Grevensteiner Landbier

Das Grevensteiner Original aus dem Hause C. & A. Veltins ist eine Rückbesinnung auf alte Brautradition – ein naturtrübes Bier, das mit seiner cremefarbenen Dose, dem klassisch verspielten Wappen und dem handwerklichen Auftritt einen deutlichen Kontrast zum sonstigen Veltins-Image setzt. Die Sauerländer Brauerei, sonst als Pils-Marke bekannt, wagt hier den Schritt in eine andere Stilwelt. Doch kann ein großer Name auch im rustikalen Gewand überzeugen?

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Bier überraschend dunkel, fast bernsteinfarben, mit einer leichten Trübung. Der Schaum ist fein und stabil, von ansprechender Konsistenz. Der Duft erinnert an frisches Malz, mit einem leichten Hauch von Getreide und einer dezenten, angenehmen Frische – ein ehrlicher, unaufdringlicher Einstieg.

Einstieg
Der erste Schluck wirkt weich und rund. Die Kohlensäure, im Glas noch lebhaft, hält sich im Mund angenehm zurück. Stattdessen entfaltet sich ein sanfter, vollmundiger Körper, der auf Balance und Harmonie setzt, weniger auf Schärfe oder Ecken.

Körper und Geschmack
Das Bier ist ausgewogen: malzig-warm im Grundton, mit feinen, leicht hopfigen Akzenten. Es wirkt robust, ohne schwer zu sein, und bringt die Aromen in eine sehr stimmige Balance. Es hat keine ausgeprägte Charakterspitze, aber dafür eine bemerkenswerte Geschlossenheit.

Abgang
Im Abgang zeigt sich eine feine Herbe, die den Malznoten elegant den Rücken stärkt. Das Bier klingt weich und rund aus, ohne sich aufzudrängen – unaufgeregt, aber zufriedenstellend.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist dezent und angenehm eingebunden. Sie verleiht Frische, ohne das Bier spritzig zu machen, und unterstützt die milde Struktur.

Süffigkeit
Hier überzeugt das Grevensteiner voll: mild, weich und rund – ein Bier, das ohne Anstrengung läuft. Ideal für alle, die ein unkompliziertes, aber gut gemachtes Bier schätzen.

Fazit
Das Grevensteiner Original ist ein Bier der stillen Töne. Es verzichtet auf Extreme, bleibt aber handwerklich solide, süffig und erstaunlich ausgewogen. Kein aufregendes Erlebnis, aber eines, das man gern wiederholt – ein Bier, das mit Ruhe und Beständigkeit überzeugt.

zur Brauerei
Die Brauerei C. & A. Veltins wurde 1824 im sauerländischen Grevenstein gegründet und zählt heute zu den bedeutendsten Privatbrauereien Deutschlands. Ihren Ruf verdankt sie vor allem dem Veltins Pilsener, das für klare Linien und Präzision steht. Trotz industrieller Größe versteht sich Veltins weiterhin als Familienunternehmen, das Tradition, Qualität und regionale Verwurzelung verbindet – und dabei immer wieder den Mut zeigt, auch neue Wege zu gehen.

Floss Leichte Weisse

Mit der Leichten Weißen präsentiert das Brauhaus Floss aus der Oberpfalz ein Bier, das auf den ersten Blick alles verspricht, was man an einem warmen Sommertag sucht: ein leichtes, erfrischendes Weißbier mit nur 2,8 % Alkohol. Das schlichte Retro-Design mit den blauen Punkten erinnert an vergangene Zeiten und lässt auf bodenständige Braukunst hoffen. Doch wie leicht ist diese Weiße wirklich – und wie viel Charakter steckt in so wenig Alkohol?

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Bier überraschend dunkel für ein leichtes Weizen – ein kräftiges, naturtrübes Bernstein, das schon auf eine malzbetonte Richtung schließen lässt. Der Schaum ist spärlich und wenig beständig. Der Duft beginnt leicht säuerlich, kippt dann aber in die typischen Weizennoten: etwas Banane, dezente Hefe, ein Hauch Brot.

