Aldaris Gaišais

In der traditionsreichen Dose präsentiert sich das „Gaišais“ von Aldaris, einer der ältesten Brauereien Lettlands. Optisch ist die Verpackung ein Hingucker: mit Motiven von Riga, die den kulturellen Bezug eindrucksvoll unterstreichen. Doch wie schlägt sich das Bier mit seinen 5,0% Alkoholgehalt selbst? Finden wir es heraus.

Duft, Farbe und Krone
Beim Öffnen der Dose entfaltet sich ein angenehm frischer Duft. Das Bier leuchtet im Glas in einem klaren, zarten Goldgelb – ein ansprechender Anblick. Der Schaum ist nicht besonders feinporig und leider von kurzer Beständigkeit, aber die ersten Eindrücke sind vielversprechend.

Einstieg
Der erste Schluck bestätigt, was der Duft erahnen lässt: ein leichtes und unkompliziertes Bier. Vegetative Anklänge und eine leichte Fruchtigkeit kommen durch und laden zum Weitertrinken ein.

Körper und Geschmack
Im Körper zeigt das Bier sanfte malzige Noten, die aber nie dominant wirken. Diese harmonieren gut mit den dezenten Fruchtaromen. Insgesamt bleibt es mild und wenig aufdringlich, was es zu einem entspannten Begleiter macht.

Abgang
Hier zeigt sich leider eine kleine Schwäche: Der Nachgeschmack fällt etwas flach aus und lässt Tiefe vermissen. Dennoch bleibt der Gesamteindruck positiv.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist zurückhaltend, was das Bier angenehm mild macht und die Süffigkeit unterstützt.

Süffigkeit
Ein Paradebeispiel für Süffigkeit! Dieses Bier lässt sich hervorragend trinken, ohne zu sättigen oder anstrengend zu sein. Perfekt für eine leichte Begleitung zu Mahlzeiten.

Fazit
Das Aldaris Gaišais ist ein leichtes, süffiges Helles mit einem angenehm unaufgeregten Charakter. Es setzt keine dominanten Akzente, glänzt aber durch seine Frische und Vielseitigkeit. Vor allem als Begleitung zu leichten Gerichten oder an einem entspannten Sommerabend ist es eine gute Wahl. Und die dekorative Dose allein rechtfertigt schon den Kauf.

zur Brauerei
Die Aldaris-Brauerei wurde 1865 in Riga gegründet und ist eine der ältesten Brauereien Lettlands. Sie steht für eine lange Tradition und eine breite Vielfalt an Biersorten, die von klassischen Lagern bis zu experimentellen Kreationen reicht. In der lettischen Bierkultur hat Aldaris einen festen Platz und überzeugt mit Qualität und einem feinen Gespür für Geschmack.

Chang Lager Beer

Zwei Elefanten, Rüssel an Rüssel – das Wappentier Thailands ziert die Dose des Chang Lager Beer und steht sinnbildlich für Stärke, Gemeinschaft und ein Stück tropische Gelassenheit. Mit 5,0 % Vol. Alkohol ist das Chang das Nationalbier Thailands und fast schon eine kulturelle Institution. Ob beim Straßenimbiss in Bangkok, am Strand von Krabi oder im klimatisierten Hotelzimmer – überall hört man das leise Zischen, wenn eine Chang-Flasche geöffnet wird.

Ob dieses Lagerbier tatsächlich so kraftvoll ist, wie sein Symbol vermuten lässt, oder ob es eher auf die sanfte Tour überzeugt, zeigt sich beim ersten Schluck.

Duft, Farbe und Krone
Besonders fein abgestimmt wirkt das Chang auf den ersten Riecher nicht. Recht vegetativ, etwas süßlich. Farblich ist es schön goldgelb und durchweg klar. Der Schaum hat eine feine Konsistenz bei einer leider nur schwachen Haltbarkeit.

Einstieg
Auch der Start ins Trinken ist sehr sanft. Das Chang braucht einen Moment, um seine Charakterzüge entfalten zu können. Das passt immerhin zum Bild des sanften Riesen, des Elefanten, welcher als Patron für diese Biermarke herhalten muss.

Körper und Geschmack
Nach dem gemütlichen Start merkt man bald, dass es sich bei diesem Lagerbier sicherlich nicht um eines handelt, welcher der Geschmacksglocke eine neue Auswölbung hinzufügen möchte. Vielmehr ist der Körper ausgewogen und recht schmal. Weder Malz noch Hopfen nehmen dominante Positionen ein. Dadurch wirkt das Bier leicht, angenehm und erfrischend.

