Haand Bryggeriet – Lille Lørdag

Die Dose des Lille Lørdag von Haand Bryggeriet verspricht handwerkliche Braukunst: Fingerabdrücke auf dem Design, ein hüpfendes Hopfen-Männchen und der Name „kleiner Samstag“ wecken Neugier. Doch hält das Bier, was es optisch verspricht? Mit 4,5 % Alkoholgehalt und einem klaren Sommer-Charakter stellt sich diese Session IPA der Frage: Begeisterung oder Durchschnitt?

Duft, Farbe und Krone

Beim Eingießen zeigt sich eine trübe, hellgelbe Farbe. Der Schaum ist feinporig, sanft und bleibt für eine Weile bestehen – ein schöner Anblick. Der Duft ist angenehm fruchtig, weder zu stark noch zu dominant. Ein erster Eindruck, der Lust auf mehr macht.

Einstieg

Der erste Schluck beeindruckt durch eine ausgewogene Mischung aus fruchtigen Aromen und herben Hopfennoten. Erfrischend und sommerlich, doch fehlt es dem Körper an Tiefe und Präsenz, was bereits auf eine eher flache Gesamterfahrung hindeutet.

Körper und Geschmack

Die Balance zwischen Frucht und Hopfen bleibt angenehm, aber die Geschmackskurve bricht schnell ab. Statt einer anhaltenden Komplexität bleibt das Bier geschmacklich eher flach und hinterlässt keine nachhaltigen Highlights.

Abgang

Im Abgang treten die hopfigen Aromen deutlicher hervor, jedoch ohne große Dominanz. Es bleibt ein angenehmer, aber wenig einprägsamer Eindruck.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist gut dosiert, sorgt für Erfrischung, ohne zu aufdringlich zu sein.

Süffigkeit

Durch die fehlende Komplexität und das abrupte Ende der Geschmackskurve bleibt die Süffigkeit hinter den Erwartungen zurück. Es eignet sich als leichtes Sommerbier, wird jedoch nicht zu einem „Must-Have“.

Fazit

Das Lille Lørdag ist ein solides, erfrischendes Session IPA, das handwerkliche Ansätze zeigt, aber weder durch seine Fruchtigkeit noch durch seine Hopfigkeit wirklich hervorsticht. Es bleibt im besten Sinne mittelmäßig – angenehm, aber nichts, was man nicht schon gesehen hätte.

zur Brauerei

Haand Bryggeriet ist eine der bekanntesten Mikrobrauereien Norwegens und wurde 2005 gegründet. Die Brauerei ist für ihren innovativen Ansatz bekannt und experimentiert oft mit Zutaten und Stilen, ohne dabei die handwerkliche Tradition aus den Augen zu verlieren. Sie verwendet ausschließlich norwegisches Wasser und legt besonderen Wert auf lokale Rohstoffe. Das Sortiment reicht von traditionellen Ales bis hin zu modernen Interpretationen wie Sours und IPAs.

Frydenlund Juicy IPA

Mit 4,6 % Alkoholgehalt und einer Zutatenliste, die Mango- und Passionsfruchtsaft umfasst, ist das Frydenlund Juicy IPA alles andere als ein traditionelles IPA. Stattdessen präsentiert es sich als fruchtige Geschmacksexplosion, die die Frage aufwirft: Ist das noch Bier oder schon ein Fruchtsaft? Eine spannende, aber auch ernüchternde Entdeckungsreise erwartet uns.

Duft, Farbe und Krone

Im Glas zeigt sich das Juicy IPA blass und leicht eingetrübt, ohne die Strahlkraft, die man bei einem Bier erwartet. Der Schaum ist feinporig, aber schnell verschwunden – kaum ein Genuss für das Auge. Der Duft wiederum ist unverkennbar: Mango und Passionsfrucht dominieren so stark, dass man sich fragt, ob man nicht einen Multivitaminsaft vor sich hat.

Einstieg

Der erste Schluck bestätigt den ersten Eindruck. Statt Hopfen und Malz findet man eine überbordende Fruchtigkeit, die alles andere überdeckt. Der typische Charakter eines IPAs, der von einer gelungenen Balance aus Bitterkeit und Frische lebt, fehlt hier völlig.