Einstieg
Der erste Schluck überrascht: Statt eines leichten, spritzigen Sommerweizens erwartet einen ein Bier mit deutlicher Tiefe. Der Geschmack ist intensiv, fast schon kräftig, und die Röstaromen des Malzes treten klar hervor. Vom Alkoholgehalt her ein Leichtgewicht – geschmacklich aber keineswegs.

Körper und Geschmack
Die Leichte Weiße hat einen volleren Körper, als man bei 2,8 % vermuten würde. Malz und Hefe spielen die Hauptrolle, die Fruchtnoten treten in den Hintergrund. Es entsteht ein leicht herber, erdiger Eindruck, der eher an dunkle Weizenbiere erinnert. Der Mittelteil bleibt stabil und ausgewogen, ohne in wässrige Gefilde abzurutschen.

Abgang
Im Abgang klingt das Bier rund und weich aus. Die Malznoten hallen noch etwas nach, während die leichte Säure die Struktur bewahrt. Der Nachgeschmack bleibt angenehm, aber ungewöhnlich schwer für ein Bier dieser Klasse.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist dezent, vielleicht sogar etwas zu verhalten. Sie unterstreicht den samtigen Charakter, sorgt aber nicht für die erfrischende Leichtigkeit, die man erwarten würde.

Süffigkeit
Trotz der Intensität ist das Bier gut trinkbar – allerdings eher durch seine Ausgewogenheit als durch Spritzigkeit. Für den schnellen Durst ist es fast zu gehaltvoll, für den gemütlichen Abend aber ein interessanter Begleiter.

Fazit
Die Leichte Weiße ist alles andere als leicht im Geschmack. Ein ungewöhnliches, fast widersprüchliches Bier: wenig Alkohol, aber viel Körper; versprochen wird Sommer, geliefert wird Herbst. Wer ein klassisch leichtes, frisches Weizen sucht, wird überrascht – wer experimentierfreudig ist, findet hier eine bemerkenswert charakterstarke Interpretation.

zur Brauerei
Das Brauhaus Floss wurde 2015 in der Oberpfalz gegründet und versteht sich als moderne Handwerksbrauerei, die auf regionale Zutaten und traditionelle Braumethoden setzt. Trotz ihres jungen Alters knüpft sie an die jahrhundertealte Braukultur des Ortes Floß an und beweist, dass man auch mit schlichter Aufmachung und klarer Linie ein gutes Bier auf die Beine stellen kann.

Sud 1

Das Sud 1 aus der Brauerei Molter im oberpfälzischen Irchenrieth ist ein Bio-Helles, das auf Understatement setzt – schlicht etikettiert, naturtrüb, handwerklich gebraut. Der Hinweis „hopfig“ auf der Flasche macht neugierig, denn beim Hellen steht normalerweise das Malz im Vordergrund. Doch die kleine Familienbrauerei Molter hat offenbar keine Angst vor eigenen Akzenten. Ein Landbier mit Haltung also – und vielleicht mit mehr Charakter, als man zunächst erwartet.

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Sud 1 in einem schönen, bernsteinfarbenen Ton, leicht getrübt und damit wunderbar naturbelassen. Der Schaum überzeugt mit feiner Struktur und überraschend guter Standfestigkeit – kein flüchtiger Gast, sondern einer, der bleibt. Der Duft ist frisch, leicht hopfenbetont, aber ohne zu drängen. Eine dezente Malznote schwingt im Hintergrund mit.

Einstieg
Der erste Schluck ist weich, fast schmeichelnd, und doch präsent. Das Bier breitet sich angenehm im Mund aus und verrät sofort, dass hier handwerklich gearbeitet wurde.

Körper und Geschmack
Der Körper ist kräftig und vollmundig, dabei fein ausbalanciert zwischen Malz und Hopfen. Beide Seiten begegnen sich auf Augenhöhe – das Malz bringt die runde, getreidige Basis, der Hopfen steuert eine angenehm herbe Frische bei. Für ein Helles wirkt das Sud 1 ausgesprochen charakterstark, ja fast schon mutig in seiner Hopfenführung, ohne seine süffige Identität zu verlieren.