Abgang
Auch im Abgang ist das Chang ein ruhiger und angenehmer Vertreter. Keine Störfaktoren können ausgemacht werden und es bleibt bei einer runden Sache.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist wohl dosiert und erfüllt ihren Zweck. Durch sie erhält das Chang eine gewisse Spritzigkeit und Frische. Gleichzeitig kriegt man jedoch keinen Blubberbauch.

Süffigkeit
Ein durchaus süffiges und erfrischendes Bier. Kein Wunder also, dass es sich um das am meisten getrunkene Bier Thailands handelt.

Fazit
Das Chang ist ein solides und von der Konzeption her einfaches Lagerbier. Wer das Besondere sucht, wird enttäuscht werden. Wer ein simples und geschmacklich gut komponiertes Bier haben will, der ist hier richtig.

zur Brauerei
ThaiBev ist der größte Brauereikonzern in Thailand. Er entstand 2003, nachdem sich Carlsberg aus einem Joint Venture im Getränkebereich zurückzog und der thailändische Teil selbstständig wurde. Direkt im Jahr der Gründung wurde mit der Biermarke Chang das Flaggschiff des Konzerns auf den Markt gebracht. Heute werden neben Chang auch Federbräu – gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot – und vietnamesische Biere der Marke Bia Saigon produziert.

Everest Premium Lager

Der Everest. Das klingt nach höchsten Höhen, Abenteuer und großen körperlichen Anstrengungen. Nach einer Gipfeltour auf den höchsten Berg der Welt hat man sich auf jeden Fall so einige Biere verdient. Dieses Lagerbier aus Nepal passt in jedem Fall ausgezeichnet zum Thema. Der Bergsteiger auf dem Etikett streckt schon erfolgsgewiss seinen Eispickel nach oben, darüber das Kreuz des Südens am Himmel. Schmecken wir mal rein, ob dies bei diesem Bier mit gut 5% Alkoholvolumen auch berechtigt ist.

Farbe
Von der Haltbarkeit des Schaums möchte ich an dieser Stelle nicht anfangen zu reden. Überspringen wir dieses Kapitel. Das schön filtrierte Lagerbier hat eine etwas schwache Farbe. Etwas mehr Sättigung hätte hier nicht geschadet. Ansonsten ist der erste Anblick recht positiv. Auch der Duft, der der Flasche entströmt, lässt erstmal Gutes erahnen.

Einstieg
Der erste Schluck erinnert etwas an eine Fruchtsaftschorle. Mit fruchtig, dennoch lasch. Es fällt schwer das Bier im Getränk zu erkennen und klare Nuancen beschreiben. Erst im Nachgang des ersten Schlucks kommt ein Hauch einer angenehm bitteren Note durch.

Körper und Geschmack
Der Körper ist entsprechend des ersten Eindrucks sehr schlank, zu schlank, gerade zu magersüchtig. Zwar entwickelt das Bier mit der Zeit eine eigene Note, starke Aromen aus Hopfen oder Malz bleiben allerdings leider aus. Ein sehr leichter Genuss, bei dem man sich zunehmend fragt, was für Zutaten eigentlich Einzug in den Brauprozess erhalten haben.

Abgang
So unscheinbar wie es kam, verabschiedet sich das Lagerbier auch wieder. Es bleibt außer des leeren Glases nicht viel zurück. Der Nachgeschmack, der sich wie zuvor beschrieben im Laufe des Trinkens entwickelt hatte, verfliegt eilig in alle Winde.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist angenehm abgestimmt. Nicht zu sprudelig, gewiss aber auch nicht zu lasch. Hier hat der Brauer sein ganzes handwerkliches Geschick eingesetzt.

Süffigkeit
Erfrischend und leicht läuft dieses Bier die Kehle herunter. Süffigkeit ist durchaus gegeben – auch wenn sie sich etwas von der prägnanteren Süffigkeit europäischer Biere unterscheidet, bei denen sich diese auch in den Geschmacksaromen niederschlägt.

