Aldersbacher 1268er Zwickl

Ein Bier, das auf das Jahr 1268 verweist, trägt sein Erbe sichtbar mit Stolz. Das Aldersbacher 1268er Zwickl stammt aus der traditionsreichen Klosterbrauerei Aldersbach in Niederbayern – einer der ältesten noch aktiven Braustätten Deutschlands. Mit 5,3 % Vol. Alkohol steht dieses naturtrübe Zwickl für das, was bayerische Braukunst ausmacht: handwerkliche Klarheit, malzige Tiefe und den Mut, den Dingen ihre Zeit zu lassen. Schon beim Öffnen verspricht der Duft eine gelungene Mischung aus Frische und Getreide – ein Bier, das nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen.

Ob das 1268er Zwickl nur auf Tradition setzt oder tatsächlich zeigt, warum die Aldersbacher Mönche wussten, was gut ist – das zeigt sich nach dem ersten Schluck.

Duft und Farbe
Recht fruchtig strömt der Duft des Aldersbacher Zwickls aus der Flasche in die Nase auf. Eine angenehme Frische liegt da unter dem Kronkorken verborgen. Dazu einigen Getreidenoten, die mit jedem Einatmen an Gewicht gewinnen. Im Glas präsentiert sich das Bier mit magerem Schaum und mostartiger Farbe – also recht hell und dabei zwickltypisch eingetrübt.

Einstieg
Wow, da zaubert es dem Biergenießer gleich beim ersten Schluck ein Lächeln aufs Gesicht. Dieses Bier kommt schon direkt beim ersten Schluck als vollmundiger Knaller daher.

Körper und Geschmack
Schaut man sich den Geschmackskörper des Bieres genauer an, dann merkt man schnell, dass es wenig auszusetzen gibt. Das Bier setzt oben im Mund an und breitet sich schnell und angenehm gleichmäßig im ganzen Mund aus. Für einen kurzen Moment mag man den Eindruck haben, dass dieses Zwickl etwas zu viel Säure haben könnte, doch verfliegt dieser Gedanke im nächsten Augenblick schon wieder und man schämt sich ein bisschen, dass man überhaupt an so etwas gedacht hat. Es dominieren leicht getreidige Noten und sachte hopfige Eindrücke den Geschmack.

Abgang
Auch hinten raus präsentiert sich das Zwickl von Aldersbacher als runde Sache. Ganz ohne Kratzen oder geschmackliche Unstimmigkeiten schließt das Bier ab. Zum Schluss kommen noch etwas mehr die herben Aromen zur Geltung. Ein gelungener Abschluss.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist grundsätzlich gut eingestellt und das Bier verbreitet sich mit ausreichend Wumms im ganzen Mund. Auch geschmacklich gibt’s an der Menge nichts auszusetzen. Wenn es jetzt noch mit dem Schaum klappen würde, wäre das klasse.

Süffigkeit
Dieses Bier bewegt sich in der Mitte der Süffigkeitsskala. Einerseits ist es angenehm frisch und rund und somit auch leicht zu trinken, andererseits bringt es doch schon ein wenig Eigengewicht mit – vielleicht die Trübstoffe?

Fazit
Ein wirklich starkes, rundes und gelungenes Bier! Die einzelnen Komponenten sind fein aufeinander abgestimmt und lassen einen vom Bierhimmel träumen.

zur Brauerei
Die Klosterbrauerei Aldersbach blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde das Kloster 1146 von Zisterziensermönchen, die ab 1268 mit dem Bierbrauen begannen – daher der Name des Bieres. Heute ist Aldersbach eine der ältesten, noch bestehenden Klosterbrauereien Deutschlands und wird von der Familie Adam geführt.
Bekannt ist die Brauerei für ihre enge Verbindung von Tradition und Qualität: gebraut wird mit Wasser aus den eigenen Tiefbrunnen, mit bayerischem Malz und Hopfen aus der Hallertau. Das Sortiment reicht vom klassischen Hellen über Weizen bis zu Spezialitäten wie dem 1268er Zwickl. Ein Bier mit Geschichte – und einem Geschmack, der zeigt, dass manche Rezepte einfach nicht altern.

Diebels Alt

Altbier – das ist Düsseldorfs flüssiges Kulturgut. Und wenn man über Alt spricht, kommt man am Namen Diebels kaum vorbei. Das Diebels Alt ist mit 4,9 % Vol. Alkohol einer der bekanntesten Vertreter seines Stils und hat ihn weit über den Niederrhein hinaus salonfähig gemacht. Dunkel, klar filtriert und kräftig malzig im Duft zeigt es schon beim Einschenken, dass es kein Leichtgewicht ist.

Ob das traditionsreiche Alt aus Issum auch geschmacklich noch das hält, was sein Ruf verspricht – oder ob es sich längst im modernen Mainstream eingerichtet hat – das zeigt sich beim ersten Schluck.

