Aldersbacher 1268er Zwickl

Ein Bier, das auf das Jahr 1268 verweist, trägt sein Erbe sichtbar mit Stolz. Das Aldersbacher 1268er Zwickl stammt aus der traditionsreichen Klosterbrauerei Aldersbach in Niederbayern – einer der ältesten noch aktiven Braustätten Deutschlands. Mit 5,3 % Vol. Alkohol steht dieses naturtrübe Zwickl für das, was bayerische Braukunst ausmacht: handwerkliche Klarheit, malzige Tiefe und den Mut, den Dingen ihre Zeit zu lassen. Schon beim Öffnen verspricht der Duft eine gelungene Mischung aus Frische und Getreide – ein Bier, das nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen.

Ob das 1268er Zwickl nur auf Tradition setzt oder tatsächlich zeigt, warum die Aldersbacher Mönche wussten, was gut ist – das zeigt sich nach dem ersten Schluck.

Duft und Farbe
Recht fruchtig strömt der Duft des Aldersbacher Zwickls aus der Flasche in die Nase auf. Eine angenehme Frische liegt da unter dem Kronkorken verborgen. Dazu einigen Getreidenoten, die mit jedem Einatmen an Gewicht gewinnen. Im Glas präsentiert sich das Bier mit magerem Schaum und mostartiger Farbe – also recht hell und dabei zwickltypisch eingetrübt.

Einstieg
Wow, da zaubert es dem Biergenießer gleich beim ersten Schluck ein Lächeln aufs Gesicht. Dieses Bier kommt schon direkt beim ersten Schluck als vollmundiger Knaller daher.

Körper und Geschmack
Schaut man sich den Geschmackskörper des Bieres genauer an, dann merkt man schnell, dass es wenig auszusetzen gibt. Das Bier setzt oben im Mund an und breitet sich schnell und angenehm gleichmäßig im ganzen Mund aus. Für einen kurzen Moment mag man den Eindruck haben, dass dieses Zwickl etwas zu viel Säure haben könnte, doch verfliegt dieser Gedanke im nächsten Augenblick schon wieder und man schämt sich ein bisschen, dass man überhaupt an so etwas gedacht hat. Es dominieren leicht getreidige Noten und sachte hopfige Eindrücke den Geschmack.

Abgang
Auch hinten raus präsentiert sich das Zwickl von Aldersbacher als runde Sache. Ganz ohne Kratzen oder geschmackliche Unstimmigkeiten schließt das Bier ab. Zum Schluss kommen noch etwas mehr die herben Aromen zur Geltung. Ein gelungener Abschluss.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist grundsätzlich gut eingestellt und das Bier verbreitet sich mit ausreichend Wumms im ganzen Mund. Auch geschmacklich gibt’s an der Menge nichts auszusetzen. Wenn es jetzt noch mit dem Schaum klappen würde, wäre das klasse.

Süffigkeit
Dieses Bier bewegt sich in der Mitte der Süffigkeitsskala. Einerseits ist es angenehm frisch und rund und somit auch leicht zu trinken, andererseits bringt es doch schon ein wenig Eigengewicht mit – vielleicht die Trübstoffe?

Fazit
Ein wirklich starkes, rundes und gelungenes Bier! Die einzelnen Komponenten sind fein aufeinander abgestimmt und lassen einen vom Bierhimmel träumen.

zur Brauerei
Die Klosterbrauerei Aldersbach blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde das Kloster 1146 von Zisterziensermönchen, die ab 1268 mit dem Bierbrauen begannen – daher der Name des Bieres. Heute ist Aldersbach eine der ältesten, noch bestehenden Klosterbrauereien Deutschlands und wird von der Familie Adam geführt.
Bekannt ist die Brauerei für ihre enge Verbindung von Tradition und Qualität: gebraut wird mit Wasser aus den eigenen Tiefbrunnen, mit bayerischem Malz und Hopfen aus der Hallertau. Das Sortiment reicht vom klassischen Hellen über Weizen bis zu Spezialitäten wie dem 1268er Zwickl. Ein Bier mit Geschichte – und einem Geschmack, der zeigt, dass manche Rezepte einfach nicht altern.

Kona Longboard Island Lager

Ein Lagerbier aus Hawaii – das klingt nach Sonne, Surfbrettern und salziger Meeresluft. Das Kona Longboard Island Lager bringt 4,6 % Vol. Alkohol mit und stammt von der Kona Brewing Company, gegründet 1994 im sonnigen Kailua-Kona auf der Insel Hawai‘i. Gebraut wird es nach amerikanischer Lager-Tradition, aber mit einer Prise Aloha-Spirit.
Dieses Bier ist laut Eigenbeschreibung der „Durstlöscher nach einem langen Tag auf dem Board“ – also das, was man sich nach dem Surfen gönnt, während die Sonne über dem Pazifik versinkt.

