte Förster, mit diesem Bier unseren Geschmack getroffen hat und ob es sich lohnt, ihn kennenzulernen? Wir haben gekostet!

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Duft und Farbe
Mild-würzig duftet Horst aus der frisch geöffneten Flasche, ein bisschen nach einer Albwiese im Sommer. Im Glas zeigt sich das helle Lager sehr klar, aber auch etwas blass. Der Schaum ist fein und von annehmbarer Qualität. Dennoch unterscheidet sich die Krone drastisch vom Abdruck auf dem Etikett!

Einstieg
Das Gefühl im Mund ist schon eindrücklich, wenn man den ersten Schluck nimmt. Schwergewichtig legt sich das Bier auf die Zunge und zeigt, wer hier das Sagen hat. Der Geschmack bleibt auch hier im mild-würzigen Bereich.dav

Körper und Geschmack
Dafür, dass es sich um ein helles Lager handelt, klotzt das Horst Hell wirklich stark ran. Der Körper ist wuchtig, gerade zu beeindruckend! An ein schnelles Trinken ist hier gar nicht zu denken. Stattdessen hat man wirklich Freude daran, die unterschiedlichen Würzelemente herauszuschmecken. Diese bewegen sich vor allem im Bereich von getrockneten Gräsern und wecken Assoziationen an frisch gemähte Wiesen. Eine runde Sache!

Abgang
Der Abgang ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Langsam verabschiedet es sich, jedoch nicht ohne einen rundum bierigen und sehr angenehmen Nachgeschmack zu hinterlassen.

Kohlensäure
Gut gemacht, keine Einwände. Schon beim Einschenken sieht man, dass hier der Kohlensäuregehalt auf den Punkt getroffen wurde. Nicht zu sprudelig, aber auch nicht zu lasch.

Süffigkeit
Kein Bier, das man schnell und leicht wegtrinkt. Der Körper will wirken und die Zeit sollte man ihm geben.

Fazit
Ein starkes helles Lager, das vor allem mit dem massigen Körper imponiert. Dieser ist schon für sich ein Erlebnis und wird durch einen fein-würzigen Geschmack sehr gut abgerundet.

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zur Brauerei
Diese Brauerei aus Böblingen bei Stuttgart ist inzwischen der älteste Betrieb der Stadt und noch dazu seit der Gründung im Jahr 1823 in Familienbesitz. Die Geschichte ist eng verbunden mit der, der Brauerei Dinkelacker aus Stuttgart, entstammt also regelrecht einer Brauerfamilie. Inzwischen bietet Schönbuch, wie auch der angrenzende Naturpark heißt, eine ganze Reihe von Bieren im Dauersortiment an und braut zusätzlich zu besonderen Veranstaltungen noch Spezialbiere.