Körper und Geschmack

Mit jedem weiteren Schluck wird klarer, dass die Fruchtnoten dieses Getränk dominieren. Zwar blitzt hin und wieder eine leichte Herbe durch, doch sie kann die intensive, süßliche Tropenfrucht-Note nicht ausgleichen. Das Reinheitsgebot? Hier wohl kaum mehr als eine Randnotiz.

Abgang

Auch im Abgang bleibt es beim tropischen Eindruck. Ein minimal herber Nachklang ist erkennbar, doch die fruchtige Süße überlagert alles. Das Gefühl eines echten Bieres sucht man vergebens.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist gut eingebunden und sorgt für eine gewisse Spritzigkeit, aber sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Fruchtigkeit hier alles dominiert.

Süffigkeit

Durch die intensive Fruchtaromatik und die damit verbundene Süße ist das Juicy IPA schwer als süffig zu bezeichnen. Es bleibt eher eine exotische Besonderheit als ein Bier, das man regelmäßig genießen möchte.

Fazit

Das Frydenlund Juicy IPA ist ein polarisierendes Getränk. Während es Fruchtliebhaber begeistern könnte, wird es Bierliebhaber eher enttäuschen. Ein IPA, das den Bierbegriff auf eine harte Probe stellt, bleibt bestenfalls ein Experiment, das zeigt, wie weit sich Brauereien von traditionellen Ansätzen entfernen können.

zur Brauerei

Frydenlund wurde 1859 in Oslo gegründet und gehört heute zu Norwegens renommiertesten Brauereien. Sie steht für handwerkliches Können, Qualität und eine lange Brautradition. Ursprünglich unabhängig, ist die Marke mittlerweile Teil der Ringnes-Gruppe und bekannt für ihre breite Produktpalette, die von klassischen Bieren bis zu modernen Interpretationen reicht.

Pyynikin Pacific Pale Ale

Die Dose des Pacific Pale Ale von der Pyynikin Brewing Company ist ein echter Blickfang: tropische Palmen und hohe Berge suggerieren Pazifik-Romantik, die jedoch geografisch weder zur finnischen Brauerei noch zum Bier mit seinen 5,5% Alkoholgehalt und 42 IBU Bitterkeit passt. Ein wenig verwirrend, aber allemal stimmungsvoll. Ob der Geschmack ebenso abenteuerlich ist wie das Design?

Duft, Farbe und Krone
Beim Öffnen der Dose entfaltet sich ein fruchtiger Duft, der von Zitrusnoten, insbesondere Zitrone, geprägt ist – erfrischend und einladend. Im Glas zeigt sich das Bier in intensivem Bernstein, leicht trüb. Der Schaum ist grobporig und wenig stabil.

Einstieg
Der erste Schluck ist überraschend: Statt der erwarteten Fruchtnoten präsentiert sich das Bier intensiv bitter und eher herb. Ein kräftiger und etwas kantiger Einstieg, der das Geschmacksprofil gleich klar definiert.

Körper und Geschmack
Im Körper dominiert eine starke Trockenheit, die fruchtigen Anklänge des Dufts treten in den Hintergrund. Die Bitterkeit bleibt bestimmend, was dem Bier einen robusten und fast rauen Charakter verleiht.

Abgang
Der Abgang ist lang und trocken, mit einem leicht erdigen Nachgeschmack. Die Bitterkeit bleibt auch hier im Vordergrund und sorgt für ein intensives Finale.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist dezent, aber ausreichend. Sie sorgt für Frische, ohne das Bier sprudelig oder aufdringlich wirken zu lassen.

Süffigkeit
Das Pacific Pale Ale ist weniger süffig als gedacht. Die kräftige Bitterkeit fordert bewussten Genuss und macht es zu einem Bier für spezielle Gelegenheiten oder Liebhaber herber Pale Ales.

Fazit
Ein intensives und kantiges Pale Ale, das mit seiner Bitterkeit überrascht. Es ist weniger fruchtig, als die Nase vermuten lässt, und eher für Liebhaber kräftiger Biere geeignet. Die tropisch anmutende Dose bleibt ein Hingucker, auch wenn sie eher das Fernweh weckt, als dass sie Finnland repräsentiert.

zur Brauerei
Die Pyynikin Brewing Company wurde 2012 in Tampere gegründet und hat sich schnell einen Namen in der Craft-Bier-Szene gemacht. Mit kreativen Bieren und markantem Design bedient sie nationale wie internationale Märkte. Das Pacific Pale Ale ist ein Beispiel, welches die experimentelle Seite der Brauerei zeigt und für ihr Bestreben steht, ungewöhnliche Biererlebnisse zu schaffen.

