Jacob Export

Schon das Etikett des Jacob Export strahlt eine gewisse Urlaubsatmosphäre aus. Man sieht ein stattliches bayerisches Haus an einem See gelegen. Ist dies vielleicht der Hammersee, dessen Wasser damals das Arbeit bietende Stahlwerk mit Kraft versorgte? Das Bier der Brauerei diente in gewisser Weise auch der Stahlproduktion, sollte es doch den Durst der Arbeiter stillen oder zumindest lindern. Das Export sollte hier eigentlich einen guten Dienst leisten. Vielfach mit DLG-Gold prämiert hat man auf jeden Fall ein Stück Qualität in der Hand. 12,8°P Stammwürzegehalt bringen es schließlich auf 5,3% Allkoholgehalt. Ganz ordentlich! Die Brauerei garantiert zudem, dass dieses Bier die ideale Grundlage für gemütliche Wirtshaus-Diskurse sei. Genau das, was man sich also nach einem harten Arbeitstag verdient hat. Dann mal Prost!

Farbe, Duft und Krone
Sehr frisch und mit einem minimalen Einschlag ins Säuerliche strömt einem der Duft des Bieres aus der Flasche entgegen. Im Glas kommt dann auch die strahlend goldene Farbe des Bieres zur Geltung. ein wahrer Augenschmaus! Dies gilt leider nicht so sehr für den Schaum. Zuerst grobporig ist er nach kürzester Zeit gar nicht mehr vorhanden.

Einstieg
Wenn dies nicht der perfekte Einstieg für ein Helles war, dann war er zumindest verdammt nah dran. Das Bier schmiegt sich förmlich in den Mund hinein und lässt dabei den angenehm milden Geschmack sofort im ganzen Mund zur Geltung kommen.

Körper und Geschmack
So gut wie es losging, geht es auch weiter. Der Körper des Bieres ist perfekt abgestimmt und vollkommen rund. Es schmeichelt in seiner Sanftheit alle Sinne des Biergenießers und verwöhnt hier und da mit minimal fruchtigen Einschlägen, dann aber auch mit einer angenehmen und nicht zu ausgeprägten Herbe. Mit der Zeit bildet sich auch eine zarte Note von Vanille heraus. Ein wirklich schön komponiertes Bier, dem man seine 5,3% Alkoholgehalt absolut nicht anmerkt.

Abgang
Bei so einem runden Geschmack sucht man fast schon verzweifelt nach etwas Ecke und Kante und findet diese in dem leicht herben Nachgeschmack. Dieser unterstreicht nochmal, dass es sich hier tatsächlich um ein ernstzunehmendes Bier handelt – auch wenn diese Erinnerung unnötig gewesen wäre.

Kohlensäure
Der Anteil der Kohlensäure ist sehr angenehm zum Trinken. Allerdings sieht man auch die Kehrseite bei den schlecht gelittenen Schaumeigenschaften.

Süffigkeit
Das Wort Süffigkeit wurde wahrscheinlich für dieses Bier erfunden. Wer dieses Export einmal kostet, der weiß, was die Brauerei mit einer guten Grundlage für Wirtshaus-Diskurse meinte.

Fazit
Bei solch einem starken Bier ist die mangelnde Schaumkrone schnell in Vergessenheit geraten. Ab dem ersten Schluck ist man dem Jacob Export verfallen. Auf den Punkt komponiert ist dieses Bier der perfekte Begleiter für launige Abende.

zur Brauerei
Der Geschichte nach geht die Tradition der Brauerei auf den unstillbaren Durst der Stahlwerkarbeiter aus Bodenwöhr zurück, die 1738 nach einer eigenen Brauerei begehrten, diese aber erst 20 Jahre später erhielten. Dieses Jahr, 1758, gilt auch als Gründungsjahr der Brauerei Jacob. Der Name Jacob kam jedoch erst 1884 in den Betrieb und die Familie hat sich seitdem voll und ganz dem Bierbrauen verschrieben. Flaggschiff ist das Weißbier, das seit 1994 durchgängig DLG-Gold prämiert wird. Aber auch Pils, Helle und saisonale Spezialitäten werden in Bodenwöhr eingebraut. Abwechslung also garantiert!

Ein Gedanke zu “Jacob Export

Schreibe eine Antwort zu Daggi Dinkelschnitte Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s