Duft und Farbe
Kurz zischt es, wenn man den Kronkorken lupft und schon nimmt man eine tiefe Nase des Bierduftes auf. Verhältnismäßig malzig, so scheint es. Aber sonst in keiner Weise so, dass man ein Altbier vermuten würde. Riecht das eigentlich in besonderer Weise anders? Im Glas zeigt  sich das Diebels in intensiv dunkler Farbe im rotbräunlichen Bereich und dabei ganz klar filtriert. Der Schaum wirkt feinporig und von ganz annehmbarer Qualität.

Einstieg
Dieses Alt zögert keine Sekunde, um den Biergenießer in seinen Bann zu ziehen. Gleich zieht das Bier an und macht klar, wer hier den Geschmack bestimmt.

Körper und Geschmack
Sehr vollmundig und kräftig tritt das Bier auf. Dennoch ist es in keiner Weise so schwer, wie es die dunkle Farbe einem am Anfang vielleicht suggeriert haben mag. Leicht bittere Anreize, die sich im Trinkverlauf mehren und hinten im Mund sammeln, halten sich mit malzigen Anklängen, die hier und da einen Abstecher ins Süße erahnen lassen, angenehm die Waage. Insgesamt ist das Diebels ein recht vielseitiges Bier, das einem mit jedem Schluck eine neue Seite präsentiert. Das hat im negativsten Fall einmal kurz die Ausprägung, dass man beim Wechselspiel aus süß und herb sich einen klitzekleinen Moment in einem modrigen Aroma wiederfindet. Aber kein Problem: Nächster Schluck und die nächste Seite des Bieres ist da.

Abgang
Wie schon anklang, treten die herben Noten immer stärker in den Vordergrund und prägen den Abgang entscheidend mit. Aber durchaus auf eine angenehme Art und Weise.

Kohlensäure
Das Diebels kommt recht sprudelig daher und sorgt so dafür, dass das Bier auch wirklich in jede Ecke des Mundes gelangt. Und dem Schaum schadet es auch nicht.

Süffigkeit
Eine gewisse Grundsüffigkeit ist zwar gegeben, jedoch fehlt es dem Bier „am Zug zum Tor“, wie man im Fussball sagen würde. Mit anderen Worten: Die sich im steten Wechsel befindenden dominierenden Geschmacksanteile machen dem Bier hier einen kleinen Strich durch die Rechnung.

Fazit
Grundsätzlich ein gelungenes Bier, bei dem man bei jedem Schluck etwas fürchtet, was kommt. Ein bisschen wie bei Forrest Gump, aber eben doch nur ein bisschen…

zur Brauerei
Das Diebels Alt stammt aus der Brauerei Diebels in Issum am Niederrhein, gegründet im Jahr 1878 von Josef Diebels. In den 1970er Jahren entwickelte sich Diebels zu einem der grössten und bekanntesten Altbierproduzenten Deutschlands – auch, weil die Brauerei das Alt erstmals überregional vermarktete und so ein Stück rheinischer Bierkultur in die Republik trug.
Seit 2001 gehört Diebels zum Anheuser-Busch InBev-Konzern, die Biere werden jedoch weiterhin in Issum gebraut. Das Altbier gilt bis heute als Klassiker des Stils: röstmalzig, klar, kräftig, aber ohne Bitterübertreibung – ein Bier mit Geschichte, das zwischen Tradition und Moderne seinen festen Platz behauptet.

Beavertown Gamma Ray American Pale Ale

Einmal mehr fliegt Beavertown mit uns ins All. Auf der Dose des Gamma Ray tobt eine wilde Alien-Schlacht, UFOs zischen durchs Bild, Skelette feuern mit Strahlenkanonen – man möchte fast den Alufolienhut aufsetzen. Doch hinter all der Pop-Art steht ein Bier, das als „explosively hoppy American Pale Ale“ angekündigt wird. Mit 5,4 % Vol. Alkohol soll es den Geist Kaliforniens in die Londoner Dose bannen.

Ob Gamma Ray wirklich ein kosmisches Geschmackserlebnis ist – oder eher eine strahlende Überdosis – zeigt sich nach dem ersten Schluck.

Duft, Farbe und Krone

Aus der Dose entweicht nur ein zarter Duft, leicht fruchtig, fast schüchtern. Im Glas zeigt sich ein trübes, goldgelbes Bier mit einem Schaum, der so kurzlebig ist wie ein Meteoritenschweif. Auch der Geruch bleibt zurückhaltend – kein tropischer Knall, eher ein sanftes Vorbeben.

Einstieg

Der erste Schluck überrascht mit Wucht. Statt fruchtiger Hopfenexplosion empfängt einen eine intensive, fast hölzerne Bittere. Der Körper wirkt geschmeidig, cremig und weich, doch geschmacklich dominiert ein kantiges, raues Aroma, das weit über eine gewöhnliche Hopfenbittere hinausgeht.

Körper und Geschmack

Das Gamma Ray ist paradox: ein weicher Körper, der einen harten Auftritt hinlegt. Die Bittere ist so durchdringend, dass sie jede Fruchtnote im Keim erstickt. Nur ganz am Rand blitzen Nuancen von Zitrus und Harz auf, bevor der bittere Strahl wieder alles einnimmt. Ein Bier, das Aufmerksamkeit verlangt – oder Distanz.