Golden Trout Kölsch Style Ale

Die Seen rund um Mammoth Village am östlichen Rand der kalifornischen Sierra Nevada sind bekannt dafür, gut zum Angeln zu sein. Insbesondere Forellen gibt es viele in diesen Gewässern und so kommt es nicht von ungefähr, dass es auch ein lokales Bier gibt, dass die goldene Forelle ehrt. Spannend jedoch, dass es sich bei der Brauart ausgerechnet um ein Kölsch Style Ale handelt. Beide sind zwar obergärig, jedoch hat das Ale mit 5,5% Alkoholgehalt etwas mehr Umdrehungen als das klassische Kölsch. Zwei Hopfen- (Nugget, Saaz) und zwei Malzsorten (Gerste, Typ Cologne) werden hier vergoren. Schmecken wir mal rein, ob auch ohne Blick auf den Dom Kölsch entstehen kann!

Farbe, Duft und Krone
Eine ganz feine Note Lychee scheint sich nach dem Öffnen der Dose zaghaft ins Freie zu wagen. Riecht so Kölsch? Im Glas zeigt es sich deutlich intensiver als so mancher Vertreter vom Rhein, sodass es seinem eigenen Namen mit goldener Farbe tatsächlich gerecht wird. Der Schaum kann allerdings nichts, ist grobporig und schnell passé.

Einstieg
Schon beim ersten Schluck merkt man, dass es sich keinesfalls um ein echtes Kölner Produkt handelt. Viel zu schwerfällig sucht es den Einstieg. Ein holpriger Start!

Körper und Geschmack
Das Bier macht von Anfang an keinen wirklich runden Eindruck. Im Mund findet keine richtige Aromaentfaltung statt. Stattdessen wechseln stark vegetative Züge, die wortwörtlich nach einem Sprung mit offenem Mund in einen nicht mehr ganz frischen Heuhaufen gleichen, mit Sequenzen ab, die schon eher ins Saure gehen.

Abgang
Auch hinten raus ist nicht viel zu holen. Es bleibt sauer und unrund.

Kohlensäure
Hier hätte das Bier etwas mehr vertragen können. Nicht nur wegen der schlechten Schaumqualität, sondern auch wegen der fehlenden Spritzigkeit.

Süffigkeit
Absolut mangelhafte Süffigkeit im Vergleich zu den Kölner Originalen.

Fazit
Kölsch geht halt doch nur am Rhein. Aber auch ohne diesen Vergleich schafft es dieses Bier kaum die Geschmacksnerven von weltgereisten Bierschmeckern höher schlagen zu lassen. Kudos gibt’s nur für das Design der Dose und den Namen.

zur Brauerei
Das Golden Trout Kölsch Style Ale stammt von der Mammoth Brewing Company aus Mammoth Lakes, Kalifornien. Gegründet 1995 im Herzen der Sierra Nevada, ist sie eine der höchstgelegenen Brauereien der USA – auf über 2.300 Metern. Die kühle Bergluft, das klare Schmelzwasser und die Nähe zu den berühmten Forellenseen prägten von Anfang an ihren Charakter: bodenständige, ehrliche Biere mit regionalem Bezug.
Das Golden Trout Kölsch Style Ale war eines ihrer ersten Signature-Biere – gedacht als Hommage an die „California Golden Trout“, den offiziellen Staatsfisch. Statt echter Kölsch-Tradition bietet es eine amerikanische Interpretation: etwas stärker, etwas schwerer, etwas ungestümer. Gebraut mit lokaler Gerste und klassischem Saazer Hopfen, ist es ein Bier mit rustikalem Charme – und der Beweis, dass Kölsch zwar nachgeahmt werden kann, aber nie wirklich den Rhein verlässt.

Death Valley Pale Ale

Beim Death Valley impliziert schon der Name, dass es dort nur recht wenig geben dürfte. An allem. Doch dieses Bier lehrt uns etwas anderes. Oder etwa nicht? Das gestiefelte Skelett scheint in der tristen Wüste ein Bier augenscheinlich zu genießen, doch stellt der nachforschende Trinker schnell fest, dass dieses Pale Ale gar nicht im Death Valley gebraut wurde. Sei es drum. Dem Versprechen auf dem Etikett nach entspricht es dem Deutschen Reinheitsgebot. Zum Einsatz kommt neben Gerstenmalz noch Cascade Hopfen. Auf wie viel Alkoholgehalt es das Bier schließlich bringt, steht erstaunlicherweise nicht auf dem Etikett und auch nicht auf der Homepage der Brauerei… Nunja, probieren wir mal!