Fazit
Ein mildes Bier für warme Sommerabende. Am besten genießt man es mit Blick auf die hohen Berge des Himalaya und träumt dabei von den Abenteuern, die die Sherpas, denen das Bier gewidmet ist, dort nach wie vor erleben. Klassische Pilstrinker werden von der eher zurückhaltenden Geschmacksintensität eher enttäuscht sein.

zur Brauerei
Die Brauerei „Mt. Everest Brewery“ produziert seit 1990 in Chitwan, östlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Neben dem Hauptprodukt, dem Lagerbier, wird auch ein Starkbier hergestellt. Die Produktion erfolgt vor allem für den nepalesischen Markt, jedoch ist die Brauerei bemüht, auch weitere Absatzmärkte zu erschließen.

Bomonti Filtresiz

Bomonti ist sicherlich nicht das erste Bier, das einem in den Sinn kommt, wenn man an die Türkei denkt. Doch ist es tatsächlich sogar der Stammhalter der türkischen Biere. Die Schweizer Gebrüder Bomonti brachten im späten 19. Jahrhundert die moderne Bautechnik ins Osmanische Reich. Heute trägt nicht nur dieses Bier, sondern ein ganzer Istanbuler Stadtteil ihren Namen. Das Stammhaus der Brauerei, das 1902 erworben wurde, sieht man heute noch auf der oberen Banderole. Das Bomonti Filtresiz ist ein unfiltriertes helles Lagerbier, das in seiner angenehm matten Flasche 4,8% Alkoholgehalt auf die Alkoholwaage bringt. Und damit Prost!

Farbe, Duft und Krone
Ganz frisch und fast schon etwas blumig, dabei aber absolut nicht süß-fruchtig, duftet dieses Bier aus der Flasche, nachdem man den spannenden Verschluss geöffnet hat (weder Drehverschluss noch Kronkorken). Herrlich gluckernd ergießt sich die erste Kostprobe ins Glas. Für ein unfiltriertes Bier ist das Bomonti recht klar. Der Schaum ist eher dürftig in der Masse, sodass sich über die Konsistenz nicht wirklich etwas sagen lässt.

Einstieg
Vollmundig und kraftvoll startet das Bomonti seinen Geschmacksritt durch den Mund. Dabei werden von Beginn an eine ganze Reihe von Geschmacksgruppen aktiviert.

Körper und Geschmack
Für ein Lagerbier präsentiert sich das Bomonti sehr vielseitig. Zwar gibt es sich insgesamt mild, zeigt gleichzeitig aber auch Kante und Profil. Dabei sind die einzelnen Geschmackskomponenten gut abgestimmt. Es zeichnet sich ein guter Grad an Bitterkeit ab, schon recht früh auf der Geschmackskurve. Säure tritt nur stärker in Erscheinung.

Abgang
Auch beim weiteren Weg des Bieres durch den Körper macht es eine anständige Figur. Dank der geringen Säure ist der Abgang eine angenehme Glanzpartie!

Kohlensäure
Das Bomonti sprudelt nicht über, ist aber mit einer guten Portion Kohlensäure gesegnet, die das Bier an alle Bestimmungsorte im Mund bringt.

Süffigkeit
Daumen hoch auch bei der Süffigkeit! Das Bier verlangt geradezu danach im Plural genossen zu werden.

Fazit
Eine überlegene Alternative zum marktdominierenden Efes Pilsen. Das Bomonti ich ein starkes Lager mit Charakter und somit eine wahre Bereicherung – nicht nur für die türkische Bierszene.

zur Brauerei
Das Bomonti Filtresiz geht auf die Bomonti-Brauerei zurück, die 1890 von den Schweizer Brüdern Gustave und Lucien Bomonti in Istanbul gegründet wurde. Sie war die erste moderne Brauerei des Osmanischen Reiches und markierte den Beginn der türkischen Biertradition. Das Stammhaus stand im heutigen Istanbuler Stadtteil Bomontiada, der noch immer ihren Namen trägt – und wo sich heute Kultur, Gastronomie und Musikszene begegnen.
Nach Jahrzehnten wechselvoller Geschichte, Enteignungen und Fusionen wird die Marke heute von Efes Anadolu Group fortgeführt, dem größten Brauereikonzern der Türkei. Das Bomonti Filtresiz („unfiltriert“) ist eine Hommage an die Ursprünge der Marke: ein naturtrübes Lagerbier, das trotz seiner industriellen Herkunft erstaunlich charaktervoll bleibt. Es verbindet Moderne und Nostalgie – und erinnert daran, dass die türkische Bierkultur europäischer ist, als man denkt.