Abgang
Im Abgang entfaltet sich die herbe Seite deutlicher, bleibt aber harmonisch eingebettet in den weichen Gesamteindruck. Hier zeigt sich das Bier mit einer feinen, trockenen Note, die Lust auf den nächsten Schluck macht.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist perfekt abgestimmt: sanft, aber lebendig genug, um das Bier frisch und cremig zugleich wirken zu lassen.

Süffigkeit
Ein Helles mit Charakter, das sich trotzdem mühelos trinken lässt. Vielleicht nicht das Bier für den schnellen Durst, aber eines, das man aufmerksam genießt.

Fazit
Das Sud 1 der Brauerei Molter ist ein Paradebeispiel für modernes Landbierhandwerk. Es vereint regionale Bodenständigkeit mit einem selbstbewussten, hopfenbetonten Auftritt – und zeigt, dass auch ein Helles Haltung haben kann.

zur Brauerei
Die Brauerei Molter in Irchenrieth besteht seit 1866 und wird heute in fünfter Generation als Familienbetrieb geführt. Der Fokus liegt auf traditioneller Braukunst, regionalen Rohstoffen und ökologischer Verantwortung. Seit einigen Jahren setzt man konsequent auf Bio-Qualität – ein Weg, der sich im Geschmack und in der Philosophie der Biere deutlich widerspiegelt.

Floss Kellerpils

Das Kellerpils aus dem Brauhaus Floss ist ein weiterer Vertreter der jungen, aber traditionsbewussten Oberpfälzer Brauerei. Der Name verspricht Hopfen und Frische, das „Keller“ deutet auf ein unfiltriertes, ehrliches Bier hin – bodenständig, naturtrüb und handwerklich gebraut. In der langen Flasche mit Reliefprägung und Retro-Etikett macht es jedenfalls schon mal einen klassischen Eindruck. Aber hält das Bier, was die Optik verspricht?

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Kellerpils in einem hellen Gelbton mit leichter Trübung – genau, wie man es bei einem unfiltrierten Bier erwarten würde. Der Schaum ist nur spärlich vorhanden, dazu grobporig und wenig beständig. Der Duft überrascht: eher malzbetont als hopfig, leicht säuerlich und frisch, aber nicht besonders intensiv.

Einstieg
Der erste Schluck offenbart sofort, dass man es hier nicht mit einem typischen Pilsener zu tun hat. Der Antrunk ist weich und rund, mit einer leichten Säure, die das Bier frisch und leicht macht. Die hopfenbittere Kante, die man bei einem Pils vielleicht erwarten würde, bleibt zunächst im Hintergrund.

Körper und Geschmack
Das Bier zeigt einen schmalen, aber durchaus klar definierten Körper. Es bewegt sich irgendwo zwischen malzigem Grundton und einer feinen, säuerlich-frischen Note, die für Spannung sorgt. Trotz der leichten Textur wirkt das Bier nicht dünn, sondern ausgewogen. Die geringe Kohlensäure unterstreicht diesen Eindruck: weniger prickelnd, aber angenehm weich im Mund.

Abgang
Im Abgang entfalten sich dann die pilztypischen Hopfennoten – dezent, aber erkennbar. Der Nachgeschmack ist mild, rund und sauber, was einen schönen Kontrast zum etwas unruhigen Einstieg bildet.

Kohlensäure
Zurückhaltend. Das Bier wirkt dadurch ruhig und unaufgeregt, fast schon meditativ. Ein bisschen mehr Spritzigkeit hätte dem Profil gutgetan, aber so bleibt es angenehm mild.

Süffigkeit
Trotz der leichten Säure ist das Kellerpils gut trinkbar. Seine weiche Textur und der ausgewogene Körper machen es zu einem süffigen, unkomplizierten Begleiter – gerade an wärmeren Tagen.

Fazit
Ein Kellerpils, das nicht durch Hopfenbittere glänzt, sondern durch Ruhe und Balance. Malzig, leicht säuerlich, unaufgeregt – ein ehrliches Bier mit regionalem Charakter, das vor allem durch seine angenehme Rundheit überzeugt. Kein Pils für Puristen, aber eines für Genießer, die ein leichtes, naturtrübes Bier schätzen.

zur Brauerei
Das Brauhaus Floss wurde 2015 in der Oberpfalz gegründet und versteht sich als moderne Handwerksbrauerei, die auf regionale Zutaten und traditionelle Braumethoden setzt. Trotz ihres jungen Alters knüpft sie an die jahrhundertealte Braukultur des Ortes Floß an und beweist, dass man auch mit schlichter Aufmachung und klarer Linie ein gutes Bier auf die Beine stellen kann.

