Kona Longboard Island Lager

Ein Lagerbier aus Hawaii – das klingt nach Sonne, Surfbrettern und salziger Meeresluft. Das Kona Longboard Island Lager bringt 4,6 % Vol. Alkohol mit und stammt von der Kona Brewing Company, gegründet 1994 im sonnigen Kailua-Kona auf der Insel Hawai‘i. Gebraut wird es nach amerikanischer Lager-Tradition, aber mit einer Prise Aloha-Spirit.
Dieses Bier ist laut Eigenbeschreibung der „Durstlöscher nach einem langen Tag auf dem Board“ – also das, was man sich nach dem Surfen gönnt, während die Sonne über dem Pazifik versinkt.

Ob das Bier tatsächlich das entspannte Lebensgefühl der Insel transportiert oder ob hier nur die Marketingwelle rollt, zeigt sich im Glas.

Duft und Farbe
Frisch und fröhlich, so kann der erste Eindruck dieses Bieres am besten beschrieben werden, wenn man seine Nase in die Nähe der Flaschenöffnung hält. Im Glas zeigt sich das Bier hingegen recht unspektakulär. Die Farbe ist blassgeblich und die Bildung und die Haltbarkeit des Schaums ist leider, leider von überaus schlechter Qualität.

Einstieg
Beim ersten Schluck fragt man sich, was für eine Brauart man da eigentlich vor sich hat, denn dieses Lager kommt so ganz anders daher, als man es normalerweise erwarten würde. Während andere Biere der gleichen Brauart oft eher zurückhaltend in Erscheinung treten, so wartet dieses Bier aus dem Hause Kona mit einem starken Einstieg auf, bei dem eine starke Malznote den prägnanten Rahmen bietet.

Körper und Geschmack
Der erste Eindruck beim Geschmack setzt sich fort. Das Bier ist sehr markant in seinem Auftritt und das ist durchaus positiv zu verstehen! Die malzige Note, die sich inbesonders am Gaumen entfaltet, ist wohl das Markenzeichen dieses Bieres. Während hopfige Nuancen fehlen, was für Lagerbiere aber keine Besonderheit darstellt, findet man hier ein vollständiges und gut-kantig abgeschmecktes Vollbier.

Abgang
Die malzige Note bleibt auch im Abgang sehr deutlich bestehen. Sie bildet quasi den Spannungsbogen oder auch die Klammer dieses Geschmackserlebnisses. Fruchtig wird dieses Bier vor allem beim Aufstoßen – auch das darf hier in die Wertung mit reinspielen!

Kohlensäure
Zwar sieht man von der Kohlensäure recht wenig, da quasi keine Bläschen im Glas aufsteigen, jedoch relativiert sich dieser Eindruck beim direkten Trinkerlebnis. Hier merkt man nämlich, dass durchaus genug -wenn auch nicht besonders viel- von ihr im Bier enthalten ist.

Süffigkeit
Der ausreichende aber geringe Anteil der Kohlensäure wirkt sich positiv auf die Süffigkeit aus. Der prägnante und angenehme Geschmack tut sein übriges.

Fazit
Ein Lager mit klaren Kanten, das man so vielleicht von einem US-amerikanischen Bier nicht erwartet hätte. Der prägnante Geschmack mit seiner malzigen Prägung überrascht durchaus positiv. Ein Testrunk lohnt sich allemal!

 

zur Brauerei
Die Kona Brewing Company wurde 1994 auf Hawai‘i gegründet – ein echtes Inselprojekt, das klein begann und schnell zur bekanntesten Brauerei des Archipels wurde. Das Longboard Island Lager war eines der ersten Biere im Sortiment und gilt bis heute als Aushängeschild.
Kona legt Wert auf Nachhaltigkeit: Teile der Produktion laufen mit Solarenergie, und das Brauwasser wird vor Ort aus Vulkanquellen gewonnen. Durch Kooperationen mit der Craft Brew Alliance (inzwischen Teil von Anheuser-Busch InBev) wird das Bier heute auch auf dem US-Festland gebraut – etwa in Oregon oder New Hampshire – um den CO₂-Fußabdruck durch Transport zu reduzieren.
Der Charakter des Biers bleibt dennoch tropisch: freundlich, sonnig, ein bisschen nostalgisch. Ein Schluck Fernweh in Flaschenform.

 

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