Haand Bryggeriet – Lille Lørdag

Die Dose des Lille Lørdag von Haand Bryggeriet verspricht handwerkliche Braukunst: Fingerabdrücke auf dem Design, ein hüpfendes Hopfen-Männchen und der Name „kleiner Samstag“ wecken Neugier. Doch hält das Bier, was es optisch verspricht? Mit 4,5 % Alkoholgehalt und einem klaren Sommer-Charakter stellt sich diese Session IPA der Frage: Begeisterung oder Durchschnitt?

Duft, Farbe und Krone

Beim Eingießen zeigt sich eine trübe, hellgelbe Farbe. Der Schaum ist feinporig, sanft und bleibt für eine Weile bestehen – ein schöner Anblick. Der Duft ist angenehm fruchtig, weder zu stark noch zu dominant. Ein erster Eindruck, der Lust auf mehr macht.

Einstieg

Der erste Schluck beeindruckt durch eine ausgewogene Mischung aus fruchtigen Aromen und herben Hopfennoten. Erfrischend und sommerlich, doch fehlt es dem Körper an Tiefe und Präsenz, was bereits auf eine eher flache Gesamterfahrung hindeutet.

Körper und Geschmack

Die Balance zwischen Frucht und Hopfen bleibt angenehm, aber die Geschmackskurve bricht schnell ab. Statt einer anhaltenden Komplexität bleibt das Bier geschmacklich eher flach und hinterlässt keine nachhaltigen Highlights.

Abgang

Im Abgang treten die hopfigen Aromen deutlicher hervor, jedoch ohne große Dominanz. Es bleibt ein angenehmer, aber wenig einprägsamer Eindruck.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist gut dosiert, sorgt für Erfrischung, ohne zu aufdringlich zu sein.

Süffigkeit

Durch die fehlende Komplexität und das abrupte Ende der Geschmackskurve bleibt die Süffigkeit hinter den Erwartungen zurück. Es eignet sich als leichtes Sommerbier, wird jedoch nicht zu einem „Must-Have“.

Fazit

Das Lille Lørdag ist ein solides, erfrischendes Session IPA, das handwerkliche Ansätze zeigt, aber weder durch seine Fruchtigkeit noch durch seine Hopfigkeit wirklich hervorsticht. Es bleibt im besten Sinne mittelmäßig – angenehm, aber nichts, was man nicht schon gesehen hätte.

zur Brauerei

Haand Bryggeriet ist eine der bekanntesten Mikrobrauereien Norwegens und wurde 2005 gegründet. Die Brauerei ist für ihren innovativen Ansatz bekannt und experimentiert oft mit Zutaten und Stilen, ohne dabei die handwerkliche Tradition aus den Augen zu verlieren. Sie verwendet ausschließlich norwegisches Wasser und legt besonderen Wert auf lokale Rohstoffe. Das Sortiment reicht von traditionellen Ales bis hin zu modernen Interpretationen wie Sours und IPAs.

Qvenbrygg Arktisk Blond

Ein Helles, gebraut am nördlichen Ende der Welt – genauer gesagt in Vadsø, Norwegen. Die Brauerei Qvenbrygg, gegründet 2018, bringt mit ihrem „Arktisk Blond“ ein Bier heraus, das mit 4,7 % Alkohol und einem außergewöhnlichen Etikett für Aufmerksamkeit sorgt. Doch wie viel Mitternachtssonne steckt wirklich in diesem Bier?

Duft, Farbe und Krone

Das „Arktisk Blond“ präsentiert sich im Glas in einem trüben Gelb, das an naturtrüben Apfelsaft erinnert. Der Schaum ist grobporig und eher kurzlebig – optisch vielleicht kein Highlight, aber das Aroma entschädigt dafür: Würzige, vegetative Noten dominieren und wecken Assoziationen an skandinavische Wälder und Kräuterwiesen.

Einstieg

Der erste Schluck ist lebendig und überraschend: Die Kohlensäure sprudelt intensiv, fast schon spritzig, und gibt dem Bier eine ungewohnte Dynamik. Gleichzeitig entfalten sich fruchtige Nuancen, die sofort die Aufmerksamkeit fesseln – für ein Helles eine echte Überraschung.