Abgang

Lang, hartnäckig, kompromisslos. Die Bittere klebt im Mundraum fest und lässt erst nach, wenn das Bier längst Geschichte ist. Wer auf extreme Hopfenbetonung steht, wird hier fündig – wer Balance sucht, wohl weniger.

Kohlensäure

Fein und angenehm integriert. Die Textur ist weich, das Mundgefühl angenehm – fast ein Widerspruch zur geschmacklichen Härte.

Süffigkeit

Begrenzt. Die kräftige Bittere macht das Gamma Ray zu einem Bier für geübte Hopfenfreunde, nicht für den Feierabend-Durst. Ein einmaliges Erlebnis, das man eher erinnert, als wiederholt.

Fazit

Ein Bier wie ein Laserstrahl: hell, zielstrebig, gnadenlos. Gamma Ray ist kein harmonisches Pale Ale, sondern ein Angriff. Wer extreme Bittere sucht, bekommt sie hier in Reinkultur. Für alle anderen gilt: lieber Deckung suchen.

zur Brauerei

Die Beavertown Brewery wurde 2011 in London von Logan Plant, dem Sohn von Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant, gegründet. Was als kleine Pub-Brauerei begann, wurde schnell zu einer der bekanntesten Craftbeer-Marken Großbritanniens. 2022 übernahm Heineken UK das Unternehmen vollständig, doch der kreative Wahnsinn blieb: knallige Comic-Dosen, hopfenbetonte Biere und ein unverwechselbarer Stil.
Das Gamma Ray war eines der ersten Biere der Brauerei und gilt als ihr Flaggschiff – ein American Pale Ale, das mit massiver Hopfenbittere und kräftigem Körper für Furore sorgte. Oder, wie Beavertown selbst sagt: “A beer that’s a full on fruit and hop assault.”

Tap Social – Time Better Spent Juicy IPA

„Criminally Good Beer“ – mit diesem frechen Motto präsentiert sich das Time Better Spent Juicy IPA aus Oxford. Doch hinter dem Spruch steckt mehr als ein Marketing-Gag: Das Bier stammt von der Tap Social Movement Brewery, die sich der sozialen Reintegration von Gefangenen und Ex-Häftlingen verschrieben hat. Während der Strafzeit und danach erhalten sie Ausbildung, Arbeit und Perspektive – und das Ergebnis kann man trinken.
Mit 5,1 % Vol. Alkohol ist dieses Juicy IPA ein Vertreter der modernen, hopfenbetonten Ale-Kultur. Die Dose ist ein Kunstwerk für sich – gestaltet von einem Insassen des HMP Huntercombe – und trägt die eindringliche Botschaft: „Time in training and employment is time better spent.“

Ob das Bier hält, was die Mission verspricht, oder ob hier die Idee stärker ist als der Geschmack, zeigt sich beim ersten Schluck.

Duft, Farbe und Krone

Ein angenehm fruchtiger Duft entweicht der Dose, aber nicht überbordend – Mango und Zitrus schimmern leicht an, ohne zu dominieren. Im Glas zeigt sich ein intensives, honiggelbes Bier, leicht trüb, mit gemischtporigem Schaum, der sich nur kurz hält.

Einstieg

Beim ersten Schluck wird schnell klar: „Juicy“ meint hier nicht süßlich-saftig, sondern saftig-bitter. Der Einstieg ist hopfenstark und markant, dabei weich im Mundgefühl. Ein IPA, das lieber zupackt, als zu kitzeln.

Körper und Geschmack

Trotz seines Namens ist das Time Better Spent kein Fruchtsalat, sondern ein kräftiges, hopfenbetontes Bier mit deutlicher Bittere. Die Fruchtnoten bleiben dezent im Hintergrund, stattdessen dominieren herbe Zitrus- und Pinienaromen. Der Körper ist cremig und voll, was das Bier interessant, aber auch etwas schwerfälliger macht.

Abgang

Im Nachhall bleibt die Bittere lange präsent – fast nordisch herb, fast Pils-haft in ihrer Konsequenz. Ein klarer, trockener Abschluss, der Lust auf einen weiteren Schluck macht, wenn man Hopfen liebt.

Kohlensäure

Feinperlig und gut eingebunden. Die moderate Kohlensäure verleiht dem Bier einen angenehmen Fluss, ohne es spritzig oder anstrengend zu machen.

Süffigkeit

Eher moderat. Durch die kräftige Bittere ist das Bier eher ein Genuss-IPA für Hopfenfreunde als ein Durstlöscher. Aber: Wer herbe Biere liebt, wird hier seine Freude haben.