Ob das Bier tatsächlich das entspannte Lebensgefühl der Insel transportiert oder ob hier nur die Marketingwelle rollt, zeigt sich im Glas.

Duft und Farbe
Frisch und fröhlich, so kann der erste Eindruck dieses Bieres am besten beschrieben werden, wenn man seine Nase in die Nähe der Flaschenöffnung hält. Im Glas zeigt sich das Bier hingegen recht unspektakulär. Die Farbe ist blassgeblich und die Bildung und die Haltbarkeit des Schaums ist leider, leider von überaus schlechter Qualität.

Einstieg
Beim ersten Schluck fragt man sich, was für eine Brauart man da eigentlich vor sich hat, denn dieses Lager kommt so ganz anders daher, als man es normalerweise erwarten würde. Während andere Biere der gleichen Brauart oft eher zurückhaltend in Erscheinung treten, so wartet dieses Bier aus dem Hause Kona mit einem starken Einstieg auf, bei dem eine starke Malznote den prägnanten Rahmen bietet.

Körper und Geschmack
Der erste Eindruck beim Geschmack setzt sich fort. Das Bier ist sehr markant in seinem Auftritt und das ist durchaus positiv zu verstehen! Die malzige Note, die sich inbesonders am Gaumen entfaltet, ist wohl das Markenzeichen dieses Bieres. Während hopfige Nuancen fehlen, was für Lagerbiere aber keine Besonderheit darstellt, findet man hier ein vollständiges und gut-kantig abgeschmecktes Vollbier.

Abgang
Die malzige Note bleibt auch im Abgang sehr deutlich bestehen. Sie bildet quasi den Spannungsbogen oder auch die Klammer dieses Geschmackserlebnisses. Fruchtig wird dieses Bier vor allem beim Aufstoßen – auch das darf hier in die Wertung mit reinspielen!

Kohlensäure
Zwar sieht man von der Kohlensäure recht wenig, da quasi keine Bläschen im Glas aufsteigen, jedoch relativiert sich dieser Eindruck beim direkten Trinkerlebnis. Hier merkt man nämlich, dass durchaus genug -wenn auch nicht besonders viel- von ihr im Bier enthalten ist.

Süffigkeit
Der ausreichende aber geringe Anteil der Kohlensäure wirkt sich positiv auf die Süffigkeit aus. Der prägnante und angenehme Geschmack tut sein übriges.

Fazit
Ein Lager mit klaren Kanten, das man so vielleicht von einem US-amerikanischen Bier nicht erwartet hätte. Der prägnante Geschmack mit seiner malzigen Prägung überrascht durchaus positiv. Ein Testrunk lohnt sich allemal!

 

zur Brauerei
Die Kona Brewing Company wurde 1994 auf Hawai‘i gegründet – ein echtes Inselprojekt, das klein begann und schnell zur bekanntesten Brauerei des Archipels wurde. Das Longboard Island Lager war eines der ersten Biere im Sortiment und gilt bis heute als Aushängeschild.
Kona legt Wert auf Nachhaltigkeit: Teile der Produktion laufen mit Solarenergie, und das Brauwasser wird vor Ort aus Vulkanquellen gewonnen. Durch Kooperationen mit der Craft Brew Alliance (inzwischen Teil von Anheuser-Busch InBev) wird das Bier heute auch auf dem US-Festland gebraut – etwa in Oregon oder New Hampshire – um den CO₂-Fußabdruck durch Transport zu reduzieren.
Der Charakter des Biers bleibt dennoch tropisch: freundlich, sonnig, ein bisschen nostalgisch. Ein Schluck Fernweh in Flaschenform.

 

Lapin Kulta Premium Lager

Finnland – Land der tausend Seen, der stillen Wälder und, ja, auch der Biere. Das Lapin Kulta Premium Lager stammt aus dem hohen Norden und bringt 5,2 % Vol. Alkohol ins Glas. Der Name bedeutet übersetzt „Lapplands Gold“ – ein großer Anspruch für ein helles Lagerbier. Ursprünglich in der Stadt Rovaniemi gebraut, also dort, wo der Weihnachtsmann vermutlich seinen Feierabend verbringt, will dieses Bier nordische Reinheit mit internationaler Trinkbarkeit verbinden.