Farbe, Duft und Krone
Der Duft des Bieres scheint sich beim Lupfen des Kronkorkens kaum aus der Flasche zu trauen. Man muss sich den Dufttropfen erst wortwörtlich heraussaugen. Dann schließlich riecht man eine ganz feine Note Mango, jedoch kaum intensiv, die schnell malzigeren Tönen Platz macht. Im Glas zeigt sich das Bier schließlich mit rötlicher Farbe. Der Schaum ist von feiner Konsistenz, aber nur geringer Durchhaltefähigkeit.

Einstieg
Keine Frage, dass sich dieses Pale Ale schnell den ganzen Mund ergattert. Recht stürmisch wird alles beiseite geräumt und es entfaltet sich umgehend das kräftige Aroma des Bieres.

Körper und Geschmack
Im ersten Moment ist man noch erstaunt über die cremige Textur, die etwas schwerfällig scheint. Doch dann prescht das Bier los und zeigt seine intensive und raue Seite. Insbesondere die enorme Bitterkeit, die den Geschmacksbogen dominiert, gibt den Ton an. Immer weiter arbeitet sie sich bei jedem Schluck in Richtung Rachen voran. Fruchtige Anklänge kommen fast gar nicht durch.

Abgang
Was bleibt vom Bier ist der bittere Nachgeschmack. Gar nicht negativ, aber als sehr charakteristischer Zug dieses Bieres.

Kohlensäure
Das Bier hat genug Kohlensäure, um den Geschmack von zu entfalten. Für wirklich anständigen Schaum reicht es trotzdem nicht.

Süffigkeit
Auch wenn es etwas schroff anmutet, so ist es dennoch als mittelsüffig einzustufen. Es geht seinen Weg und macht Lust auf mehr!

Fazit
Dieses Pale Ale bildet mit seinem schroffen Charakter und seinen Ecken und Kanten gut das harte Leben in der Wüste ab. Bei allem Erstaunen und Wundern ist die Gesamtkomposition durchaus stimmig und ist gelungen.

zur Brauerei
Das Death Valley Pale Ale stammt von der Indian Wells Brewing Company, einer kleinen Brauerei in Inyokern, Kalifornien, am Rand des Death Valley Nationalparks. Gegründet in den 1990er-Jahren, begann sie ursprünglich mit der Abfüllung des lokalen „Indian Wells Spring Water“, bevor sie beschloss, aus dem Wüstenwasser gleich Bier zu brauen. Heute produziert die Brauerei eine ganze Reihe eigenwilliger Sorten – von klassischen Lagers bis hin zu Chili-, Frucht- und Wüsten-Bieren mit teils skurrilen Namen.
Das Death Valley Pale Ale ist eine ihrer bekannteren Kreationen und soll das raue, trockene Klima der Region widerspiegeln: kräftig gehopft mit Cascade, deutlich bitter und ohne Zierde. Ein Bier, das so unnachgiebig ist wie die Landschaft, die ihm seinen Namen gab.

Hoptimum Triple IPA

Ein ziemlich gehopfter Gentleman ziert das Antlitz dieses Bieres aus der kalifornischen Sierra Nevada. Drei Hopfen- (Chinook, Idaho 7 und Magnum) sowie drei Malzsorten (Carapils, Pilsner und Two-Row Pale) werden hier verbraut. Und am Hopfen wird dabei ganz und gar nicht gespart. Auf der Webseite der Brauerei heißt es: “ Intense would be one word for this beer. Insane would be another.“ In der Endfassung bringt es das Bier so auf starke 11% Alkoholgehalt. Puh! Probieren wir diese totale Hopfung mal aus.

Farbe, Duft und Krone
Eine fruchtige Mangobrise entsteigt der Flasche, verfliegt aber auch Recht zügig wieder. Aus Erfahrung darf man bei nach Mango duftenden IPAs starken Hopfen vermuten. Hier wissen wir es schon. Im Glas zeigt sich das IPA dann in intensiv roter Farbe und dabei glasklar. Schaum ist leider nur sehr begrenzt haltbar und verabschiedet sich zügig wieder.