Fazit

Ein IPA mit Haltung – sozial, geschmacklich und handwerklich. Das Time Better Spent überrascht mit klarer Hopfenbittere statt tropischer Süße, bleibt dabei ausgewogen und cremig. Ein Bier, das Charakter zeigt – und gleichzeitig etwas Sinnvolles bewirkt.

zur Brauerei

Die Tap Social Movement Brewery wurde 2016 in Oxford gegründet – nicht nur als Brauerei, sondern als Sozialunternehmen. Ihr Ziel: Gefangenen und Ex-Häftlingen berufliche Qualifikationen und faire Beschäftigung zu bieten, um Rückfälle zu verhindern und neue Perspektiven zu schaffen. Der Slogan „Criminally Good Beer“ ist also doppeldeutig – das Bier ist buchstäblich verdammt gut und gesellschaftlich sinnvoll.
Tap Social produziert eine wachsende Bandbreite an modernen Bieren – von Pale Ales über Stouts bis hin zu Juicy IPAs – und bezieht die kreative Gestaltung ihrer Dosen häufig von inhaftierten Künstlern. Das Time Better Spent ist ihr bekanntestes Bier: hopfenstark, ehrlich und mit echtem sozialen Rückgrat.

Burnt Mill High Hopes

Schon der Name klingt verheißungsvoll: High Hopes – und tatsächlich weckt dieses West Coast Pale Ale aus der Burnt Mill Brewery Erwartungen. 5 % Vol. Alkohol, dazu eine ganze Batterie an Hopfensorten – Mosaic, Citra, Chinook Simcoe und Centennial – das liest sich wie ein kleines Hopfenfestival in Dosenform. Die Gestaltung ist zurückhaltend schön: ein nebliges Bergpanorama, eine Windmühle im Hintergrund, über der Rauch aufsteigt – fast meditativ, bevor der erste Schluck kommt.

Ob dieses West Coast Pale Ale wirklich so klar und strukturiert ist wie die Luft über Suffolk oder doch in die rauere Hopfenwildnis führt, zeigt sich im Glas.

Duft, Farbe und Krone

Beim Öffnen entweicht ein frischer Zitrusduft, begleitet von einer leichten, harzigen Note – genau die Kombination, die man von einem West Coast-Vertreter erwartet. Im Glas zeigt sich ein kräftiges, goldgelbes Bier, leicht trüb, mit grobporigem, aber ehrlichem Schaum. Der Geruch erinnert an Grapefruit, Zitronenschale und tatsächlich ein wenig an Pinienharz.

Einstieg

Der erste Schluck wirkt angenehm sanft, aber mit klarer Kante. Das Bier zeigt sofort Präsenz, ohne aggressiv zu sein – die Hopfenbittere meldet sich bestimmt, aber harmonisch.

Körper und Geschmack

Hier zeigt das Bier seine Stärke. Ein kräftiger Körper, vollmundig, dabei doch strukturiert. Die Bittere bleibt deutlich spürbar, aber sie wird von einem feinen, fruchtigen Unterton abgefedert. Die Kombination aus Zitrus, Pinie und leicht karamelligem Malz schafft Tiefe, ohne das Bier schwerfällig werden zu lassen – zumindest fast. Denn bei aller Ausgewogenheit merkt man: Das ist ein Bier, das Gewicht hat.

Abgang

Lang, klar und anhaltend hopfig. Die Bittere bleibt am Gaumen, ergänzt von einem Hauch Frucht und etwas Würze – typisch West Coast, typisch selbstbewusst.

Kohlensäure

Gut dosiert und lebendig. Die Spritzigkeit trägt den Geschmack und sorgt für Frische, ohne das Bier übermäßig aufzulockern.

Süffigkeit

Eher gering. Dieses Pale Ale ist kein Sitzungsbier, sondern eher ein Charakterbier für den bewussten Genuss. Man trinkt es nicht nebenbei – man widmet sich ihm.

Fazit

Ein starkes, ehrliches West Coast Pale Ale. Kräftig, markant, wunderbar hopfig und aromatisch ausgewogen. High Hopes erfüllt seine Erwartungen: ein Bier mit Substanz und Struktur – nicht zum Wegtrinken, sondern zum Verstehen.

zur Brauerei

Die Burnt Mill Brewery wurde 2017 in Badley bei Ipswich (Suffolk) gegründet. Sie ist eine Farmbrauerei, umgeben von Feldern, und konzentriert sich auf moderne, unfiltrierte Ales mit Fokus auf Hopfenaroma und Balance. Gründerin und Braumeisterin Sophie de Ronde verfolgt den Ansatz, Biere zu schaffen, die Frische und Klarheit verbinden – inspiriert von der ländlichen Umgebung der englischen Ostküste.
Das High Hopes West Coast Pale Ale ist eine Hommage an die klassischen, klaren Pale Ales der US-Westküste: aromatisch, trocken, bitter, mit Noten von Zitrus und Pinie. Burnt Mill steht für Präzision statt Exzess – und zeigt, dass Hopfenkunst auch jenseits des Übertriebenen glänzen kann.