Ob sich das Gold Lapplands auch geschmacklich bemerkbar macht, oder ob hier eher nordische Zurückhaltung regiert – das zeigt der Test.

Duft und Farbe
Vollkommen rein und klar zeigt sich dieses finnische Exportbier beim ersten Anblick im Glas. Nur wenig Kohlensäure ist zu erkennen und der Schaum ist wohl auch gerade im Urlaub, wenn man sich das magere Krönchen so anschaut. Aber gut, da wir dieses Bier ausnahmsweise aus der Dose einschenken müssen. Zum ersten optischen Eindruck gesellt sich ein feinherber Duft, der erstmal keine wirklich großen Rückschlüsse auf das Bier an sich zulässt.

Einstieg
Recht behäbig begibt sich das Bier auf seinen Weg in den Mund. Und hoppla, es setzt sich direkt hinten an den Gaumen fest. Der erste Eindruck ist sehr vom Malz dominiert. Das Bier wirkt schwerfällig und scheint nicht so richtig aus dem Pott zu kommen. Da hilft wohl nur ein zweiter Schluck! Okay, vielleicht auch erst der dritte!

Körper und Geschmack
Der erste Eindruck bestätigt sich. Das Bier kommt mit seinem für ein helles Bier recht schweren Körper nicht richtig in Gang, was auch an der nur in geringen Mengen vorhandenen Kohlensäure liegen mag. Dabei dominieren recht schwere Malzaromen, die das Bier in einer gewissen dezenten süßen Note erscheinen lassen. Interessant sind die Andeutungen von Nuss, die sich mehr und mehr herauskristallisieren. Tatächlich wirkt es wie ein helles Bier, das eigentlich lieber ein dunkles wäre.

Abgang
Hat sich das Bier erst einmal festgesetzt, hat man das Gefühl, dass man es nicht mehr so richtig loswird. Es klebt gefühlt am oberen Gaumen und will sich gar nicht abschütteln lassen. Auch mal eine interessante Erfahrung! Der Nachgeschmack bleibt dabei durchschnittlich angenehm.

Kohlensäure
Hier fehlt ein bisschen was, wurde dieses Bier offensichtlich nur mit der absoluten Mindestausstattung an Kohlensäure aus der Brauerei gelassen. Ein bisschen mehr würde sicherlich den Einstieg und den Abgang und überhaupt alles verbessern!

Süffigkeit
Nein, als süffig kann man diesen finnischen Vertreter wirklich nicht bezeichnen. Viel zu schwerfällig bewegt sich das Bier dafür im Mund und im Schlund. Damit sich daran was ändert, braucht man entweder derben Unterdruck, mehr Kohlensäure oder eine Verdünnung mit Wasser.

Fazit
Dieses Bier möchte etwas anderes sein, als es ist. Da man es nicht ändern kann, sollte man es einfach wie ein dunkles Bier trinken. Das verhindert Enttäuschung und bietet Liebhabern von dunklem Bier mal etwas Abwechslung fürs Auge.

 

zur Brauerei
Lapin Kulta wurde 1873 in Tornio im Norden Finnlands gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer der bekanntesten Biermarken des Landes. 1980 übernahm die Hartwall-Gruppe die Marke, die später wiederum Teil des Carlsberg-Konzerns wurde. Heute wird Lapin Kulta nicht mehr im ursprünglichen Werk in Tornio gebraut, sondern im Hartwall-Brauhaus in Lahti – mit Wasser aus den klaren finnischen Quellen, versteht sich.
Die Marke lebt stark vom Image des Nordens: Weite Landschaften, pures Wasser, klare Luft. Ein Bier, das Finnlands Natur in die Dose packen will – und dabei manchmal ein bisschen an seiner eigenen Gravitas scheitert.

 

Qvenbrygg Arktisk Blond

Ein Helles, gebraut am nördlichen Ende der Welt – genauer gesagt in Vadsø, Norwegen. Die Brauerei Qvenbrygg, gegründet 2018, bringt mit ihrem „Arktisk Blond“ ein Bier heraus, das mit 4,7 % Alkohol und einem außergewöhnlichen Etikett für Aufmerksamkeit sorgt. Doch wie viel Mitternachtssonne steckt wirklich in diesem Bier?

Duft, Farbe und Krone

Das „Arktisk Blond“ präsentiert sich im Glas in einem trüben Gelb, das an naturtrüben Apfelsaft erinnert. Der Schaum ist grobporig und eher kurzlebig – optisch vielleicht kein Highlight, aber das Aroma entschädigt dafür: Würzige, vegetative Noten dominieren und wecken Assoziationen an skandinavische Wälder und Kräuterwiesen.

