Schon die Dose signalisiert, dass hier kein lautes, aggressives IPA wartet, sondern etwas Durchdachtes. Florale Ornamente, sattes Grün und eine fast botanische Anmutung bestimmen das Design. Die Illustration wirkt wie eine stilisierte Pflanze oder Hopfenranke und passt hervorragend zur Handschrift der Garden Brewery. Hinter diesem Auftritt verbirgt sich ein Session IPA mit bewusst moderatem Anspruch: 4,0 % Alkoholgehalt, rund 10,2 °P Stammwürze und offiziell etwa 25 IBU. Keine Kraftmeierei, sondern ein Bier, das auf Balance und Trinkfluss setzt – genau das, was man von einem Session IPA erwarten darf. Ob das Konzept aufgeht, zeigt sich im Glas.

Farbe, Duft und Krone
Im Glas leuchtet das Bier in einem intensiven, honiggelben Farbton und ist deutlich naturtrüb. Optisch macht das sofort Lust auf den ersten Schluck. Der Schaum baut sich feinporig und cremig auf, steht stabil und wirkt hochwertig. In der Nase ist sofort klar: IPA-DNA ist vorhanden. Der Duft ist fruchtig, saftig und erstaunlich intensiv für ein Bier dieser Alkoholklasse. Tropische Früchte dominieren, begleitet von einer floralen Note, die sehr gut mit dem visuellen Auftritt der Dose harmoniert.
Einstieg
Der Antrunk ist lebendig und direkt. Eine spürbare, recht kräftige Kohlensäure sorgt für einen spritzigen Start und verteilt sich schnell im gesamten Mundraum. Geschmacklich bleibt der Einstieg zunächst überraschend zurückhaltend in Sachen Fruchtsüße. Stattdessen meldet sich früh eine klare, saubere Bitterkeit, die dem Bier sofort Struktur und Richtung gibt.
Körper und Geschmack
Im weiteren Verlauf zeigt sich ein für ein Session IPA bemerkenswert runder Körper. Nicht breit, nicht schwer, aber präsent genug, um Substanz zu liefern. Fruchtige und süßliche Noten sind klar vorhanden, werden jedoch nie dominant. Die Bitterkeit übernimmt zunehmend die Führung, bleibt dabei aber stets kontrolliert. Genau hier liegt die Stärke dieses Bieres: Es wirkt nicht wie ein „reduziertes“ IPA, sondern wie ein bewusst komponierter Stilvertreter. Alles ist auf Ausgewogenheit angelegt, nichts wirkt zufällig oder unausgegoren.

Abgang
Der Abgang ist trocken, sauber und angenehm bitter. Die Bitterkeit bleibt präsent, ohne zu kratzen oder nachzuhängen, und sorgt für einen frischen, aufgeräumten Abschluss. Ein klarer Schnitt, der direkt Lust auf den nächsten Schluck macht.
Kohlensäure
Die Kohlensäure ist insgesamt sehr lebendig, fast einen Hauch zu präsent. Sie verleiht dem Bier viel Frische und Tempo, nimmt ihm aber stellenweise etwas Ruhe. Ein minimal zurückhaltenderes Carbonisieren hätte dem Bier noch mehr Eleganz verliehen, fällt jedoch nicht gravierend ins Gewicht.
Süffigkeit
Trotz aromatischer Tiefe und klarer Bitterkeit bleibt das Session IPA gut trinkbar. Die niedrige Alkoholstärke spielt dem Bier deutlich in die Karten. Es ist kein reines Nebenbei-Bier, aber eines, das sich hervorragend für warme Tage eignet – leicht, frisch und dennoch mit Charakter.
Fazit
Dieses Session IPA überzeugt durch Balance statt Wucht. Es kombiniert florale und fruchtige Aromen mit einer klaren, sauberen Bitterkeit und zeigt eindrucksvoll, wie viel Tiefe auch bei 4,0 % Alkohol möglich ist. Abgesehen von der etwas lebhaften Kohlensäure ist das ein sehr stimmiges, modernes Session IPA, das nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen.

zur Brauerei
The Garden Brewery stammt aus Zagreb und zählt zu den prägenden Akteuren der kroatischen Craft-Bier-Szene. Seit der Gründung im Jahr 2016 verbindet die Brauerei moderne Bierstile mit einem starken Fokus auf Design, Musik und internationale Bierkultur. Das Sortiment reicht von IPAs und Pale Ales über Lagers bis hin zu experimentelleren Stilen. Gebraut wird mit einem klaren Anspruch an Frische, Trinkbarkeit und stilistische Präzision – häufig in Dosen und mit wachsender internationaler Reichweite.