Einstieg
Ohlala! Das Bier macht sofort klar wohin die Reise geht und vermittelt den Eindruck, den Mund sofort gänzlich in Beschlag genommen zu haben. Starker Start!

Körper und Geschmack
Dieses IPA ist deutlich weniger fruchtig, als es die erste Duftprobe vermuten gelassen hat. Stattdessen finden wir ein recht schweres Bier mit breitem Körper, das beim Trinken nicht einfach den Rachen herunter gleitet sondern auch behäbig anschmiegt und sich Zeit lässt. Das Bier ist enorm bitter und hier und da merkt man auch den starken Alkoholgehalt, der sich als genuiner Alkoholgeschmack nicht ganz galant zu erkennen gibt.

Abgang
Nichts für leichte Nerven. Das Bier ist eine Wucht und lässt einen sobald nicht los. Der Nachgeschmack ist intensiv und noch einige Minuten nach dem letzten Schluck spürt man es hinten am Rachen etwas ziehen.

Kohlensäure
Hatte man zunächst den Eindruck gewonnen, dass es eventuell am Kohlensäure Mängeln könnte, wird man schlussendlich eines besseren belehrt. Das Bier kommt überall hin, wo es hin soll. Den Schaum vermisst man trotzdem etwas.

Süffigkeit
Nicht wirklich süffig. Dafür ist es zu schwer und zu behäbig. Viel mehr ein Feinschmeckerbier für alle, die den absoluten Hopfenkick haben wollen.

Fazit
Ein starkes Bier, das auch den Trinker fordert. Die Superlative im Hopfen schlägt sich auch im starken Alkoholgehalt wieder, der wiederum leichte Abzüge im Geschmack mit auch bringt.

zur Brauerei
Das Hoptimum Triple IPA stammt von der Sierra Nevada Brewing Co., einer der Pionierinnen der amerikanischen Craftbeer-Bewegung. Gegründet 1980 von Ken Grossman in Chico, Kalifornien, machte sich die Brauerei mit ihrem legendären Pale Ale schnell einen Namen und gilt heute als Synonym für amerikanische Hopfenkultur.
Sierra Nevada war eine der ersten Brauereien, die auf den massiven Einsatz aromatischer US-Hopfen setzte – lange bevor IPA zum globalen Trend wurde. Das Hoptimum ist ihr extremes Aushängeschild: ein Bier, das mit überbordender Hopfenintensität, kräftigem Malzkörper und satten 11 % Alkohol die Grenzen des Stils auslotet. Gebraut wird es mit einem hauseigenen „Hop Torpedo“-System, das den Hopfen in einer Art Aromakammer zirkulieren lässt, um maximale Bittere und Frische zu erreichen. Ein Bier wie ein Experiment – und doch ein Paradebeispiel für Sierra Nevadas kompromisslosen Anspruch an Qualität.

Coachella Hazy IPA

Als „Revolving New England IPA“ angepriesen, vermittelt das Äußere der Dose zunächst den Eindruck einer abendlichen Wüstenlandschaft. Ein paar Palmen, dämmriges Licht. Viel Frucht wird versprochen und dazu noch ein bisschen Revolution. Zum Einsatz kommen dafür drei verschiedene Hopfensorten: Cashmere, Comet und Mosaic. Die drei vergären mit Malz zu recht kräftigen 7,1% Alkoholgehalt. Ob das Bier wirklich nach Revolution schmeckt? Probieren wir mal!

Farbe, Duft und Krone
Mango und ein Spritzer Zitrone duften einem entgegen, sobald man die Dose öffnet. Im Glas zeigt sich das IPA dann sogleich als strahlend golden, glasklar und mit einem haltbaren, wenn auch etwas grobporigen Schaum. Ein wahrlich schöner Anblick und damit ein sehr gut gelungener Start.

Einstieg
Nicht ganz ein Kick-Start. Eher ein behäbiges Losstottern. Dem Bier fehlt es etwas an Zug, um in die Pötte zu kommen. Dazu aber später mehr.

Körper und Geschmack
Der Körper dieses Bieres wirkt recht schmal. Fruchtige Aromen, die man anfangs errochen hatte, können sich nicht in diesem Maße durchsetzen. Stattdessen geben vegetative Geschmacksanteile den Ton an. Es schmeckt etwas rauer nach trockenem Gras. Passt ja zum Wüstenthema der Brauerei.