Körper und Geschmack

Das Bier bleibt fruchtbetont, mit einer Tiefe und Intensität, die weit über ein typisches Helles hinausgeht. Gedanken an Beeren, die in langen skandinavischen Sommernächten gepflückt werden, kommen unweigerlich auf. Die würzige Basis sorgt dafür, dass das Bier nicht eindimensional wirkt, sondern ein harmonisches Gesamtbild abgibt.

Abgang

Im Abgang bleiben die fruchtigen Noten präsent, begleitet von einer subtilen Würze. Die Kohlensäure sorgt für ein frisches Finish, ist jedoch so dominant, dass der Nachhall eher lebhaft als weich wirkt.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist hier fast schon ein Statement: intensiv, prickelnd, aber für manche möglicherweise etwas zu präsent. Sie trägt entscheidend zum Charakter des Bieres bei, könnte aber die Süffigkeit für Liebhaber klassischer Heller einschränken.

Süffigkeit

Durch die Kombination aus lebhafter Kohlensäure und intensiven Fruchtnoten ist das „Arktisk Blond“ weniger süffig als ein typisches Helles. Es lädt eher dazu ein, in kleinen Schlucken genossen zu werden, anstatt es einfach wegzutrinken.

Fazit

Das Qvenbrygg Arktisk Blond „Munich Helles“ ist ein Bier, das überrascht und polarisiert. Mit seiner Mischung aus Fruchtigkeit, Würze und intensiver Kohlensäure ist es kein Alltagsbier, sondern eine spannende Entdeckungsreise in die Geschmäcker des Nordens. Perfekt für alle, die Lust auf etwas Neues und Einzigartiges haben – ein Bier, das die Mitternachtssonne im Glas einfängt.

zur Brauerei

Qvenbrygg ist eine junge Brauerei aus Vadsø, Norwegen, die 2018 gegründet wurde. Mit ihrem Namen und dem Bezug zur „Quen“-Kultur der Region zollen sie der finnischen Minderheit in Nordnorwegen Tribut. Ihre Biere und Etiketten sind von der einzigartigen Natur und den kulturellen Einflüssen des Nordens inspiriert und tragen dazu bei, die Identität der Region zu stärken.

Gutan Vårres Pils

Das „Gutan Vårres“ ist ein Pils aus dem Hause Graff Brygghus, einer vergleichsweise jungen Brauerei, die 2015 in Tromsø, Norwegen, gegründet wurde. Tromsø ist nicht nur bekannt für die Nordlichter, sondern auch für eine lebendige Bierkultur, zu der Graff Brygghus einen frischen Beitrag leistet. Mit einem Alkoholgehalt von 4,7 % bietet dieses Bier ein ausgewogenes Trinkerlebnis, das sich perfekt in die raue, aber charmante Atmosphäre des Nordens einfügt. Besonders bemerkenswert: Graff Brygghus unterstützt den lokalen Fußballverein Tromsø IL, den nördlichsten professionellen Fußballklub der Welt.

Ein Pils, das die nordische Natur und die Leidenschaft für die Region Tromsø im Glas vereint – aber hält es auch, was es verspricht?

Duft, Farbe und Krone

Im Glas präsentiert sich das Bier in einer goldgelben, klaren Farbe, die förmlich den nordischen Sommer einfängt. Der Schaum ist leicht mittelporig, jedoch von kurzer Lebensdauer. Der Geruch ist eher subtil, mit leichten, säuerlichen Nuancen – angenehm unaufdringlich und typisch für ein gut balanciertes Pils.

Einstieg

Bereits der erste Schluck bestätigt: Hier handelt es sich um ein klassisches Pils. Der Geschmack ist angenehm rund und voll, dabei schnörkellos und ohne übertriebene Spielereien. Ein Bier, das seine Wurzeln nicht versteckt und dennoch frisch und modern wirkt.

Körper und Geschmack

Die Hopfennoten des Gutan Vårres sind prägnant, aber nicht aufdringlich. Es bietet eine angenehm bittere Note, die sich harmonisch in den Gesamtgeschmack einfügt. Trotz seiner Schlichtheit bringt es eine gewisse Tiefe und Charakter mit, die Lust auf mehr macht.

