Bitburger Premium Pils

Das Bitburger Premium Pils ist wohl das deutsche Synonym für ein klassisches Pilsener. Seit 1817 wird es in der Eifel gebraut – und zwar von der Bitburger Privatbrauerei Th. Simon, die trotz ihrer Größe bis heute familiengeführt ist. Mit 4,8 % Alkoholgehalt und einer Stammwürze von rund 11,3 °P steht dieses Bier für das, was Pils in Deutschland sein will: klar, hopfenbetont und kompromisslos präzise. Gebraut mit dem eigens kultivierten Bitburger Siegelhopfen verspricht es feinherben Charakter und einen unverkennbar „bitteren“ Stil. Doch ist das berühmte „Bitte ein Bit“ auch geschmacklich noch ein Versprechen?

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Bitburger in einem intensiven Goldton, kristallklar und makellos filtriert. Der Schaum ist fein, leicht cremig, aber nicht übermäßig beständig. In der Nase dominiert der klassische Pilsduft – frisch, hopfenbetont, nur dezent malzig. Ein Duft, der sofort an Biergärten und gepflegte Zapfhähne erinnert.

Einstieg
Der erste Schluck ist ein Musterbeispiel deutscher Braukunst. Direkt entfaltet sich eine kräftige Hopfenbittere, die sich angenehm über die Zunge legt. Der Körper wirkt voll und präsent, ohne schwer zu werden – die klare Linie eines Premium-Pilsners.

Körper und Geschmack
Hopfen steht im Mittelpunkt, doch auch die malzige Basis lässt sich nicht leugnen. Eine feine Balance entsteht zwischen Bitterkeit, dezenter Würze und einer minimalen, fast vanilligen Süße im Hintergrund. Die Kohlensäure ist gut eingebunden und bringt Lebendigkeit, ohne zu beißen.

Abgang
Der Nachhall ist typisch Bitburger – trocken, herb und klar definiert. Der Hopfen bleibt lange präsent, fast wie ein Markenzeichen, das sich am Gaumen einprägt.

Kohlensäure
Feinperlig, gleichmäßig und perfekt dosiert. Sie trägt die Aromen, ohne dominant zu werden, und sorgt für das spritzige, belebende Gefühl, das man von einem guten Pils erwartet.

Süffigkeit
Trotz der kräftigen Hopfennote bleibt das Bitburger erstaunlich süffig. Es lädt zum Weitertrinken ein – ein Bier, das man in geselliger Runde ebenso gern trinkt wie allein beim Feierabend.

Fazit
Das Bitburger Premium Pils ist ein Paradebeispiel für deutsche Brautradition: präzise, ausgewogen und ehrlich. Kein Experiment, keine Überraschung – aber ein Bier, das seine Stärke in der Beständigkeit findet. Es ist genau das, was es sein will: ein Premium-Pils, das seinem Namen gerecht wird.

zur Brauerei
Die Bitburger Privatbrauerei Th. Simon wurde 1817 gegründet und zählt heute zu den größten Familienbrauereien Deutschlands. Neben dem Premium Pils – ihrem Aushängeschild – gehören auch Marken wie König Pilsener, Köstritzer und Licher zur Bitburger Braugruppe. Trotz dieser Größe legt das Unternehmen Wert auf Unabhängigkeit, Regionalität und traditionelle Brauweise – mit Eifeler Brauwasser und dem eigenen Bitburger Siegelhopfen als Herzstück des Erfolgs.

Floss Kellerpils

Das Kellerpils aus dem Brauhaus Floss ist ein weiterer Vertreter der jungen, aber traditionsbewussten Oberpfälzer Brauerei. Der Name verspricht Hopfen und Frische, das „Keller“ deutet auf ein unfiltriertes, ehrliches Bier hin – bodenständig, naturtrüb und handwerklich gebraut. In der langen Flasche mit Reliefprägung und Retro-Etikett macht es jedenfalls schon mal einen klassischen Eindruck. Aber hält das Bier, was die Optik verspricht?

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Kellerpils in einem hellen Gelbton mit leichter Trübung – genau, wie man es bei einem unfiltrierten Bier erwarten würde. Der Schaum ist nur spärlich vorhanden, dazu grobporig und wenig beständig. Der Duft überrascht: eher malzbetont als hopfig, leicht säuerlich und frisch, aber nicht besonders intensiv.