Einstieg

Der erste Schluck ist lebendig und überraschend: Die Kohlensäure sprudelt intensiv, fast schon spritzig, und gibt dem Bier eine ungewohnte Dynamik. Gleichzeitig entfalten sich fruchtige Nuancen, die sofort die Aufmerksamkeit fesseln – für ein Helles eine echte Überraschung.

Körper und Geschmack

Das Bier bleibt fruchtbetont, mit einer Tiefe und Intensität, die weit über ein typisches Helles hinausgeht. Gedanken an Beeren, die in langen skandinavischen Sommernächten gepflückt werden, kommen unweigerlich auf. Die würzige Basis sorgt dafür, dass das Bier nicht eindimensional wirkt, sondern ein harmonisches Gesamtbild abgibt.

Abgang

Im Abgang bleiben die fruchtigen Noten präsent, begleitet von einer subtilen Würze. Die Kohlensäure sorgt für ein frisches Finish, ist jedoch so dominant, dass der Nachhall eher lebhaft als weich wirkt.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist hier fast schon ein Statement: intensiv, prickelnd, aber für manche möglicherweise etwas zu präsent. Sie trägt entscheidend zum Charakter des Bieres bei, könnte aber die Süffigkeit für Liebhaber klassischer Heller einschränken.

Süffigkeit

Durch die Kombination aus lebhafter Kohlensäure und intensiven Fruchtnoten ist das „Arktisk Blond“ weniger süffig als ein typisches Helles. Es lädt eher dazu ein, in kleinen Schlucken genossen zu werden, anstatt es einfach wegzutrinken.

Fazit

Das Qvenbrygg Arktisk Blond „Munich Helles“ ist ein Bier, das überrascht und polarisiert. Mit seiner Mischung aus Fruchtigkeit, Würze und intensiver Kohlensäure ist es kein Alltagsbier, sondern eine spannende Entdeckungsreise in die Geschmäcker des Nordens. Perfekt für alle, die Lust auf etwas Neues und Einzigartiges haben – ein Bier, das die Mitternachtssonne im Glas einfängt.

zur Brauerei

Qvenbrygg ist eine junge Brauerei aus Vadsø, Norwegen, die 2018 gegründet wurde. Mit ihrem Namen und dem Bezug zur „Quen“-Kultur der Region zollen sie der finnischen Minderheit in Nordnorwegen Tribut. Ihre Biere und Etiketten sind von der einzigartigen Natur und den kulturellen Einflüssen des Nordens inspiriert und tragen dazu bei, die Identität der Region zu stärken.

Lom Bryggeri RAUDT Lager

Das RAUDT Lager aus der norwegischen Brauerei Lom Bryggeri bringt eine klare Verbindung zur Region Otterdal und dem umliegenden Jotunheimen-Gebirge. Die Brauerei, gegründet 2016, braut am Fuße von Norwegens höchsten Gipfeln, während das Design des Etiketts auf die lokale Tradition und Landschaft verweist: Ähren zieren die Front, während eine Bergsilhouette subtil den Strichcode schmückt. Der Name RAUDT (in einem norwegischen Dialekt für „Rot“) verspricht farbliche Besonderheit – ein interessanter Hinweis, der sich gleich bewahrheiten wird.

Duft, Farbe und Krone

Beim Öffnen der Flasche steigen frische, malzig-hopfige Aromen in die Nase – angenehm, nicht zu fruchtig. Ein zweiter Eindruck bringt mehr Korn- und leichte Süßenoten hervor. Optisch präsentiert sich das RAUDT im Glas mit einer intensiven, rotbraunen Farbe, fast wie eine helle Cola. Der Schaum ist kaum vorhanden, was dem Bier einen etwas stillen, aber eleganten Auftritt verleiht. Eine minimale Trübung rundet das Bild ab.

Einstieg

Der erste Schluck überrascht: RAUDT erinnert stark an ein Dunkelbier – malzbetont, intensiv und mit Röstnoten. Eine klare Abkehr vom klassischen Lager, aber nicht unangenehm.

Körper und Geschmack

Trotz der kräftigen Malzbasis hält das Bier seinen Körper schlank. Dies verleiht ihm eine angenehme Leichtigkeit, ohne die Intensität seiner Aromen zu schmälern. Die malzigen Röstnoten dominieren, ergänzt durch subtile, säuerliche Nuancen, die dem Bier zusätzliche Tiefe geben.