Abgang

Im Abgang zeigt sich das Bier von seiner besten Seite: milde, bleibende Hopfennoten, die den Gaumen kitzeln und Vorfreude auf den nächsten Schluck wecken. Kein Übermaß, kein Verdrängen – einfach ein ehrlicher Abschluss.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist gut dosiert, arbeitet dezent im Hintergrund und drängt sich nie zu sehr in den Vordergrund. Perfekt für ein Pils, das sich als unkomplizierter Begleiter präsentiert.

Süffigkeit

Dank seiner Mildheit und dem ausgewogenen Geschmack erweist sich das Gutan Vårres als äußerst süffig. Hier ist definitiv kein Zögern nötig, ob ein zweites oder drittes Glas in Frage kommt.

Fazit

Das Gutan Vårres von Graff Brygghus ist ein solides, geradliniges Pils, das mit seiner nordischen Identität und Regionalverbundenheit punktet. Es verbindet eine ehrliche Braukunst mit dem Charme des rauen Nordens und ist der perfekte Begleiter für einen Abend in Tromsø – sei es nach einem Fußballspiel oder unter der Mitternachtssonne.

zur Brauerei

Graff Brygghus wurde 2015 in Tromsø gegründet und ist eine der nördlichsten Brauereien der Welt. Bekannt für ihre modernen Interpretationen klassischer Bierstile, hat sich die Brauerei schnell einen Namen gemacht. Ihr Engagement für die Region zeigt sich nicht nur in der Auswahl lokaler Zutaten, sondern auch in der Unterstützung des Tromsø IL, was ihre tiefe Verbundenheit zur Gemeinschaft unterstreicht.

Frydenlund Juicy IPA

Mit 4,6 % Alkoholgehalt und einer Zutatenliste, die Mango- und Passionsfruchtsaft umfasst, ist das Frydenlund Juicy IPA alles andere als ein traditionelles IPA. Stattdessen präsentiert es sich als fruchtige Geschmacksexplosion, die die Frage aufwirft: Ist das noch Bier oder schon ein Fruchtsaft? Eine spannende, aber auch ernüchternde Entdeckungsreise erwartet uns.

Duft, Farbe und Krone

Im Glas zeigt sich das Juicy IPA blass und leicht eingetrübt, ohne die Strahlkraft, die man bei einem Bier erwartet. Der Schaum ist feinporig, aber schnell verschwunden – kaum ein Genuss für das Auge. Der Duft wiederum ist unverkennbar: Mango und Passionsfrucht dominieren so stark, dass man sich fragt, ob man nicht einen Multivitaminsaft vor sich hat.

Einstieg

Der erste Schluck bestätigt den ersten Eindruck. Statt Hopfen und Malz findet man eine überbordende Fruchtigkeit, die alles andere überdeckt. Der typische Charakter eines IPAs, der von einer gelungenen Balance aus Bitterkeit und Frische lebt, fehlt hier völlig.

Körper und Geschmack

Mit jedem weiteren Schluck wird klarer, dass die Fruchtnoten dieses Getränk dominieren. Zwar blitzt hin und wieder eine leichte Herbe durch, doch sie kann die intensive, süßliche Tropenfrucht-Note nicht ausgleichen. Das Reinheitsgebot? Hier wohl kaum mehr als eine Randnotiz.

Abgang

Auch im Abgang bleibt es beim tropischen Eindruck. Ein minimal herber Nachklang ist erkennbar, doch die fruchtige Süße überlagert alles. Das Gefühl eines echten Bieres sucht man vergebens.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist gut eingebunden und sorgt für eine gewisse Spritzigkeit, aber sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Fruchtigkeit hier alles dominiert.

Süffigkeit

Durch die intensive Fruchtaromatik und die damit verbundene Süße ist das Juicy IPA schwer als süffig zu bezeichnen. Es bleibt eher eine exotische Besonderheit als ein Bier, das man regelmäßig genießen möchte.