Beavertown Neck Oil Session IPA

Wer schon einmal eine Dose Beavertown Neck Oil Session IPA in der Hand hatte, weiss: Hier wird nicht gekleckert, sondern illustriert. Überall Schädel, Skelette, fliegende Ballons – ein kunterbuntes Totentanz-Panorama. Das Bier mit 4,3 % Vol. Alkohol stammt aus London und ist das Aushängeschild der Beavertown Brewery, die für ihre schrägen Designs und hopfenbetonten Biere bekannt ist. Neck Oil – ein altenglischer Slang für „etwas, das gut gegen Durst ist“ – will genau das sein: leicht, fruchtig, trinkfreudig, ein IPA für alle Tage.

Ob das fliegende Schädelbier nur Show ist oder tatsächlich Substanz bietet, zeigt sich beim ersten Schluck.

Duft, Farbe und Krone

Schon beim Öffnen strömt eine intensive Welle von Mango, Passionsfrucht und Multivitaminsaft aus der Dose – fast tropisch, aber nicht künstlich. Im Glas zeigt sich das Bier hellgelb und leicht eingetrübt, der Schaum eher grobporig und von kurzer Lebensdauer. Optisch eher zurückhaltend, olfaktorisch ein Paukenschlag.

Einstieg

Der erste Schluck überrascht: Deutlich herber als erwartet, ganz ohne die klebrige Süße, die man vom Duft her befürchtet. Das Bier wirkt leicht, frisch und ausgesprochen trinkfreudig – das Gegenteil eines schweren IPA-Bretts.

Körper und Geschmack

Das Neck Oil spielt mit Gegensätzen: fruchtig in der Nase, herb am Gaumen, insgesamt erstaunlich schlank. Mango und Zitrus schimmern dezent durch, doch das Rückgrat bleibt hopfenbetont. Der Körper ist luftig, die Textur angenehm trocken – ein Session IPA, das genau weiss, wann Schluss ist.

Abgang

Im Nachhall bleiben leicht bittere, hopfige Noten, die sich harmonisch mit den tropischen Aromen verbinden. Nichts Überladenes, nichts Übertriebenes – einfach sauber komponiert und rund.

Kohlensäure

Zurückhaltend, aber passend. Das Bier wirkt dadurch weniger spritzig, dafür angenehm weich und unaufdringlich – fast schon cremig im Mundgefühl.

Süffigkeit

Extrem hoch. Dieses Bier kann man trinken, ohne dass es anstrengend wird. Fruchtig, aber kein Saft. Herb, aber nicht schroff. Ein Bier, das man sowohl im Pub als auch auf dem Balkon geniessen kann, ohne sich zu sehr konzentrieren zu müssen.

Fazit

Das Beavertown Neck Oil ist ein gelungenes Beispiel für moderne britische Braukunst: aromatisch, leicht, verspielt. Es duftet wie ein Tropenmix, schmeckt aber wie ein ernstzunehmendes IPA – und trifft damit genau den Punkt zwischen Alltag und Abenteuer. Ein Bier, das gute Laune macht, selbst wenn Schädel auf der Dose grinsen.

zur Brauerei

Die Beavertown Brewery wurde 2011 in London von Logan Plant gegründet – dem Sohn von Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant. Ursprünglich in einem kleinen Pub-Brauhaus entstanden, wuchs Beavertown rasant und steht heute für britische Craft-Beer-Kreativität mit Comic-Ästhetik. Seit 2022 gehört die Brauerei vollständig zu Heineken UK, betreibt aber weiterhin ihre eigene, hypermoderne Braustätte in Tottenham Hale.
Das Neck Oil war eines ihrer ersten Biere und gilt als Paradebeispiel des „Session IPA“-Stils – ein hopfiges, aber leichtes Bier für alle, die den Geschmack lieben, aber nach dem dritten Glas noch aufrecht sitzen wollen.

Riedenburger Dolden Dark Porter

Wenn ein Bier schon „Dolden Dark Porter“ heißt, darf man wohl etwas Tiefe erwarten. Das dunkle Porter aus dem Riedenburger Brauhaus in der Oberpfalz trägt 6,9 % Vol. Alkohol und ist Teil der bekannten „Dolden“-Serie, mit der die Brauerei ihre Kreativbiere bündelt. Schon beim Namen schwingt ein Hauch von Nostalgie mit: Dolden, Dunkel, Porter – das klingt nach einem kräftigen, langsamen Bier, das lieber nachklingt als überrascht.

Ob sich hinter der dunklen Fassade ein komplexes Aromenspiel verbirgt oder einfach ein solides Schwergewicht – das zeigt sich beim ersten Schluck.

Farbe und Duft
Stark karamellig und schwer steigt der Duft aus der Flasche auf. Dieser Eindruck bestätigt sich auch beim Einschenken. Fast schon dickflüssig wirkt das Porter-Bier und seinem Namen, „Dolden Dark“, macht es alle Ehre. Der Schaum wirkt zuerst leicht golden, bevor er dann zu einem klassischen Schaum eines Dunkelbieres mutiert, wobei er sich eine anständige Halbwertszeit behält.