Abgang

Im Abgang zeigt sich das Bier von seiner raueren Seite: kräftig, ländlich, aber dennoch weich. Der Nachgeschmack verweilt nicht lange und hinterlässt eher einen erfrischenden, zurückhaltenden Eindruck.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist dezent und ausreichend vorhanden. Sie sprudelt nicht über, unterstützt aber die Süffigkeit des Bieres, die trotz seiner Schwere positiv auffällt.

Süffigkeit

Das Bier wirkt – trotz intensiven Charakters – erstaunlich leicht. Es fällt nicht schwer im Magen, was es zu einem passenden Begleiter für die dunklen Monate und schwere Gerichte macht, ohne diese zusätzlich zu belasten.

Fazit

Das RAUDT Lager ist ein besonderes Bier mit unerwartet kräftigem Charakter. Es bewegt sich geschmacklich an der Grenze zum Dunkelbier, bleibt dabei aber schlank und süffig. Ein „raues Bier vom Land“, das polarisieren könnte, aber gerade für die dunkle Jahreszeit oder Einsteiger in die Welt malzbetonter Biere ideal geeignet ist. Traditionell, aber modern – ein echtes Erlebnis aus der norwegischen Bergwelt.

zur Brauerei

Die Lom Bryggeri, gegründet 2016, liegt in der kleinen Gemeinde Lom im norwegischen Gudbrandsdalen. Inmitten atemberaubender Landschaften des Jotunheimen-Gebirges bewahrt die Brauerei die regionale Identität und verbindet sie mit modernen Brauverfahren. Besonders bekannt ist Lom Bryggeri für ihre Nähe zu lokalen Traditionen und ihr schlichtes, naturverbundenes Design.

Lapin Panimo Rovaniemi Lager

Das Rovaniemi Lager, gebraut von der Lapin Panimo in der Hauptstadt Lapplands, bringt die Essenz des Nordens ins Glas. Mit 4,3 % vol. Alkohol ist es ein klassisches Lagerbier, das malzige Aromen in den Vordergrund stellt. Während die Brauerei in einer der kältesten Regionen Europas liegt, verspricht das Bier eine warme Erinnerung an den nördlichen Polarkreis – zumindest in der Theorie. Ob diese Verbindung auch im Geschmack aufgeht?

Duft, Farbe und Krone

Der Geruch, der aus der Flasche strömt, ist klar malzig inspiriert – süßlich mit wenig anderen Nuancen und kaum Hopfenanteil. Bernsteinfarben, leicht eingetrübt und mit gemischtporigem Schaum präsentiert sich das Bier im Glas. Das Farbspiel wirkt intensiv, der Schaum könnte jedoch langlebiger sein. Auffällig ist das Etikett, das nicht nur die berühmte Jätkänkynttilä-Brücke von Rovaniemi zeigt, sondern auch den Fluss Kemijoki, das Nordlicht und das Stadtwappen.

Einstieg

Der erste Schluck bestätigt den malzlastigen Eindruck. Das Bier startet kräftig und herb, zeigt dabei aber kaum Vielschichtigkeit. Was sich in der Nase andeutet, findet auch im Geschmack seine Fortsetzung: eine klare, aber monotone Malznote.

Körper und Geschmack

Mit einem breiten, ausgeprägten Körper versucht das Bier, zu überzeugen, wirkt jedoch recht eindimensional. Fruchtige oder hopfenbetonte Anklänge sucht man vergeblich. Stattdessen bleibt es bei einer betonten Malz-Dominanz, die das Bier wenig spannend macht.

Abgang

Der Nachklang ist überraschend unspektakulär. Weder ein nachhaltiger Eindruck noch ein erinnerungswürdiger Geschmack bleibt bestehen. Für ein Bier, das in solch einer besonderen Region gebraut wird, bleibt der Abgang enttäuschend zurückhaltend.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist ausreichend vorhanden, ohne großartig positiv oder negativ hervorzustechen. Sie bleibt schlicht funktional.

Süffigkeit

Mit seiner kräftigen Malzigkeit ist das Rovaniemi Lager nicht unbedingt ein typisches Session-Bier. Für Liebhaber malzdominierter Biere ist es jedoch angenehm trinkbar.