Einstieg
Der erste Schluck offenbart sofort, dass man es hier nicht mit einem typischen Pilsener zu tun hat. Der Antrunk ist weich und rund, mit einer leichten Säure, die das Bier frisch und leicht macht. Die hopfenbittere Kante, die man bei einem Pils vielleicht erwarten würde, bleibt zunächst im Hintergrund.

Körper und Geschmack
Das Bier zeigt einen schmalen, aber durchaus klar definierten Körper. Es bewegt sich irgendwo zwischen malzigem Grundton und einer feinen, säuerlich-frischen Note, die für Spannung sorgt. Trotz der leichten Textur wirkt das Bier nicht dünn, sondern ausgewogen. Die geringe Kohlensäure unterstreicht diesen Eindruck: weniger prickelnd, aber angenehm weich im Mund.

Abgang
Im Abgang entfalten sich dann die pilztypischen Hopfennoten – dezent, aber erkennbar. Der Nachgeschmack ist mild, rund und sauber, was einen schönen Kontrast zum etwas unruhigen Einstieg bildet.

Kohlensäure
Zurückhaltend. Das Bier wirkt dadurch ruhig und unaufgeregt, fast schon meditativ. Ein bisschen mehr Spritzigkeit hätte dem Profil gutgetan, aber so bleibt es angenehm mild.

Süffigkeit
Trotz der leichten Säure ist das Kellerpils gut trinkbar. Seine weiche Textur und der ausgewogene Körper machen es zu einem süffigen, unkomplizierten Begleiter – gerade an wärmeren Tagen.

Fazit
Ein Kellerpils, das nicht durch Hopfenbittere glänzt, sondern durch Ruhe und Balance. Malzig, leicht säuerlich, unaufgeregt – ein ehrliches Bier mit regionalem Charakter, das vor allem durch seine angenehme Rundheit überzeugt. Kein Pils für Puristen, aber eines für Genießer, die ein leichtes, naturtrübes Bier schätzen.

zur Brauerei
Das Brauhaus Floss wurde 2015 in der Oberpfalz gegründet und versteht sich als moderne Handwerksbrauerei, die auf regionale Zutaten und traditionelle Braumethoden setzt. Trotz ihres jungen Alters knüpft sie an die jahrhundertealte Braukultur des Ortes Floß an und beweist, dass man auch mit schlichter Aufmachung und klarer Linie ein gutes Bier auf die Beine stellen kann.

Argus Pils

Das Argus Pils aus der griechischen Brauerei EZA – der Hellenic Brewery of Atalanti – zeigt schon mit seinem aufwendig gestalteten Dosenkleid, dass es mehr sein möchte als ein einfaches Handelsbier. Zwischen Hopfenranken, Schwertern, Vögeln und mythologisch anmutenden Figuren entfaltet sich eine ganze Hopfen-Odyssee. Gebraut wird es als Teil der Argus-Serie, die EZA für den Einzelhandel produziert, unter anderem für Lidl. Mit 4,5 % Alkoholgehalt will dieses Pils an klassische mitteleuropäische Vorbilder anschließen – und dabei doch seinen eigenen Weg gehen.

Farbe, Duft und Krone
Im Glas leuchtet das Bier in sattem Goldgelb, klar filtriert und sauber in der Erscheinung. Der Schaum fällt leider schnell in sich zusammen, bleibt grobporig und nur kurz erhalten. Der Duft ist zunächst etwas malzig-süß, entwickelt sich dann aber hin zu einem typisch herben Pilsaroma – klar, schlicht, aber angenehm.

Einstieg
Der erste Schluck überrascht mit einer kräftigen, fast getreidigen Note, die sofort Präsenz zeigt. Man hat das Gefühl, mitten durch ein sommerliches Kornfeld zu spazieren – intensiv, rund und ein wenig erdig.

Körper und Geschmack
Das Argus Pils besitzt einen ausgewogenen Körper: stabil, aber nicht schwer. Die Aromen sind fein ausbalanciert zwischen Malz und Hopfen, wobei die Bittere dezent bleibt. Stattdessen gesellt sich eine leicht süßliche Nuance dazu, die sich mit der Zeit zu einem Hauch Vanille entwickelt. Diese Kombination wirkt unkonventionell, aber durchaus charmant.