Efes Pilsen

Efes gehört wie Ayran und Döner zur Türkei. Und das, obwohl es sich um ein ganz überwiegend muslimisches Land handelt? Jo, in der Türkei kein Problem. Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk selbst war im Biergeschäft unterwegs und auch Ismet Inönü, der erste Premierminister der Türkei, war um die Qualitätsverbesserung des türkischen Gerstensaftes ganz persönlich bemüht. Das Flaggschiff aus dem Hause Efes ist sein Pilsener, das mit klassischen 5,0% Alkoholgehalt daherkommt. Es ist in der Türkei das absolut beherrschende Bier und wird in mehr als 50 Länder in der ganzen Welt exportiert. Eine wahre Erfolgsgeschichte! Wir haben es hier nochmal genau probiert.

Farbe, Duft und Krone
Feinherb und mit einer Note frischer Hefe duftet es aus der gerade geöffneten Flasche. Der Verschluss ist übrigens weder Drehkappe noch Kronkorken, sondern lässt sich mit einer Lasche einfach nach oben wegziehen. Im Glas zeigt sich das Efes Pils dann in intensivem Gold. Der Schaum wirkt cremig, ist aber nicht im Überfluss vorhanden.

Einstieg
Butterzart schmiegt sich das Bier in den Mund ein. Der erste Eindruck lässt fast glauben, dass Mund und Bier bei dieser sanften Textur miteinander verschmelzen.

Körper und Geschmack
Trotz der samtigen Art und Weise, die man sonst eher mit einem schweren und trägen Bier verbinden würde, hat das Efes Pils einen schlanken und feinen Körper. Es werde zunächst insbesondere die Geschmackssinne im oberen Teil des Mundraums angesprochen, wobei herbe Noten den Takt angeben. Dabei wird das Bier allerdings keinesfalls rau oder forsch, sondern behält seine Leichtigkeit.

Abgang
So angenehm sanft wie es kam, so geht es auch wieder. Das Efes bietet eine rundum gelungene und runde Vorstellung, vor der man nur den Hut ziehen kann.

Kohlensäure
Schon beim ersten Anblick war klar, dass man es hier nicht mit einer sprudeligen Explosion zu tun hat. Viel mehr ist es ein sanftes und ausgeglichenes Erlebnis, bei dem dass geringe Level an Kohlensäure nicht negativ ins Gewicht fällt.

Süffigkeit
Eine wirklich süffige Vorstellung wird durch das Efes abgeliefert. Das passt auch zu den heißen Sommermonaten in der Türkei, bei denen ein leicht bekömmliches und süffiges Bier gebraucht wird.

Fazit
Das Efes Pilsen will keine Bäume ausreißen oder gar Berge versetzen. Es möchte nicht anecken, sondern den Massen gefallen – und das schafft es. Ein rundes Pils, das vor allem durch seinen sanften Charakter besticht und eben genau dadurch trumpft, dass es nichts besonderes ist.

zur Brauerei
Der Name Efes ist der historischen Stadt Ephesos entlehnt. Izmir, in der die erste Brauerei des heutigen Anadolu Efes-Konzerns stand, ist nicht weit von dieser historischen Stadt entfernt. Der Konzern umfasst viele verschiedene Marken. Neben Efes sind dies unter anderem Gusta (Weizenbier), Mariachi, Marmara oder Bomonti. Letzteres war das erste überhaupt in der Türkei gebraute Bier. Efes hat einen Marktanteil von über 80% am türkischen Markt.

Golden Trout Kölsch Style Ale

Die Seen rund um Mammoth Village am östlichen Rand der kalifornischen Sierra Nevada sind bekannt dafür, gut zum Angeln zu sein. Insbesondere Forellen gibt es viele in diesen Gewässern und so kommt es nicht von ungefähr, dass es auch ein lokales Bier gibt, dass die goldene Forelle ehrt. Spannend jedoch, dass es sich bei der Brauart ausgerechnet um ein Kölsch Style Ale handelt. Beide sind zwar obergärig, jedoch hat das Ale mit 5,5% Alkoholgehalt etwas mehr Umdrehungen als das klassische Kölsch. Zwei Hopfen- (Nugget, Saaz) und zwei Malzsorten (Gerste, Typ Cologne) werden hier vergoren. Schmecken wir mal rein, ob auch ohne Blick auf den Dom Kölsch entstehen kann!