Abgang
Auch im Abgang wird das Bier nicht spritziger. Eher behäbig schiebt es sich dem Rachen entgegen. Man möchte fast ein bisschen Anschieben!

Kohlensäure
Hier fehlt einiges. Gut möglich, dass das IPA mit etwas mehr Blubber auch mehr Eindruck schinden könnte. So kommt das Bier jedoch sehr träge daher und bleibt einem manchmal fast im Halse stecken.

Süffigkeit
Es hat gute Ansätze, kriegt dann aber nicht die Kurve. Insgesamt eher im hinteren Mittelfeld der Süffigkeit.

Fazit
Wenn so die Revolution schmeckt, dann bleiben wir besser beim Status quo. Insgesamt eher ein mittelmäßiger Vertreter seiner Klasse, der im harten Kampf der amerikanischen Craft Beer Szene nicht als Sieger vom Platz gehen wird.

zur Brauerei
Die Coachella Brewing Company wurde im August 2013 gegründet und hat heute ihren Sitz in Kaliforniens Thousand Palms, ganz in der Nähe von Palm Springs. Den Namen entleihen sich die Brauer ihrer Heimat: das ganze Tal, hauptsächlich Wüstenlandschaft und zu einem guten Teil unter dem Meeresspiegel gelegen, trägt den Namen Coachella. Beim Brauen fühlt man sich den lokalen Landwirten verpflichtet und setzt auf regional produzierten Honig, Gewürze und Zitronen. Damit wird gleichwohl klar, dass man den Brauern mit dem Reinheitsgebot nicht kommen braucht. Frisch gezapft und auch abgepackt gibt es eine große Vielfalt von Bieren und die Brauerei verspricht, dass es auch in Zukunft nicht langweilig werden wird.

La Rousse

Wenn man die 750ml-Flasche das erste Mal erblickt, wundert man sich. Ist das jetzt ein Bügelverschluss oder mit einem Kronkorken? Bei diesem Bier schließt sich das ganz offensichtlich nicht gegenseitig aus. Ist das Bier zunächst mit einem Kronkorken verschlossen, so kann man es später mit dem Bügelverschluss immer wieder verschließen – praktisch! Auch das Etikett lässt einen genauer hinschauen: Dort sieht man den Mont Blanc, den höchsten Berg Frankreichs und Europas insgesamt, der einem als Gambrinus zuprostet. Nicht zu Unrecht, denn das Wasser für dieses Bier wird direkt aus einem Gletscher des Mont Blancs entnommen und ergibt gemeinsamen mit drei Malzen und mehreren Hopfensorten das Rote, la Rousse, mit 6,5% Alkoholgehalt. Ob das Bier genauso mächtig ist, wie der Berg, von dem es sein Wasser bekommt? Wir haben es rausgefunden!

Duft und Farbe
Sofort strömt ein fruchtig frischer Duft aus der Flasche, der einen entzückt und doch nicht maximal umhaut und überwältigt. Gar nicht im negativen gemeint, sondern eher so, dass sich das Bier trotz des frischen Eindrucks angenehm zurückhaltend benimmt. Das Bier macht seinem Namen ganze Ehre und präsentiert sich in intensivem Rot. Sogar der Schaum hat eine feine, ins Gelbliche gehende Färbung. Er ist überdies feinporig und von ganz anständiger Konsistenz.

Einstieg
Ab dem ersten Moment hat man das Gefühl, dass das Bier sehr im Mund präsent ist. Es bildet ab der ersten Sekunde verschiedene Geschmacksaspekte aus, die dem geneigten Trinker schon einen Vorgeschmack auf die ganze Breite dieses Bieres bietet.

Körper und Geschmack
Es ist zuerst mal festzustellen, dass es einen gewissen Spannungsbogen zwischen dem ersten Geruchseindruck und dem eigentlich Geschmack gibt. Dieser spannt sich von sehr fruchtigen und frischen Noten im Duft bis hin zu einer gewissen süßlichen Schwere im Geschmack. Der Duft wird dabei vor allem von den Hopfensorten und den zugesetzten Blütenaromen inspiriert, während die schwere Süße von den drei gut gerösteten Malzsorten kommen dürfte. Insgesamt ein vielfältiges Geschmackserlebnis! Die Textur des Bieres ist dabei fast cremig und sehr angenehm.

Abgang
Auch im Abgang präsentiert sich das Bier als sehr angenehmer Zeitgenosse und schmiegt sich langsam den Rachen hinunter. Ein schwacher Anflug von bitteren Aromen, aber auch caramellige Einflüsse komplettieren hier das Bild.