Abgang
Der Abgang ist sanft, leicht cremig und trägt die dezente Vanillenote weiter. Mit zunehmender Zeit kann der Eindruck minimal unrund werden – aber nie störend. Es bleibt eine angenehme, runde Würze zurück, die Lust auf einen weiteren Schluck macht.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist gut eingestellt, sorgt für Frische, ohne das Bier übermäßig spritzig wirken zu lassen.

Süffigkeit
Hohe Süffigkeit, aber mit Profil. Das Bier trinkt sich leicht und angenehm, ohne langweilig zu sein. Trotz seiner Milde bringt es genug Charakter mit, um mehr als nur ein durstlöschendes Pils zu sein.

Fazit
Ein starkes Pils aus Griechenland, das zeigt, dass Handelsmarke nicht gleich Einheitsware bedeutet. Das Argus Pils überzeugt mit einem ausgewogenen Körper, feiner Vanillenote und einer rund abgestimmten Bittere. Es ist kein norddeutsches Hopfenbrett, sondern ein harmonischer, mediterraner Vertreter seines Stils – und damit eine kleine Überraschung im Supermarktregal.

zur Brauerei
Die Hellenic Brewery of Atalanti (EZA) wurde in den 1980er Jahren gegründet und zählt zu den größten unabhängigen Brauereien Griechenlands. Neben Eigenmarken wie Pils Hellas und Blue Island produziert sie auch die Argus-Reihe für den Einzelhandel. EZA steht für moderne Brautechnik, hochwertige Rohstoffe und das Ziel, griechisches Bier wieder stärker im Land selbst zu verankern – mit Erfolg.

Nissos Pilsner

Griechenland – Sonne, Meer, Inseln, Olivenöl … und Bier? Ja, und zwar eines, das sich ganz bewusst auf seine Herkunft beruft: Das Nissos Pilsner stammt aus der Cyclades Microbrewery auf der Insel Tinos. Dort wird seit 2012 im kleinen Stil, aber mit großem Anspruch gebraut. 5 % Alkohol bringt dieses Pilsener auf die Waage, und die Dose, mit ihrer stilisierten Sonne, dem Anker und dem Fischmotiv, weckt sofort maritime Sehnsüchte. Ob es sich dabei um ein klassisches Pilsener oder eher ein Insel-Unikum handelt, das zeigt sich im Glas.

Farbe, Duft und Krone
Beim Öffnen steigt ein eher zurückhaltender, kaum hopfiger Duft auf – nicht das, was man von einem Pils erwartet. Dominant sind vielmehr malzige Noten, leicht süßlich und warm. Im Glas zeigt sich ein Farbton zwischen Strohgelb und Gold, ganz leicht trüb, aber nicht trübe genug, um unfiltriert zu wirken. Der Schaum ist grobporig und von mäßiger Beständigkeit – kein perfekter Kronenträger, aber ein solider Begleiter.

Einstieg
Der erste Schluck überrascht: Der Körper ist weich, vollmundig und fast cremig, die Textur ausgesprochen angenehm. Die erwartete Hopfenbittere bleibt zunächst aus, stattdessen entfaltet sich ein fruchtiger, beinahe aleartiger Eindruck, der in seiner Zartheit durchaus an Pale-Ale-Noten erinnert.

Körper und Geschmack
Das Nissos Pilsner ist kein typischer Vertreter seiner Zunft. Der Geschmack breitet sich gleichmäßig im Mund aus, zeigt malzige Wärme und leichte Frucht, bevor es hinten raus eine feine Bitterkeit entfaltet. Eine Spur von Kaffee oder Röstaroma mischt sich hinein, ungewöhnlich, aber nicht unangenehm. Die Brauer auf Tinos scheinen sich vom klassischen Pilsener bewusst entfernt zu haben, um etwas Eigenständiges zu schaffen – ein Bier mit mediterranem Charakter.

Abgang
Im Abgang bleibt die sanfte Bitterkeit, begleitet von einem Hauch dunkler, fast erdiger Note. Hier spürt man, dass das Bier mehr Tiefe hat, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Kohlensäure
Angenehm zurückhaltend. Sie sorgt für Frische, ohne die sanfte Textur zu stören.

Süffigkeit
Durch den kräftigen Körper und die leicht röstigen Noten ist das Nissos kein Bier für den schnellen Durst. Es verlangt Aufmerksamkeit, belohnt dafür aber mit Tiefe und Charakter.