Floss Vollbier Hell

Das Vollbier Hell aus dem Brauhaus Floss ist ein vergleichsweise junger Vertreter einer alten Brautradition. Die Brauerei wurde 2015 gegründet, knüpft aber bewusst an die lange Geschichte des Bierbrauens im Ort Floß an – irgendwo zwischen Traditionsbewahrung und moderner Handschrift. Das Etikett gibt sich schlicht, fast retro mit seinen gepunkteten Linien, verrät aber wenig über das, was einen im Glas erwartet. Ein helles Vollbier also – aber was heißt das konkret? Finden wir’s heraus.

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Bier leicht trüb und hell in der Farbe, fast zartgolden. Der Schaum ist grobporig und verabschiedet sich leider recht zügig – hier bleibt optisch Luft nach oben. Der Duft ist angenehm frisch, leicht malzig, mit deutlichen Getreidenoten, aber ohne übermäßige Süße oder intensive Aromen.

Einstieg
Beim ersten Schluck fällt sofort die starke Kohlensäure auf. Das Bier wirkt lebendig und spritzig, beinahe übermütig in seiner Sprudeligkeit. Der Geschmack setzt kräftiger ein, als man es vom eher milden Duft erwarten würde.

Körper und Geschmack
Ein solides Helles mit prägnantem Körper, das trotzdem leichtfüßig bleibt. Der Malzcharakter bildet das Rückgrat, getreidig und klar, während der Hopfen im Hintergrund nur dezent wirkt. Durch die reichlich vorhandene Kohlensäure verteilt sich das Bier gleichmäßig im Mund und bringt seine Aromen gut zur Geltung, ohne schwer zu wirken. Eine ganz feine, fast säuerliche Note rundet das Bild ab und sorgt für Frische.

Abgang
Im Abgang überwiegt wieder das Getreidige, begleitet von dieser leichten, weichen Säure, die das Bier nicht stört, sondern ihm einen kleinen Eigencharakter verleiht. Der Nachgeschmack verweilt kurz, bleibt mild und sauber.

Kohlensäure
Hier wurde nicht gespart – das Bier ist sehr stark karbonisiert. Die Spritzigkeit bringt Leben ins Glas, lässt den Schaum aber überraschend schnell verschwinden. Ein Paradoxon, das man dem Brauhaus vielleicht irgendwann noch austreiben kann.

Süffigkeit
Durch seine Leichtigkeit, das moderate Alkoholvolumen und die frische Kohlensäure ist das Vollbier Hell äußerst süffig. Ein Bier, das man gern und ohne große Anstrengung trinkt – vor allem an warmen Tagen.

Fazit
Ein ehrliches, handwerklich solides Helles, das durch Frische, Lebendigkeit und einen angenehm kräftigen Körper punktet. Optisch kein Star, geschmacklich aber ein bodenständiger und erfreulich trinkfreudiger Begleiter.

zur Brauerei
Das Brauhaus Floss wurde 2015 in der Oberpfalz gegründet und versteht sich als moderne Handwerksbrauerei, die auf regionale Zutaten und traditionelle Braumethoden setzt. Trotz ihres jungen Alters knüpft sie an die jahrhundertealte Braukultur des Ortes Floß an und beweist, dass man auch mit schlichter Aufmachung und klarer Linie ein gutes Bier auf die Beine stellen kann.

Argus Pils

Das Argus Pils aus der griechischen Brauerei EZA – der Hellenic Brewery of Atalanti – zeigt schon mit seinem aufwendig gestalteten Dosenkleid, dass es mehr sein möchte als ein einfaches Handelsbier. Zwischen Hopfenranken, Schwertern, Vögeln und mythologisch anmutenden Figuren entfaltet sich eine ganze Hopfen-Odyssee. Gebraut wird es als Teil der Argus-Serie, die EZA für den Einzelhandel produziert, unter anderem für Lidl. Mit 4,5 % Alkoholgehalt will dieses Pils an klassische mitteleuropäische Vorbilder anschließen – und dabei doch seinen eigenen Weg gehen.

