Coachella Hazy IPA

Als „Revolving New England IPA“ angepriesen, vermittelt das Äußere der Dose zunächst den Eindruck einer abendlichen Wüstenlandschaft. Ein paar Palmen, dämmriges Licht. Viel Frucht wird versprochen und dazu noch ein bisschen Revolution. Zum Einsatz kommen dafür drei verschiedene Hopfensorten: Cashmere, Comet und Mosaic. Die drei vergären mit Malz zu recht kräftigen 7,1% Alkoholgehalt. Ob das Bier wirklich nach Revolution schmeckt? Probieren wir mal!

Farbe, Duft und Krone
Mango und ein Spritzer Zitrone duften einem entgegen, sobald man die Dose öffnet. Im Glas zeigt sich das IPA dann sogleich als strahlend golden, glasklar und mit einem haltbaren, wenn auch etwas grobporigen Schaum. Ein wahrlich schöner Anblick und damit ein sehr gut gelungener Start.

Einstieg
Nicht ganz ein Kick-Start. Eher ein behäbiges Losstottern. Dem Bier fehlt es etwas an Zug, um in die Pötte zu kommen. Dazu aber später mehr.

Körper und Geschmack
Der Körper dieses Bieres wirkt recht schmal. Fruchtige Aromen, die man anfangs errochen hatte, können sich nicht in diesem Maße durchsetzen. Stattdessen geben vegetative Geschmacksanteile den Ton an. Es schmeckt etwas rauer nach trockenem Gras. Passt ja zum Wüstenthema der Brauerei.

Abgang
Auch im Abgang wird das Bier nicht spritziger. Eher behäbig schiebt es sich dem Rachen entgegen. Man möchte fast ein bisschen Anschieben!

Kohlensäure
Hier fehlt einiges. Gut möglich, dass das IPA mit etwas mehr Blubber auch mehr Eindruck schinden könnte. So kommt das Bier jedoch sehr träge daher und bleibt einem manchmal fast im Halse stecken.

Süffigkeit
Es hat gute Ansätze, kriegt dann aber nicht die Kurve. Insgesamt eher im hinteren Mittelfeld der Süffigkeit.

Fazit
Wenn so die Revolution schmeckt, dann bleiben wir besser beim Status quo. Insgesamt eher ein mittelmäßiger Vertreter seiner Klasse, der im harten Kampf der amerikanischen Craft Beer Szene nicht als Sieger vom Platz gehen wird.

zur Brauerei
Die Coachella Brewing Company wurde im August 2013 gegründet und hat heute ihren Sitz in Kaliforniens Thousand Palms, ganz in der Nähe von Palm Springs. Den Namen entleihen sich die Brauer ihrer Heimat: das ganze Tal, hauptsächlich Wüstenlandschaft und zu einem guten Teil unter dem Meeresspiegel gelegen, trägt den Namen Coachella. Beim Brauen fühlt man sich den lokalen Landwirten verpflichtet und setzt auf regional produzierten Honig, Gewürze und Zitronen. Damit wird gleichwohl klar, dass man den Brauern mit dem Reinheitsgebot nicht kommen braucht. Frisch gezapft und auch abgepackt gibt es eine große Vielfalt von Bieren und die Brauerei verspricht, dass es auch in Zukunft nicht langweilig werden wird.

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