Fazit
Ein griechisches Pilsener, das eigentlich keines sein will – und gerade deshalb interessant ist. Zwischen malziger Wärme, fruchtigen Zwischentönen und einem Hauch Kaffee bleibt vor allem eines hängen: ein Bier, das so eigenwillig ist wie die Insel, von der es stammt.

zur Brauerei
Die Cyclades Microbrewery auf Tinos wurde 2012 gegründet und gilt als eine der ersten modernen Craft-Brauereien Griechenlands. Unter dem Markennamen „Nissos“ – das griechische Wort für „Insel“ – entstehen Biere, die bewusst regionale Identität und handwerkliches Können vereinen. Die Brauerei arbeitet mit hochwertigen Rohstoffen, minimaler Verarbeitung und ohne künstliche Zusätze. Ihre Biere sollen, wie die Macher sagen, „das Lebensgefühl der Kykladen widerspiegeln“ – sonnig, ehrlich und ein wenig eigen.

Gutan Vårres Pils

Das „Gutan Vårres“ ist ein Pils aus dem Hause Graff Brygghus, einer vergleichsweise jungen Brauerei, die 2015 in Tromsø, Norwegen, gegründet wurde. Tromsø ist nicht nur bekannt für die Nordlichter, sondern auch für eine lebendige Bierkultur, zu der Graff Brygghus einen frischen Beitrag leistet. Mit einem Alkoholgehalt von 4,7 % bietet dieses Bier ein ausgewogenes Trinkerlebnis, das sich perfekt in die raue, aber charmante Atmosphäre des Nordens einfügt. Besonders bemerkenswert: Graff Brygghus unterstützt den lokalen Fußballverein Tromsø IL, den nördlichsten professionellen Fußballklub der Welt.

Ein Pils, das die nordische Natur und die Leidenschaft für die Region Tromsø im Glas vereint – aber hält es auch, was es verspricht?

Duft, Farbe und Krone

Im Glas präsentiert sich das Bier in einer goldgelben, klaren Farbe, die förmlich den nordischen Sommer einfängt. Der Schaum ist leicht mittelporig, jedoch von kurzer Lebensdauer. Der Geruch ist eher subtil, mit leichten, säuerlichen Nuancen – angenehm unaufdringlich und typisch für ein gut balanciertes Pils.

Einstieg

Bereits der erste Schluck bestätigt: Hier handelt es sich um ein klassisches Pils. Der Geschmack ist angenehm rund und voll, dabei schnörkellos und ohne übertriebene Spielereien. Ein Bier, das seine Wurzeln nicht versteckt und dennoch frisch und modern wirkt.

Körper und Geschmack

Die Hopfennoten des Gutan Vårres sind prägnant, aber nicht aufdringlich. Es bietet eine angenehm bittere Note, die sich harmonisch in den Gesamtgeschmack einfügt. Trotz seiner Schlichtheit bringt es eine gewisse Tiefe und Charakter mit, die Lust auf mehr macht.

Abgang

Im Abgang zeigt sich das Bier von seiner besten Seite: milde, bleibende Hopfennoten, die den Gaumen kitzeln und Vorfreude auf den nächsten Schluck wecken. Kein Übermaß, kein Verdrängen – einfach ein ehrlicher Abschluss.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist gut dosiert, arbeitet dezent im Hintergrund und drängt sich nie zu sehr in den Vordergrund. Perfekt für ein Pils, das sich als unkomplizierter Begleiter präsentiert.

Süffigkeit

Dank seiner Mildheit und dem ausgewogenen Geschmack erweist sich das Gutan Vårres als äußerst süffig. Hier ist definitiv kein Zögern nötig, ob ein zweites oder drittes Glas in Frage kommt.

Fazit

Das Gutan Vårres von Graff Brygghus ist ein solides, geradliniges Pils, das mit seiner nordischen Identität und Regionalverbundenheit punktet. Es verbindet eine ehrliche Braukunst mit dem Charme des rauen Nordens und ist der perfekte Begleiter für einen Abend in Tromsø – sei es nach einem Fußballspiel oder unter der Mitternachtssonne.

zur Brauerei

Graff Brygghus wurde 2015 in Tromsø gegründet und ist eine der nördlichsten Brauereien der Welt. Bekannt für ihre modernen Interpretationen klassischer Bierstile, hat sich die Brauerei schnell einen Namen gemacht. Ihr Engagement für die Region zeigt sich nicht nur in der Auswahl lokaler Zutaten, sondern auch in der Unterstützung des Tromsø IL, was ihre tiefe Verbundenheit zur Gemeinschaft unterstreicht.