Farbe, Duft und Krone
Eine ganz feine Note Lychee scheint sich nach dem Öffnen der Dose zaghaft ins Freie zu wagen. Riecht so Kölsch? Im Glas zeigt es sich deutlich intensiver als so mancher Vertreter vom Rhein, sodass es seinem eigenen Namen mit goldener Farbe tatsächlich gerecht wird. Der Schaum kann allerdings nichts, ist grobporig und schnell passé.

Einstieg
Schon beim ersten Schluck merkt man, dass es sich keinesfalls um ein echtes Kölner Produkt handelt. Viel zu schwerfällig sucht es den Einstieg. Ein holpriger Start!

Körper und Geschmack
Das Bier macht von Anfang an keinen wirklich runden Eindruck. Im Mund findet keine richtige Aromaentfaltung statt. Stattdessen wechseln stark vegetative Züge, die wortwörtlich nach einem Sprung mit offenem Mund in einen nicht mehr ganz frischen Heuhaufen gleichen, mit Sequenzen ab, die schon eher ins Saure gehen.

Abgang
Auch hinten raus ist nicht viel zu holen. Es bleibt sauer und unrund.

Kohlensäure
Hier hätte das Bier etwas mehr vertragen können. Nicht nur wegen der schlechten Schaumqualität, sondern auch wegen der fehlenden Spritzigkeit.

Süffigkeit
Absolut mangelhafte Süffigkeit im Vergleich zu den Kölner Originalen.

Fazit
Kölsch geht halt doch nur am Rhein. Aber auch ohne diesen Vergleich schafft es dieses Bier kaum die Geschmacksnerven von weltgereisten Bierschmeckern höher schlagen zu lassen. Kudos gibt’s nur für das Design der Dose und den Namen.

zur Brauerei
Das Golden Trout Kölsch Style Ale stammt von der Mammoth Brewing Company aus Mammoth Lakes, Kalifornien. Gegründet 1995 im Herzen der Sierra Nevada, ist sie eine der höchstgelegenen Brauereien der USA – auf über 2.300 Metern. Die kühle Bergluft, das klare Schmelzwasser und die Nähe zu den berühmten Forellenseen prägten von Anfang an ihren Charakter: bodenständige, ehrliche Biere mit regionalem Bezug.
Das Golden Trout Kölsch Style Ale war eines ihrer ersten Signature-Biere – gedacht als Hommage an die „California Golden Trout“, den offiziellen Staatsfisch. Statt echter Kölsch-Tradition bietet es eine amerikanische Interpretation: etwas stärker, etwas schwerer, etwas ungestümer. Gebraut mit lokaler Gerste und klassischem Saazer Hopfen, ist es ein Bier mit rustikalem Charme – und der Beweis, dass Kölsch zwar nachgeahmt werden kann, aber nie wirklich den Rhein verlässt.

Death Valley Pale Ale

Beim Death Valley impliziert schon der Name, dass es dort nur recht wenig geben dürfte. An allem. Doch dieses Bier lehrt uns etwas anderes. Oder etwa nicht? Das gestiefelte Skelett scheint in der tristen Wüste ein Bier augenscheinlich zu genießen, doch stellt der nachforschende Trinker schnell fest, dass dieses Pale Ale gar nicht im Death Valley gebraut wurde. Sei es drum. Dem Versprechen auf dem Etikett nach entspricht es dem Deutschen Reinheitsgebot. Zum Einsatz kommt neben Gerstenmalz noch Cascade Hopfen. Auf wie viel Alkoholgehalt es das Bier schließlich bringt, steht erstaunlicherweise nicht auf dem Etikett und auch nicht auf der Homepage der Brauerei… Nunja, probieren wir mal!

Farbe, Duft und Krone
Der Duft des Bieres scheint sich beim Lupfen des Kronkorkens kaum aus der Flasche zu trauen. Man muss sich den Dufttropfen erst wortwörtlich heraussaugen. Dann schließlich riecht man eine ganz feine Note Mango, jedoch kaum intensiv, die schnell malzigeren Tönen Platz macht. Im Glas zeigt sich das Bier schließlich mit rötlicher Farbe. Der Schaum ist von feiner Konsistenz, aber nur geringer Durchhaltefähigkeit.