Farbe, Duft und Krone
Im Glas leuchtet das Bier in sattem Goldgelb, klar filtriert und sauber in der Erscheinung. Der Schaum fällt leider schnell in sich zusammen, bleibt grobporig und nur kurz erhalten. Der Duft ist zunächst etwas malzig-süß, entwickelt sich dann aber hin zu einem typisch herben Pilsaroma – klar, schlicht, aber angenehm.

Einstieg
Der erste Schluck überrascht mit einer kräftigen, fast getreidigen Note, die sofort Präsenz zeigt. Man hat das Gefühl, mitten durch ein sommerliches Kornfeld zu spazieren – intensiv, rund und ein wenig erdig.

Körper und Geschmack
Das Argus Pils besitzt einen ausgewogenen Körper: stabil, aber nicht schwer. Die Aromen sind fein ausbalanciert zwischen Malz und Hopfen, wobei die Bittere dezent bleibt. Stattdessen gesellt sich eine leicht süßliche Nuance dazu, die sich mit der Zeit zu einem Hauch Vanille entwickelt. Diese Kombination wirkt unkonventionell, aber durchaus charmant.

Abgang
Der Abgang ist sanft, leicht cremig und trägt die dezente Vanillenote weiter. Mit zunehmender Zeit kann der Eindruck minimal unrund werden – aber nie störend. Es bleibt eine angenehme, runde Würze zurück, die Lust auf einen weiteren Schluck macht.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist gut eingestellt, sorgt für Frische, ohne das Bier übermäßig spritzig wirken zu lassen.

Süffigkeit
Hohe Süffigkeit, aber mit Profil. Das Bier trinkt sich leicht und angenehm, ohne langweilig zu sein. Trotz seiner Milde bringt es genug Charakter mit, um mehr als nur ein durstlöschendes Pils zu sein.

Fazit
Ein starkes Pils aus Griechenland, das zeigt, dass Handelsmarke nicht gleich Einheitsware bedeutet. Das Argus Pils überzeugt mit einem ausgewogenen Körper, feiner Vanillenote und einer rund abgestimmten Bittere. Es ist kein norddeutsches Hopfenbrett, sondern ein harmonischer, mediterraner Vertreter seines Stils – und damit eine kleine Überraschung im Supermarktregal.

zur Brauerei
Die Hellenic Brewery of Atalanti (EZA) wurde in den 1980er Jahren gegründet und zählt zu den größten unabhängigen Brauereien Griechenlands. Neben Eigenmarken wie Pils Hellas und Blue Island produziert sie auch die Argus-Reihe für den Einzelhandel. EZA steht für moderne Brautechnik, hochwertige Rohstoffe und das Ziel, griechisches Bier wieder stärker im Land selbst zu verankern – mit Erfolg.

Zaječarsko Svetlo Pivo

Das Zaječarsko Svetlo Pivo stammt aus der traditionsreichen Zaječarska Pivara im Osten Serbiens. Die Brauerei wurde bereits 1895 gegründet und ist heute Teil des Heineken-Konzerns. Trotz dieser Einbindung hält man in Zaječar am regionalen Charakter fest – die rote Dose mit dem Brauereigebäude im Industrie-Design erinnert an die Geschichte des Ortes und seine Verwurzelung in der Region. Das Bier selbst versteht sich als klassisches serbisches Lager mit 4,5 % Alkoholgehalt – schlicht, ehrlich, ohne große Gesten.

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Bier in einem klaren, intensiven Goldton, glänzend filtriert. Der Schaum ist für ein Lager erstaunlich stabil und feinporig in Teilen, was schon mal einen guten ersten Eindruck macht. In der Nase hält sich das Zaječarsko jedoch zurück: ein Hauch Malz, sonst wenig, was sich deutlich hervortut.

Einstieg
Der erste Schluck wirkt zunächst unscheinbar. Kein lauter Auftritt, keine Dominanz von Hopfen oder Malz – das Bier tastet sich sanft heran, wirkt leicht und unaufgeregt.