Birra Tirana Pilsener

Ein Bier aus dem Herzen Albaniens – das klingt schon nach Entdeckergeist. Das Birra Tirana, gebraut von der gleichnamigen Brauerei in der Hauptstadt, ist ein klassisches Pilsner mit 4 % Vol. Alkohol. Seit 1960 wird hier gebraut, und auf der Flasche prangt stolz das weiße „T“ mit Krone und Flügeln – ein Emblem, das nicht zufällig an die Symbolik der albanischen Flagge erinnert.
Das Bier ist klar wie ein Gebirgsbach, noch bevor es im Glas landet, und verspricht Frische, bevor man überhaupt den Kronkorken hebt.

Ob dieses Pilsner mehr kann als Durst löschen – oder genau darin seine Kunst liegt – das zeigt sich im Glas.

Duft, Farbe und Krone

Glasklar, strohgelb, blitzsauber filtriert. Der Schaum steigt feinporig auf, dicht und schneeweiß, hält sich ordentlich und wirkt fast seidig. In der Nase: eine frische, herbe Hopfennote mit einem leichten Anflug von Getreide. Der Duft wirkt sauber, fast lupenrein – als hätte jemand den Balkanwind durch ein Hopfenfeld geschickt.

Einstieg

Der erste Schluck zeigt sich angenehm herb und erfrischend. Der Schaum ist cremig und fein, was sofort einen guten Eindruck hinterlässt. Danach kommt ein sanftes, leicht wässriges Mundgefühl – kein Nachteil in diesem Fall, sondern eher eine Einladung zum nächsten Schluck.

Körper und Geschmack

Der Körper bleibt dezent. Man schmeckt die Hopfenbittere, aber sie hält sich im Hintergrund. Das Bier spielt mehr auf der frischen als auf der komplexen Seite. Wer ein kräftiges, norddeutsches Pils erwartet, findet hier eher eine mediterrane Leichtigkeit – freundlich, unkompliziert, durstlöschend. Malz und Hopfen tanzen höflich nebeneinander, keiner drängt sich vor.

Abgang

Im Abgang bleibt eine feine, hopfenmalzige Note, dezent, trocken und sauber. Kein Nachbrennen, kein metallischer Nachklang – das Bier verabschiedet sich so unaufgeregt, wie es gekommen ist. Man denkt eher: „Da geht noch eins.“

Kohlensäure

Feinperlig und gut eingebunden. Sie trägt die Frische und sorgt dafür, dass das Bier trotz seines leichten Körpers lebendig bleibt.

Süffigkeit

Hoch. Dieses Pils ist der Typ Bier, der bei 30 Grad im Schatten zur Lebensrettung werden kann. Unkompliziert, frisch, trinkbar – ein ehrlicher Begleiter für Balkon, Strand oder Stadtpark.

Fazit

Das Birra Tirana ist kein Pils, das Geschichten erzählt. Es ist eins, das den Durst löscht – und das macht es hervorragend. Ein einfaches, sauberes Sommerbier ohne Ecken und Kanten. Kein Aromenfeuerwerk, aber auch keine Enttäuschung. Ein Stück Balkan in flüssiger Form.

zur Brauerei

Die Brauerei Birra Tirana wurde 1960 gegründet und ist heute Albaniens grösster Bierproduzent. Gebraut wird mit Wasser aus den Bergen bei Tirana, das für seine Reinheit bekannt ist. Die Marke gilt als nationales Symbol – ein Bier, das in Albanien fast jeder kennt und das im Land selbst so selbstverständlich ist wie der Kaffee nach dem Essen.

Oslo Brewing Nordic Pilsener

Das Nordic Pilsner von Oslo Brewing Co. ist ein klassisches Pils, das den Geschmack der „besten Stadt der Welt“ einfangen möchte: Oslo. Mit 4,7 % Alkohol und einem modernen, minimalistischen Design überzeugt es schon auf den ersten Blick. Ein Bier, das erfrischend und ausgewogen daherkommt – schauen wir genauer hin.

Duft, Farbe und Krone

Nach dem Öffnen der Flasche steigen herbe und frische Hopfenaromen in die Nase, die ein intensives Pils erwarten lassen. Im Glas präsentiert sich das Nordic Pilsner in einer schönen, klaren Goldfarbe. Der feinporige Schaum bleibt stabil und rundet das ansprechende Gesamtbild perfekt ab.