Einstieg
Keine Frage, dass sich dieses Pale Ale schnell den ganzen Mund ergattert. Recht stürmisch wird alles beiseite geräumt und es entfaltet sich umgehend das kräftige Aroma des Bieres.

Körper und Geschmack
Im ersten Moment ist man noch erstaunt über die cremige Textur, die etwas schwerfällig scheint. Doch dann prescht das Bier los und zeigt seine intensive und raue Seite. Insbesondere die enorme Bitterkeit, die den Geschmacksbogen dominiert, gibt den Ton an. Immer weiter arbeitet sie sich bei jedem Schluck in Richtung Rachen voran. Fruchtige Anklänge kommen fast gar nicht durch.

Abgang
Was bleibt vom Bier ist der bittere Nachgeschmack. Gar nicht negativ, aber als sehr charakteristischer Zug dieses Bieres.

Kohlensäure
Das Bier hat genug Kohlensäure, um den Geschmack von zu entfalten. Für wirklich anständigen Schaum reicht es trotzdem nicht.

Süffigkeit
Auch wenn es etwas schroff anmutet, so ist es dennoch als mittelsüffig einzustufen. Es geht seinen Weg und macht Lust auf mehr!

Fazit
Dieses Pale Ale bildet mit seinem schroffen Charakter und seinen Ecken und Kanten gut das harte Leben in der Wüste ab. Bei allem Erstaunen und Wundern ist die Gesamtkomposition durchaus stimmig und ist gelungen.

zur Brauerei
Das Death Valley Pale Ale stammt von der Indian Wells Brewing Company, einer kleinen Brauerei in Inyokern, Kalifornien, am Rand des Death Valley Nationalparks. Gegründet in den 1990er-Jahren, begann sie ursprünglich mit der Abfüllung des lokalen „Indian Wells Spring Water“, bevor sie beschloss, aus dem Wüstenwasser gleich Bier zu brauen. Heute produziert die Brauerei eine ganze Reihe eigenwilliger Sorten – von klassischen Lagers bis hin zu Chili-, Frucht- und Wüsten-Bieren mit teils skurrilen Namen.
Das Death Valley Pale Ale ist eine ihrer bekannteren Kreationen und soll das raue, trockene Klima der Region widerspiegeln: kräftig gehopft mit Cascade, deutlich bitter und ohne Zierde. Ein Bier, das so unnachgiebig ist wie die Landschaft, die ihm seinen Namen gab.

Hoptimum Triple IPA

Ein ziemlich gehopfter Gentleman ziert das Antlitz dieses Bieres aus der kalifornischen Sierra Nevada. Drei Hopfen- (Chinook, Idaho 7 und Magnum) sowie drei Malzsorten (Carapils, Pilsner und Two-Row Pale) werden hier verbraut. Und am Hopfen wird dabei ganz und gar nicht gespart. Auf der Webseite der Brauerei heißt es: “ Intense would be one word for this beer. Insane would be another.“ In der Endfassung bringt es das Bier so auf starke 11% Alkoholgehalt. Puh! Probieren wir diese totale Hopfung mal aus.

Farbe, Duft und Krone
Eine fruchtige Mangobrise entsteigt der Flasche, verfliegt aber auch Recht zügig wieder. Aus Erfahrung darf man bei nach Mango duftenden IPAs starken Hopfen vermuten. Hier wissen wir es schon. Im Glas zeigt sich das IPA dann in intensiv roter Farbe und dabei glasklar. Schaum ist leider nur sehr begrenzt haltbar und verabschiedet sich zügig wieder.

Einstieg
Ohlala! Das Bier macht sofort klar wohin die Reise geht und vermittelt den Eindruck, den Mund sofort gänzlich in Beschlag genommen zu haben. Starker Start!

Körper und Geschmack
Dieses IPA ist deutlich weniger fruchtig, als es die erste Duftprobe vermuten gelassen hat. Stattdessen finden wir ein recht schweres Bier mit breitem Körper, das beim Trinken nicht einfach den Rachen herunter gleitet sondern auch behäbig anschmiegt und sich Zeit lässt. Das Bier ist enorm bitter und hier und da merkt man auch den starken Alkoholgehalt, der sich als genuiner Alkoholgeschmack nicht ganz galant zu erkennen gibt.

