Der Bub auf dem Etikett so fröhlich, als würde er das Bier gleich selbst trinken. Dabei ist der Hintergrund ein ganz anderer. Als Bier noch nicht in Flaschen, sondern nur in Holzfässern gelagert und in Wirtshäusern ausgeschenkt wurde, waren die jungen Buben als Bierkurier für ihre Väter und Großväter unterwegs. Sicher hat auch der ein oder andere Junge mal gekostet – kann man ja niemandem verübeln! Diese traditionelle Tätigkeit des Bierholens lebt im Büble-Bier fort. Und das schon seit den 1950er Jahren. Dabei bringt es das Vollbier mit seinem Stammwürzegehalt von 12,5°P auf 5,5% Alkohol. Ob sich diese ganze Tradition auch im Geschmack wiederfindet? Werft einen Blick in die Rezension!

Duft und Farbe
Frisch und mild duftet es nach einem herrlichen Plopp aus der Flasche. Man hat fast den Eindruck, es könnte sich um eine frische Allgäuer Bergwiese im Morgentau handeln. Sprudelt das Bier dann erstmal ins Glas, zeigt es sich mit intensiv goldener Farbe und feinporigem Schaum. Ein schöner Anblick!
Einstieg
Ein sanftes und doch umfassendes Ansprechen des ganzen Mundes gibt’s bei diesem Bier. Ab dem ersten Moment fühlt es sich sehr angenehm und rund an.
Körper und Geschmack
Fast schon sanft schmiegt sich das Bier in den Mund und umspielt die Zunge. Dabei ist es gleichzeitig aber auch sehr zahm, soll heißen: es gibt kaum säuerliche Elemente, die das Bier scharf erscheinen lassen könnten. Viel mehr machen sich nach dem sanften Start bald herbe Aromen ans Werk, die zumindest zeitweise die Szenerie prägen. Der Geschmacksbogen ist recht flach und nicht besonders ausgeprägt. Das Bier entwickelt sich nur zaghaft und überrascht nicht mit spannenden Wendungen.

Abgang
So zahm und zurückhalten wie es kam, so geht es auch wieder. Es wirkt sehr rund, gleichsam aber auch unspektakulär.
Kohlensäure
Nicht super sprudelig aber dennoch genug, um einen wirklich angenehmen feinen Schaum zu produzieren.
Süffigkeit
Ein wirklich sehr süffiges Bier! Es wirkt so, als wäre das Büble Edelbräu speziell zur großzügigen Flüssigkeitsaufnahme im Sommer gebraut worden.

Fazit
Eine wirklich runde Sache, die fast schon zu rund wirkt. Etwas mehr Pepp und Überraschung hätten es dann doch sein dürfen.
zur Brauerei
Im schwäbischen Kempten vor den Toren der Allgäuer Alpen wird im Allgäuer Brauhaus ordentlich Bier gebraut. Flaggschiff und in ganz Deutschland bekannt ist das Büble-Bier. Aber auch das Altenmünster in seiner sehr charakteristischen Flasche findet man fast überall. Im Laufe der Zeit hat die Brauerei einiges an Geschichte in sich vereint. Immer mehr Brauereien schlossen sich zu einer zusammen und so erklärt sich auch der heutige Name als Oberbegriff für die Brautradition eines ganzen Gebiets. Die längsten Traditionen reichen bis ins Jahr 1394 zurück.