Einstieg

Der erste Schluck zeigt: Hier wurde Wert auf Ausgewogenheit gelegt. Die Hopfenbetonung ist klar, ohne zu dominieren – erfrischend und angenehm mild zugleich.

Körper und Geschmack

Das Bier ist vollmundig, mit einer lebhaften, aber gut eingebundenen Kohlensäure, die das Trinkerlebnis abrundet. Geschmacklich bietet das Nordic Pilsner die typische Hopfenherbe eines Pilsners, bleibt dabei aber zugänglicher und milder als seine norddeutschen Verwandten wie Flensburger oder Jever.

Abgang

Der Abgang ist angenehm herb, klingt dezent aus und lädt zu einem weiteren Schluck ein.

Kohlensäure

Optimal dosiert: lebendig und frisch, ohne zu aufdringlich zu sein.

Süffigkeit

Dank seiner ausgewogenen Natur ist das Nordic Pilsner ein süffiges Bier, das man gerne öfter genießen möchte.

Fazit

Oslo Brewing Co. hat mit dem Nordic Pilsner ein modernes, stimmiges Bier geschaffen, das durch seine klare, frische Hopfennote überzeugt. Ein zugängliches, rundes Pils, das perfekt zu Oslo passt: stilvoll, erfrischend und einladend.

zur Brauerei

Die 2015 gegründete Oslo Brewing Co. steht für moderne Craftbiere, die norwegische Tradition mit internationaler Braukunst vereinen. Mit dem Nordic Pilsner zeigt die Brauerei, dass klassische Bierstile in neuem Glanz erstrahlen können. Ein echter Botschafter Oslos!

Efes Pilsen

Efes gehört wie Ayran und Döner zur Türkei. Und das, obwohl es sich um ein ganz überwiegend muslimisches Land handelt? Jo, in der Türkei kein Problem. Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk selbst war im Biergeschäft unterwegs und auch Ismet Inönü, der erste Premierminister der Türkei, war um die Qualitätsverbesserung des türkischen Gerstensaftes ganz persönlich bemüht. Das Flaggschiff aus dem Hause Efes ist sein Pilsener, das mit klassischen 5,0% Alkoholgehalt daherkommt. Es ist in der Türkei das absolut beherrschende Bier und wird in mehr als 50 Länder in der ganzen Welt exportiert. Eine wahre Erfolgsgeschichte! Wir haben es hier nochmal genau probiert.

Farbe, Duft und Krone
Feinherb und mit einer Note frischer Hefe duftet es aus der gerade geöffneten Flasche. Der Verschluss ist übrigens weder Drehkappe noch Kronkorken, sondern lässt sich mit einer Lasche einfach nach oben wegziehen. Im Glas zeigt sich das Efes Pils dann in intensivem Gold. Der Schaum wirkt cremig, ist aber nicht im Überfluss vorhanden.

Einstieg
Butterzart schmiegt sich das Bier in den Mund ein. Der erste Eindruck lässt fast glauben, dass Mund und Bier bei dieser sanften Textur miteinander verschmelzen.

Körper und Geschmack
Trotz der samtigen Art und Weise, die man sonst eher mit einem schweren und trägen Bier verbinden würde, hat das Efes Pils einen schlanken und feinen Körper. Es werde zunächst insbesondere die Geschmackssinne im oberen Teil des Mundraums angesprochen, wobei herbe Noten den Takt angeben. Dabei wird das Bier allerdings keinesfalls rau oder forsch, sondern behält seine Leichtigkeit.

Abgang
So angenehm sanft wie es kam, so geht es auch wieder. Das Efes bietet eine rundum gelungene und runde Vorstellung, vor der man nur den Hut ziehen kann.

Kohlensäure
Schon beim ersten Anblick war klar, dass man es hier nicht mit einer sprudeligen Explosion zu tun hat. Viel mehr ist es ein sanftes und ausgeglichenes Erlebnis, bei dem dass geringe Level an Kohlensäure nicht negativ ins Gewicht fällt.

Süffigkeit
Eine wirklich süffige Vorstellung wird durch das Efes abgeliefert. Das passt auch zu den heißen Sommermonaten in der Türkei, bei denen ein leicht bekömmliches und süffiges Bier gebraucht wird.