Abgang
Nichts für leichte Nerven. Das Bier ist eine Wucht und lässt einen sobald nicht los. Der Nachgeschmack ist intensiv und noch einige Minuten nach dem letzten Schluck spürt man es hinten am Rachen etwas ziehen.

Kohlensäure
Hatte man zunächst den Eindruck gewonnen, dass es eventuell am Kohlensäure Mängeln könnte, wird man schlussendlich eines besseren belehrt. Das Bier kommt überall hin, wo es hin soll. Den Schaum vermisst man trotzdem etwas.

Süffigkeit
Nicht wirklich süffig. Dafür ist es zu schwer und zu behäbig. Viel mehr ein Feinschmeckerbier für alle, die den absoluten Hopfenkick haben wollen.

Fazit
Ein starkes Bier, das auch den Trinker fordert. Die Superlative im Hopfen schlägt sich auch im starken Alkoholgehalt wieder, der wiederum leichte Abzüge im Geschmack mit auch bringt.

zur Brauerei
Das Hoptimum Triple IPA stammt von der Sierra Nevada Brewing Co., einer der Pionierinnen der amerikanischen Craftbeer-Bewegung. Gegründet 1980 von Ken Grossman in Chico, Kalifornien, machte sich die Brauerei mit ihrem legendären Pale Ale schnell einen Namen und gilt heute als Synonym für amerikanische Hopfenkultur.
Sierra Nevada war eine der ersten Brauereien, die auf den massiven Einsatz aromatischer US-Hopfen setzte – lange bevor IPA zum globalen Trend wurde. Das Hoptimum ist ihr extremes Aushängeschild: ein Bier, das mit überbordender Hopfenintensität, kräftigem Malzkörper und satten 11 % Alkohol die Grenzen des Stils auslotet. Gebraut wird es mit einem hauseigenen „Hop Torpedo“-System, das den Hopfen in einer Art Aromakammer zirkulieren lässt, um maximale Bittere und Frische zu erreichen. Ein Bier wie ein Experiment – und doch ein Paradebeispiel für Sierra Nevadas kompromisslosen Anspruch an Qualität.

Coachella Hazy IPA

Als „Revolving New England IPA“ angepriesen, vermittelt das Äußere der Dose zunächst den Eindruck einer abendlichen Wüstenlandschaft. Ein paar Palmen, dämmriges Licht. Viel Frucht wird versprochen und dazu noch ein bisschen Revolution. Zum Einsatz kommen dafür drei verschiedene Hopfensorten: Cashmere, Comet und Mosaic. Die drei vergären mit Malz zu recht kräftigen 7,1% Alkoholgehalt. Ob das Bier wirklich nach Revolution schmeckt? Probieren wir mal!

Farbe, Duft und Krone
Mango und ein Spritzer Zitrone duften einem entgegen, sobald man die Dose öffnet. Im Glas zeigt sich das IPA dann sogleich als strahlend golden, glasklar und mit einem haltbaren, wenn auch etwas grobporigen Schaum. Ein wahrlich schöner Anblick und damit ein sehr gut gelungener Start.

Einstieg
Nicht ganz ein Kick-Start. Eher ein behäbiges Losstottern. Dem Bier fehlt es etwas an Zug, um in die Pötte zu kommen. Dazu aber später mehr.

Körper und Geschmack
Der Körper dieses Bieres wirkt recht schmal. Fruchtige Aromen, die man anfangs errochen hatte, können sich nicht in diesem Maße durchsetzen. Stattdessen geben vegetative Geschmacksanteile den Ton an. Es schmeckt etwas rauer nach trockenem Gras. Passt ja zum Wüstenthema der Brauerei.

Abgang
Auch im Abgang wird das Bier nicht spritziger. Eher behäbig schiebt es sich dem Rachen entgegen. Man möchte fast ein bisschen Anschieben!

Kohlensäure
Hier fehlt einiges. Gut möglich, dass das IPA mit etwas mehr Blubber auch mehr Eindruck schinden könnte. So kommt das Bier jedoch sehr träge daher und bleibt einem manchmal fast im Halse stecken.

Süffigkeit
Es hat gute Ansätze, kriegt dann aber nicht die Kurve. Insgesamt eher im hinteren Mittelfeld der Süffigkeit.