Fazit

Das Rovaniemi Lager besticht weniger durch geschmackliche Raffinesse als durch die faszinierende Geschichte seines Ursprungsortes. Die Braukunst, so hoch im Norden, verdient Respekt, doch das Bier selbst bleibt hinter den Erwartungen zurück. Malzfreunde könnten auf ihre Kosten kommen, aber für alle anderen bleibt es eine eher unspektakuläre Erfahrung. Spannend bleibt, dass es überhaupt ein Bier aus einer Region gibt, die für ihre Wildnis und nicht für ihre Braukultur bekannt ist.

zur Brauerei

Die 2016 gegründete Lapin Panimo, ansässig in Rovaniemi, gilt als nördlichste Brauerei Finnlands. Mit einer Leidenschaft für lokale Inspiration und natürliche Zutaten versucht sie, die raue Schönheit Lapplands in ihre Biere zu transportieren. Neben Klassikern wie dem Lager umfasst ihr Portfolio auch saisonale und experimentelle Kreationen. Die Brauerei trägt mit ihrem Engagement dazu bei, das kulinarische Erbe des Nordens zu bereichern, auch wenn der Fokus ihrer Biere eher auf Tradition als auf Innovation liegt.

Einstök Icelandic Arctic Lager

Das Einstök Icelandic Arctic Lager stammt aus Akureyri, einer Stadt im Norden Islands und repräsentiert mit seinen 4,7 % Alkoholgehalt ein leichtes, aber charakterstarkes Lagerbier. Mit einem hopfenbetonten Ansatz und der Verwendung von reinem isländischem Gletscherwasser zeigt es, dass auch in rauem Klima erstklassige Biere entstehen können. Die Brauerei beschreibt es als erfrischend und innovativ – ein Versprechen, das wir auf die Probe stellen.

Duft, Farbe und Krone

Schon beim Öffnen entfaltet sich ein angenehm frischer Duft, der von einer leicht-fruchtigen Zitrusnote begleitet wird. Im Glas zeigt sich das Bier eisklar mit einer goldenen Farbe, die zwar dezent, aber etwas intensiver hätte ausfallen können. Der Schaum ist leider eher durchschnittlich – grobporig und nicht sehr stabil. Es reicht für einen soliden Auftritt, jedoch ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Einstieg

Von der ersten Sekunde an präsentiert sich das Bier spritzig und lebendig. Der Antrunk hinterlässt einen starken ersten Eindruck, bei dem die Aromen bis zu den hinteren Wangen ziehen. Eine angenehme Frische und ein harmonischer Einstieg laden ein, tiefer in den Geschmack einzutauchen.

Körper und Geschmack

Für ein Lager überrascht die starke Hopfenbetonung, doch bei Einstök setzt man auf einen mutigen Ansatz – und der funktioniert. Die kräftigen Hopfenaromen dominieren, während Malz eher im Hintergrund bleibt. Das Bier ist intensiv und präsent, gleichzeitig jedoch ausgewogen und rund. Man merkt schnell, dass hier mit Bedacht und Expertise gearbeitet wurde.

Abgang

Hier zeigt sich das Bier von seiner ausdauernden Seite: Die hopfigen Noten verweilen lange und verleihen dem Abgang eine nachhaltige Tiefe. Trotz der Intensität bleibt es angenehm und erinnert im Nachhall an ein gut ausbalanciertes Pils.

Kohlensäure

Mit einer angenehm dosierten Spritzigkeit sorgt die Kohlensäure für den nötigen Pfiff, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Sie unterstützt die Frische, ohne aufdringlich zu wirken – genau richtig für ein Lagerbier.

Süffigkeit

Die Mischung aus fruchtigen Hopfennoten und spritziger Leichtigkeit macht das Einstök durchaus süffig. Trotz der intensiveren Hopfenaromen bleibt es gut trinkbar und ist ein Bier, das man problemlos auch in Gesellschaft genießen kann.

Fazit

Das Einstök Icelandic Arctic Lager ist ein Lagerbier, das sich durch seinen intensiven Hopfencharakter von der Masse abhebt. Es erinnert in vielen Aspekten an ein hopfenlastiges Pils und zeigt, dass die raue Schönheit Islands auch in Form eines Bieres eingefangen werden kann. Ein spannendes Lager, das zeigt, dass gute Biere auch fernab der klassischen Bierländer entstehen können.

zur Brauerei

Die Einstök Olgerð wurde 2010 in Akureyri gegründet und nutzt das außergewöhnlich reine Wasser des isländischen Gletschersystems für ihre Biere. Die Brauerei kombiniert moderne Braukunst mit isländischen Traditionen und kreiert Biere, die sowohl durch Qualität als auch durch ihren individuellen Charakter überzeugen. Die nordische Mythologie spielt dabei oft eine Rolle, was sich in den Designs und den Namen der Biere widerspiegelt.