Kohlensäure
Das La Rousse ist nicht mit einer übermäßigen Menge an Kohlensäure gesegnet, allerdings muss es das auch nicht sein. Man merkt im Mund, dass es alles hat, was es braucht. Das unterstreicht auch die cremige Textur.

Süffigkeit
Für ein Bier dieser Kategorie, also mit stärkere Malzröstung, kann man schon eine gute Süffigkeit attestieren. Allerdings ist diese nicht vergleichbar mit derjenigen eines klassischen hellen Bieres.

Fazit
Ein starkes Bier, dass nicht nur durch Worte, sondern auch durch Geschmack überzeugt. Dazu noch das herrliche Gletscherwasser. Eine sehr feine Angelegenheit, gerade auch wenn man sich eher dunkleren Bieren das erste Mal annähern möchte.

zur Brauerei
Die heutige Brasserie du Mont-Blanc geht mit ihren Wurzeln ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Damals, als die Kühltechnik und die Lieferketten noch nicht so ausgereift waren, nutzten so einige Brauereien das frische Gletscherwasser und den Zugang zu kühlendem Eis. Seit 1911 wurde der Name „Bière du Mont-Blanc“ etabliert. 1966 kam es zum vorübergehenden Aus der Brauerei, bevor die Tradition in den Savoyer Alpen 1999 wiederbelebt wurde. Inzwischen gibt es zehn verschiedene Bierkreationen, die vielfach international hoch prämiert wurden.

TURMOIL IPA

„Ganz schön verkopft“, denkt man sich wohl beim Anblick dieses Dosenbildes. Der fesch angezogene Kollege bedient mit einer Hand die Ölförderanlagen und hält in der anderen eine Maschinenpistole. Kein Wunder, dass er statt Gehirn nur Röhren als Oberhaus hat. Das TURMOIL ist von der Art her ein IPA und wartet bei 54 IBU Bittereinheiten mit 6,5% Alkoholgehalt auf. Für den Gesschmack sorgen vier verschiedene Malzsorten und sechs unterschiedliche Hopfen. Ganz schön viel also, was das TURMOIL hier aufbietet. Ob es sich lohnt? Hier kommt der Bericht!

Duft und Farbe
Intensiv malzig und recht süß steigt einem der Duft des Turmoils in die Nase. Ganz zart und nuanciert suchen sich die Aromen ihren Weg an die Rezeptoren. Es hat fast einen Hauch von Aprikose und Pfirsich. Im Glas zeigt sich das Bier leicht eingetrübt und von intensiver nicht ganz heller Farbe, sodass man gleich reinbeißen möchte. Der Schaum ist recht feinporig und von ganz vernünftiger Qualität.

Einstieg
Schon der erste Schluck zeigt, was dieses Bier kann. Schnell dringen die Aromen in jeden Winkel des Mundes und beginnen ihre Aromen zu entfalten. Es wimmelt nur so von Fruchtigkeit im Mund!

Körper und Geschmack
Das Bier hat einen recht fülligen Körper und macht so einen soliden Eindruck. Man hat wirklich den Eindruck, etwas vernünftiges im Mund zu haben. Der Geschmacksbogen hat dabei eine ganz schön gebogene Kurve. Man startet sehr fruchtig, jedoch bahnen sich mehr und mehr bittere Aromen die Bahn. Die Fruchtigkeit bleibt aber stets erhalten und dämpft die Bitterheit ein wenig. Eine wirklich runde Sache!

Abgang
Zwar kommen immer mehr bittere Aromen durch, jedoch bleibt das Bier die ganze Zeit über erfrischend und spritzig. Eine wahre Wohltat, die rundherum gut abgestimmt ist.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist wohl dosiert, obwohl eine ganz kleine Prise mehr sicher auch nicht geschadet hätte. Der Schaum kommt aber auch so schon zu seiner Geltung. Von daher kann man dem Braumeister keinen Vorwurf machen.

Süffigkeit
Wirklich eine ganz süffige Angelegenheit. Das Turmoil überzeugt in dieser Kategorie trotz seines recht maßigen Körpers.