Einstieg
Uff, das ist mal was. Langsam wurschtelt sich das Porter in den Mund. Ohne Hast. Schwer und langsam. Puh, die Aromen erinnern ganz vage an das Rauchbier aus Bamberg und schmecken doch ganz anders. Leicht herbe Nuancen lassen sich nur hinten am Gaumen entdecken.

Körper und Geschmack
Zwar wirkt das Bier im ersten Moment sehr gewaltig und schwer, so ist der Körper dennoch gar nicht so monströs, wie man es hätte erahnen können. Insgesamt steckt relativ wenig Geschmack in diesem nachtschwarzen Biergetränk. Nimmt man größere Schlücke, dann kommen die süßlichen Aromen zum Beginn und die herberen Elemente zum Schluss besser heraus – aber man muss sich schon beim Trinken Mühe geben.

Abgang
Recht unspektakulär verabschiedet sich das dunkle Nass. Es bleibt nicht viel. Kein prägnanter Nachgeschmack, an dem man sich noch erfreuen könnte. Allerdings auch nichts, was einen vom einem Folgegenuss – was auch immer das sein könnte – abhalten würde.

Kohlensäure
Quasi nicht vorhanden. Das gehört sich beim Porter wohl so, ist beim Bier aber fehl am Platze.

Süffigkeit
Nee, einfach nein. Nichts und wieder nichts. Trinkt sich wie äußerst schweres Wasser, sodass sich eine wirkliche Sogwirkung nicht einstellen möchte.

Fazit
Mal etwas ganz anderes, das Bier-Interessierte durchaus mal probieren könnten. Es entspricht in etwa dem Dessertwein unter den Weinen. Nach der Probe kann man dann getrost zum klassischen Bier zurückkehren.

zur Brauerei
Die Geschichte des Riedenburger Brauhaus geht bis in das Jahr 1756 zurück, als die Familie Krieger in Riedenburg Fuß fasste. Seitdem hat sich das Brau-Business der Familie ansehnlich entwickelt. Im Jahr 1900 zog die Brauerei an ihren heutigen Standort um und erhielt so den nötigen Platz für die weitere Expansion. 1984 erfolgte die Umbenennung von Brauerei Unterkrieger, angelehnt an den Namen der Braufamilie, zum heutigen Namen. Besonders bemerkenswert ist, dass die Brauerei bereits seit 1994 komplett auf ökologische Produktionsweisen umgestellt hat. Die Flaschen werden daher vom Bioland-Siegel geziert. Auch heute noch führt die Familie Krieger die Geschicke des Unternehmens.

Onkel Jupp Pale Ale

Wenn ein Bier schon „Onkel Jupp“ heisst, darf man wohl etwas Charakter erwarten. Dieses Pale Ale aus Deutschland (4,9 % Vol.) stammt von der Kuehn Kunz Rosen Brauerei in Mainz, die sich gern als moderne Alchemisten des Bieres verstehen. Das Onkel Jupp will ein Hybrid sein – irgendwo zwischen klassischem Pale Ale und würzigem Honigbier. Gebraut mit Honig, Hopfen und einer guten Portion Selbstbewusstsein, will es zeigen, dass Handwerk und Humor in derselben Flasche Platz haben.

Ob Onkel Jupp mehr Onkel ist als Pale Ale – oder umgekehrt – zeigt sich spätestens beim ersten Schluck.

Farbe und Duft
„Blütenpracht“, da erwartet man ja geradezu, dass dieses Bier aus Onkels Händen mit viel Frucht und Süße aufwartet. Und tatsächlich enttäuscht die erste Nase hier nicht. Zwischen gold-gelb und honigtrüb zeigt es sich schließlich auch im Glas. Darüber bildet sich ganz gut Schaum, der auch noch beim zweiten Hinschauen an seinem Platz verweilt. Gut so!

Einstieg
Das prickelt an der Zungenspitze – und das sehr angenehm! Die entwickelt sich für einen ganz kurzen Augenblick zu einem kleinen Beißen der Kohlensäure. Ansonsten kommt es doch deutlich herber daher, als man es von der Nase her erwartet hätte. Der Duft wirkt im ersten Antrunk deutlich intensiver als der Geschmack.

Körper und Geschmack
Nicht besonders wuchtig, aber dennoch mit einiger Maße macht sich das Bier im Mund breit. Wie schon beim Einstieg beschrieben, überwiegen wider Erwarten keine süßlichen Geschmacksanteile, sondern es dominieren ganz klar die bitteren Hopfenaromen. Das Bier entwickelt sich jedoch weiter in ausgewogenere Gefilde.

Abgang
Es bleibt auch im Abgang eine Dominanz von bitteren Aromen. Selbst die zugesetzten Honiganteile können (oder wollen?) daran nichts ändern. Müssen sie aber auch gar nicht. Denn dann wäre das Onkel Jupp einfach kein Onkel Jupp.

Kohlensäure
Genau so viel, wie soll. Die Kohlensäure verrichtet ihren Dienst tadellos und erscheint nur im allerersten Moment minimal beißend.