Aldaris Gaišais

In der traditionsreichen Dose präsentiert sich das „Gaišais“ von Aldaris, einer der ältesten Brauereien Lettlands. Optisch ist die Verpackung ein Hingucker: mit Motiven von Riga, die den kulturellen Bezug eindrucksvoll unterstreichen. Doch wie schlägt sich das Bier mit seinen 5,0% Alkoholgehalt selbst? Finden wir es heraus.

Duft, Farbe und Krone
Beim Öffnen der Dose entfaltet sich ein angenehm frischer Duft. Das Bier leuchtet im Glas in einem klaren, zarten Goldgelb – ein ansprechender Anblick. Der Schaum ist nicht besonders feinporig und leider von kurzer Beständigkeit, aber die ersten Eindrücke sind vielversprechend.

Einstieg
Der erste Schluck bestätigt, was der Duft erahnen lässt: ein leichtes und unkompliziertes Bier. Vegetative Anklänge und eine leichte Fruchtigkeit kommen durch und laden zum Weitertrinken ein.

Körper und Geschmack
Im Körper zeigt das Bier sanfte malzige Noten, die aber nie dominant wirken. Diese harmonieren gut mit den dezenten Fruchtaromen. Insgesamt bleibt es mild und wenig aufdringlich, was es zu einem entspannten Begleiter macht.

Abgang
Hier zeigt sich leider eine kleine Schwäche: Der Nachgeschmack fällt etwas flach aus und lässt Tiefe vermissen. Dennoch bleibt der Gesamteindruck positiv.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist zurückhaltend, was das Bier angenehm mild macht und die Süffigkeit unterstützt.

Süffigkeit
Ein Paradebeispiel für Süffigkeit! Dieses Bier lässt sich hervorragend trinken, ohne zu sättigen oder anstrengend zu sein. Perfekt für eine leichte Begleitung zu Mahlzeiten.

Fazit
Das Aldaris Gaišais ist ein leichtes, süffiges Helles mit einem angenehm unaufgeregten Charakter. Es setzt keine dominanten Akzente, glänzt aber durch seine Frische und Vielseitigkeit. Vor allem als Begleitung zu leichten Gerichten oder an einem entspannten Sommerabend ist es eine gute Wahl. Und die dekorative Dose allein rechtfertigt schon den Kauf.

zur Brauerei
Die Aldaris-Brauerei wurde 1865 in Riga gegründet und ist eine der ältesten Brauereien Lettlands. Sie steht für eine lange Tradition und eine breite Vielfalt an Biersorten, die von klassischen Lagern bis zu experimentellen Kreationen reicht. In der lettischen Bierkultur hat Aldaris einen festen Platz und überzeugt mit Qualität und einem feinen Gespür für Geschmack.

Chang Lager Beer

Zwei Elefanten, Rüssel an Rüssel – das Wappentier Thailands ziert die Dose des Chang Lager Beer und steht sinnbildlich für Stärke, Gemeinschaft und ein Stück tropische Gelassenheit. Mit 5,0 % Vol. Alkohol ist das Chang das Nationalbier Thailands und fast schon eine kulturelle Institution. Ob beim Straßenimbiss in Bangkok, am Strand von Krabi oder im klimatisierten Hotelzimmer – überall hört man das leise Zischen, wenn eine Chang-Flasche geöffnet wird.

Ob dieses Lagerbier tatsächlich so kraftvoll ist, wie sein Symbol vermuten lässt, oder ob es eher auf die sanfte Tour überzeugt, zeigt sich beim ersten Schluck.

Duft, Farbe und Krone
Besonders fein abgestimmt wirkt das Chang auf den ersten Riecher nicht. Recht vegetativ, etwas süßlich. Farblich ist es schön goldgelb und durchweg klar. Der Schaum hat eine feine Konsistenz bei einer leider nur schwachen Haltbarkeit.

Einstieg
Auch der Start ins Trinken ist sehr sanft. Das Chang braucht einen Moment, um seine Charakterzüge entfalten zu können. Das passt immerhin zum Bild des sanften Riesen, des Elefanten, welcher als Patron für diese Biermarke herhalten muss.

Körper und Geschmack
Nach dem gemütlichen Start merkt man bald, dass es sich bei diesem Lagerbier sicherlich nicht um eines handelt, welcher der Geschmacksglocke eine neue Auswölbung hinzufügen möchte. Vielmehr ist der Körper ausgewogen und recht schmal. Weder Malz noch Hopfen nehmen dominante Positionen ein. Dadurch wirkt das Bier leicht, angenehm und erfrischend.