Körper und Geschmack
Mit der Zeit zeigt sich, dass im Körper doch etwas mehr steckt, als man zu Beginn vermutet hätte. Das Zaječarsko besitzt eine angenehm runde, weiche Struktur, bleibt aber stets im leichten Segment. Malz und Getreide geben den Ton an, während die Bittere erst im späteren Verlauf langsam an Fahrt aufnimmt. Keine allzu große Komplexität, aber eine ehrliche, saubere Linie.

Abgang
Hier entfaltet das Bier dann seinen Charakter. Eine zarte Herbe setzt ein, die leicht an ein Pils erinnert, aber nie unangenehm wirkt. Der Abgang ist trocken, klar und durchaus erfrischend – eine Qualität, die man dem Bier nach dem zurückhaltenden Einstieg gar nicht sofort zugetraut hätte.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist gut dosiert. Nicht zu spritzig, aber ausreichend, um das Bier frisch und lebendig zu halten.

Süffigkeit
Ein ausgesprochen süffiges Bier. Leicht, unaufdringlich und unkompliziert. Eines jener Biere, die man gut nebenbei trinken kann – und das ist keineswegs negativ gemeint.

Fazit
Das Zaječarsko Svetlo Pivo ist ein ehrliches Lager ohne Schnickschnack. Es trumpft nicht auf, aber enttäuscht auch nicht. Ein solides Bier, das sich mit jedem Schluck etwas mehr öffnet und zeigt, dass Einfachheit manchmal die angenehmste Form von Qualität ist.

zur Brauerei
Die Zaječarska Pivara wurde 1895 gegründet und zählt zu den ältesten Brauereien Serbiens. Ihren Sitz hat sie in der Stadt Zaječar nahe der bulgarischen Grenze. Seit einigen Jahren gehört sie zum Heineken-Konzern, produziert aber weiterhin unter ihrem historischen Namen. In Serbien gilt das Zaječarsko als Klassiker – ein Bier, das in Supermärkten, Bars und auf Festivals gleichermaßen präsent ist und für viele einfach zum Alltag dazugehört.

Vergina Lager

Aus dem Nordosten Griechenlands, genauer gesagt aus Komotini, stammt das Vergina Lager der Macedonian Thrace Brewery. Die Brauerei wurde Ende der 1990er Jahre gegründet und legt besonderen Wert auf Regionalität – Gerste aus griechischem Anbau und Wasser aus den Rhodopen sollen hier ein Stück Heimat ins Glas bringen. Das Lager selbst tritt in einer schlichten, blauen Dose auf, mit einem wappenartigen Emblem, das an den Löwen von Vergina erinnert – Symbol für Stärke und Tradition.

Farbe, Duft und Krone
Beim Einschenken zeigt sich das Vergina Lager in einem hellen Gelbton, fast blass, dabei leicht getrübt. Der Schaum ist schnell vergänglich, kaum stabil und hinterlässt nach wenigen Sekunden nur noch einen feinen Film. Im Duft dominiert das Malz – angenehm, aber recht intensiv, mit einer leichten Süße und getreidigen Untertönen.

Einstieg
Der erste Schluck wirkt solide, ohne aufdringlich zu sein. Die malzigen Noten setzen sich fort, ein Hauch Süße schwingt mit. Es bleibt aber zunächst beim Erwartbaren, keine geschmacklichen Überraschungen.

Körper und Geschmack
Das Vergina präsentiert sich als leichtes Lager mit einem schmalen Körper. Im Mittelteil flacht der Geschmack deutlich ab, fast wässrig. Nur zarte Getreidenoten bringen noch etwas Struktur hinein. Hopfenbittere ist kaum wahrnehmbar, ebenso wenig Frucht oder Würze. Insgesamt wirkt das Bier angenehm mild, aber auch etwas spannungsarm.

Abgang
Im Abgang bleibt ein feiner, getreidiger Nachhall zurück. Die anfänglich süßliche Malznote wird durch eine leicht trockene Note abgelöst, die aber nicht lange anhält.

Kohlensäure
Der Kohlensäuregehalt ist moderat und erfüllt seinen Zweck, ohne besondere Akzente zu setzen. Der fehlende Schaum spricht dafür, dass die Spritzigkeit recht kurzlebig ist.