Fazit
Das Efes Pilsen will keine Bäume ausreißen oder gar Berge versetzen. Es möchte nicht anecken, sondern den Massen gefallen – und das schafft es. Ein rundes Pils, das vor allem durch seinen sanften Charakter besticht und eben genau dadurch trumpft, dass es nichts besonderes ist.

zur Brauerei
Der Name Efes ist der historischen Stadt Ephesos entlehnt. Izmir, in der die erste Brauerei des heutigen Anadolu Efes-Konzerns stand, ist nicht weit von dieser historischen Stadt entfernt. Der Konzern umfasst viele verschiedene Marken. Neben Efes sind dies unter anderem Gusta (Weizenbier), Mariachi, Marmara oder Bomonti. Letzteres war das erste überhaupt in der Türkei gebraute Bier. Efes hat einen Marktanteil von über 80% am türkischen Markt.

Baisinger Kellerteufel

Teufel, Beelzebub, Höllenfürst! Diesem Angesicht muss man sich erstmal stellen, wenn man zur Longneck-Flasche des Kellerteufels greift. Dazu ein feuriger Hintergrund, als ob man in den Schlund der Hölle schauen würde. Der Name lehnt sich an die Brauerfamilie Teufel an, die schon seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert die Geschicke dieser schwäbischen Brauerei lenkt. Der Keller im Namen deutet darauf hin, dass es sich bei diesem Bier um eine naturbelassene unfiltrierte Schönheit handelt. Zum Erstaunen geht es dabei jedoch nicht wie so häufig um ein naturtrübes Helles, sondern um ein naturtrübes Pils. Diese Originalität verdient schonmal Respekt. Schmale 11°P Stammwürzegehalt verwandeln sich in 4,8% Alkoholgehalt. Stimmig für diese Gattung. Schauen wir mal, ob es auch beim Geschmack überzeugen kann.

Duft, Farbe und Krone
Feinherb, frisch und mit einer ordentlichen Portion Frucht duftet es aus der Flasche. Da läuft einem das Wasser sogleich im Mund zusammen. Das Bier an sich ist sehr hell, die Eintrübung dezent und nicht vergleichbar mit einem trüben Hefeweizen. Die Schaumkrone ist sehr ansehnlich und in Konsistenz und Haltbarkeit sehr ordentlich.

Einstieg
Steiler Start für den kleinen Teufel. Sogleich setzt er mit einer Vielzahl von Aromen dazu an, sich den ganzen Mund untertan zu machen. Von vorne bis hinten und vor allem in der oberen Mundhälfte werden die Geschmacksrezeptoren kräftig umspült. Toller Auftakt!

Körper und Geschmack
Bei diesem Bier kommen verschiedenste Geschmacksanteile zusammen und bilden einen interessanten und unverkennbaren Körper. Dieser reicht von fruchtig am Anfang über stark herbe Hopfennoten bis hin zu einem ausgeglichenen Finale, bei dem es einem schon wieder nach dem nächsten Schluck dürstet. Diese Kontraste machen das Bier erst so richtig interessant und sie treten im Verlauf des Genusses in immer neuen Kompositionen und Längenanteilen auf. Spielt man etwas mit dem Bier im Mund, so kann man diese Geschmacksvielfalt nochmals auf die Spitze treiben

Abgang
Wenn der herbe Höhepunkt überschritten ist, stellt sich ein feinherber Nachgeschmack ein. Vorbildlich für ein Pilsbier. Dabei ist es weniger intensiv als ein norddeutsches Pils, aber um ein vielfaches prägnanter als die sonst in Schwaben vorherrschenden Export- und Lagerbiere.

Kohlensäure
Dieses Bier ist recht sprudelig, was insbesondere für den starken Einstieg des Bieres und die vorzügliche Krone sorgt. Dabei wirkt die Kohlensäure jedoch keineswegs aufdringlich, sondern passt exzellent in die Gesamtkomposition.

Süffigkeit
Ein durchaus süffiger Begleiter für alle, die der Pilsener Brauart etwas abgewinnen können.

Fazit
Dieses teuflische Gebräu ist tatsächlich eine Bereicherung für die Bierwelt. Die Kombination aus fruchtigen und herben Anteilen ist gut gelungen. Die Naturbelassenheit zudem eine spannende Sache, die es so bislang noch nicht oft zu finden gibt. Chapeau, Diabolo!

zur Brauerei
Der Name verrät es schon. Diese Brauerei hat ihre Wurzeln im Rottenburger Stadtteil Baisingen. Es begann alles mit einem Gasthof, für den der damalige Besitzer, Christian Teufel, 1775 zum ersten Mal eigenes Bier braute. Eine Familientradition war begründet. Bis heute führt die Familie Teufel die Brauerei bzw., wie sie selbst sagen, die Biermanufaktur. Der Name findet sich auch in vielen Bierkreationen wieder. So gibt es das Teufele, die Teufels Weisse oder den Teufelsbock. Alle klassischen Bierstile werden abgedeckt und durch zwei verschiedene Bierbrände gekrönt.