Fazit

Das Frydenlund Juicy IPA ist ein polarisierendes Getränk. Während es Fruchtliebhaber begeistern könnte, wird es Bierliebhaber eher enttäuschen. Ein IPA, das den Bierbegriff auf eine harte Probe stellt, bleibt bestenfalls ein Experiment, das zeigt, wie weit sich Brauereien von traditionellen Ansätzen entfernen können.

zur Brauerei

Frydenlund wurde 1859 in Oslo gegründet und gehört heute zu Norwegens renommiertesten Brauereien. Sie steht für handwerkliches Können, Qualität und eine lange Brautradition. Ursprünglich unabhängig, ist die Marke mittlerweile Teil der Ringnes-Gruppe und bekannt für ihre breite Produktpalette, die von klassischen Bieren bis zu modernen Interpretationen reicht.

Birra Tirana Pilsener

Ein Bier aus dem Herzen Albaniens – das klingt schon nach Entdeckergeist. Das Birra Tirana, gebraut von der gleichnamigen Brauerei in der Hauptstadt, ist ein klassisches Pilsner mit 4 % Vol. Alkohol. Seit 1960 wird hier gebraut, und auf der Flasche prangt stolz das weiße „T“ mit Krone und Flügeln – ein Emblem, das nicht zufällig an die Symbolik der albanischen Flagge erinnert.
Das Bier ist klar wie ein Gebirgsbach, noch bevor es im Glas landet, und verspricht Frische, bevor man überhaupt den Kronkorken hebt.

Ob dieses Pilsner mehr kann als Durst löschen – oder genau darin seine Kunst liegt – das zeigt sich im Glas.

Duft, Farbe und Krone

Glasklar, strohgelb, blitzsauber filtriert. Der Schaum steigt feinporig auf, dicht und schneeweiß, hält sich ordentlich und wirkt fast seidig. In der Nase: eine frische, herbe Hopfennote mit einem leichten Anflug von Getreide. Der Duft wirkt sauber, fast lupenrein – als hätte jemand den Balkanwind durch ein Hopfenfeld geschickt.

Einstieg

Der erste Schluck zeigt sich angenehm herb und erfrischend. Der Schaum ist cremig und fein, was sofort einen guten Eindruck hinterlässt. Danach kommt ein sanftes, leicht wässriges Mundgefühl – kein Nachteil in diesem Fall, sondern eher eine Einladung zum nächsten Schluck.

Körper und Geschmack

Der Körper bleibt dezent. Man schmeckt die Hopfenbittere, aber sie hält sich im Hintergrund. Das Bier spielt mehr auf der frischen als auf der komplexen Seite. Wer ein kräftiges, norddeutsches Pils erwartet, findet hier eher eine mediterrane Leichtigkeit – freundlich, unkompliziert, durstlöschend. Malz und Hopfen tanzen höflich nebeneinander, keiner drängt sich vor.

Abgang

Im Abgang bleibt eine feine, hopfenmalzige Note, dezent, trocken und sauber. Kein Nachbrennen, kein metallischer Nachklang – das Bier verabschiedet sich so unaufgeregt, wie es gekommen ist. Man denkt eher: „Da geht noch eins.“

Kohlensäure

Feinperlig und gut eingebunden. Sie trägt die Frische und sorgt dafür, dass das Bier trotz seines leichten Körpers lebendig bleibt.

Süffigkeit

Hoch. Dieses Pils ist der Typ Bier, der bei 30 Grad im Schatten zur Lebensrettung werden kann. Unkompliziert, frisch, trinkbar – ein ehrlicher Begleiter für Balkon, Strand oder Stadtpark.

Fazit

Das Birra Tirana ist kein Pils, das Geschichten erzählt. Es ist eins, das den Durst löscht – und das macht es hervorragend. Ein einfaches, sauberes Sommerbier ohne Ecken und Kanten. Kein Aromenfeuerwerk, aber auch keine Enttäuschung. Ein Stück Balkan in flüssiger Form.

zur Brauerei

Die Brauerei Birra Tirana wurde 1960 gegründet und ist heute Albaniens grösster Bierproduzent. Gebraut wird mit Wasser aus den Bergen bei Tirana, das für seine Reinheit bekannt ist. Die Marke gilt als nationales Symbol – ein Bier, das in Albanien fast jeder kennt und das im Land selbst so selbstverständlich ist wie der Kaffee nach dem Essen.

