Beavertown Neck Oil Session IPA

Wer schon einmal eine Dose Beavertown Neck Oil Session IPA in der Hand hatte, weiss: Hier wird nicht gekleckert, sondern illustriert. Überall Schädel, Skelette, fliegende Ballons – ein kunterbuntes Totentanz-Panorama. Das Bier mit 4,3 % Vol. Alkohol stammt aus London und ist das Aushängeschild der Beavertown Brewery, die für ihre schrägen Designs und hopfenbetonten Biere bekannt ist. Neck Oil – ein altenglischer Slang für „etwas, das gut gegen Durst ist“ – will genau das sein: leicht, fruchtig, trinkfreudig, ein IPA für alle Tage.

Ob das fliegende Schädelbier nur Show ist oder tatsächlich Substanz bietet, zeigt sich beim ersten Schluck.

Duft, Farbe und Krone

Schon beim Öffnen strömt eine intensive Welle von Mango, Passionsfrucht und Multivitaminsaft aus der Dose – fast tropisch, aber nicht künstlich. Im Glas zeigt sich das Bier hellgelb und leicht eingetrübt, der Schaum eher grobporig und von kurzer Lebensdauer. Optisch eher zurückhaltend, olfaktorisch ein Paukenschlag.

Einstieg

Der erste Schluck überrascht: Deutlich herber als erwartet, ganz ohne die klebrige Süße, die man vom Duft her befürchtet. Das Bier wirkt leicht, frisch und ausgesprochen trinkfreudig – das Gegenteil eines schweren IPA-Bretts.

Körper und Geschmack

Das Neck Oil spielt mit Gegensätzen: fruchtig in der Nase, herb am Gaumen, insgesamt erstaunlich schlank. Mango und Zitrus schimmern dezent durch, doch das Rückgrat bleibt hopfenbetont. Der Körper ist luftig, die Textur angenehm trocken – ein Session IPA, das genau weiss, wann Schluss ist.

Abgang

Im Nachhall bleiben leicht bittere, hopfige Noten, die sich harmonisch mit den tropischen Aromen verbinden. Nichts Überladenes, nichts Übertriebenes – einfach sauber komponiert und rund.

Kohlensäure

Zurückhaltend, aber passend. Das Bier wirkt dadurch weniger spritzig, dafür angenehm weich und unaufdringlich – fast schon cremig im Mundgefühl.

Süffigkeit

Extrem hoch. Dieses Bier kann man trinken, ohne dass es anstrengend wird. Fruchtig, aber kein Saft. Herb, aber nicht schroff. Ein Bier, das man sowohl im Pub als auch auf dem Balkon geniessen kann, ohne sich zu sehr konzentrieren zu müssen.

Fazit

Das Beavertown Neck Oil ist ein gelungenes Beispiel für moderne britische Braukunst: aromatisch, leicht, verspielt. Es duftet wie ein Tropenmix, schmeckt aber wie ein ernstzunehmendes IPA – und trifft damit genau den Punkt zwischen Alltag und Abenteuer. Ein Bier, das gute Laune macht, selbst wenn Schädel auf der Dose grinsen.

zur Brauerei

Die Beavertown Brewery wurde 2011 in London von Logan Plant gegründet – dem Sohn von Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant. Ursprünglich in einem kleinen Pub-Brauhaus entstanden, wuchs Beavertown rasant und steht heute für britische Craft-Beer-Kreativität mit Comic-Ästhetik. Seit 2022 gehört die Brauerei vollständig zu Heineken UK, betreibt aber weiterhin ihre eigene, hypermoderne Braustätte in Tottenham Hale.
Das Neck Oil war eines ihrer ersten Biere und gilt als Paradebeispiel des „Session IPA“-Stils – ein hopfiges, aber leichtes Bier für alle, die den Geschmack lieben, aber nach dem dritten Glas noch aufrecht sitzen wollen.

Hinterlasse einen Kommentar