Süffigkeit
Schon ein relativ leichter Genuss, bei dem das Bier schonmal zügig seinen Weg findet. Gerade für ein Pale Ale eine nicht zu unterschätzende Süffigkeit.

 

Fazit
Im ersten Moment ist man etwas enttäuscht, dass der Geschmack nicht direkt die durch den Duft geweckten Erwartungen decken kann. Doch dann entdeckt man ein Bier, das man gut trinken kann – wenn man es mit dem Reinheitsgebot nicht ganz so ernst nimmt!

zur Brauerei
Die Kuehn Kunz Rosen Brauerei wurde 2014 in Mainz gegründet und gehört zu den jungen Wilden der deutschen Craftbeer-Szene. Der Name ist inspiriert von einem alten Volkslied, das von drei trinkfreudigen Gesellen erzählt – Kühn, Kunz und Rosen – und steht sinnbildlich für eine Brauerei, die sich Tradition und Witz gleichermaßen verpflichtet fühlt.
Bier wird hier als „flüssiges Märchen“ verstanden, gebraut mit Kreativität und einem Hang zur Ironie. Das Onkel Jupp gehört zu ihren bekanntesten Sorten: ein Pale Ale mit Honig, das sich nicht um Konventionen schert und zeigt, dass deutsche Braukunst auch verspielt sein darf.

 

Kona Longboard Island Lager

Ein Lagerbier aus Hawaii – das klingt nach Sonne, Surfbrettern und salziger Meeresluft. Das Kona Longboard Island Lager bringt 4,6 % Vol. Alkohol mit und stammt von der Kona Brewing Company, gegründet 1994 im sonnigen Kailua-Kona auf der Insel Hawai‘i. Gebraut wird es nach amerikanischer Lager-Tradition, aber mit einer Prise Aloha-Spirit.
Dieses Bier ist laut Eigenbeschreibung der „Durstlöscher nach einem langen Tag auf dem Board“ – also das, was man sich nach dem Surfen gönnt, während die Sonne über dem Pazifik versinkt.

Ob das Bier tatsächlich das entspannte Lebensgefühl der Insel transportiert oder ob hier nur die Marketingwelle rollt, zeigt sich im Glas.

Duft und Farbe
Frisch und fröhlich, so kann der erste Eindruck dieses Bieres am besten beschrieben werden, wenn man seine Nase in die Nähe der Flaschenöffnung hält. Im Glas zeigt sich das Bier hingegen recht unspektakulär. Die Farbe ist blassgeblich und die Bildung und die Haltbarkeit des Schaums ist leider, leider von überaus schlechter Qualität.

Einstieg
Beim ersten Schluck fragt man sich, was für eine Brauart man da eigentlich vor sich hat, denn dieses Lager kommt so ganz anders daher, als man es normalerweise erwarten würde. Während andere Biere der gleichen Brauart oft eher zurückhaltend in Erscheinung treten, so wartet dieses Bier aus dem Hause Kona mit einem starken Einstieg auf, bei dem eine starke Malznote den prägnanten Rahmen bietet.

Körper und Geschmack
Der erste Eindruck beim Geschmack setzt sich fort. Das Bier ist sehr markant in seinem Auftritt und das ist durchaus positiv zu verstehen! Die malzige Note, die sich inbesonders am Gaumen entfaltet, ist wohl das Markenzeichen dieses Bieres. Während hopfige Nuancen fehlen, was für Lagerbiere aber keine Besonderheit darstellt, findet man hier ein vollständiges und gut-kantig abgeschmecktes Vollbier.

Abgang
Die malzige Note bleibt auch im Abgang sehr deutlich bestehen. Sie bildet quasi den Spannungsbogen oder auch die Klammer dieses Geschmackserlebnisses. Fruchtig wird dieses Bier vor allem beim Aufstoßen – auch das darf hier in die Wertung mit reinspielen!

Kohlensäure
Zwar sieht man von der Kohlensäure recht wenig, da quasi keine Bläschen im Glas aufsteigen, jedoch relativiert sich dieser Eindruck beim direkten Trinkerlebnis. Hier merkt man nämlich, dass durchaus genug -wenn auch nicht besonders viel- von ihr im Bier enthalten ist.

Süffigkeit
Der ausreichende aber geringe Anteil der Kohlensäure wirkt sich positiv auf die Süffigkeit aus. Der prägnante und angenehme Geschmack tut sein übriges.

Fazit
Ein Lager mit klaren Kanten, das man so vielleicht von einem US-amerikanischen Bier nicht erwartet hätte. Der prägnante Geschmack mit seiner malzigen Prägung überrascht durchaus positiv. Ein Testrunk lohnt sich allemal!