Lom Bryggeri RAUDT Lager

Das RAUDT Lager aus der norwegischen Brauerei Lom Bryggeri bringt eine klare Verbindung zur Region Otterdal und dem umliegenden Jotunheimen-Gebirge. Die Brauerei, gegründet 2016, braut am Fuße von Norwegens höchsten Gipfeln, während das Design des Etiketts auf die lokale Tradition und Landschaft verweist: Ähren zieren die Front, während eine Bergsilhouette subtil den Strichcode schmückt. Der Name RAUDT (in einem norwegischen Dialekt für „Rot“) verspricht farbliche Besonderheit – ein interessanter Hinweis, der sich gleich bewahrheiten wird.

Duft, Farbe und Krone

Beim Öffnen der Flasche steigen frische, malzig-hopfige Aromen in die Nase – angenehm, nicht zu fruchtig. Ein zweiter Eindruck bringt mehr Korn- und leichte Süßenoten hervor. Optisch präsentiert sich das RAUDT im Glas mit einer intensiven, rotbraunen Farbe, fast wie eine helle Cola. Der Schaum ist kaum vorhanden, was dem Bier einen etwas stillen, aber eleganten Auftritt verleiht. Eine minimale Trübung rundet das Bild ab.

Einstieg

Der erste Schluck überrascht: RAUDT erinnert stark an ein Dunkelbier – malzbetont, intensiv und mit Röstnoten. Eine klare Abkehr vom klassischen Lager, aber nicht unangenehm.

Körper und Geschmack

Trotz der kräftigen Malzbasis hält das Bier seinen Körper schlank. Dies verleiht ihm eine angenehme Leichtigkeit, ohne die Intensität seiner Aromen zu schmälern. Die malzigen Röstnoten dominieren, ergänzt durch subtile, säuerliche Nuancen, die dem Bier zusätzliche Tiefe geben.

Abgang

Im Abgang zeigt sich das Bier von seiner raueren Seite: kräftig, ländlich, aber dennoch weich. Der Nachgeschmack verweilt nicht lange und hinterlässt eher einen erfrischenden, zurückhaltenden Eindruck.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist dezent und ausreichend vorhanden. Sie sprudelt nicht über, unterstützt aber die Süffigkeit des Bieres, die trotz seiner Schwere positiv auffällt.

Süffigkeit

Das Bier wirkt – trotz intensiven Charakters – erstaunlich leicht. Es fällt nicht schwer im Magen, was es zu einem passenden Begleiter für die dunklen Monate und schwere Gerichte macht, ohne diese zusätzlich zu belasten.

Fazit

Das RAUDT Lager ist ein besonderes Bier mit unerwartet kräftigem Charakter. Es bewegt sich geschmacklich an der Grenze zum Dunkelbier, bleibt dabei aber schlank und süffig. Ein „raues Bier vom Land“, das polarisieren könnte, aber gerade für die dunkle Jahreszeit oder Einsteiger in die Welt malzbetonter Biere ideal geeignet ist. Traditionell, aber modern – ein echtes Erlebnis aus der norwegischen Bergwelt.

zur Brauerei

Die Lom Bryggeri, gegründet 2016, liegt in der kleinen Gemeinde Lom im norwegischen Gudbrandsdalen. Inmitten atemberaubender Landschaften des Jotunheimen-Gebirges bewahrt die Brauerei die regionale Identität und verbindet sie mit modernen Brauverfahren. Besonders bekannt ist Lom Bryggeri für ihre Nähe zu lokalen Traditionen und ihr schlichtes, naturverbundenes Design.

Oslo Brewing Nordic Pilsener

Das Nordic Pilsner von Oslo Brewing Co. ist ein klassisches Pils, das den Geschmack der „besten Stadt der Welt“ einfangen möchte: Oslo. Mit 4,7 % Alkohol und einem modernen, minimalistischen Design überzeugt es schon auf den ersten Blick. Ein Bier, das erfrischend und ausgewogen daherkommt – schauen wir genauer hin.