Abgang
Auch im Abgang ist das Chang ein ruhiger und angenehmer Vertreter. Keine Störfaktoren können ausgemacht werden und es bleibt bei einer runden Sache.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist wohl dosiert und erfüllt ihren Zweck. Durch sie erhält das Chang eine gewisse Spritzigkeit und Frische. Gleichzeitig kriegt man jedoch keinen Blubberbauch.

Süffigkeit
Ein durchaus süffiges und erfrischendes Bier. Kein Wunder also, dass es sich um das am meisten getrunkene Bier Thailands handelt.

Fazit
Das Chang ist ein solides und von der Konzeption her einfaches Lagerbier. Wer das Besondere sucht, wird enttäuscht werden. Wer ein simples und geschmacklich gut komponiertes Bier haben will, der ist hier richtig.

zur Brauerei
ThaiBev ist der größte Brauereikonzern in Thailand. Er entstand 2003, nachdem sich Carlsberg aus einem Joint Venture im Getränkebereich zurückzog und der thailändische Teil selbstständig wurde. Direkt im Jahr der Gründung wurde mit der Biermarke Chang das Flaggschiff des Konzerns auf den Markt gebracht. Heute werden neben Chang auch Federbräu – gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot – und vietnamesische Biere der Marke Bia Saigon produziert.

Everest Premium Lager

Der Everest. Das klingt nach höchsten Höhen, Abenteuer und großen körperlichen Anstrengungen. Nach einer Gipfeltour auf den höchsten Berg der Welt hat man sich auf jeden Fall so einige Biere verdient. Dieses Lagerbier aus Nepal passt in jedem Fall ausgezeichnet zum Thema. Der Bergsteiger auf dem Etikett streckt schon erfolgsgewiss seinen Eispickel nach oben, darüber das Kreuz des Südens am Himmel. Schmecken wir mal rein, ob dies bei diesem Bier mit gut 5% Alkoholvolumen auch berechtigt ist.

Farbe
Von der Haltbarkeit des Schaums möchte ich an dieser Stelle nicht anfangen zu reden. Überspringen wir dieses Kapitel. Das schön filtrierte Lagerbier hat eine etwas schwache Farbe. Etwas mehr Sättigung hätte hier nicht geschadet. Ansonsten ist der erste Anblick recht positiv. Auch der Duft, der der Flasche entströmt, lässt erstmal Gutes erahnen.

Einstieg
Der erste Schluck erinnert etwas an eine Fruchtsaftschorle. Mit fruchtig, dennoch lasch. Es fällt schwer das Bier im Getränk zu erkennen und klare Nuancen beschreiben. Erst im Nachgang des ersten Schlucks kommt ein Hauch einer angenehm bitteren Note durch.

Körper und Geschmack
Der Körper ist entsprechend des ersten Eindrucks sehr schlank, zu schlank, gerade zu magersüchtig. Zwar entwickelt das Bier mit der Zeit eine eigene Note, starke Aromen aus Hopfen oder Malz bleiben allerdings leider aus. Ein sehr leichter Genuss, bei dem man sich zunehmend fragt, was für Zutaten eigentlich Einzug in den Brauprozess erhalten haben.

Abgang
So unscheinbar wie es kam, verabschiedet sich das Lagerbier auch wieder. Es bleibt außer des leeren Glases nicht viel zurück. Der Nachgeschmack, der sich wie zuvor beschrieben im Laufe des Trinkens entwickelt hatte, verfliegt eilig in alle Winde.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist angenehm abgestimmt. Nicht zu sprudelig, gewiss aber auch nicht zu lasch. Hier hat der Brauer sein ganzes handwerkliches Geschick eingesetzt.

Süffigkeit
Erfrischend und leicht läuft dieses Bier die Kehle herunter. Süffigkeit ist durchaus gegeben – auch wenn sie sich etwas von der prägnanteren Süffigkeit europäischer Biere unterscheidet, bei denen sich diese auch in den Geschmacksaromen niederschlägt.

Fazit
Ein mildes Bier für warme Sommerabende. Am besten genießt man es mit Blick auf die hohen Berge des Himalaya und träumt dabei von den Abenteuern, die die Sherpas, denen das Bier gewidmet ist, dort nach wie vor erleben. Klassische Pilstrinker werden von der eher zurückhaltenden Geschmacksintensität eher enttäuscht sein.

zur Brauerei
Die Brauerei „Mt. Everest Brewery“ produziert seit 1990 in Chitwan, östlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Neben dem Hauptprodukt, dem Lagerbier, wird auch ein Starkbier hergestellt. Die Produktion erfolgt vor allem für den nepalesischen Markt, jedoch ist die Brauerei bemüht, auch weitere Absatzmärkte zu erschließen.