 

zur Brauerei
Die Kona Brewing Company wurde 1994 auf Hawai‘i gegründet – ein echtes Inselprojekt, das klein begann und schnell zur bekanntesten Brauerei des Archipels wurde. Das Longboard Island Lager war eines der ersten Biere im Sortiment und gilt bis heute als Aushängeschild.
Kona legt Wert auf Nachhaltigkeit: Teile der Produktion laufen mit Solarenergie, und das Brauwasser wird vor Ort aus Vulkanquellen gewonnen. Durch Kooperationen mit der Craft Brew Alliance (inzwischen Teil von Anheuser-Busch InBev) wird das Bier heute auch auf dem US-Festland gebraut – etwa in Oregon oder New Hampshire – um den CO₂-Fußabdruck durch Transport zu reduzieren.
Der Charakter des Biers bleibt dennoch tropisch: freundlich, sonnig, ein bisschen nostalgisch. Ein Schluck Fernweh in Flaschenform.

 

Lapin Kulta Premium Lager

Finnland – Land der tausend Seen, der stillen Wälder und, ja, auch der Biere. Das Lapin Kulta Premium Lager stammt aus dem hohen Norden und bringt 5,2 % Vol. Alkohol ins Glas. Der Name bedeutet übersetzt „Lapplands Gold“ – ein großer Anspruch für ein helles Lagerbier. Ursprünglich in der Stadt Rovaniemi gebraut, also dort, wo der Weihnachtsmann vermutlich seinen Feierabend verbringt, will dieses Bier nordische Reinheit mit internationaler Trinkbarkeit verbinden.

Ob sich das Gold Lapplands auch geschmacklich bemerkbar macht, oder ob hier eher nordische Zurückhaltung regiert – das zeigt der Test.

Duft und Farbe
Vollkommen rein und klar zeigt sich dieses finnische Exportbier beim ersten Anblick im Glas. Nur wenig Kohlensäure ist zu erkennen und der Schaum ist wohl auch gerade im Urlaub, wenn man sich das magere Krönchen so anschaut. Aber gut, da wir dieses Bier ausnahmsweise aus der Dose einschenken müssen. Zum ersten optischen Eindruck gesellt sich ein feinherber Duft, der erstmal keine wirklich großen Rückschlüsse auf das Bier an sich zulässt.

Einstieg
Recht behäbig begibt sich das Bier auf seinen Weg in den Mund. Und hoppla, es setzt sich direkt hinten an den Gaumen fest. Der erste Eindruck ist sehr vom Malz dominiert. Das Bier wirkt schwerfällig und scheint nicht so richtig aus dem Pott zu kommen. Da hilft wohl nur ein zweiter Schluck! Okay, vielleicht auch erst der dritte!

Körper und Geschmack
Der erste Eindruck bestätigt sich. Das Bier kommt mit seinem für ein helles Bier recht schweren Körper nicht richtig in Gang, was auch an der nur in geringen Mengen vorhandenen Kohlensäure liegen mag. Dabei dominieren recht schwere Malzaromen, die das Bier in einer gewissen dezenten süßen Note erscheinen lassen. Interessant sind die Andeutungen von Nuss, die sich mehr und mehr herauskristallisieren. Tatächlich wirkt es wie ein helles Bier, das eigentlich lieber ein dunkles wäre.

Abgang
Hat sich das Bier erst einmal festgesetzt, hat man das Gefühl, dass man es nicht mehr so richtig loswird. Es klebt gefühlt am oberen Gaumen und will sich gar nicht abschütteln lassen. Auch mal eine interessante Erfahrung! Der Nachgeschmack bleibt dabei durchschnittlich angenehm.

Kohlensäure
Hier fehlt ein bisschen was, wurde dieses Bier offensichtlich nur mit der absoluten Mindestausstattung an Kohlensäure aus der Brauerei gelassen. Ein bisschen mehr würde sicherlich den Einstieg und den Abgang und überhaupt alles verbessern!

Süffigkeit
Nein, als süffig kann man diesen finnischen Vertreter wirklich nicht bezeichnen. Viel zu schwerfällig bewegt sich das Bier dafür im Mund und im Schlund. Damit sich daran was ändert, braucht man entweder derben Unterdruck, mehr Kohlensäure oder eine Verdünnung mit Wasser.

Fazit
Dieses Bier möchte etwas anderes sein, als es ist. Da man es nicht ändern kann, sollte man es einfach wie ein dunkles Bier trinken. Das verhindert Enttäuschung und bietet Liebhabern von dunklem Bier mal etwas Abwechslung fürs Auge.

 

zur Brauerei
Lapin Kulta wurde 1873 in Tornio im Norden Finnlands gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer der bekanntesten Biermarken des Landes. 1980 übernahm die Hartwall-Gruppe die Marke, die später wiederum Teil des Carlsberg-Konzerns wurde. Heute wird Lapin Kulta nicht mehr im ursprünglichen Werk in Tornio gebraut, sondern im Hartwall-Brauhaus in Lahti – mit Wasser aus den klaren finnischen Quellen, versteht sich.
Die Marke lebt stark vom Image des Nordens: Weite Landschaften, pures Wasser, klare Luft. Ein Bier, das Finnlands Natur in die Dose packen will – und dabei manchmal ein bisschen an seiner eigenen Gravitas scheitert.