Pilgrim – Triple Blonde

Aus der Reihe „Bière d’Abbaye“, also ‚Bier der Abtei‘, ist das Triple Blonde eines von sechs Protagonisten der Brauerei Kloster Fischingen aus der Schweiz. Mit 10,5% Alkoholgehalt ein richtig dicker Brocken. Es besticht direkt durch den Sektkorken-Verschluss, sodass die Spannung auf den Geschmack ins unermessliche steigt. Was soll man erwarten von einem Bier, das mit der warmen Vergärung von Kandiszucker beworben wird?

TripleBlonde-1

Farbe
Ein gewaltiger „Plopp“ und der Sektkorken verabschiedet sich. Es entweicht ein Geruch, der zuerst mehr an Schaumwein als an Bier erinnert. Und auch die Flüssigkeit deutet zunächst nicht übermässig auf einen Hopfentee hin. Es sprudelt mächtig und der Schaum lässt kaum einen genaueren Blick zu. Legt sich schließlich die erst Sprudelei, dann erblickt man ein recht eingetrübtes, helles Bier, gekrönt von beständig feinporigem Schaum. Dazu diese fruchtige Duftnote – herrlich!

Einstieg
Etwas beißend macht sich dieses Sektbier im Mund breit. Die massive Kohlensäure sorgt für eine explosive Ausbreitung, gleichfalls jedoch auch für einen etwas beißenden Eindruck. Hinzu kommt ein Eindruck, der von einem recht intensiven Alkoholgeschmack zeugt.

Körper und Geschmack
Nach dem etwas problematischen Einstieg, möchte sich auch bei der genaueren Betrachtung des Körpers und des Geschmacks keine wirkliche Entspannung einstellen. Zwar setzen sich mit der Zeit auch fruchtigere Aromen durch, die sich vor allem am Gaumen festheften, aber das reicht nicht aus, um ein wirkliches Bier-Gefühl aufkommen zu lassen. Vielleicht soll das aber auch gar nicht so sein. Wer ein klassisches Bier erwartet, wird diesen Körper sicher als wenig ausgewogen empfinden.

TripleBlonde-2Abgang
Bei 10,5% Alkoholgehalt wird es schon etwas wärmer im Hals. Leider verfliegt der recht alkoholhaltige Geschmack auch im Abgang nicht und auch die Kohlensäure bleibt recht beißend. Beachtlich jedoch der Nachgeschmack, bei dem sich schließlich doch noch fruchtige Aromen durchsetzen können.

Kohlensäure
Von der Kohlensäure gibt es wirklich mehr als genug. Für ein Bier eigentlich viel zu viel. Für ein Sektbier, wie ich dieses bezeichnen würde, ist es aber wohl ganz richtig so. Es sprudelt und sprudelt und sprudelt und sprudelt….

Süffigkeit
Für die Süffigkeit gibt es keine Bestnote. Dafür ist die Kohlensäure zu dominant und der Alkoholgeschmack zu präsent. Das gilt zumindest für die Perspektive eines Biertrinkers. Für Sektfreunde mag das natürlich ganz anders bewertet werden!

TripleBlonde-ü

Fazit
In jedem Fall eine sehr spannende Komposition aus der Schweizer Brauerei. Liebhaber des klassischen Biergeschmacks, werden mit diesem Bier jedoch nicht unbedingt glücklich werden. Stattdessen schlägt dieses Bier die Brücke zu den Schaumweinen – eine sehr interessante Position. So lassen sich vielleicht wechselseitig ganz neue Geschmackswelten erschließen.

zur Brauerei
Das Kloster sehr alt, die Brauerei noch recht jung. So trifft es kurz zusammengefasst beim Kloster Fischingen zu. Das Benediktinerkloster wurde bereits 1138 gegründet, die Brauerei folgte erst im Jahr 2014. Der Markenname „Pilgrim“ soll an die vielen Pilger erinnern, die in den vergangenen Jahrhunderten zum Kloster Fischingen pilgerten. Die Brauerei hat sich auf hochklassige Biere spezialisiert und bedient mit diesen auch ein eher höheres Preissegment. Nichts für jeden Tag, aber ein Muss für Biergenießer!

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