Fazit
Das Turmoil aus dem Hause RIPCHORD ist ein klasse IPA mit einer aufregenden Geschmackskurve. Viel Frucht und trotzdem eine ordentliche Ladung Bitterheit machen dieses britische Bier zu einem sehr guten Vertreter seiner Zunft.

zur Brauerei
BrewBoard ist noch eine recht junge Brauerei, die sehr viel Wert auf ihre Unabhängigkeit legt. Sie präsentieren sich unter dem Slogan: „BrewBoard is a very new, very independent brewer. […] Discerning drinkers assemble, there’s a new player in town …“ Die anspruchsvollen Trinker können sich derzeit an sechs verschiedenen Bieren probieren. Außerdem bietet die Brauerei aus Camebridge viele Events in ihrer Zentrale an, bei denen man zwischen den Braukesseln Kulturelles erleben und gleichzeitig Hopfiges genießen kann.

Jai Alai IPA

Ein IPA aus Florida muss schon was auf sich haben. Schließlich trotzen die Biere aus Tampa so manchem Hurrikan. Da muss man was ab können! Benannt ist dieses IPA aber nicht nach irgendeinem Wirbelsturm, sondern nach einem baskischen Spiel, also aus der spanisch-französischen Grenzregion. Auswanderer brachten das Spiel in die USA und auch wenn es hier kein großer Klassiker wurde, so bleibt doch zumindest dieses Bier. Der Alkoholgehalt lässt sich mit 7,5% beziffern. Jai Alai-Spieler sollten also vielleicht doch eher nach dem Spiel mit ihrem Bier loslegen. Ob sich ein hopfiges Abtauchen in die Welt des baskischen Sports lohnt? Wir haben es probiert!

Duft und Farbe
Wow! Der betörende und intensive Duft breitet sich sofort aus und zaubert dem Kostenden ein breites Grinsen aufs Gesicht. Hier strömt in ganzer Fülle eine Ladung Frische heraus, inspieriert von Früchten und einer Spur Ingwer. Im Glas präsentiert sich das IPA minimal eingetrübt und mit einer intensiven Farbe, die etwas dunkler ist als gedacht.  Der Schaum wirkt angenehm feinporig, verflüchtigt sich aber leider recht schnell.

Einstieg
Der Einstieg hält, was der Duft versprochen hat – und ist dabei doch ganz anders. Imposant stürmt das Bier nach vorne, besticht aber nicht unbedingt durch frische und obstige Anklänge.

Körper und Geschmack
Der Körper des Jai Alai IPA ist ausgesprochen mächtig und markant. Klar abgegrenzt und definiert steckt dieses Bier gleich seinen Wirkungskreis ab: und das ist der ganze Mund. Es überwiegen recht schwere und herbe Aromen, die zur etwas dunkleren Farbe des Bieres passen. Bei einer Blindverkostung könnten Koster, die nicht am Bier riechen, hier durchaus in die Dunkelbierecke fehlgeleitet werden. Insgesamt aber ein spannender Bogen, da nach und nach auch schwer-süßliche Anklänge durchsickern.

Abgang
Dieses Bier legt einen wirklich sehr runden Abgang hin. Kein Kratzen, keine falsche Note, nur voller Geschmack. Da muss man wirklich ein großes Lob aussprechen. Auch der Nachgeschmack ist nicht zu dominant, sondern wirkt zwar bitter aber dabei sehr angenehm.

Kohlensäure
Das Jai Alai IPA ist nicht übermäßig mit Kohlensäure ausgestattet und muss es auch nicht sein. Gerade bei diesem Bier könnten mehr Bläschen zu Abstrichen beim Geschmack führen.

Süffigkeit
Für die Fülle des Körpers ist dieses Bier durchaus süffig, was überrascht und gefällt.

Fazit
Ein starkes Bier aus Florida, das Spaß macht und immer wieder für Überraschungen gut ist. Feine Sache und perfekt abgestimmte Braukunst.

zur Brauerei
Die Zigarre im Markenzeichen der Brauerei sagt nun tatsächlich recht wenig über das Bier aus, sondern wohl vielmehr über die Stadt und ihre Geschichte, aus der das Bier kommt. Ähnlich verhält es sich mit der Webseite der Brauerei. Auch hier lernt man einiges über die Tradition des Bierbrauens in Tampa, Floria, jedoch recht wenig über die Brauerei selbst. Nun denn: Kurzgefasst wurde die Brauerei 2007 gegründet und verzeichnete eine steile Erfolgskurve. Der Hauptabsatzmarkt für die meisten Biere ist aber nach wie vor der Bundesstaat Florida.