Duft, Farbe und Krone

Nach dem Öffnen der Flasche steigen herbe und frische Hopfenaromen in die Nase, die ein intensives Pils erwarten lassen. Im Glas präsentiert sich das Nordic Pilsner in einer schönen, klaren Goldfarbe. Der feinporige Schaum bleibt stabil und rundet das ansprechende Gesamtbild perfekt ab.

Einstieg

Der erste Schluck zeigt: Hier wurde Wert auf Ausgewogenheit gelegt. Die Hopfenbetonung ist klar, ohne zu dominieren – erfrischend und angenehm mild zugleich.

Körper und Geschmack

Das Bier ist vollmundig, mit einer lebhaften, aber gut eingebundenen Kohlensäure, die das Trinkerlebnis abrundet. Geschmacklich bietet das Nordic Pilsner die typische Hopfenherbe eines Pilsners, bleibt dabei aber zugänglicher und milder als seine norddeutschen Verwandten wie Flensburger oder Jever.

Abgang

Der Abgang ist angenehm herb, klingt dezent aus und lädt zu einem weiteren Schluck ein.

Kohlensäure

Optimal dosiert: lebendig und frisch, ohne zu aufdringlich zu sein.

Süffigkeit

Dank seiner ausgewogenen Natur ist das Nordic Pilsner ein süffiges Bier, das man gerne öfter genießen möchte.

Fazit

Oslo Brewing Co. hat mit dem Nordic Pilsner ein modernes, stimmiges Bier geschaffen, das durch seine klare, frische Hopfennote überzeugt. Ein zugängliches, rundes Pils, das perfekt zu Oslo passt: stilvoll, erfrischend und einladend.

zur Brauerei

Die 2015 gegründete Oslo Brewing Co. steht für moderne Craftbiere, die norwegische Tradition mit internationaler Braukunst vereinen. Mit dem Nordic Pilsner zeigt die Brauerei, dass klassische Bierstile in neuem Glanz erstrahlen können. Ein echter Botschafter Oslos!

Lapin Panimo Rovaniemi Lager

Das Rovaniemi Lager, gebraut von der Lapin Panimo in der Hauptstadt Lapplands, bringt die Essenz des Nordens ins Glas. Mit 4,3 % vol. Alkohol ist es ein klassisches Lagerbier, das malzige Aromen in den Vordergrund stellt. Während die Brauerei in einer der kältesten Regionen Europas liegt, verspricht das Bier eine warme Erinnerung an den nördlichen Polarkreis – zumindest in der Theorie. Ob diese Verbindung auch im Geschmack aufgeht?

Duft, Farbe und Krone

Der Geruch, der aus der Flasche strömt, ist klar malzig inspiriert – süßlich mit wenig anderen Nuancen und kaum Hopfenanteil. Bernsteinfarben, leicht eingetrübt und mit gemischtporigem Schaum präsentiert sich das Bier im Glas. Das Farbspiel wirkt intensiv, der Schaum könnte jedoch langlebiger sein. Auffällig ist das Etikett, das nicht nur die berühmte Jätkänkynttilä-Brücke von Rovaniemi zeigt, sondern auch den Fluss Kemijoki, das Nordlicht und das Stadtwappen.

Einstieg

Der erste Schluck bestätigt den malzlastigen Eindruck. Das Bier startet kräftig und herb, zeigt dabei aber kaum Vielschichtigkeit. Was sich in der Nase andeutet, findet auch im Geschmack seine Fortsetzung: eine klare, aber monotone Malznote.

Körper und Geschmack

Mit einem breiten, ausgeprägten Körper versucht das Bier, zu überzeugen, wirkt jedoch recht eindimensional. Fruchtige oder hopfenbetonte Anklänge sucht man vergeblich. Stattdessen bleibt es bei einer betonten Malz-Dominanz, die das Bier wenig spannend macht.

Abgang

Der Nachklang ist überraschend unspektakulär. Weder ein nachhaltiger Eindruck noch ein erinnerungswürdiger Geschmack bleibt bestehen. Für ein Bier, das in solch einer besonderen Region gebraut wird, bleibt der Abgang enttäuschend zurückhaltend.