Fazit
Wenn so die Revolution schmeckt, dann bleiben wir besser beim Status quo. Insgesamt eher ein mittelmäßiger Vertreter seiner Klasse, der im harten Kampf der amerikanischen Craft Beer Szene nicht als Sieger vom Platz gehen wird.

zur Brauerei
Die Coachella Brewing Company wurde im August 2013 gegründet und hat heute ihren Sitz in Kaliforniens Thousand Palms, ganz in der Nähe von Palm Springs. Den Namen entleihen sich die Brauer ihrer Heimat: das ganze Tal, hauptsächlich Wüstenlandschaft und zu einem guten Teil unter dem Meeresspiegel gelegen, trägt den Namen Coachella. Beim Brauen fühlt man sich den lokalen Landwirten verpflichtet und setzt auf regional produzierten Honig, Gewürze und Zitronen. Damit wird gleichwohl klar, dass man den Brauern mit dem Reinheitsgebot nicht kommen braucht. Frisch gezapft und auch abgepackt gibt es eine große Vielfalt von Bieren und die Brauerei verspricht, dass es auch in Zukunft nicht langweilig werden wird.

Helles Engele

In den charakteristisch kleinen Flaschen hat die Zwiefalter Brauerei drei kleine Köstlichkeiten hervorgebracht. Die fliegende Putte, bestens ausgestattet mit einem schäumend vollen Humpen Bier. Ein Wunder, dass sie überhaupt noch fliegen kann! Aber ist das vom Jugendschutz her eigentlich korrekt? Das blaue Engele ist das klassische Helle und damit das Oberhaupt des Trios. Beste regionale Zutaten werden hier verarbeitet. Laut Brauerei ergibt sich hieraus ein süffiges und feines Geschmackserlebnis. Ob wir dieses Urteil bestätigen können? Wir schmecken mal rein!

Farbe, Duft und Krone
Der erste Duftzug aus der Flasche verrät, dass hier an Malz nicht gespart wurde. Beigemischt kann man auch eine leichte, ganz zarte Hopfennote wahrnehmen. Vergleichsweise hell zeigt sich das Bier dann im Glas. Der Schaum hat leider eine bemitleidenswerte Halbwertzeit. Von einer wirklichen Krone kann man nicht sprechen. Witzig aber die Eindrucke auf den Innenseiten der Kronkorken (bspw. „(B)engele).

Einstieg
Insgesamt wenig spektakulär, was sich beim Antrunk im Mund abspielt. Das Bier verteilt sich zwar angenehm, setzt aber keinerlei Akzente.

Körper und Geschmack
Insgesamt ein recht schwacher Körper mit wenigen Konturen. Highlight sind noch minimal säuerliche Anklänge, die sich langsam ins Herbe verlieren. Doch auch diese Beobachtung macht das Bier nur wenig interessant. Es bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Abgang
Das Bier verschwindet so unspektakulär wie es gekommen ist. Der Abgang ist dabei von leicht herben Noten dominiert und wir so zur sinnbildlichen Schokoladenseite des Bieres.

Kohlensäure
Recht sprudelig kommt diese Putte angeflogen. Was im Mund schaumig scheint, hätte man aber auch in einen anständigen Schaum ummünzen müssen.

Süffigkeit
Einen gewissen Grad an Süffigkeit kann diesem Bier durchaus attestiert werden. Nur ob man das will, das muss man selber entscheiden.

Fazit
Kein Glanzbier und kein Geschmacksknüller. Wer Schaumkronen und prägnante Aromen mag, der ist mit diesem Bier nicht gut bedient. Man darf jedoch von einer handwerklich grundsoliden Verarbeitung ausgehen und für Freunde eher milder und einfacher Biere kann dieses ja die richtige Wahl sein.

zur Brauerei
Die Benediktinermönche des Klosters Zwiefalten waren wohl schon von jeher dem Gerstensaft verpflichtet. Schließlich konnte man mit schmackhaften Flüssigkeiten die Fastenregeln umgehen. Dennoch dauerte es nach der Gründung des Klosters im Jahr 1089 noch einige Zeit, bis eine richtige Brauerei entstand. Diese wurde 1521 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1724 ihr erstes eigenes Brauhaus. Am genau gleichen Ort wird auch heute noch gebraut. 1803 wurde das Kloster säkularisiert und die Brauerei kam in staatliche Hand, bevor sie 1827 zu einer familiengeführten Privatbrauerei wurde. Heute werden in Tradition der Mönche verschiedene Helle, Weizen und auch ein Pils gebraut.