Lübzer Pils

Lübzer Pils verbindet man mit einem Leuchtturm. Fast so wie Jever! Und das, obwohl Lübz gar nicht an der Küste liegt, sondern im Herzen von Mecklenburg. Vielleicht ist Lübzer ja sowas wie das Jever des Ostens – Mecklenburgisch herb! Wir werden sehen. Pils ist die Stammmarke der Brauerei und entsprechend bekannt. So gibt es auch in Berlin noch Kneipen, in denen Lübzer Pils vom Hahn gezapft wird. Der auf dem Etikett abgedruckte Zusatz „Traditionell gebraut“ könnte man als Hommage an den Trend des handwerklichen Brauens verstehen. Mit einem Alkoholgehalt von 4,9% schwimmt das Pils auf jeden Fall gut im Mittelfeld seiner Klasse. Ob wir es hier wirklich mit einem Bier zu tun haben, dass es mit der Jever Stilikone aufnehmen kann? Unsere Verkostung bringt vielleicht Licht ins Dunkel!

Duft und Farbe
Frisch und durchaus pilsig steigt einem der Duft des Bieres entgegen. Allerdings wirkt das Bier auf Anhieb etwas schwerer, als man es bei der Beschreibung auf der Homepage der Brauerei hätte vermuten können. Im Glas zeigt sich das Lübzer mit einer hervorragenden Farbe, die einem den Atem raubt. Intensives Gold mit einer recht feinporigen Schaumkrone, die sich leider recht schnell vom Acker macht.

Einstieg
Schon beim Ansetzen merkt man, dass man gleich herrlich erfrischt wird. Das Bier strömt leichtgängig in den Mund und verbreitet sich vorbildlich.

Körper und Geschmack
Das Lübzer spielt von Anfang an seine markanten Noten aus. Der intensiv hopfige Geschmack breitet sich sogleich im ganzen Mund aus und lässt das Bier recht streng erscheinen. Gleichzeitig macht diese Eigenschaft das Bier zu einer angenehmen Erfrischung – ohne die lähmende Süße und Schwere. Von Malz ist im Geschmack kaum eine Spur. Hopfen und seine Bitteraromen findet man stattdessen allerorten. Hier ist das Bier sehr stark, wenn man es mag.

Abgang
Ganz locker geht das Lübzer auch wieder seiner Wege. Der Nachgeschmack ist wie zu erwarten von bitteren Aromen geprägt. Diese wirken aber nicht ewig nach, sondern verziehen sich recht fix.

Kohlensäure
Grundsätzlich ist vom Sprudelmittel genug vorhanden, allerdings könnte in puncto Schaumbildung noch ein bisschen am Feintuning gearbeitet werden.

Süffigkeit
Dieses Bier ist durch den markanten Geschmack etwas in seiner Süffigkeit eingeschränkt – aber wirklich auch nur ein ganz kleines bisschen.

Fazit
Dieses Bier könnte tatsächlich so etwas wie das ostdeutsche Jever sein. Ein markantes Pils mit einer grandiosen Optik – vor allem, wenn jetzt auch noch etwas Feintuning beim Schaum betrieben werden würde.

zur Brauerei
Die Brauerei in Lübz braut seit Kaisers Zeiten Bier – und vor allem Pils. Seit 1877 erfreuten sich die Erzeugnisse großer Beliebtheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Brauerei demontiert und erst 1969 durch einen Neubau wieder auf die Beine gestellt. In der damaligen DDR gehört die VEB Brauerei Lübz zum Getränkekombinat Schwerin und produzierte für Supermärkte im Westen. Sie besaß die einzige Dosenabfüllanlage der DDR. Nach der Wende übernahm die Hamburger Holsten Brauerei die Mehrheit der Brauerei. Später kam sie mit der Übernahme von Holsten durch Carlsberg selbst auch zum dänischen Getränkeriesen. Neben Pils werden noch einige andere Biere und Mischgetränke produziert.