Kohlensäure

Die Kohlensäure ist ausreichend vorhanden, ohne großartig positiv oder negativ hervorzustechen. Sie bleibt schlicht funktional.

Süffigkeit

Mit seiner kräftigen Malzigkeit ist das Rovaniemi Lager nicht unbedingt ein typisches Session-Bier. Für Liebhaber malzdominierter Biere ist es jedoch angenehm trinkbar.

Fazit

Das Rovaniemi Lager besticht weniger durch geschmackliche Raffinesse als durch die faszinierende Geschichte seines Ursprungsortes. Die Braukunst, so hoch im Norden, verdient Respekt, doch das Bier selbst bleibt hinter den Erwartungen zurück. Malzfreunde könnten auf ihre Kosten kommen, aber für alle anderen bleibt es eine eher unspektakuläre Erfahrung. Spannend bleibt, dass es überhaupt ein Bier aus einer Region gibt, die für ihre Wildnis und nicht für ihre Braukultur bekannt ist.

zur Brauerei

Die 2016 gegründete Lapin Panimo, ansässig in Rovaniemi, gilt als nördlichste Brauerei Finnlands. Mit einer Leidenschaft für lokale Inspiration und natürliche Zutaten versucht sie, die raue Schönheit Lapplands in ihre Biere zu transportieren. Neben Klassikern wie dem Lager umfasst ihr Portfolio auch saisonale und experimentelle Kreationen. Die Brauerei trägt mit ihrem Engagement dazu bei, das kulinarische Erbe des Nordens zu bereichern, auch wenn der Fokus ihrer Biere eher auf Tradition als auf Innovation liegt.

Einstök Icelandic Arctic Lager

Das Einstök Icelandic Arctic Lager stammt aus Akureyri, einer Stadt im Norden Islands und repräsentiert mit seinen 4,7 % Alkoholgehalt ein leichtes, aber charakterstarkes Lagerbier. Mit einem hopfenbetonten Ansatz und der Verwendung von reinem isländischem Gletscherwasser zeigt es, dass auch in rauem Klima erstklassige Biere entstehen können. Die Brauerei beschreibt es als erfrischend und innovativ – ein Versprechen, das wir auf die Probe stellen.

Duft, Farbe und Krone

Schon beim Öffnen entfaltet sich ein angenehm frischer Duft, der von einer leicht-fruchtigen Zitrusnote begleitet wird. Im Glas zeigt sich das Bier eisklar mit einer goldenen Farbe, die zwar dezent, aber etwas intensiver hätte ausfallen können. Der Schaum ist leider eher durchschnittlich – grobporig und nicht sehr stabil. Es reicht für einen soliden Auftritt, jedoch ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Einstieg

Von der ersten Sekunde an präsentiert sich das Bier spritzig und lebendig. Der Antrunk hinterlässt einen starken ersten Eindruck, bei dem die Aromen bis zu den hinteren Wangen ziehen. Eine angenehme Frische und ein harmonischer Einstieg laden ein, tiefer in den Geschmack einzutauchen.

Körper und Geschmack

Für ein Lager überrascht die starke Hopfenbetonung, doch bei Einstök setzt man auf einen mutigen Ansatz – und der funktioniert. Die kräftigen Hopfenaromen dominieren, während Malz eher im Hintergrund bleibt. Das Bier ist intensiv und präsent, gleichzeitig jedoch ausgewogen und rund. Man merkt schnell, dass hier mit Bedacht und Expertise gearbeitet wurde.

Abgang

Hier zeigt sich das Bier von seiner ausdauernden Seite: Die hopfigen Noten verweilen lange und verleihen dem Abgang eine nachhaltige Tiefe. Trotz der Intensität bleibt es angenehm und erinnert im Nachhall an ein gut ausbalanciertes Pils.

Kohlensäure

Mit einer angenehm dosierten Spritzigkeit sorgt die Kohlensäure für den nötigen Pfiff, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Sie unterstützt die Frische, ohne aufdringlich zu wirken – genau richtig für ein Lagerbier.

