Lapin Kulta Premium Lager

Finnland – Land der tausend Seen, der stillen Wälder und, ja, auch der Biere. Das Lapin Kulta Premium Lager stammt aus dem hohen Norden und bringt 5,2 % Vol. Alkohol ins Glas. Der Name bedeutet übersetzt „Lapplands Gold“ – ein großer Anspruch für ein helles Lagerbier. Ursprünglich in der Stadt Rovaniemi gebraut, also dort, wo der Weihnachtsmann vermutlich seinen Feierabend verbringt, will dieses Bier nordische Reinheit mit internationaler Trinkbarkeit verbinden.

Ob sich das Gold Lapplands auch geschmacklich bemerkbar macht, oder ob hier eher nordische Zurückhaltung regiert – das zeigt der Test.

Duft und Farbe
Vollkommen rein und klar zeigt sich dieses finnische Exportbier beim ersten Anblick im Glas. Nur wenig Kohlensäure ist zu erkennen und der Schaum ist wohl auch gerade im Urlaub, wenn man sich das magere Krönchen so anschaut. Aber gut, da wir dieses Bier ausnahmsweise aus der Dose einschenken müssen. Zum ersten optischen Eindruck gesellt sich ein feinherber Duft, der erstmal keine wirklich großen Rückschlüsse auf das Bier an sich zulässt.

Einstieg
Recht behäbig begibt sich das Bier auf seinen Weg in den Mund. Und hoppla, es setzt sich direkt hinten an den Gaumen fest. Der erste Eindruck ist sehr vom Malz dominiert. Das Bier wirkt schwerfällig und scheint nicht so richtig aus dem Pott zu kommen. Da hilft wohl nur ein zweiter Schluck! Okay, vielleicht auch erst der dritte!

Körper und Geschmack
Der erste Eindruck bestätigt sich. Das Bier kommt mit seinem für ein helles Bier recht schweren Körper nicht richtig in Gang, was auch an der nur in geringen Mengen vorhandenen Kohlensäure liegen mag. Dabei dominieren recht schwere Malzaromen, die das Bier in einer gewissen dezenten süßen Note erscheinen lassen. Interessant sind die Andeutungen von Nuss, die sich mehr und mehr herauskristallisieren. Tatächlich wirkt es wie ein helles Bier, das eigentlich lieber ein dunkles wäre.

Abgang
Hat sich das Bier erst einmal festgesetzt, hat man das Gefühl, dass man es nicht mehr so richtig loswird. Es klebt gefühlt am oberen Gaumen und will sich gar nicht abschütteln lassen. Auch mal eine interessante Erfahrung! Der Nachgeschmack bleibt dabei durchschnittlich angenehm.

Kohlensäure
Hier fehlt ein bisschen was, wurde dieses Bier offensichtlich nur mit der absoluten Mindestausstattung an Kohlensäure aus der Brauerei gelassen. Ein bisschen mehr würde sicherlich den Einstieg und den Abgang und überhaupt alles verbessern!

Süffigkeit
Nein, als süffig kann man diesen finnischen Vertreter wirklich nicht bezeichnen. Viel zu schwerfällig bewegt sich das Bier dafür im Mund und im Schlund. Damit sich daran was ändert, braucht man entweder derben Unterdruck, mehr Kohlensäure oder eine Verdünnung mit Wasser.

Fazit
Dieses Bier möchte etwas anderes sein, als es ist. Da man es nicht ändern kann, sollte man es einfach wie ein dunkles Bier trinken. Das verhindert Enttäuschung und bietet Liebhabern von dunklem Bier mal etwas Abwechslung fürs Auge.

 

zur Brauerei
Lapin Kulta wurde 1873 in Tornio im Norden Finnlands gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer der bekanntesten Biermarken des Landes. 1980 übernahm die Hartwall-Gruppe die Marke, die später wiederum Teil des Carlsberg-Konzerns wurde. Heute wird Lapin Kulta nicht mehr im ursprünglichen Werk in Tornio gebraut, sondern im Hartwall-Brauhaus in Lahti – mit Wasser aus den klaren finnischen Quellen, versteht sich.
Die Marke lebt stark vom Image des Nordens: Weite Landschaften, pures Wasser, klare Luft. Ein Bier, das Finnlands Natur in die Dose packen will – und dabei manchmal ein bisschen an seiner eigenen Gravitas scheitert.

 

Hinterlasse einen Kommentar