Süffigkeit
Sicherlich süffig – einfach zu trinken, leicht, unaufdringlich. Aber diese Leichtigkeit geht auch auf Kosten der Charaktertiefe. Ein Bier, das man gut nebenbei genießen kann, ohne es lange in Erinnerung zu behalten.

Fazit
Das Vergina Lager ist ein grundsolides griechisches Lagerbier, das vor allem durch seine regionale Herkunft punktet. Geschmacklich bleibt es jedoch im Mittelfeld: mild, rund, aber unspektakulär. Wer ein einfaches, ehrliches Bier sucht, das sich gut in der Sommerhitze trinken lässt, wird hier fündig – wer mehr erwartet, wird weiterziehen.

zur Brauerei
Die Macedonian Thrace Brewery S.A. wurde 1998 in Komotini gegründet und gilt als eine der wenigen unabhängigen Brauereien Griechenlands. Ihr Anspruch: hochwertige Biere aus griechischen Rohstoffen. Mit der Marke Vergina schuf sie ein Symbol regionaler Identität – ein Bier, das die moderne griechische Braukunst repräsentieren soll, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.

Profesor Doktor IPA

Das Profesor Doktor IPA aus der Akademija Piva in Podgorica ist der kräftigste Vertreter der montenegrinischen Bierakademie. Auf der Dose steht der Doktor im Braulabor, Reagenzglas in der Hand, Zahnräder, Ventile und Kupferrohre im Hintergrund – ein Bild für die wissenschaftliche Präzision, mit der hier gebraut wird. Das Bier ist unfiltriert, nicht pasteurisiert und bringt stattliche 5,9 % Alkoholgehalt mit. Ein IPA, das also schon auf dem Papier verspricht, keine halben Sachen zu machen.

Farbe, Duft und Krone
Im Glas präsentiert sich das Profesor Doktor in dunklem Bernstein, fast schon kupferfarben. Die Trübung deutet auf die unfiltrierte Natur hin. Der Schaum ist ein kleines Kunstwerk: sämig, feinporig, standhaft – eine Krone, die dem Bier Ehre macht. Der Duft zeigt sich zunächst verhalten fruchtig, mit leicht hopfigen Noten, aber auch einer Spur von Malz und einer Ahnung von Röstaromen.

Einstieg
Der erste Schluck überrascht: Statt einer tropischen Fruchtexplosion bietet das Bier einen vollmundigen, fast schweren Einstieg. Schon hier deutet sich an, dass es sich eher um ein IPA der gediegenen, dunkleren Sorte handelt.

Körper und Geschmack
Das Bier entfaltet einen intensiven Körper, der deutlich von Malz getragen wird. Die Hopfenaromen sind zwar vorhanden, treten aber nicht in den Vordergrund, sondern ordnen sich in ein warmes, rundes Gesamtbild ein. Im Verlauf entwickeln sich herbere und leicht säuerliche Töne, die schließlich in eine fast kaffeeartige Bittere übergehen. Fruchtige Akzente blitzen gelegentlich auf, bleiben aber dezent. Insgesamt wirkt der Geschmack konzentriert, dicht und etwas behäbig – eher ein IPA zum Nachdenken als zum Wegtrinken.

Abgang
Der Abgang ist markant und anhaltend. Hier zeigen sich noch einmal die dunkleren Noten, ein Hauch von Röstaroma und leichte Säure. Kein abruptes Ende, sondern ein leises Ausgleiten.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist hervorragend abgestimmt. Sie sorgt für den opulenten Schaum und trägt das Bier gleichmäßig über die Zunge, ohne zu prickelnd zu wirken.

Süffigkeit
Trotz seiner weichen Textur ist das Profesor Doktor kein leichtes Bier. Der kräftige Körper und die Bittere im Abgang schränken die Süffigkeit etwas ein. Es ist ein Bier für den Moment, nicht für den Durst.