Süffigkeit

Die Mischung aus fruchtigen Hopfennoten und spritziger Leichtigkeit macht das Einstök durchaus süffig. Trotz der intensiveren Hopfenaromen bleibt es gut trinkbar und ist ein Bier, das man problemlos auch in Gesellschaft genießen kann.

Fazit

Das Einstök Icelandic Arctic Lager ist ein Lagerbier, das sich durch seinen intensiven Hopfencharakter von der Masse abhebt. Es erinnert in vielen Aspekten an ein hopfenlastiges Pils und zeigt, dass die raue Schönheit Islands auch in Form eines Bieres eingefangen werden kann. Ein spannendes Lager, das zeigt, dass gute Biere auch fernab der klassischen Bierländer entstehen können.

zur Brauerei

Die Einstök Olgerð wurde 2010 in Akureyri gegründet und nutzt das außergewöhnlich reine Wasser des isländischen Gletschersystems für ihre Biere. Die Brauerei kombiniert moderne Braukunst mit isländischen Traditionen und kreiert Biere, die sowohl durch Qualität als auch durch ihren individuellen Charakter überzeugen. Die nordische Mythologie spielt dabei oft eine Rolle, was sich in den Designs und den Namen der Biere widerspiegelt.

Pyynikin Pacific Pale Ale

Die Dose des Pacific Pale Ale von der Pyynikin Brewing Company ist ein echter Blickfang: tropische Palmen und hohe Berge suggerieren Pazifik-Romantik, die jedoch geografisch weder zur finnischen Brauerei noch zum Bier mit seinen 5,5% Alkoholgehalt und 42 IBU Bitterkeit passt. Ein wenig verwirrend, aber allemal stimmungsvoll. Ob der Geschmack ebenso abenteuerlich ist wie das Design?

Duft, Farbe und Krone
Beim Öffnen der Dose entfaltet sich ein fruchtiger Duft, der von Zitrusnoten, insbesondere Zitrone, geprägt ist – erfrischend und einladend. Im Glas zeigt sich das Bier in intensivem Bernstein, leicht trüb. Der Schaum ist grobporig und wenig stabil.

Einstieg
Der erste Schluck ist überraschend: Statt der erwarteten Fruchtnoten präsentiert sich das Bier intensiv bitter und eher herb. Ein kräftiger und etwas kantiger Einstieg, der das Geschmacksprofil gleich klar definiert.

Körper und Geschmack
Im Körper dominiert eine starke Trockenheit, die fruchtigen Anklänge des Dufts treten in den Hintergrund. Die Bitterkeit bleibt bestimmend, was dem Bier einen robusten und fast rauen Charakter verleiht.

Abgang
Der Abgang ist lang und trocken, mit einem leicht erdigen Nachgeschmack. Die Bitterkeit bleibt auch hier im Vordergrund und sorgt für ein intensives Finale.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist dezent, aber ausreichend. Sie sorgt für Frische, ohne das Bier sprudelig oder aufdringlich wirken zu lassen.

Süffigkeit
Das Pacific Pale Ale ist weniger süffig als gedacht. Die kräftige Bitterkeit fordert bewussten Genuss und macht es zu einem Bier für spezielle Gelegenheiten oder Liebhaber herber Pale Ales.

Fazit
Ein intensives und kantiges Pale Ale, das mit seiner Bitterkeit überrascht. Es ist weniger fruchtig, als die Nase vermuten lässt, und eher für Liebhaber kräftiger Biere geeignet. Die tropisch anmutende Dose bleibt ein Hingucker, auch wenn sie eher das Fernweh weckt, als dass sie Finnland repräsentiert.

zur Brauerei
Die Pyynikin Brewing Company wurde 2012 in Tampere gegründet und hat sich schnell einen Namen in der Craft-Bier-Szene gemacht. Mit kreativen Bieren und markantem Design bedient sie nationale wie internationale Märkte. Das Pacific Pale Ale ist ein Beispiel, welches die experimentelle Seite der Brauerei zeigt und für ihr Bestreben steht, ungewöhnliche Biererlebnisse zu schaffen.