Fazit
Ein IPA mit Charakter – und Gewicht. Das Profesor Doktor verbindet hopfige Ansätze mit dunklen, fast röstigen Noten und einem wunderbar cremigen Mundgefühl. Kein fruchtiges Sommer-IPA, sondern ein ernsthafter, fast gelehrter Vertreter seiner Zunft. Wer schwere, vollmundige Biere schätzt, findet hier ein IPA mit akademischer Tiefe.

zur Brauerei
Die Akademija Piva (Beer Academy) aus Podgorica ist Montenegros erste unabhängige Craft-Brauerei. Gegründet wurde sie mit dem Ziel, die lokale Bierkultur auf ein neues Niveau zu heben. Die Brauerei produziert eine kleine, aber vielseitige Palette an Bieren – jedes mit einem akademischen Titel. Damit spielt man charmant mit dem Gedanken, dass Bierbrauen und Biertrinken eine Wissenschaft für sich sind. Besonders bekannt ist die Serie „Profesor“, „Magister“ und „Doktor“, die jeweils für unterschiedliche Stile und Charaktere stehen – vom klassischen Lager bis zum kräftigen Pale Ale.

Vrhunski Magistar Lager

Das Vrhuski Magistar stammt aus der Akademija Piva in Podgorica, Montenegros aufstrebender Craft-Brauerei. Schon das Dosenmotiv verrät eine gewisse Selbstironie: Ein jubelnder Absolvent steht auf einem Berg aus Bierflaschen, die Arme zum Himmel erhoben. Das Bier versteht sich als unfiltriertes, unpasteurisiertes Lager – also als naturbelassene, ehrliche Braukunst. Mit 5 % Alkoholgehalt verspricht es ein klassisches, aber frisches Trinkerlebnis.

Farbe, Duft und Krone
Im Glas zeigt sich das Magistar in einem dunklen Gelbton, leicht getrübt und mit üppigem, feinporigem Schaum. Der Duft ist dezent, beinahe unauffällig – keine markanten Hopfen- oder Malznoten, sondern ein milder, neutraler Geruch, der lediglich eine ganz feine säuerliche Nuance andeutet.

Einstieg
Der erste Schluck bestätigt diesen zurückhaltenden Eindruck. Der Körper ist leicht, die Aromen sanft, fast schüchtern. Im Hintergrund schwingt eine leichte Säure mit, die dem Bier eine gewisse Frische verleiht, ohne es kantig wirken zu lassen.

Körper und Geschmack
Im Verlauf entfaltet sich das Magistar behutsam. Der Geschmack bleibt insgesamt mild, gewinnt aber eine weiche, fast cremige Textur. Ganz im Hintergrund blitzt eine dezente Vanillenote auf – zart genug, um als kleine Überraschung zu wirken. Ansonsten bleibt das Bier seinem Charakter treu: ruhig, unkompliziert, unaufdringlich.

Abgang
Der Abgang ist kurz und sanft. Eine Mischung aus leichter Säure und milder Süße klingt nach, ohne sich festzusetzen. Es bleibt der Eindruck eines ehrlichen, schlichten Bieres.

Kohlensäure
Die Kohlensäure ist angenehm präsent und verteilt sich gleichmäßig im Mund. Sie trägt dazu bei, dass das Bier trotz seines sanften Geschmacks lebendig bleibt.

Süffigkeit
Mit seiner Leichtigkeit und Unkompliziertheit trinkt sich das Magistar mühelos. Es ist süffig und bekömmlich, wenngleich ohne besonderen Wiedererkennungswert.

Fazit
Ein naturbelassenes Lager, das auf Zurückhaltung setzt. Mild, leicht und erfrischend, aber ohne große Tiefe oder Aromenvielfalt. Ein Bier, das man gut trinken kann – aber nicht unbedingt in Erinnerung behält.

zur Brauerei
Die Akademija Piva (Beer Academy) aus Podgorica ist Montenegros erste unabhängige Craft-Brauerei. Gegründet wurde sie mit dem Ziel, die lokale Bierkultur auf ein neues Niveau zu heben. Die Brauerei produziert eine kleine, aber vielseitige Palette an Bieren – jedes mit einem akademischen Titel. Damit spielt man charmant mit dem Gedanken, dass Bierbrauen und Biertrinken eine Wissenschaft für sich sind. Besonders bekannt ist die Serie „Profesor“, „Magister“ und „Doktor“, die jeweils für unterschiedliche Stile und Charaktere stehen – vom klassischen Lager bis zum kräftigen Pale Ale.